Fußrücken Nerv Name: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Die Nerven des Fußrückens sind ein komplexes Netzwerk, das für die sensorische Wahrnehmung und die motorische Funktion des Fußes unerlässlich ist. Sie ermöglichen es uns, verschiedene Untergründe zu fühlen, das Gleichgewicht zu halten und präzise Bewegungen auszuführen. Eine Schädigung oder Kompression dieser Nerven kann zu einer Vielzahl von Beschwerden führen, die den Alltag erheblich beeinträchtigen können.

Anatomie der Fußnerven

Um die Erkrankungen der Fußnerven und ihre Behandlung besser zu verstehen, ist es wichtig, die Anatomie der Fußnerven zu kennen. Ein unglaublich feines und komplexes Netzwerk, das jede noch so kleine Bewegung lenkt und jede Empfindung weiterleitet. Die Hauptdarsteller in diesem System sind große Nervenäste, die vom Ischiasnerv abzweigen - allen voran der Nervus tibialis und der Nervus peronaeus. Von dort aus fächern sie sich immer weiter auf, bis sie die winzigsten Spitzen unserer Zehen erreichen.

Der Hauptnerv für die Fußsohle ist der Nervus tibialis, ein direkter Abkömmling des Ischiasnervs. Am inneren Knöchel teilt sich der Nervus tibialis in seine beiden wichtigsten Äste für die Fußsohle auf:

  • Nervus plantaris medialis: Versorgt die Haut der Fußsohle, genauer gesagt die ersten dreieinhalb Zehen.
  • Nervus plantaris lateralis: Versorgt den Rest der Fußsohle, einschließlich der Außenseite des vierten Zehs und des kleinen Zehs.

Für den Fußrücken ist der Nervus peronaeus (auch Nervus fibularis genannt) verantwortlich. Er teilt sich in zwei Äste auf:

  • Nervus peronaeus superficialis (Oberflächlicher Peronaeusnerv): Verantwortlich für das Gefühl auf dem Großteil des Fußrückens.
  • Nervus peronaeus profundus (Tiefer Peronaeusnerv): Zuständig für die Motorik der Muskeln, die den Fuß und die Zehen heben (Dorsalflexion).

Funktion der Fußnerven

Die Nerven im Fuß haben zwei Hauptfunktionen: Sensorik (Fühlen) und Motorik (Bewegen).

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  • Sensorik: Die sensorischen Nervenenden in der Haut des Fußes nehmen verschiedene Reize wahr, wie Druck, Temperatur, Schmerz und Vibration. Diese Informationen werden an das Gehirn weitergeleitet, das sie interpretiert und entsprechende Reaktionen auslöst.
  • Motorik: Die motorischen Nerven steuern die Muskeln im Fuß, die für die Bewegung der Zehen, das Aufrechterhalten des Gleichgewichts und die Anpassung an Unebenheiten verantwortlich sind.

Ursachen von Fußnervenschmerzen

Fußnervenschmerzen können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, darunter:

  • Nervenkompressionssyndrome: Hierbei wird ein Nerv durch äußeren Druck oder strukturelle Veränderungen irritiert oder dauerhaft gequetscht. Beispiele hierfür sind das Tarsaltunnelsyndrom und die Morton-Neuralgie.
  • Verletzungen: Verletzungen des Fußes oder Knöchels können zu Nervenschäden führen.
  • Erkrankungen: Bestimmte Erkrankungen wie Diabetes, Arthritis und Schilddrüsenprobleme können die Nerven im Fuß schädigen.
  • Fehlstellungen: Fußdeformitäten wie Plattfüße oder Hohlfuß können zu einer Überlastung der Nerven führen.
  • Überlastung: Übermäßige Belastung des Fußes, z. B. durch langes Stehen oder Gehen, kann die Nerven reizen.
  • Falsches Schuhwerk: Enge Schuhe oder hohe Absätze können Druck auf die Nerven ausüben und zu Schmerzen führen.
  • Einseitige Belastungen: Sie sorgen dafür, dass Muskeln und Faszien hohe Spannungen aufbauen.
  • Diabetische Neuropathie: Bei einem schlecht eingestellten Blutzucker nehmen die allerkleinsten Blutgefäße (Kapillaren), die die Nerven umhüllen und versorgen, Schaden.

Häufige Nervenkompressionssyndrome im Fuß

Einige der häufigsten Nervenkompressionssyndrome im Fuß sind:

Tarsaltunnelsyndrom

Das Tarsaltunnelsyndrom ist ein Einklemmungsyndrom des Nervus tibialis posterior, der durch den Tarsaltunnel am Innenknöchel verläuft. Eine Einengung oder Reizung dieser Nerven führt zu seitlichen Fersenschmerzen. Typische Symptome sind stechende und vor allem brennende Schmerzen am Innenknöchel mit Ausstrahlung in die Wade, die Ferse und den Fuß, teils auch Sensibilitätsstörungen, verminderte Schweißsekretion und Muskelschwächen.

Ursachen:

  • Knöcherne Veränderungen nach Brüchen am Innenknöchel, Sprungbein und Fersenbein
  • Bandverletzungen am Innenband und inneren Kapselbandapparat
  • Verletzungen der im Tarsaltunnel befindlichen Strukturen
  • Funktionelle Überlastungen zum Beispiel beim Joggen (sogenannter Joggerfuß) oder bei starkem Knickfuß
  • Entzündliche Reaktionen bei rheumatoider Arthritis oder des Kapselbandapparates bei Sprunggelenksarthrosen
  • Raumforderungen durch zusätzliche Gefäßbündel, Ganglien oder Tumoren der Nerven oder durch Verdickung der angrenzenden Muskeln und Sehnen
  • Entzündliche Reaktionen der Nerven bei Diabetes mellitus, Gicht, Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose), Fettstoffwechselstörungen und anderen Ursachen
  • Als Folge einer Komplikation bei einer medizinischen Behandlung, vor allem nach operativen Eingriffen
  • Anlagebedingt (etwa 20 Prozent der Fälle)

Diagnose:

  • Körperliche Untersuchung und Anamnese
  • Röntgenaufnahmen des Sprunggelenkes
  • Ultraschalluntersuchung
  • MRT-Aufnahmen
  • Elektrophysiologische Untersuchung zur Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeit
  • Diagnostische Injektion eines Lokalanästhetikums

Therapie:

  • Konservative Therapie: Sprunggelenksbandagen, Einlagen, Injektionen mit Lokalanästhetika (gegebenenfalls mit Corticosteroidzusatz), entzündungshemmende und schmerzhemmende Maßnahmen der physikalischen Therapie (Elektrotherapie, Ultraschall, pulsierende Magnetfeldtherapie und Varianten, Kälte- oder Wärmeanwendungen) oder Akupunktur. Experimentell kann nach Fehlschlag aller anderen Verfahren auch eine Injektion mit Botulinumtoxin zur Behandlung der neuropathischen Schmerzkomponente erfolgen.
  • Operative Therapie: Dekompression des Nervs, gegebenenfalls in Kombination mit operativer Beseitigung weiterer Ursachen.

Morton-Neuralgie

Die Morton-Neuralgie (auch Morton-Neurom oder Morton-Metatarsalgie) ist die Verdickung einer Nervenhülle im Mittelfuß. Sie tritt meistens zwischen der 3. und 4. Zehe auf und ist schmerzhaft, weil sie Druck auf den Nerv ausübt.

Ursachen:

  • Fehlerhafte Lastverteilung des Körpergewichts
  • Erhöhter Druck auf die zweiten bis vierten Mittelfußköpfchen
  • Enge Schuhe, hohe Absätze oder ein Spreizfuß

Symptome:

  • Brennende oder stechende Schmerzen im Mittelfuß und in den Zehen
  • Gefühl, auf einem Kieselstein oder einer Murmel zu laufen
  • Belastungsschmerzen
  • Der Fuß wird vorne breiter

Diagnose:

  • Körperliche Untersuchung
  • Röntgenbilder, Ultraschall, Kernspintomographie oder MRT (Magnetresonaztomographie)
  • Betäubung (Lokalanästhesie) des schmerzenden Bereichs mit einer Spritze
  • Mulder-Zeichen (auch Mulder-Click-Zeichen oder Klick-Zeichen)

Therapie:

  • Konservative Therapie: Spezielle orthopädische Einlagen, geeignete Schuhe tragen oder auf hohe Absätze verzichten, regelmäßiges Dehnen und die Faszien-Rollmassage, Physiotherapie, Fußmuskeltraining oder Fußgymnastik, Kortison-Spritzen.
  • Operative Therapie: Neurektomie (Entfernung des Nervengeschwulsts).

Baxter-Neuropathie

Die Baxter-Neuropathie ist eine Kompression des Baxter-Nervs, einem Ast des Nervus plantaris lateralis, der den Musculus abductor digiti minimi versorgt.

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Ursachen:

  • Schwellungen oder eine Überlastung des Musculus abductor hallucis
  • Einklemmung des Nervs

Symptome:

  • Stechender Schmerz an der Innenseite der Ferse, der beim Gehen schlimmer wird

Diagnose:

  • Körperliche Untersuchung
  • Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder ein MRT

Therapie:

  • Dem Fuß mehr Platz geben
  • Operativer Eingriff (Dekompression)

Weitere Ursachen für Fußnervenschmerzen

Neben den genannten Nervenkompressionssyndromen gibt es noch weitere Ursachen für Fußnervenschmerzen:

  • Diabetische Neuropathie: Nervenschäden aufgrund von Diabetes.
  • Periphere Neuropathie: Nervenschäden aufgrund anderer Erkrankungen oder Faktoren.
  • Verletzungen: Nervenschäden durch Traumata oder Operationen.
  • Tumoren: Selten können Tumoren auf die Nerven drücken und Schmerzen verursachen.

Diagnose von Fußnervenschmerzen

Die Diagnose von Fußnervenschmerzen umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, eine Anamnese und gegebenenfalls bildgebende Verfahren oder elektrophysiologische Tests.

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht den Fuß auf Anzeichen von Entzündungen, Schwellungen, Druckempfindlichkeit und Bewegungseinschränkungen.
  • Anamnese: Der Arzt befragt den Patienten nach seinen Symptomen, seiner Krankengeschichte und seinen Lebensgewohnheiten.
  • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen, Ultraschall oder MRT können helfen, die Ursache der Schmerzen zu erkennen.
  • Elektrophysiologische Tests: Nervenleitgeschwindigkeitsuntersuchungen können helfen, die Funktion der Nerven zu beurteilen.

Behandlung von Fußnervenschmerzen

Die Behandlung von Fußnervenschmerzen hängt von der Ursache der Schmerzen ab. In vielen Fällen können konservative Maßnahmen wie Ruhe, Eis, Kompression, Elevation (RICE), Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente, orthopädische Einlagen und Physiotherapie helfen, die Schmerzen zu lindern. In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein.

Konservative Behandlung

  • Ruhe: Vermeiden Sie Aktivitäten, die die Schmerzen verschlimmern.
  • Eis: Legen Sie mehrmals täglich Eis auf die betroffene Stelle.
  • Kompression: Tragen Sie eine Kompressionsbandage, um Schwellungen zu reduzieren.
  • Elevation: Lagern Sie den Fuß hoch, um Schwellungen zu reduzieren.
  • Schmerzmittel: Nehmen Sie rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol ein.
  • Entzündungshemmende Medikamente: Nehmen Sie entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Naproxen ein.
  • Orthopädische Einlagen: Tragen Sie orthopädische Einlagen, um den Fuß zu stützen und den Druck auf die Nerven zu reduzieren.
  • Physiotherapie: Machen Sie physiotherapeutische Übungen, um die Muskeln im Fuß zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Dehnübungen: Dehne deine Fußsohle und deine Wade!
  • Faszien-Rollmassage: Mit ihrer Hilfe rollst du das Gewebe in deinem Fuß spiralförmig so gezielt aus, dass sich Verklebungen lösen können und die Zwischenzellflüssigkeit wieder besser zirkuliert.
  • Spezielle Schuhe: Viele Betroffene bekommen den Tipp, geeignete Schuhe zu tragen oder auf hohe Absätze zu verzichten. Noch wichtiger ist allerdings, dass du durch regelmäßiges Dehnen und die Faszien-Rollmassage dafür sorgst, dass hohe Spannungen im Gewebe heruntergefahren werden.

Operative Behandlung

Eine Operation kann erforderlich sein, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen oder wenn eine klare mechanische Ursache für die Nervenkompression vorliegt. Bei der Operation wird der Druck auf den Nerv entlastet, indem das einengende Gewebe entfernt oder gelockert wird.

Prävention von Fußnervenschmerzen

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Fußnervenschmerzen vorzubeugen:

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  • Tragen Sie geeignetes Schuhwerk: Tragen Sie Schuhe, die gut passen und ausreichend Unterstützung bieten.
  • Vermeiden Sie zu hohe Absätze: Hohe Absätze können Druck auf die Nerven im Fuß ausüben.
  • Machen Sie regelmäßige Fußübungen: Fußübungen können helfen, die Muskeln im Fuß zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Vermeiden Sie Überlastung des Fußes: Machen Sie regelmäßige Pausen, wenn Sie lange stehen oder gehen.
  • Kontrollieren Sie Ihr Gewicht: Übergewicht kann die Füße zusätzlich belasten.
  • Behandeln Sie Grunderkrankungen: Lassen Sie Erkrankungen wie Diabetes oder Arthritis behandeln, um Nervenschäden vorzubeugen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn Sie anhaltende Schmerzen, Taubheit oder Schwäche im Fuß verspüren, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um dauerhafte Schäden zu vermeiden.

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