Ganglion am Handgelenk: Behandlung mit und ohne Gips

Ein Ganglion, auch Überbein genannt, ist eine gutartige, mit Flüssigkeit gefüllte Zyste, die häufig am Handgelenk auftritt. Es handelt sich um einen Weichteiltumor, der in der Regel mit einem Gelenk oder einer Sehnenscheide verbunden ist. Obwohl meist harmlos, kann ein Ganglion Schmerzen verursachen, die Beweglichkeit einschränken oder aus kosmetischen Gründen als störend empfunden werden.

Entstehung und Ursachen

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Ganglions sind nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass eine Schwachstelle in der Gelenkkapsel oder Sehnenscheide, möglicherweise durch ein Trauma oder eine anlagebedingte Erkrankung verursacht, eine Rolle spielt. Diese Schwachstelle ermöglicht es Gelenkflüssigkeit (Synovia), auszutreten und eine sackartige Ausstülpung zu bilden. Risikofaktoren können Gelenkerkrankungen oder erhöhte Gelenkbelastungen sein. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, besonders im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.

Symptome und Diagnose

Ein Ganglion kann an verschiedenen Stellen auftreten, am häufigsten jedoch am Handgelenk, Handrücken, Daumen oder anderen Fingergelenken. Seltener findet man es am Knie, der Schulter oder im Rückenbereich.

Mögliche Symptome sind:

  • Eine sichtbare und tastbare Schwellung, die sich geringfügig verschieben lässt. Die Größe kann variieren und sich zeitweise spontan verändern.
  • Schmerzen im Handgelenk, die dauerhaft sind oder bei Bewegung oder Druck auftreten.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit des Handgelenks oder Fingers.
  • Druck auf Nerven, der zu Gefühlsstörungen wie Taubheitsgefühlen oder Kribbeln führen kann.

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung, bei der die Ärztin oder der Arzt die Schwellung abtastet. Ergänzend können bildgebende Verfahren wie Ultraschall (Sonographie), Röntgen oder Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt werden, um die Diagnose zu bestätigen und andere Ursachen auszuschließen. Eine Punktion des Ganglions zur Entnahme von Flüssigkeit kann ebenfalls zur Diagnosestellung beitragen.

Konservative Behandlungsmethoden

Nicht jedes Ganglion bedarf einer Behandlung. Solange es keine Beschwerden verursacht, kann man zunächst abwarten, ob es sich von selbst zurückbildet. In vielen Fällen ist dies tatsächlich der Fall.

Lesen Sie auch: Umfassender Ratgeber: Ganglion geplatzt

Konservative Behandlungsmöglichkeiten umfassen:

  • Beobachtung: Bei geringen Beschwerden kann man abwarten und beobachten, ob sich das Ganglion von selbst zurückbildet.
  • Ruhigstellung: Eine Schiene oder Bandage kann das betroffene Gelenk ruhigstellen und so die Reizung reduzieren.
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Medikamente wie Diclofenac oder Ibuprofen können Schmerzen und Entzündungen lindern.
  • Punktion: Die Flüssigkeit im Ganglion kann mit einer Nadel abgesaugt werden. Diese Methode ist jedoch nicht immer dauerhaft erfolgreich, da sich das Ganglion häufig wieder füllt.
  • Kortison: In einigen Fällen wird Kortison in das Ganglion gespritzt, um die Entzündung zu reduzieren und die Rückbildung zu fördern.

Operative Behandlung

Wenn konservative Maßnahmen nicht erfolgreich sind oder das Ganglion erhebliche Beschwerden verursacht, kann eine operative Entfernung in Erwägung gezogen werden.

Indikationen für eine Operation sind:

  • Anhaltende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
  • Druck auf Nerven mit entsprechenden neurologischen Symptomen.
  • Kosmetische Beeinträchtigung.

Ablauf der Operation:

Die Operation wird in der Regel ambulant durchgeführt und kann in lokaler Betäubung, Regionalanästhesie (Armbetäubung) oder Vollnarkose erfolgen. Der Chirurg macht einen kleinen Hautschnitt über dem Ganglion und entfernt die Zyste bis zu ihrem Ursprung an der Gelenkkapsel oder Sehnenscheide. Um ein erneutes Auftreten zu verhindern, wird die Gelenkkapsel in der Tiefe des Handgelenks eröffnet und das Ganglion vollständig entfernt. Anschließend wird die Wunde vernäht und ein Verband angelegt.

Gips nach der Operation

In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, nach der Operation für einige Tage eine Gipsschiene zu tragen, insbesondere wenn das Ganglion aus größeren Gelenken entspringt. Die Ruhigstellung durch den Gips soll das Gelenk stabilisieren und die Heilung begünstigen. Eine längere Schonung ist jedoch in der Regel nicht erforderlich.

Nachbehandlung:

  • Hochlagern: Lagern Sie den betroffenen Arm über Herzhöhe, um die Schwellung zu reduzieren.
  • Bewegungsübungen: Führen Sie mehrfach täglich aktive und passive Bewegungsübungen mit voller Fingerstreckung und Beugung durch.
  • Wundpflege: Halten Sie den Verband sauber und trocken. Der Verband wird in der Regel nach einer Woche entfernt und durch ein Pflaster ersetzt.
  • Fadenzug: Die Fäden werden üblicherweise nach 10-14 Tagen entfernt.
  • Narbenpflege: Beginnen Sie nach dem Fadenzug mit der Narbenpflege, indem Sie die Narbe mehrmals täglich mit einer fetthaltigen Salbe einreiben und massieren.
  • Kälteanwendungen: Regelmäßige Übungen im kalten Wasser können helfen, Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren.

Risiken und Komplikationen:

Wie bei jeder Operation gibt es auch bei der Ganglion-Entfernung mögliche Risiken und Komplikationen, die jedoch selten auftreten.

Mögliche Komplikationen sind:

  • Wundheilungsstörungen.
  • Infektionen.
  • Verletzungen von Nerven oder Sehnen.
  • Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS).
  • Erneutes Auftreten des Ganglions (Rezidiv).

Prognose:

Die operative Entfernung eines Ganglions ist in den meisten Fällen erfolgreich. In etwa 90 % der Fälle wird ein dauerhaftes Ergebnis erzielt. Die Arbeitsfähigkeit ist in der Regel nach 3-4 Wochen wiederhergestellt.

Lesen Sie auch: Handgelenksganglion: Symptome, Diagnose und Therapie

Alternative Behandlungsmethoden

Neben den genannten konservativen und operativen Behandlungsmethoden gibt es auch einige alternative Ansätze, deren Wirksamkeit jedoch nicht wissenschaftlich belegt ist. Dazu gehören beispielsweise:

  • Hausmittel: Es gibt Berichte über die Anwendung von Hausmitteln wie Umschlägen mit Essig oder Heilerde.
  • Traditionelle Chinesische Medizin (TCM): Akupunktur und andere TCM-Methoden werden von einigen Therapeuten zur Behandlung von Ganglien eingesetzt.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese alternativen Methoden nicht als Ersatz für eine schulmedizinische Behandlung angesehen werden sollten.

Lesen Sie auch: Alles über Ganglien: Ein umfassender Leitfaden

tags: #ganglion #op #handgelenk #gips