Einführung
Die Gastroenteritis, umgangssprachlich als Magen-Darm-Grippe bekannt, ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit. Sie ist durch eine Entzündung der Schleimhäute von Magen und Dünndarm gekennzeichnet und äußert sich typischerweise durch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Obwohl der Begriff "Grippe" im Namen enthalten ist, hat die Gastroenteritis nichts mit der Influenza oder anderen grippalen Infekten zu tun, die die Atemwege betreffen und durch Influenza-, Rhino- oder Adenoviren verursacht werden.
Was ist eine Gastroenteritis?
Der Begriff Gastroenteritis ist ein undefinierter Oberbegriff für akute Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts. Die Symptome sind nicht einheitlich definiert, jedoch werden Durchfall und/oder Erbrechen als Hauptsymptom(e) allgemein anerkannt. Weitere Symptome können unter anderem Übelkeit, Bauchschmerzen und Fieber sein. Umgangssprachlich wird die Gastroenteritis auch „Magen-Darm-Grippe“ (obwohl die Erkrankung nichts mit der echten Grippe zu tun hat) oder „Brechdurchfall“ genannt.
Ursachen einer Gastroenteritis
Die Hauptauslöser einer Gastroenteritis sind Viren, insbesondere Noroviren und Rotaviren. Seltener sind Bakterien wie Salmonellen, enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) oder Parasiten die Ursache.
Virale Gastroenteritis
Virale Infektionen sind die häufigste Ursache für eine Gastroenteritis. Noroviren sind die häufigsten Erreger bei Erwachsenen, während Rotaviren vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern vorkommen. Die Ansteckung erfolgt häufig fäkal-oral durch Schmierinfektion oder aerogen über Tröpfcheninfektion.
Bakterielle Gastroenteritis
Bakterielle Infektionen sind seltener als virale Infektionen. Salmonellen und EHEC werden häufig durch kontaminierte Lebensmittel wie Milch, rohe Eier oder Fleisch übertragen. Die Ansteckung kann auch durch direkten Kontakt mit Tieren oder durch Parasiten erfolgen.
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Weitere Ursachen
Neben infektiösen Ursachen können auch Medikamente oder toxische Substanzen eine Gastroenteritis auslösen. Akute Schübe oder Erstmanifestationen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung können ebenfalls als Gastroenteritis imponieren.
Ansteckung und Übertragung
Die Übertragung von Gastroenteritis-Erregern erfolgt hauptsächlich durch fäkal-orale Schmierinfektion. Dabei gelangen die Erreger aus dem Kot oder Erbrochenen eines Infizierten über den Mund in den Körper. Dies geschieht häufig durch mangelnde Händehygiene nach dem Toilettenbesuch. Noroviren können sich auch aerogen über Tröpfcheninfektion verbreiten.
Die Ansteckungsgefahr ist besonders hoch, da die Erreger bereits vor Ausbruch der Beschwerden und noch einige Tage nach deren Abklingen übertragen werden können. Bei Noroviren kann die Ansteckungsgefahr sogar bis zu einer Woche nach der Genesung bestehen.
Symptome einer Gastroenteritis
Die Symptome einer Gastroenteritis treten meist plötzlich und heftig auf. Typische Anzeichen sind:
- Übelkeit und Erbrechen
- Durchfall
- Bauchschmerzen und -krämpfe
- Appetitlosigkeit
- Fieber
- Schwächegefühl und Schwindel
Die Symptome folgen den Erregern auf ihrem Weg durch den Körper, zuerst in den Magen, dann weiter in den Darm. Die Stärke und Dauer der Erkrankung können individuell unterschiedlich sein und hängen von der Art der Erreger und der körperlichen Verfassung ab.
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Diagnose einer Gastroenteritis
In den meisten Fällen kann eine Gastroenteritis anhand der typischen Symptome diagnostiziert werden. Um andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen, ist ein ärztliches Gespräch über den Krankheitsverlauf und die Krankengeschichte notwendig. Bei Bedarf können weitere Untersuchungen wie Blut- und Stuhlproben durchgeführt werden, um den Erreger zu identifizieren und den Schweregrad der Erkrankung zu beurteilen.
Behandlung einer Gastroenteritis
Die primäre Behandlungsstrategie bei einer Gastroenteritis ist der Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes. Da der Körper durch Erbrechen und Durchfall viel Flüssigkeit und Elektrolyte verliert, ist es wichtig, diese Verluste auszugleichen.
Flüssigkeits- und Elektrolytersatz
Es wird empfohlen, viel zu trinken, am besten stilles Wasser, ungesüßte Tees oder Elektrolytlösungen. Elektrolytlösungen können helfen, den Mineralstoffhaushalt wieder auszugleichen. Bei Bedarf kann eine orale Rehydratationslösung (ORS) selbst hergestellt werden.
Medikamentöse Behandlung
In einigen Fällen können Medikamente zur Linderung der Symptome eingesetzt werden. Antiemetika wie Vomex A® können Übelkeit und Erbrechen stoppen. Loperamid (Lingumelt® akut) kann bei akutem Durchfall helfen, die Darmbewegungen zu verlangsamen. Allerdings sollte Loperamid nicht bei Fieber oder blutigem Durchfall eingenommen werden.
Ernährung
Während der akuten Phase der Erkrankung ist Schonkost empfehlenswert, um den Magen-Darm-Trakt nicht unnötig zu belasten. Geeignete Lebensmittel sind beispielsweise Zwieback, Reis, Kartoffeln und Bananen. Auf fettige, stark gewürzte oder zuckerhaltige Speisen sollte verzichtet werden.
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Weitere Maßnahmen
Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen ist es wichtig, sich zu schonen und ausreichend auszuruhen. Bei Bedarf kann Bettruhe eingehalten werden.
Prävention einer Gastroenteritis
Um einer Gastroenteritis vorzubeugen, sind folgende Maßnahmen wichtig:
- Regelmäßiges und gründliches Händewaschen, insbesondere nach dem Toilettengang und vor der Zubereitung von Speisen
- Sorgfältige Hygiene bei der Zubereitung von Speisen, insbesondere bei der Handhabung von rohen tierischen Produkten
- Vermeidung von rohen Lebensmitteln wie rohen Eiern, nicht ausreichend erhitztem Fleisch oder Rohmilch
- Verwendung von Trinkwasser aus versiegelten Flaschen oder abgekochtem Wasser auf Reisen
- Impfung gegen Rotaviren für Säuglinge ab dem Alter von 6 Wochen
Komplikationen einer Gastroenteritis
In den meisten Fällen verläuft eine Gastroenteritis komplikationslos und heilt innerhalb weniger Tage von selbst aus. In einigen Fällen kann es jedoch zu Komplikationen kommen, insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen oder immungeschwächten Personen.
Dehydration
Eine der häufigsten Komplikationen ist die Dehydration (Flüssigkeitsmangel), die durch den hohen Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen und Durchfall verursacht wird. Anzeichen einer Dehydration sind unter anderem trockene Haut, verminderte Urinausscheidung, Schwindel und Verwirrtheit.
Elektrolytstörungen
Durch den Flüssigkeitsverlust können auch Elektrolytstörungen auftreten, die zu Muskelkrämpfen, Herzrhythmusstörungen oder Bewusstseinsstörungen führen können.
Postinfektiöses Reizdarmsyndrom
In einigen Fällen kann eine Gastroenteritis zu einem postinfektiösen Reizdarmsyndrom (IBS) führen, das sich durch chronische Bauchschmerzen, Blähungen und Veränderungen der Stuhlgewohnheiten äußert.
Weitere Komplikationen
In seltenen Fällen kann eine Gastroenteritis zu schwerwiegenden Komplikationen wie einer Sepsis (Blutvergiftung), einem Nierenversagen oder einer Invagination (Einstülpung) des Darms führen.
Wann ist ein Arztbesuch erforderlich?
In den meisten Fällen ist eine ärztliche Behandlung bei einer Gastroenteritis nicht erforderlich. Es gibt jedoch bestimmte Warnzeichen, bei denen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden sollte:
- Hohes Fieber
- Starke Kreislaufprobleme
- Blut oder Schleim im Stuhl
- Muskelkrämpfe
- Anzeichen einer Dehydration
- Symptome, die trotz Therapie länger als drei Tage andauern
Gastroenteritis und Burnout: Eine mögliche Verbindung
Es gibt Hinweise darauf, dass chronischer Stress, wie er bei einem Burnout-Syndrom auftritt, die Anfälligkeit für Magen-Darm-Erkrankungen erhöhen kann. Der anhaltende Stress führt zu einer übermäßigen Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol, die die Verdauungsfunktionen beeinträchtigen und zu Symptomen wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung führen können.
Darüber hinaus spielt die Darm-Hirn-Achse eine entscheidende Rolle. Diese Kommunikationsverbindung zwischen dem zentralen Nervensystem und dem Verdauungssystem ist äußerst empfindlich gegenüber Stress. Bei dem Burnout Syndrom wird diese Verbindung gestört, was sich negativ auf die normale Funktion des Magen-Darm-Trakts auswirken kann.
Es ist wichtig zu erkennen, dass sich Burnout und Magen-Darm-Probleme oft in einem Teufelskreis befinden. Die physischen Beschwerden, die durch den chronischen Stress verursacht werden, führen zu weiterer seelischer Belastung, da sie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Dieser Teufelskreis kann dazu führen, dass sowohl der psychische Zustand als auch die Magen-Darm-Gesundheit sich kontinuierlich verschlechtern.
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