Gebärmutter drückt auf Nerv: Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Einleitung:Myome sind gutartige Tumore, die in der Muskelschicht der Gebärmutter entstehen können. Sie sind bei Frauen im gebärfähigen Alter relativ häufig, wobei etwa jede vierte Frau ab 30 Jahren betroffen ist. Die Symptome von Myomen können vielfältig sein und hängen von ihrer Lage, Größe und Anzahl ab. In manchen Fällen verursachen Myome keine Beschwerden und werden nur zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt. In anderen Fällen können sie jedoch erhebliche Symptome verursachen, die die Lebensqualität der betroffenen Frauen stark beeinträchtigen. Eines dieser Symptome ist der Druck auf Nerven, der durch Myome verursacht werden kann.

Was sind Myome?

Myome, auch Uterusmyome oder Gebärmuttergeschwulste genannt, sind gutartige Tumore, die in der Muskelschicht der Gebärmutter (Myometrium) entstehen. Sie bestehen aus glatten Muskelzellen und Bindegewebe. Das Wachstum von Myomen wird durch weibliche Geschlechtshormone, insbesondere Östrogen, gefördert. Daher treten Myome fast ausschließlich bei Frauen im Menstruationsalter auf, also von der Pubertät bis zu den Wechseljahren (Klimakterium). Nach den Wechseljahren schrumpfen Myome in der Regel, da die Östrogenproduktion nachlässt.

Myome können einzeln oder gehäuft auftreten und sich in Größe und Form unterscheiden. Sie können sich innerhalb der Gebärmutterwand (intramural), an der Außenseite der Gebärmutter (subserös) oder in der Gebärmutterhöhle (submukös) entwickeln. Die Lage des Myoms beeinflusst in hohem Maße die Art und Schwere der Symptome, die es verursachen kann.

Symptome von Myomen

Die Symptome von Myomen können sehr unterschiedlich sein. Viele Frauen mit Myomen haben keine Beschwerden, während andere unter einer Vielzahl von Symptomen leiden, die ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Zu den häufigsten Symptomen von Myomen gehören:

  • Verstärkte oder verlängerte Regelblutungen (Hypermenorrhoe oder Menorrhagie): Dies ist eines der häufigsten Symptome von Myomen. Die Blutungen können so stark sein, dass sie zu Blutarmut (Anämie) führen.
  • Zwischenblutungen (Metrorrhagie): Blutungen außerhalb der normalen Regelblutung können ebenfalls auf ein Myom hindeuten.
  • Schmerzen im Unterbauch: Myome können Druck oder Schmerzen im Unterbauch verursachen, die zyklisch auftreten oder ständig vorhanden sein können.
  • Wehenartige Schmerzen während der Menstruation: Starke Blutungen können mit wehenartigen Schmerzen einhergehen.
  • Verstärkter Harndrang: Wenn ein Myom auf die Blase drückt, kann dies zu häufigem Harndrang führen.
  • Verstopfung: Ein Myom, das auf den Darm drückt, kann Verstopfung verursachen.
  • Rücken-, Seiten-, Nieren-, Ischias- oder Beinschmerzen: Mit zunehmender Größe können Myome auch auf Nervenenden drücken, wodurch diese Schmerzen verursacht werden.
  • Fremdkörper- oder Schweregefühl im Unterbauch: Dieses Gefühl kann sich bei körperlicher Betätigung, beim Vorbeugen oder während des Geschlechtsverkehrs verstärken.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: Myome können ein Druckgefühl oder sogar brennende Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen.
  • Unfruchtbarkeit oder Fehlgeburten: In einigen Fällen können Myome die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder zu Fehlgeburten führen.

Wie Myome auf Nerven drücken und Schmerzen verursachen

Myome können auf verschiedene Weise auf Nerven drücken und Schmerzen verursachen. Große Myome können direkt auf Nerven in der Beckengegend drücken, was zu Rücken-, Seiten-, Nieren-, Ischias- oder Beinschmerzen führen kann. Insbesondere intramurale Myome, die auf eine Nervenendigung wie den Ischiasnerv drücken, können Schmerzen im unteren Rücken oder in den Beinen verursachen.

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Darüber hinaus können Myome auch indirekt auf Nerven wirken, indem sie Druck auf andere Organe ausüben, die wiederum auf Nerven drücken. Beispielsweise kann ein Myom, das auf die Blase drückt, zu häufigem Harndrang und Blasenschmerzen führen, die auf Nerven in der Beckengegend wirken können. Ebenso kann ein Myom, das auf den Darm drückt, Verstopfung und Bauchschmerzen verursachen, die ebenfalls auf Nerven wirken können.

Diagnose von Myomen

Die Diagnose von Myomen erfolgt in der Regel durch eine gynäkologische Untersuchung, bei der der Arzt die Gebärmutter abtastet, um festzustellen, ob sie vergrößert oder unregelmäßig ist. Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, um die Größe, Lage und Anzahl der Myome zu bestimmen. In einigen Fällen kann auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) erforderlich sein, um ein genaueres Bild der Myome zu erhalten.

Behandlung von Myomen

Die Behandlung von Myomen hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Größe, Lage und Anzahl der Myome, die Symptome der Patientin und ihr Kinderwunsch. Nicht alle Myome müssen behandelt werden. Kleine Myome, die keine Beschwerden verursachen, können in der Regel beobachtet werden, ohne dass eine Behandlung erforderlich ist. Wenn jedoch Symptome vorhanden sind, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die in Betracht gezogen werden können:

Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Behandlung von Myomen zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und das Wachstum der Myome zu verlangsamen. Zu den häufig verwendeten Medikamenten gehören:

  • Schmerzmittel: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Naproxen können helfen, Schmerzen und Krämpfe zu lindern.
  • Hormonelle Verhütungsmittel: Die Pille oder andere hormonelle Verhütungsmittel können helfen, starke Blutungen zu reduzieren und den Menstruationszyklus zu regulieren.
  • GnRH-Analoga: Diese Medikamente senken den Östrogenspiegel und können die Myome verkleinern. Sie werden jedoch in der Regel nur kurzfristig eingesetzt, da sie erhebliche Nebenwirkungen haben können.
  • Selektive Progesteron-Rezeptor-Modulatoren (SPRM): Ulipristalacetat ist ein SPRM, das zur Behandlung von Myomen eingesetzt werden kann. Es kann die Myome verkleinern und die Blutungen reduzieren. Aufgrund möglicher leberschädlicher Nebenwirkungen ist die Anwendung jedoch eingeschränkt.
  • GnRH-Antagonisten: Relugolix ist ein GnRH-Rezeptorantagonist, der in Kombination mit Estradiol und Norethisteronacetat zur Behandlung von Myomen eingesetzt wird. Es reduziert das Wachstum von Myomen und mindert die Ausschüttung von Hormonen, die am Wachstum der Gebärmutterschleimhaut beteiligt sind.

Operative Behandlung

Wenn die medikamentöse Behandlung nicht ausreichend ist oder die Myome sehr groß sind, kann eine Operation erforderlich sein. Es gibt verschiedene operative Verfahren zur Behandlung von Myomen:

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  • Myomektomie: Bei diesem Verfahren werden die Myome entfernt, während die Gebärmutter erhalten bleibt. Dies ist eine gute Option für Frauen, die noch Kinderwunsch haben. Die Myomektomie kann durch einen Bauchschnitt, eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) durchgeführt werden.
  • Hysterektomie: Bei diesem Verfahren wird die Gebärmutter vollständig entfernt. Dies ist eine definitive Lösung für Myome, aber sie ist nicht für Frauen geeignet, die noch Kinderwunsch haben. Die Hysterektomie kann durch einen Bauchschnitt oder vaginal durchgeführt werden.
  • Myomembolisation: Bei diesem Verfahren werden die Blutgefäße, die die Myome versorgen, blockiert, wodurch die Myome schrumpfen. Die Myomembolisation wird durch einen Katheter durchgeführt, der in die Leistenarterie eingeführt wird.
  • MRgFUS-Therapie: Bei dieser nicht-invasiven Behandlungsmethode werden die Myome mit fokussierten Ultraschallwellen erhitzt und zerstört. Die MRgFUS-Therapie wird unter Magnetresonanzkontrolle durchgeführt.

Alternative Behandlungsmethoden

Neben den konventionellen Behandlungsmethoden gibt es auch einige alternative Behandlungsmethoden, die bei Myomen eingesetzt werden können. Dazu gehören:

  • Pflanzliche Präparate: Einige pflanzliche Präparate, wie z. B. Mönchspfeffer, können helfen, die Symptome von Myomen zu lindern.
  • Akupunktur: Akupunktur kann helfen, Schmerzen und Krämpfe zu lindern.
  • Ernährungsumstellung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann helfen, den Hormonhaushalt zu regulieren und das Wachstum von Myomen zu verlangsamen.

Gebärmuttersenkung und ihre Auswirkungen

Eine Gebärmuttersenkung tritt auf, wenn die Gebärmutter aufgrund einer Schwäche im Beckenboden und Bindegewebe absinkt und in die Scheide hineinragt. Die häufigsten Ursachen einer Gebärmuttersenkung sind Schwangerschaft und Geburt, altersbedingte Veränderungen im Bindegewebe sowie erhöhter Druck auf den Beckenboden durch schwere körperliche Belastungen oder chronischen Husten.

Die Symptome einer Gebärmuttersenkung können sehr unterschiedlich sein, aber zu den häufigsten gehören:

  • Druckgefühl im Unterleib
  • Schmerzen im Becken- und unteren Rückenbereich
  • Blasenschwäche (Harninkontinenz)
  • Häufiger Harndrang
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • Schmerzen oder Unwohlsein während des Geschlechtsverkehrs
  • Sichtbare Veränderungen (Vorwölbung aus der Scheide)

Die Behandlung einer Gebärmuttersenkung hängt vom Schweregrad und den individuellen Beschwerden ab. Zu den gängigsten Therapieansätzen gehören:

  • Beckenbodentraining
  • Pessar
  • Operation

Vorbeugung von Myomen und Gebärmuttersenkung

Obwohl die genauen Ursachen von Myomen und Gebärmuttersenkung nicht vollständig geklärt sind, gibt es einige Maßnahmen, die Frauen ergreifen können, um das Risiko zu verringern:

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  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität hilft, das Körpergewicht zu regulieren, Stress abzubauen und den Hormonhaushalt im Gleichgewicht zu halten.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann helfen, den Hormonhaushalt zu regulieren und das Wachstum von Myomen zu verlangsamen.
  • Stressmanagement: Chronischer Stress kann den Hormonhaushalt beeinflussen und möglicherweise das Wachstum von Myomen fördern. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen.
  • Beckenbodentraining: Regelmäßiges Beckenbodentraining kann helfen, die Muskulatur im Becken zu stärken und einer Gebärmuttersenkung vorzubeugen.
  • Vermeidung von Übergewicht: Übergewicht belastet den Beckenboden und kann eine Gebärmuttersenkung begünstigen.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Eine frühzeitige Erkennung von Myomen und Gebärmuttersenkung ist entscheidend, um Beschwerden zu vermeiden.

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