Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Problem, das erhebliche Auswirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit haben kann. Eine mögliche Lösung zur Verbesserung der Schlafqualität sind Gewichtsdecken. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit Gewichtsdecken bei Epilepsie, ihre Anwendung und die potenziellen Auswirkungen auf den Schlaf und das Wohlbefinden.
Was sind Schlafstörungen?
Schlafstörungen umfassen Abweichungen vom normalen Schlafmuster, die zu Einschlaf- und Durchschlafproblemen oder zu unzureichendem, nicht erholsamem Schlaf führen. Die ideale Schlafdauer variiert von Person zu Person, aber ein durchschnittlicher Erwachsener benötigt etwa sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht, um sich tagsüber ausgeruht und leistungsfähig zu fühlen. Neben der Schlafdauer spielt auch die Schlafqualität eine wichtige Rolle.
Arten von Schlafstörungen
Es gibt über 80 Arten von Schlafstörungen, die sich in ihren Symptomen und Ursachen unterscheiden. Zu den häufigsten gehören:
- Insomnie: Schlafmangel durch Einschlaf- und Durchschlafprobleme oder frühzeitiges Erwachen.
- Schlafapnoe: Atmungsstörung mit kurzen Atmungsaussetzern während des Schlafs.
- Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörung: Störung der inneren Uhr, die zu Schlafstörungen führt.
- Schlafbezogene Bewegungsstörungen: Unkontrollierbare Bewegungen der Extremitäten oder Zähneknirschen.
- Parasomnien: Ungewöhnliche unbewusste Verhaltensweisen im Schlaf wie Schlafwandeln oder Nachtangst.
- Hypersomnie: Erhöhtes Schlafbedürfnis von mehr als zehn Stunden am Tag.
- Narkolepsie: Plötzliche Schlafanfälle während des Tages.
Ursachen von Schlafstörungen
Die Ursachen für Schlafstörungen sind vielfältig und reichen von ungünstigen Lebensgewohnheiten über psychische Stressfaktoren bis hin zu schweren Erkrankungen. Dazu gehören:
- Ungünstige Lebensgewohnheiten und Schlafhygiene
- Psychische Faktoren wie Stress, Angst und Depressionen
- Schlafumgebung
- Medikamente
- Körperliche Erkrankungen wie Schilddrüsenprobleme oder Epilepsie
- Hormonelle Schwankungen
Symptome und Anzeichen von Schlafstörungen
Zu den Symptomen von Schlafstörungen gehören:
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- Benötigen von mehr als 30 Minuten zum Einschlafen
- Aufwachen mitten in der Nacht und Schwierigkeiten, wieder einzuschlafen
- Starke Tagesmüdigkeit trotz ausreichend Schlaf
- Langes Brauchen am Morgen, um richtig wach zu werden
- Antriebslosigkeit, Anspannung und Kraftlosigkeit tagsüber
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Kopfschmerzen nach dem Aufwachen
- Schnarchen, Atemaussetzer, Bewegungen der Beine oder Zähneknirschen im Schlaf
Auswirkungen und Folgen von Schlafstörungen
Schlafstörungen können weitreichende negative Folgen haben, darunter:
- Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen
- Destabilisierung der Psyche
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen
- Erhöhte Unfallgefahr
- Verminderte Lebensqualität
Diagnose von Schlafstörungen
Die Diagnose von Schlafstörungen erfolgt in der Regel durch ein ärztliches Gespräch, das Ausfüllen von Schlaffragebögen und das Führen eines Schlaftagebuchs. Weitere Untersuchungen wie EEG und EKG können notwendig sein, um die Ursachen der Schlafprobleme zu klären. In Schlaflaboren kann der Schlaf mit der Polysomnographie genau überwacht werden.
Behandlung von Schlafstörungen
Die Behandlung von Schlafstörungen richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Zu den gängigen medizinischen Behandlungen gehören:
- Behandlung der Grunderkrankung
- Psychotherapie
- Medikamente
- Anpassung der Lebensgewohnheiten
- Optimierung der Schlafumgebung
- Gewichtsdecken
- Erlernen von Entspannungstechniken
- Pflanzliche Präparate
Was sind Gewichtsdecken?
Gewichtsdecken sind schwerer als normale Decken und mit Materialien wie Metallketten, Kunststoffkugeln oder Glasperlen gefüllt. Der Druck, der beim Zudecken auf den Körper entsteht, soll entspannend wirken und so den Schlaf unterstützen können. Gewichtsdecken werden auch als Therapiedecken bezeichnet und in Krankenhäusern und in der Pflege eingesetzt, z.B. bei psychischen Störungen und bei Einschlafproblemen.
Wie wirken Gewichtsdecken?
Der gleichmäßige Druck der Gewichtsdecke kann Glückshormone freisetzen, ähnlich wie bei einer Umarmung. Dies kann ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit vermitteln und Stress lindern. Laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e. V. (DGSM) kann eine Gewichtsdecke durch die Druckstimulation "subjektiv das Gefühl einer 'Umarmung' und damit eine beruhigende und gegebenenfalls schlafförderlich wirkende Beruhigung vermitteln".
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Gewichtsdecken bei Epilepsie
Epilepsie kann mit Schlafstörungen einhergehen, und Gewichtsdecken könnten eine Möglichkeit sein, den Schlaf bei Menschen mit Epilepsie zu verbessern. Es gibt Berichte, dass Gewichtsdecken bei einigen Menschen mit Epilepsie zu einer Reduktion von Anfällen beitragen können. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass der Druck der Decke beruhigend wirkt und Stress reduziert, was wiederum die Anfallshäufigkeit verringern kann. Allerdings gibt es noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für diese Wirkung.
Es ist wichtig zu beachten, dass Gewichtsdecken nicht für jeden geeignet sind. Bei bestimmten gesundheitlichen Einschränkungen, wie Atemstörungen, Herzproblemen, Asthma, Bluthochdruck, Epilepsie, Hauterkrankungen, Allergien und Durchblutungsstörungen, sollten Gewichtsdecken erst nach Zustimmung des behandelnden Arztes verwendet werden.
Auswahl der richtigen Gewichtsdecke
Bei der Auswahl einer Gewichtsdecke sollte man auf das Gewicht und das Füllmaterial achten. Empfohlen wird, eine Gewichtsdecke zu wählen, die etwa 10 bis 15 Prozent des Körpergewichts entspricht. Der Druck der Decke sollte als angenehm und nicht drückend oder einengend empfunden werden.
Es gibt unterschiedlich schwere Gewichtsdecken mit verschiedenen Füllmaterialien. Welche am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt, lässt sich in einem Geschäft gut testen. So bekommt man ein erstes Gefühl für das Gewicht der Decke und spürt, ob man sich wohlfühlt.
Gewichtsdecke selber machen
Eine Gewichtsdecke kann auch selbst genäht werden. Dazu benötigt man Stoff, Füllmaterial (z.B. Polypropylen-Granulat) und eine Nähmaschine. Es gibt Anleitungen im Internet, die Schritt für Schritt erklären, wie man eine Gewichtsdecke selber machen kann.
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Weitere Alltagshilfen bei Schlafstörungen
Neben Gewichtsdecken gibt es weitere Alltagshilfen, die bei Schlafstörungen helfen können:
- Schlafmasken: Können helfen, das Zimmer abzudunkeln und den Schlaf zu verbessern.
- Ohropax: Können helfen, störende Geräusche auszublenden.
- Entspannungstechniken: Yoga, Meditation oder bestimmte Atemtechniken können helfen, Stress abzubauen und besser zu schlafen.
- Pflanzliche Präparate: Pflanzen wie Lavendel, Salbei oder Melisse wirken für viele Menschen schlaffördernd.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Grundsätzlich stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung, Schlafprobleme ohne ärztliche Hilfe in den Griff zu bekommen. Bei bestimmten Arten von Schlafstörungen wie Narkolepsie oder Schlafapnoe ist die Beratung durch einen Arzt jedoch dringend zu empfehlen. Ein Arztbesuch dient auch dazu, behandlungsbedürftige Grunderkrankungen, die die Schlafstörungen bedingen könnten, durch Untersuchungen zu diagnostizieren oder auszuschließen. Daher sollte man vor allem dann eine fachliche Abklärung in Anspruch nehmen, wenn noch weitere Symptome auffallen oder die Schlafprobleme sehr ausgeprägt sind.
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