Das gefährlichste Tier der Welt: Fakten über das Seepferdchen und das Pferdegehirn

Während die Überschrift vielleicht eine Überraschung ist, werden wir uns in diesem Artikel mit zwei scheinbar unterschiedlichen Lebewesen befassen: dem Seepferdchen und dem Pferd. Wir werden interessante Fakten über Seepferdchen untersuchen und uns dann dem komplexen Organ widmen, das das Verhalten und die Fähigkeiten von Pferden steuert: dem Gehirn.

Seepferdchen: Kleine Kreaturen mit großen Geheimnissen

In den letzten Jahren gab es an den Stränden des Wattenmeeres einen Anstieg der Sichtungen von Seepferdchen. Zwischen 2000 und 2019 wurden nur fünf Sichtungen gemeldet, aber seit 2022 hat ihre Zahl erheblich zugenommen. Allein im Jahr 2022 wurden 38 Seepferdchen gefunden, gefolgt von 23 im Jahr 2023 und neun bis Ende März 2024.

Diese Zunahme hat Fragen aufgeworfen: Kehren Seepferdchen in das Wattenmeer zurück? Wo genau leben sie und wie viele gibt es? Handelt es sich immer um Kurzschnäuzige Seepferdchen (Hippocampus hippocampus) oder werden auch Langschnäuzige Seepferdchen (Hippocampus guttulatus) gefunden?

Hans-Ulrich Rösner, Leiter des WWF-Wattenmeerbüros, kommentiert: "Die Funde zeigen, dass Seepferdchen in den Spülsäumen im Wattenmeer häufiger werden. Auch wenn die Tiere immer noch selten sind, so ist das doch ein Anlass zur Freude. Wir wissen aber noch nicht, ob sich die Seepferdchen schon bei uns im Wattenmeer angesiedelt haben, oder ob sie durch Stürme von anderen Küsten angetrieben werden."

Es gibt historische Aufzeichnungen über frühere Seepferdchenfunde im Wattenmeer an der Nordseeküste. Es bleibt jedoch unklar, ob sie selten waren oder regelmäßig in den Seegraswiesen vorkamen, die einst in den dauerhaft überfluteten Gebieten des Wattenmeeres existierten.

Lesen Sie auch: Faszination Nesseltiere: Wie sie ohne Gehirn leben

Um mehr über Seepferdchen im Wattenmeer zu erfahren, wird die Öffentlichkeit gebeten, sich an "Citizen Science"-Projekten zu beteiligen. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern soll das Wissen über diese geheimnisvollen Fische erweitert werden, um ihren Schutz zu gewährleisten.

Wenn Sie an der Nordseeküste leben oder Urlaub machen, achten Sie auf den Spülsaum, der von der letzten Flut abgelagert wurde. Wenn Sie ein Seepferdchen finden, machen Sie ein Foto mit einem Maßstab zur Größenbestimmung und geben Sie Datum und Fundort an. Wenn das Seepferdchen noch lebt, setzen Sie es zurück ins Meer. Tote Seepferdchen im niedersächsischen Wattenmeer sollten dem örtlichen Nationalparkhaus gemeldet werden. In Schleswig-Holstein sollten sie an Ort und Stelle belassen werden.

Neben der Suche nach Seepferdchen ist es wichtig, auf gefährliche Gegenstände oder Plastikmüll zu achten. Weltkriegsmunition oder Behälter mit giftigen Chemikalien sollten nicht berührt, sondern der Polizei gemeldet werden. Plastikmüll sollte eingesammelt und in den dafür vorgesehenen Behältern entsorgt werden.

Das Pferdegehirn: Ein komplexes Organ im Detail

Das Gehirn des Pferdes ist zwar nicht das größte, aber das komplexeste Organ. Seine Fähigkeiten faszinieren Wissenschaftler und sind Gegenstand intensiver Forschung. Das Verständnis der Funktionsweise des Pferdegehirns ist entscheidend für die Beziehung zwischen Mensch und Pferd.

Anatomie und Funktionen

Das Gehirn ist durch Membranen, die Hirnhäute (Meningen), und eine Flüssigkeit geschützt, die eine stabile Umgebung schafft. Interessanterweise ist die Gehirngröße eines Pferdes im Vergleich zu seiner Körpergröße nicht sehr beeindruckend. Es wiegt nur 400 bis 700 Gramm, was etwa 0,1 % der gesamten Körpermasse entspricht.

Lesen Sie auch: Erkundung der Gehirngröße

Die Hauptteile des Pferdegehirns sind Großhirn, Kleinhirn und Stammhirn. Das Großhirn verarbeitet Sinneseindrücke und steuert das Sozialverhalten. Das Kleinhirn koordiniert die Feinmotorik, und das Stammhirn reguliert die Vitalfunktionen.

Im Einzelnen lassen sich folgende Bereiche mit ihren Funktionen unterscheiden:

  • Großhirn (Cerebrum) und Großhirnrinde (Cortex): Sinnesfunktionen (Sehen, Hören, Fühlen), Lernen, bewusste Bewegungen, Denken, Integration der Persönlichkeit
  • Kleinhirn (Cerebellum): Gleichgewicht, koordinierte Bewegungen, Muskeltonus
  • Stammhirn (Medula): Vitalfunktionen (Atmen, Herzschlag, Verdauung, Schlucken)
  • Mittelhirn: Evolutionsverhalten (Fortpflanzung, Nahrungsaufnahme, Steuerung der Körpertemperatur, Emotionsverhalten)
  • Hirnanhangdrüse (Hypophyse): Hormonproduktionen (Stressbewältigung, Sexualverhalten)
  • Vorderhirn (Riechkolben): Riechen und Schmecken

Eine Erkrankung eines dieser Bereiche kann weitreichende Folgen haben. Plötzliche Veränderungen im Verhalten oder in Bewegungsabläufen sollten ernst genommen und von einem Tierarzt untersucht werden. Eine frühzeitige Behandlung kann Schlimmeres verhindern.

Erkrankungen des Pferdegehirns

Erkrankungen des Pferdegehirns umfassen Verletzungen (Gehirnerschütterungen), Hirntumoren, Demenz, Schlaganfälle und Infektionskrankheiten (Meningitis, Equine Protozoal Myeloencephalitis - EPM). Neurologische Auffälligkeiten sind typische Symptome. Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend für die Heilungschancen und die Lebensqualität. Die Therapie kann jedoch aufwendig und langwierig sein, was zu hohen Tierarztkosten führen kann.

Eine typische Tierarztrechnung zur Diagnosestellung einer Gehirnerkrankung könnte wie folgt aussehen (Beispiel):

Lesen Sie auch: Intelligenz im Tierreich

  • Allgemeine Untersuchung mit Beratung: 73,26 €
  • Bakteriologische Untersuchung mit Resistenzbestimmung: 36,62 €
  • Röntgen/Durchleuchtung: 87,04 €
  • Erste Röntgenaufnahme: 63,14 €
  • CT-Untersuchung des Kopfes: 833,00 €
  • Mikroskopische Untersuchung mit Nativpräparat: 24,42 €
  • Intramuskuläre Injektion: 27,38 €
  • Eingeben von Medikamenten (oral): 9,82 €
  • Gesamtsumme: 1.154,68 €

Diese Kosten können sich bei komplizierteren Fällen oder notwendigen Operationen erheblich erhöhen. Eine Pferdekrankenversicherung kann diese finanzielle Last abfedern und sicherstellen, dass Ihr Pferd die benötigte Behandlung erhält.

Interessante Fakten über das Pferdegehirn

  • Rasante Entwicklung: Das Gehirn entwickelt sich bereits im Mutterleib erstaunlich schnell, insbesondere das Kleinhirn für Bewegung und Gleichgewicht.
  • Große Lernfähigkeit: Pferde sind sehr lernfähig und eignen sich vieles durch Umgang mit Artgenossen und Menschen an. Wiederholtes Training und Belohnung fördern den Lerneffekt.
  • Gutes Erinnerungsvermögen: Pferde können sich gut an Sachverhalte und Menschen erinnern. Sie haben ein ausgeprägtes räumliches Wahrnehmungsvermögen. Der Hippocampus ist für das Kurzzeitgedächtnis zuständig und leitet Informationen ans Langzeitgedächtnis weiter.
  • Die "Alarmanlage": Der Mandelkern (Amygdala) speichert negative Ereignisse und löst bei Wahrnehmung ähnlicher Reize Unruhe, Angst oder Panik aus.
  • Leistungsstarker Geruchsempfänger: Der Riechkolben ist viel leistungsstärker als beim Menschen und ermöglicht es dem Pferd, Gefahren frühzeitig zu erkennen.
  • Monokulares Sehen: Pferde sehen die Welt mit jedem Auge etwas anders. Bilder des linken Auges werden in der rechten Hirnhälfte verarbeitet, die vorwiegend für Emotionen zuständig ist. Potenziell gefährliche Dinge werden daher lieber mit dem linken Auge betrachtet.
  • Verbindung der Gehirnhälften: Die Verbindung zwischen der linken und rechten Gehirnhälfte ist bei Pferden weniger gut ausgeprägt als beim Menschen, was zu einer langsameren Informationsübertragung führen kann.

tags: #gefahrlichstes #tier #der #welt #hippocampus