Ob in der Schule, im Studium oder in der beruflichen Weiterbildung - fast jede*r kennt diese Phasen, in denen der Kopf dicht macht und das Lernen zur echten Qual wird. Lernblockaden können das volle Potenzial beeinträchtigen, da sie das Abrufen von Wissen trotz vorhandener Fähigkeiten und Vorbereitungen erschweren. Man starrt auf das Buch, kann sich kaum konzentrieren, und obwohl man sich bemüht, bleibt einfach nichts hängen. Insbesondere im Fach Mathematik können solche Blockaden zu Frustration und Angst führen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für Gehirnblockaden bei Mathe und bietet Lösungsansätze, um diese zu überwinden.
Was ist eine Lernblockade?
Eine Lernblockade beschreibt einen mentalen Zustand, in dem die Fähigkeit zu lernen oder bereits Gelerntes abzurufen stark eingeschränkt ist - oft trotz guter Vorbereitung. Die Gedanken kreisen, das Erinnerungsvermögen lässt nach, die Motivation schwindet. Diese Blockade ist keine Faulheit oder fehlende Intelligenz. Die Gründe für eine Lernblockade sind individuell verschieden und oft ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Die Unfähigkeit, in Prüfungssituationen auf psychische und physische Ressourcen zuzugreifen, wird häufig durch Ängste, Druck und Stress ausgelöst.
Ursachen von Lernblockaden im Fach Mathematik
Die Ursachen für Lernblockaden im Fach Mathematik sind vielfältig. Nur wer die Ursachen der Lernschwäche erkennt, kann sie gezielt - und vor allen Dingen langfristig - beheben. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
- Emotionale Belastung: Ob Druck von außen (z. B. durch Familie oder Lehrer*innen) oder selbst erzeugter Perfektionismus - emotionale Belastung blockiert das Gehirn und hemmt die Konzentration.
- Angst zu Scheitern: Die Angst zu scheitern kann lähmend wirken.
- Überlastung: Zu viel Lernstoff in zu kurzer Zeit oder fehlende Struktur führen schnell zu Überlastung.
- Negative Erfahrungen: Frustrierende Erlebnisse aus der Vergangenheit können ebenfalls zu Blockaden führen.
- Mangelnde Grundlagen: Wir untersuchen, ob eine Dyskalkulie vorliegt oder ob Grundlagen im Fach Mathematik fehlen.
- Kompensationsstrategien: Schüler entwickeln häufig Kompensationsstrategien, um die richtigen Ergebnisse zu erzielen. Die Varianten der Ersatzstrategien sind sehr vielfältig. Doch alle führen zu Konzentrationsverlust und gehen zu Lasten der Arbeitsgeschwindigkeit. Ob im Unterricht oder bei den Hausaufgaben - bereits nach kurzer Zeit lässt die Aufmerksamkeit nach.
Mathephobie: Die Angst vor Mathematik
Als Mathe-Phobie wird die Angst vor dem Fach Mathematik bezeichnet. Diese Phobie ist in unserer Gesellschaft ziemlich verbreitet: Nicht wenige Menschen zucken schon bei einer einfach tönenden Matheaufgabe zusammen, werden an Supermarktkassen bei dem Zusammenzählen des Kleingelds nervös oder meiden es grundsätzlich, Wechselgeld in der Öffentlichkeit nachzuzählen. Lange wurde davon ausgegangen, dass die Mathephobie erst in höheren Schuljahrgängen entsteht, wenn die Komplexität des Stoffs zunimmt und die Aufgaben immer komplizierter werden. Bei einigen Menschen entwickelt sie sich aber auch erst nach der Schule im Erwachsenenleben. Heute weiß man jedoch, dass die Angst durchaus schon in der Grundschule entstehen kann. Umso früher sie auftritt, umso intensiver kann sie sich in den folgenden Jahren manifestieren und verstärken. Das kann bis zum totalen Versagen in Matheprüfungen führen.
Mit der Dyskalkulie hat die Mathephobie allerdings erstmal nichts zu tun, zumindest nicht zwangsläufig. Dyskalkulie ist das Pendant zur Dyslexie, bei welcher die Lese- und Schreibfähigkeit eingeschränkt ist, und bezeichnet dementsprechend eine Beeinträchtigung des arithmetischen Denkens, also eine Rechenschwäche. Auf internationaler Ebene sind es zwischen fünf und sieben Prozent der Weltbevölkerung, die an Dyskalkulie leiden und denen es schwer bis unmöglich fällt, gewisse Rechenaufgaben zu lösen oder nachvollziehen zu können. Nur die wenigsten, die Angst vor Mathe haben, leiden tatsächlich an Dyskalkulie. Vielmehr ist die Mathe-Phobie daher auf psychologische Ursachen zurückzuführen - allerdings nichtsdestotrotz mit ernsthaften Auswirkungen auf die schulischen Leistungen in mathematischen Fächern. Immerhin kann die Panik dazu führen, dass der Schüler oder die Schülerin an der Tafel versteinert, wenn er oder sie eine Aufgabe lösen soll, oder in Prüfungen oder Klausuren völlig blockiert und nicht mehr klar denken bzw. rechnen kann.
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Eine Studie der Stanford Universität hat im Jahr 2012 herausgefunden, dass diese Zahlenangst sogar im Gehirn nachweisbar ist. Im Rahmen einer Studie wurden 46 Drittklässler über mehrere Wochen begleitet. Am Anfang sowie am Ende der Untersuchung wurden fMRI-Gehirnscans durchgeführt, die folgende Ergebnisse brachten: So ist die rechte Amygdala, die für Ängste und negative Emotionen zuständig ist, bei Kindern mit Matheangst besonders aktiv gewesen. Gleichzeitig wurde bei den Betroffenen eine verringerte Aktivität in den Bereichen des präfrontalen Kortex und des parietalen Assoziationskortex festgestellt. Das sind übrigens nicht die üblichen Auswirkungen von Angst, sondern diese Beobachtungen sind spezifisch für die Phobie vor Mathematik.
Die Ursachen für die Matheangst liegen also hauptsächlich in der psychologischen Ebene. Mathe hat in der Gesellschaft einen schlechten Ruf - in vielerlei Hinsicht unbegründet. Noch dazu wird dem Fach eine hohe Bedeutung zugesprochen und Kinder haben den Eindruck, dass Mathe wichtiger sei als beispielsweise Kunst oder Musik oder Französisch. Das baut enormen Druck auf, der sich dann in Angst und Panik äußern kann.
Dyskalkulie: Eine Rechenschwäche
Unter Dyskalkulie versteht man eine Beeinträchtigung des arithmetischen Denkens. Schon im Kindergartenalter entwickeln die Kinder ein Verständnis für Zahlen und Mengen. Dieses Wissen wird in der Grundschule erweitert, so werden die Grundrechenarten erlernt und die Basis der mathematischen Logik eingeprägt. Alle Lernschritte bauen auf den vorangegangenen auf. Eine Dyskalkulie hemmt diesen Lernprozess hochgradig, betroffene Kinder verstehen Zahlen als Symbole und nicht als Angaben von Mengen. Somit fehlt bereits zu Beginn ihrer Schulkarriere das wichtigste Werkzeug der Mathematik.
Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) sieht in der Dyskalkulie eine schulische Entwicklungsstörung und in der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (IDC-10) steht zu diesem Thema: "Diese Störung bezeichnet eine Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Wichtig ist, dass eine Rechenschwäche nicht mit dem sogenannten Zahlenanalphabetismus verwechselt werden soll. Der Zahlenanalphabetismus bezeichnet die Unfähigkeit, Sachverhalte in Zahlen darzustellen bzw. zahlenmäßig dargestellte Sachverhalte zu verstehen. In der Regel sind numerische Fähigkeiten größtenteils unabhängig von der Intelligenz und dem Erwerb von Sprachkompetenzen, sie sind ein autonomer Bereich unserer kognitiven Begabungen.
Über die konkreten Ursachen der Rechenstörung gibt es in der Wissenschaft unterschiedliche Erklärungsversuche und bis heute gibt es noch keinen eindeutigen Hinweis zu den Ursachen des Phänomens. Ein Großteil der von einer Rechenstörung betroffenen Kinder zeigt während des Lösungsversuchs von leichten Rechenaufgaben im Vergleich zu anderen Kindern eine signifikant reduzierte Aktivität in jenen Hirnregionen, die zum neuronalem Netz der Mengen- und Zahlenverarbeitung gehören. Die genetische Komponente wird durch Zwillingsstudien unterstützt, welche Gene dafür aber verantwortlich sein könnten, ist noch unbekannt. Die Vererbung gilt somit als wahrscheinlich, den Beweis dafür gibt es aber noch nicht. Bei betroffenen Kinder zeigen sich unterschiedlichste Leistungsprofile und abweichende Symptom-Kombinationen. Probleme in der grundlegenden Interpretation von Rechenlogik: Rechenschritte werden nicht verstanden und aus diesem Grund oftmals auswendig gelernt und nicht auf geänderte Aufgaben abgestimmt. Größere Kinder sind mitunter in der Lage, die Basisrechenwege zu beherrschen, allerdings brauchen sie überdurchschnittlich viel Zeit dafür, weil die Resultate einfacher Rechenaufgaben nicht dauerhaft gespeichert werden können.
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Eine möglichst frühe Diagnose ist besonders wichtig, weil die mathematischen Kompetenzen aufeinander aufbauen. Werden Schwächen frühzeitig beseitigt, gelingen die Lernfortschritte besser. Neben der Durchführung standardisierter neuropsychologischer Tests sind auch die medizinische Untersuchung der zentralen Seh- und Hörverarbeitung, das Austesten kognitiver Fähigkeiten sowie der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit wichtige Punkte. Nach der Feststellung der Kompetenzen und wo genau der Förderbedarf besteht, wird ein für jedes Kind individueller Trainingsplan erstellt. Während der Förderung ist auch eine ständige Verlaufskontrolle angebracht, so kann festgestellt werden, ob die Ziele erreicht worden sind und welche darauf aufbauenden Anforderungen das Kind als nächstes erwarten.
Lernblockade bei Kindern erkennen
Eine Lernblockade bei Kindern kann schnell zu einem ernsthaften Problem werden. Wenn der Lernstoff nicht mehr im Kopf der Kinder hängenbleibt, bleiben gute Noten aus und Eltern sowie Kinder sind frustriert. Eine Lernblockade zu erkennen ist nicht in jedem Fall einfach, da sie sich bei jedem Kind auf unterschiedliche Art äußert. Konzentrationsstörungen, das Suchen von Ausreden um nicht lernen zu müssen, Lustlosigkeit, Wut oder Unwohlsein sind nur einige Anzeichen für eine Lernblockade bei Kindern.
Weitere Anzeichen für eine Lernblockade bei Kindern:
- das Vermeiden von Lernsituationen
- anhaltende Schulunlust
- Aggressivität
- das Fernbleiben vom Schulunterricht
- körperliche Symptome, etwa Bauch- oder Kopfschmerzen
Die Ursache für eine Lernblockade ist Stress, der sich aus Angst ergibt. Dabei spielen Ängste vor dem Versagen, die Angst davor, andere und sich selbst zu enttäuschen aber auch die Angst vor sozialer Ausgrenzung eine Rolle. Angst rührt nicht selten aus überhöhtem Ehrgeiz oder (unbewusstem) Leistungsdruck durch Lehrkräfte oder Eltern. Der entstehende Stress wirkt sich auf den gesamten Körper und die Psyche der Schüler:innen aus, sodass eine effektive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff nicht mehr stattfinden kann. Eine Lernblockade kann sich in verschiedensten Situationen äußern: In Prüfungen, Tests, bei bestimmten Fächern oder während der Hausaufgaben. Häufig tritt eine Lernblockade bei Kindern nach dem Übergang zur weiterführenden Schule auf, da die gestiegenen Leistungsanforderungen die Schüler:innen unter Druck setzen.
Lösungsansätze zur Überwindung von Gehirnblockaden bei Mathe
Die gute Nachricht: Lernblockaden lassen sich in den meisten Fällen gut überwinden. Wichtig ist, die Ursachen zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Hier sind einige Lösungsansätze:
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- Stress reduzieren: Ein überlastetes Gehirn kann nicht effizient lernen. Regelmäßige Pausen, Bewegung oder Entspannungsmethoden wie Yoga oder Meditation helfen, den mentalen Druck zu senken. In Stresssituationen, wie Prüfungssituationen, können solche Methoden besonders hilfreich sein, um Lernblockaden zu vermeiden und langfristige psychische Belastungen zu reduzieren.
- Strukturierter Lernplan: Ein strukturierter Lernplan gibt Sicherheit und Orientierung. Statt sich zu viel auf einmal vorzunehmen, lieber kleinere, erreichbare Ziele formulieren.
- Positives Denken: Negative Gedanken wie „Ich schaff das nie“ oder „Ich bin einfach zu dumm“ blockieren nicht nur, sie sind oft schlicht falsch. Versuche, dich bewusst auf positive Formulierungen zu fokussieren.
- Abwechslung: Abwechslung bringt frischen Wind ins Lernen. Wechsle regelmäßig zwischen unterschiedlichen Methoden: Erstelle Mindmaps, nutze Karteikarten, lerne laut oder erkläre den Stoff einer anderen Person.
- Optimale Lernumgebung: Ein aufgeräumter, ruhiger Arbeitsplatz, wie ein gut organisierter Schreibtisch, ohne Ablenkung fördert die Konzentration. Ideal ist ein Ort, der ausschließlich fürs Lernen genutzt wird.
- Gesunder Lebensstil: Körper und Geist arbeiten zusammen. Ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind die Basis für effektives Lernen.
- Professionelle Hilfe: Wenn Lernblockaden sich häufen oder dich stark belasten, ist es kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke, dir Unterstützung zu holen. Lerncoaches, Beratungsstellen oder psychologische Betreuung können helfen, Ursachen zu erkennen und individuelle Lösungen zu entwickeln.
Spezifische Tipps zur Überwindung von Mathe-Angst
Hier sind einige spezifische Tipps, um die Angst vor Mathe zu überwinden:
- Privatunterricht: Privatunterricht mit einem professionellen Mathelehrer nehmen: Diese Art von Unterricht, die speziell auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden kann, hat schon vielen Schülern aus der Klemme geholfen. Dank geeigneter pädagogischer Hilfsmittel weiß dieser Lehrer, der entweder ein studierter Lehrer ist oder sich seine Kenntnisse autodidaktisch angeeignet hat, genau, wie man ein emotionales Problem mit der Mathematik aus dem Weg räumen kann.
- Konkrete Materialien: Konkrete Materialien benutzen: Angst vor Mathe kann durch eine zugeschnittene Pädagogik und konkrete Materialien aus dem Weg geräumt werden. Wenn man sich die Mathematik mit Steinen, Gegenständen, Bonbons und Käse vorstellt, sieht sie doch gleich viel sympathischer aus, oder? Es geht sich darum, Zusammenhänge zu verstehen und eine emotionale Klippe zu überwinden.
- Psychologische Blockade identifizieren: Die psychologische Blockade identifizieren und eliminieren: Klingt hart, aber es ist notwendig, um effizient Eure Mathe-Angst zu besiegen. Manchmal ist ein guter Mathelehrer auch kein schlechter Psychologe, der mit viel Freude seinen Schüler die Probleme der Mathematik näher bringt, notfalls anhand von Kuchen, Murmeln und Bonbons.
- Mathe-Basics neu erlernen: Die Mathe-Basics neu zu erlernen, das bedeutet, sich erneut mit Dingen wie Kopfrechnen, Multiplikation, Dezimalstellen, ganze Zahlen, Division, Winkelhalbierenden, Dreiecke (rechtwinkliges Dreieck, gleichschenklige Dreieck…), dem Satz des Thales, dem Satz des Pythagoras, Symmetrie, Kreise, Winkel, Arithmetik, Vorjahresprüfungen, Quadratwurzeln etc. zu beschäftigen.
Lernblockade Lösen: 4 Tipps für Kinder
- Ängste und Ursachen erkennen und überwinden: Wenn du Anzeichen einer Lernblockade wahrnimmst, suche zunächst das Gespräch mit deinem Kind. Bringe in Erfahrung, wie dein Kind die Situation wahrnimmt und biete ihm Hilfe an. Hinterfrage die Auslöser für die Lernblockade und identifiziert gemeinsam die Stelle, an der der Stress entsteht. Nimm die Sorgen und Ängste deines Kindes ernst und hinterfrage auch dein eigenes Verhalten: Übst du unbewusst Leistungsdruck auf dein Kind aus? Sucht bei Bedarf das Gespräch mit einer Lehrperson und überlegt, wie stressige Situationen gelöst werden können. Biete deinem Kind Entspannungstechniken an, um das Stresslevel zu senken und so in akuten Situationen gegen die Lernblockade vorzugehen.
- Unterstützung durch Lob und Motivation: Unterstütze dein Kind darin, sich in positivem Denken und Optimismus zu üben. Feiert gemeinsam kleine Erfolge und lobe dein Kind für das Erreichen kleiner Ziele. Das stärkt das Selbstbewusstsein. Bestrafe dein Kind aber nicht, wenn es Ziele nicht erreicht: Es muss lernen, dass sich der Wert eines Menschen nicht durch die Leistung bestimmt, und dieser Wert nicht erst erarbeitet werden muss. Lege den Fokus deines Lobs auf die Stärken deines Kindes und belohne es für die Mühe, die es sich gibt. Auch wenn konkrete Erfolge zunächst ausbleiben, ebnet dieses Vorgehen den Weg zu einem stressfreien Lernen ohne Druck und kann so eine Lernblockade lösen.
- Abwechslungsreiches Lernen: Die Lernmethoden während des Lernens immer wieder zu variieren aktiviert verschiedene Gehirnareale. Auditive Reize in Abwechslung mit visuellen Reizen beteiligt mehr Sinneskanäle und hilft bei der Aufnahme des Lernstoffs. Wer mit allen Sinnen lernt, bildet verstärkt Verbindungen zwischen den Gehirnzellen und erzielt mehr Aufmerksamkeit und Lernerfolg. Stumpfes Auswendiglernen trägt also nicht zum Lösen einer Lernblockade bei: Identifiziert gemeinsam den Lerntyp deines Kindes und passt die Lernmethoden daran an. Dadurch wird dein Kind Lernen und Hausaufgaben mit positiven Emotionen verbinden, sodass Stress und Angst keine Chance mehr haben und sich die Lernblockade löst.
- Richtige Lernatmosphäre und -struktur schaffen: Um eine Lernblockade bei Kindern langfristig erfolgreich zu lösen, ist eine stressfreie Lernatmosphäre sehr bedeutend. Ein einladend gestalteter Arbeitsplatz, an dem dein Kind sich wohlfühlt und nicht abgelenkt wird, sowie ein stressfreier Zeitraum in dem keine anderen Termine warten, erhöhen die Aufnahmebereitschaft. Bestimmt gemeinsam ein Lernziel und tastet euch mithilfe eines Lernplans in kleinen Schritten an das Ziel heran. Die methodische und zeitliche Strukturierung gemeinsam vorzunehmen hilft beim Verständnis für das Lernpensum. Beim Lösen der Lernblockade ist jedoch nicht nur das richtige Lernen entscheidend: Ebenso wichtig sind die Pausen. Achte auf ausreichend Bewegung in den Pausen, um Konzentrationsstörungen vorzubeugen. Abwechslung und frische Luft in den Pausen bereiten dein Kind optimal auf die weitere Lerneinheit vor und helfen, eine erneute Lernblockade zu vermeiden.
Hypnose als alternativer Ansatz
Lernschwierigkeiten wie Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) und Dyskalkulie müssen kein lebenslanges Stigma sein. Hypnose eröffnet einen alternativen, wissenschaftlich fundierten Zugang, um innere Blockaden zu lösen, die häufig den Lernerfolg beeinträchtigen. Häufig basieren Lernblockaden bei Lese-Rechtschreib-Schwäche und Dyskalkulie auf einem komplexen Zusammenspiel von inneren Stressmustern, Erfahrungswerten und neuronalen Prozessen. Negative Lernerfahrungen - etwa in Form von harschen oder abwertenden Rückmeldungen in der Schule - und innerer Leistungsdruck hinterlassen Spuren im mentalen Erleben. Aus einer Schutzreaktion heraus ziehen sich Betroffene oft mental zurück, was die Fähigkeit beeinträchtigt, innere Bilder von Buchstaben, Wörtern oder Zahlen frei und klar zu erzeugen. Das führt dazu, dass die Erinnerung meist rein über den auditiven Kanal erfolgt. Diese visuelle Vorstellung ist jedoch essenziell, um Lernen effizient zu gestalten und insbesondere Rechtschreibung korrekt anzuwenden.
Hypnose wirkt durch die gezielte Arbeit mit unbewussten Codierungsstrukturen, Auflösen von blockierten Glaubensmustern und Befrieden von emotionalen Belastungen. So können belastende emotionale Verknüpfungen bearbeitet und neu ausgerichtet werden. Insbesondere bei Lernblockaden bedeutet das: Hypnose hilft, Leistungsdruck, Versagens- und Schuldgefühle sowie hemmende Glaubenssätze zu lösen. Gezielte Hypnosesitzungen ermöglichen es, Stress abzubauen, der die neuronalen Verknüpfungen stört, und fördern damit die natürliche Plastizität des Gehirns. Diese Stärkung der Bildvorstellungskompetenz unterstützt nicht nur das Lernen, sondern auch das längere Behalten und sichere Abrufen von Lerninhalten.
Vor jeglicher hypnotherapeutischer Intervention ist es essenziell, organische Faktoren als Ursachen von Lernschwierigkeiten auszuschließen. Eine sorgfältige Abklärung durch Fachärzte sichert ab, dass die Hypnose gezielt und wirkungsvoll eingesetzt wird und keine körperlichen Barrieren die Lernerfolge einschränken. Hypnose eignet sich besonders gut für Kinder und Jugendliche, da jüngere Menschen häufig noch offen und neugierig für neue Methoden sind. Die therapeutische Arbeit mit Hypnose kann ebenso ergänzend zur konventionellen Lernförderung dazu beitragen, Lernängste abzubauen, das Selbstbewusstsein zu stärken und Motivation wieder zu entzünden.
Was können Eltern und Lehrer tun?
- Angstfreie Lernumgebung schaffen: Vermeide stressauslösende Situationen wie das Rechnen an der Tafel, wenn das Kind sich dabei unwohl fühlt.
- Emotionale Unterstützung bieten: Zeige Geduld und Verständnis. Eine empathische und unterstützende Haltung der Lehrkraft kann Mathematikangst reduzieren.
- Mathematik in den Alltag einbinden: Es wird empfohlen, Mathematik stärker in den Alltag einzubinden und häufiger über Zahlen, Mengen und mathematische Zusammenhänge zu sprechen - etwa Dinge zu zählen oder spielerisch mit Zahlen umzugehen.
- Positive Gesprächsführung: Vermeide Sätze wie „Ich war auch nie gut in Mathe“ und betone stattdessen: „Du kannst alles lernen!“