Gehirn falsch herum Krankheit: Ursachen, Symptome und Behandlung

Die menschliche Psyche ist ein komplexes System, das anfällig für eine Vielzahl von Störungen sein kann. Zwei solcher Störungen, die oft gemeinsam auftreten und die Wahrnehmung der Realität erheblich beeinträchtigen können, sind die Depersonalisation und die Derealisation. Darüber hinaus gibt es neurologische Erkrankungen wie Chorea Huntington, Schizophrenie, Aphasie und zerebrale Parese, die das Gehirn und seine Funktionen auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungen dieser Erkrankungen, um ein umfassendes Verständnis ihrer Auswirkungen auf das menschliche Gehirn und die Lebensqualität der Betroffenen zu ermöglichen.

Depersonalisation und Derealisation: Wenn die Welt unwirklich erscheint

Derealisation und Depersonalisation sind dissoziative Wahrnehmungsstörungen, bei denen Betroffene ihre Umwelt als fremd, unwirklich, künstlich, farblos oder leblos empfinden. Derealisationsstörungen können beispielsweise nach traumatischen Erfahrungen, Drogenkonsum oder auch im Rahmen einer Angststörung auftreten.

Was ist Derealisation?

Derealisation ist eine Wahrnehmungsstörung, bei der die Umgebung fremd, unwirklich oder verzerrt erscheint. Sinneseindrücke fühlen sich gedämpft an, Farben wirken blasser und Geräusche klingen seltsam verändert. Es ist wichtig zu wissen, dass Derealisation keine Psychose oder Halluzination ist. Betroffene nehmen die Realität verändert wahr, verlieren jedoch nicht den Bezug zur Wirklichkeit. Sie wissen, dass etwas nicht stimmt - und genau diese Erkenntnis unterscheidet Derealisation von schwerwiegenderen psychischen Erkrankungen.

Derealisation oder Depersonalisation - Wo liegt der Unterschied?

Diese beiden Phänomene treten oft gemeinsam auf, unterscheiden sich jedoch grundlegend:

  • Derealisation: Die Außenwelt erscheint unwirklich oder fremd.
  • Depersonalisation: Das eigene Selbst fühlt sich fremd an, als wären Sie von sich selbst getrennt.

Beide Zustände werden unter dem Begriff „Dissoziative Störungen“ zusammengefasst und haben ähnliche Auslöser.

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Typische Symptome der Derealisation im Alltag erkennen

Derealisation äußert sich durch verschiedene Wahrnehmungsveränderungen:

  • Die Umgebung erscheint fremd, unwirklich oder wie im Traum
  • Menschen und Gegenstände wirken seltsam verändert oder leblos
  • Visuelle Eindrücke können flach, farblos, verschwommen oder zweidimensional wirken
  • Verzerrtes Zeitgefühl - Sekunden können wie Stunden erscheinen
  • Gefühl der Entfremdung von der gewohnten Umgebung
  • Angst, „verrückt zu werden“ oder die Kontrolle zu verlieren
  • Begleitende körperliche Symptome wie Schwindel oder Benommenheit

Bin ich das im Spiegel? Wenn Blicke fremd werden

Ein besonders beunruhigendes Symptom der Derealisation ist die veränderte Art, Blicke wahrzunehmen. Das gilt sowohl für den Augenkontakt mit anderen als auch für den Blick auf das eigene Spiegelbild. Bei Derealisation können die eigenen Augen und die Augen anderer Menschen plötzlich fremd erscheinen. Es ist, als würden Sie durch einen Filter schauen, der die emotionale Verbindung kappt.

Praktische Übungen bei veränderter Blick-Wahrnehmung
  • Bewusste Blickübungen: Üben Sie sanften Blickkontakt vor dem Spiegel. Beginnen Sie mit kurzen Momenten und steigern Sie langsam die Dauer. Sagen Sie dabei innerlich beruhigende Worte wie „Ich bin in Sicherheit“.
  • Die „weicher Blick“-Technik: Entspannen Sie Ihre Augenmuskulatur bewusst und lassen Sie Ihren Blick weich werden, als würden Sie durch ein Objekt hindurchschauen statt es fixieren. Dies reduziert die Anspannung der Augen und ermöglicht wieder eine emotionalere Verbindung über Blickkontakte.
  • Gedankliche Umdeutung: Wenn der fremde Blick Sie beunruhigt, sagen Sie sich: „Dies ist nur ein vorübergehendes Symptom meines überreizten Nervensystems - kein Zeichen für etwas Bedrohliches.“
  • Fokus-Verschiebung: Konzentrieren Sie sich bei Gesprächen zeitweise auf die Nasenspitze oder Stirn Ihres Gegenübers, statt direkt in die Augen zu schauen, wenn der Blickkontakt zu belastend wird.

Die veränderte Blick-Wahrnehmung verschwindet meist von selbst, sobald sich Ihr Nervensystem wieder beruhigt hat. Mit den genannten Techniken können Sie diesen Prozess aktiv unterstützen.

Ursachen von Derealisation: Warum fühlt sich die Welt unwirklich an?

Derealisation ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Schutzmechanismus des Gehirns. In belastenden Situationen kann es die Verbindung zur Außenwelt vorübergehend reduzieren, um Sie emotional zu schützen. Häufige Auslöser sind:

  • Psychische Belastungen: Angststörungen, besonders Panikattacken, anhaltender Stress und Überforderung, traumatische Erlebnisse, Depression und emotionale Erschöpfung
  • Körperliche Faktoren: Migräne und andere neurologische Erkrankungen, Nebenwirkungen bestimmter Medikamente, Konsum von Alkohol, Cannabis oder anderen Substanzen, hormonelle Veränderungen, Erschöpfung und Schlafmangel

Wirksame Selbsthilfe bei akuter Derealisation

  • Sinnesreize intensivieren: Berühren Sie etwas mit intensiver Textur (raue Oberfläche, Eiswürfel) oder riechen Sie an intensiven Düften wie ätherischen Ölen
  • Erdung durch Bewegung: Gehen Sie bewusst, wenn möglich sogar barfuß, und spüren Sie den Boden unter Ihren Füßen
  • 5-4-3-2-1-Technik: Benennen Sie 5 Dinge, die Sie sehen, 4 Dinge, die Sie fühlen, 3 Dinge, die Sie hören, 2 Dinge, die Sie riechen und 1 Ding, das Sie schmecken
  • Atmung regulieren: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden Atem anhalten, 8 Sekunden ausatmen. Schon nach wenigen Wiederholungen beruhigt sich das Nervensystem für gewöhnlich, was die Derealisationsgefühle lindern kann.

Langfristige Strategien zur Überwindung der Derealisation

Um Derealisation dauerhaft zu bewältigen, sind kontinuierliche Maßnahmen hilfreich:

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  • Psychotherapeutische Ansätze: Kognitive Verhaltenstherapie (KVT), EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), achtsamkeitsbasierte Therapien, die Bernhardt-Methode
  • Neuroplastische Umtrainierung des Gehirns: Eine „Positive Bibliothek“ erschaffen, bewusste positive Erfahrungen sammeln und verankern, tägliche Wiederholung
  • Änderungen des Lebensstils: Regelmäßige Bewegung und Sport, ausreichend Schlaf (7-8 Stunden), ausgewogene Ernährung, Reduktion von Stress durch Entspannungstechniken, Verzicht auf Alkohol, Koffein und andere stimulierende Substanzen

Wann sollten Sie bei Derealisation professionelle Hilfe suchen?

Suchen Sie ärztliche oder therapeutische Unterstützung, wenn:

  • Die Symptome über mehrere Wochen anhalten
  • Derealisation Ihren Alltag stark beeinträchtigt
  • Zusätzliche Symptome wie starke Ängste oder Depressionen auftreten
  • Die Symptome nach einem traumatischen Erlebnis begonnen haben
  • Selbsthilfetechniken keine Besserung bringen

Depersonalisation: Beschreibung

Die Depersonalisierung beschreibt eine Entfremdung von der eigenen Person. Betroffene haben eine gestörte Selbstwahrnehmung und fühlen sich von ihrem Ich losgelöst. Bei einer Derealisation hingegen plagt die Betroffenen der Eindruck, dass ihre Umwelt nicht real ist. Die Depersonalisation und die Derealisation treten häufig zusammen auf und werden daher als Depersonalisations- und Derealisationssyndrom bezeichnet oder unter dem Begriff Depersonalisation zusammengefasst.

Fast jeder Mensch erlebt im Leben derartige Symptome in schwacher Form und für begrenzte Zeit. Eine Depersonalisationsstörung bedeutet jedoch, dass die Betroffenen über einen langen Zeitraum oder in wiederkehrenden Episoden darunter leiden.

Die Depersonalisation ist eine Störung, die bisher nur wenig erforscht wurde. In vielen Fällen wird sie übersehen. Manchmal versteckt sie sich hinter einer anderen psychischen Störung, manchmal trauen sich die Betroffenen nicht, mit diesen Symptomen zum Arzt zu gehen, weil sie Angst haben, dass dieser sie nicht ernst nimmt oder für verrückt hält.

Depersonalisation: Wer ist betroffen?

Nach Schätzungen sind etwa ein bis drei Prozent der Bevölkerung von einer Depersonalisationsstörung betroffen. Sehr häufig tritt sie als Symptom anderer psychischer Störungen auf. Dazu gehören Depressionen, phobische Störungen, Zwangsstörungen und die Borderlinestörung. Als eigenständige Störung wird sie häufig im Jugendalter diagnostiziert. Das Depersonalisationssyndrom tritt bei Männern und Frauen in etwa gleich häufig auf.

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Depersonalisation: Ursachen und Risikofaktoren

Die Entstehung der Depersonalisation und Derealisation führen Experten auf das Zusammenspiel verschiedener Faktoren zurück. Man vermutet, dass die Veranlagung beeinflusst, ob die psychische Störung auftritt oder nicht. Bisher gibt es noch keine Nachweise für eine erbliche Komponente.

Experten gehen davon aus, dass Menschen mit einer erhöhten Grundängstlichkeit anfälliger für Depersonalisation und Derealisation sind. Ursachen sind, wie bei vielen psychischen Störungen, häufig in der Kindheit und Jugend zu finden. Stress und traumatische Erlebnisse sind die häufigsten Auslöser der Depersonalisation.

Direkte Auslöser der Depersonalisation

Als konkreter Auslöser von Depersonalisation spielt Stress eine zentrale Rolle. Insbesondere können traumatische Erfahrungen eine Depersonalisation auslösen. Schwere Krankheiten, Unfälle oder auch berufliche und heftige zwischenmenschliche Krisen können der Beginn einer Depersonalisation sein. In unerträglichen Situationen kann es passieren, dass sich Menschen von sich und dem Ereignis innerlich entfernen. Experten gehen davon aus, dass diese Reaktion ein Schutzmechanismus ist, wenn andere Bewältigungsstrategien nicht ausreichen. Die Betroffenen sind dann nur körperlich anwesend, aber in ihren Gedanken sind sie nicht präsent. Die Depersonalisation wird oft als Ruhe nach dem Sturm beschrieben. Erst wenn der Stress abnimmt, tauchen die Symptome der Depersonalisation auf.

Frühe Vernachlässigung

Forscher haben herausgefunden, dass vor allem emotionale Vernachlässigung in der Kindheit eine Depersonalisation begünstigt. Diese Betroffenen haben zu wenig Zuwendung von ihren Eltern erhalten, wurden gedemütigt oder nicht wahrgenommen. Die fehlende Unterstützung durch das soziale Umfeld kann ungünstige Bewältigungsstrategien hervorrufen. So können bereits in der Kindheit erste Symptome der Entfremdung von sich und der Umwelt auftreten. Der Schweregrad der Depersonalisation hängt von der Intensität und Dauer der negativen Erfahrungen ab.

Risikofaktor Lebensstil

Personen, die ihre körperliche und psychische Gesundheit vernachlässigen, können Depersonalisationssymptome erleben. Außerdem kann eine Depersonalisation Folge eines Konsums illegaler Drogen oder einer Alkoholvergiftung sein. Auch ungenügender Schlaf und eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr kann Symptome einer Depersonalisation hervorrufen oder die bestehenden Symptome verstärken.

Depersonalisation: Untersuchungen und Diagnose

Als ersten Ansprechpartner können Sie sich an Ihren Hausarzt wenden. Dieser wird bei Verdacht auf das Depersonalisationssyndrom eine körperliche Untersuchung durchführen. Denn die Depersonalisation kann auch als Folge körperlicher Erkrankungen, wie zum Beispiel Epilepsie…

Chorea Huntington: Eine fortschreitende neurologische Erkrankung

Chorea Huntington ist eine erbliche, fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch den Abbau von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Dies führt zu einer Vielzahl von Symptomen, die sowohl die körperliche als auch die geistige Gesundheit beeinträchtigen.

Symptome von Chorea Huntington

Die Symptome von Chorea Huntington können von Person zu Person variieren und entwickeln sich im Laufe der Zeit. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Wesensveränderung: Reizbarkeit, Aggressivität, Depressionen, Ängste, sozialer Rückzug, Vernachlässigung des Äußeren, zwanghaftes Verhalten, Psychose, erhöhtes Suizidrisiko
  • Bewegungsstörungen (Chorea): Ruckartige, kurze Bewegungen von Gesicht, Rumpf und Gliedmaßen, Grimassieren, bizarre Fehlhaltungen, krampfartige Verdrehungen von Körperteilen, klavierspielartige Bewegungen der Hände, unkontrolliertes Herausstrecken der Zunge
  • Gangbild: Tänzelnder Gang, Gleichgewichtsstörungen, schwankender Gang, erhöhte Stolpergefahr
  • Symptome im Endstadium: Verlust der Kontrolle über Zungen- und Schlundmuskeln, Sprachschwierigkeiten, unkontrollierte Laute, Schluckstörungen, Gewichtsverlust, Atemschwierigkeiten, Verlust der Kontrolle über Urin- und Stuhlabgang, Demenz

Ursachen von Chorea Huntington

Chorea Huntington wird durch eine Mutation im Huntingtin-Gen verursacht. Dieses Gen enthält den Bauplan für ein Protein, das für die Funktion der Nervenzellen im Gehirn wichtig ist. Die Mutation führt dazu, dass das Huntingtin-Protein in einer veränderten Form produziert wird, die für die Nervenzellen schädlich ist.

Behandlung von Chorea Huntington

Es gibt derzeit keine Heilung für Chorea Huntington. Die Behandlung konzentriert sich darauf, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören:

  • Medikamente: Medikamente zur Linderung von Bewegungsstörungen, Depressionen, Ängsten und anderen Symptomen
  • Physiotherapie: Verbesserung der Beweglichkeit, Koordination und des Gleichgewichts
  • Ergotherapie: Anpassung des Wohnumfelds und der Aktivitäten des täglichen Lebens, um die Selbstständigkeit zu erhalten
  • Logopädie: Verbesserung der Sprach- und Schluckfunktion
  • Psychotherapie: Unterstützung bei der Bewältigung der emotionalen und psychischen Belastungen der Erkrankung

Schizophrenie: Eine Verkennung der Realität

Schizophrenie ist eine psychiatrische Erkrankung, die durch eine Verkennung der Realität gekennzeichnet ist. Die Realität, auf die wir uns geeinigt haben, welche wir gemeinsam wahrnehmen wollen, ist völlig anders. Es handelt sich um eine sehr breite Diagnose mit allen möglichen Ausprägungen.

Symptome von Schizophrenie

Die Symptome der Schizophrenie können in zwei Kategorien unterteilt werden: Positivsymptome und Negativsymptome.

  • Positivsymptome: Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Denkstörungen, Ich-Störungen
  • Negativsymptome: Affektverflachung, Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug, Sprachverarmung, Konzentrationsstörungen

Die häufigsten Formen der Schizophrenie

  • Paranoide Schizophrenie: Geprägt von Wahninhalten und Halluzinationen, Verfolgungswahn, Überwachungswahn
  • Hebephrene Schizophrenie: Tritt oft sehr früh auf, meist im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter, inadäquate, läppische Art, chronische, lange Verläufe
  • Katatone Schizophrenie: Ein psychiatrischer Notfall, mutistisch stuporös, Muskelanspannung, Abbau von Muskelfasern, Nierenversagen

Ursachen von Schizophrenie

Die Ursachen der Schizophrenie sind komplex und noch nicht vollständig verstanden. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, biologischen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt.

  • Genetische Komponente: Wenn in der Familie jemand betroffen ist, ist die Wahrscheinlichkeit prozentuell höher, dass man eventuell an einer Schizophrenie erkranken kann.
  • Umweltfaktoren: Vernachlässigung, Überbehütung, Drogenkonsum, insbesondere Cannabis, zwischen dem dreizehnten und neunzehnten Lebensjahr

Behandlung von Schizophrenie

Die Behandlung der Schizophrenie umfasst in der Regel eine Kombination aus Medikamenten, Psychotherapie und soziotherapeutischen Angeboten.

  • Medikamente: Antipsychotika beeinflussen die Konzentration verschiedener Botenstoffe im Gehirn, insbesondere von Dopamin.
  • Psychotherapie: Psychoedukation, Verhaltenstherapie, Familientherapie
  • Soziotherapeutische Angebote: Förderung der Fähigkeiten der Erkrankten, die sie im alltäglichen Leben benötigen, etwa den Umgang mit anderen Menschen

Aphasie: Eine erworbene Sprachstörung

Aphasie ist eine erworbene Störung der Sprache, die aufgrund einer Hirnschädigung auftritt. Eine Aphasie entsteht meist, wenn die linke Hirnhälfte von einer Erkrankung betroffen ist. Meist sind die geistigen Fähigkeiten der Betroffenen aber nicht beeinträchtigt.

Symptome von Aphasie

Von einer Aphasie können alle Aspekte der Sprache betroffen sein, also Gedanken aussprechen und aufschreiben genauso wie Gehörtes und Gelesenes verstehen. Das verbale Erzeugen von Sprache ist bei allen Betroffenen beeinträchtigt. Je nach Form der Aphasie reicht das von vereinzelten Wortfindungsstörungen bis hin zu Menschen, die vollkommen stumm sind. Einige Erkrankte sprechen stockend und mit Mühe, aber in einer Art Telegrammstil. Gesprochenes können Betroffene bei einem Teil der Aphasie-Formen meist gut verstehen, oft aus dem Zusammenhang heraus. Bei anderen Aphasie-Formen ist das Sprachverständnis stark beeinträchtigt bis schwer gestört. Die Beeinträchtigungen beim Erzeugen und Verstehen von Sprache zeigen sich meist auch in der Schriftsprache, also beim Lesen und Schreiben. Darüber hinaus können das Lesen und Schreiben gesondert beeinträchtigt sein. Dies nennt man Alexie (Lesestörung) und Agraphie (Schreibstörung).

Die vier Hauptformen der Aphasie

  • Amnestische Aphasie: Wortfindungsstörungen, Umschreibungen, gutes Sprachverständnis
  • Broca-Aphasie: Mühsames, stockendes Sprechen im Telegrammstil, gutes Sprachverständnis
  • Wernicke-Aphasie: Verworrene Sprache ohne inhaltlichen Zusammenhang, beeinträchtigtes Sprachverständnis
  • Globale Aphasie: Kaum sprachliche Äußerungen, kaum Sprachverständnis

Ursachen von Aphasie

Häufige Ursachen für eine Aphasie sind Durchblutungsstörungen der linken Gehirnhälfte nach einem Schlaganfall. Teile des Hirns erhalten dann nicht mehr ausreichend Sauerstoff, sodass Gehirnzellen absterben. Hirnblutungen, Hirntumore oder epileptische Anfälle können ebenfalls zu Aphasie führen.

Behandlung von Aphasie

In vielen Fällen ist eine Aphasie gut behandelbar oder bildet sich im Verlauf sogar allein zurück. In den anderen Fällen hilft vielfach ein sprachtherapeutisches Training (Logopädie), das so früh wie möglich beginnen sollte. Mit der Sprachtherapie sollen in erster Linie die sprachlichen Fähigkeiten gebessert werden, um die Kommunikation im Alltag und damit die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Zerebrale Parese: Eine frühkindliche Hirnschädigung

Zerebrale Parese (CP) ist bedingt durch eine frühkindliche Hirnschädigung und führt zu Aktivitätseinschränkungen des Kindes. Diese können sehr mild ausgeprägt sein und beispielsweise nur zu einer leichten Auffälligkeit beim Gehen oder im Handgebrauch führen. Das Spektrum umfasst jedoch auch Kinder mit schweren motorischen Störungen, Beeinträchtigungen der Kommunikation, der geistigen Entwicklung sowie des Schluckens und somit der Ernährung. Oft tritt außerdem eine Epilepsie auf.

Ursachen von Zerebraler Parese

Die Ursache ist eine Schädigung des Gehirns zu einem frühen, noch unreifen Zeitpunkt. Dieser kann in der Schwangerschaft, um den Geburtszeitpunkt herum oder in der Neugeborenenzeit liegen.

Diagnose von Zerebraler Parese

  • der Krankengeschichte des Kindes mit Erfassung möglicher Risikofaktoren, zum Beispiel Frühgeburtlichkeit
  • dem Befund einer ausführlichen entwicklungsneurologischen und neuroorthopädischen klinischen Untersuchung des Kindes
  • der Magnetresonanztomografie (MRT) des Gehirns zur Darstellung der zugrunde liegenden Hirnläsion

Behandlung von Zerebraler Parese

In den Schön Kliniken verfügen wir über eine überregional anerkannte ärztliche Expertise im Bereich der Kinder-Neurologie, Kinder-Orthopädie und Kinder-Neurochirurgie. Hinzu kommt unsere hohe physiotherapeutische, ergotherapeutische und logopädische Kompetenz im Bereich kindlicher Entwicklungsstörungen. Ohne die Kompetenz des psychosozialen Teams würden aber viele unserer ärztlichen und therapeutischen Angebote im Alltag womöglich nicht greifen.

Schlaganfall: Ein medizinischer Notfall

Ein Schlaganfall oder Apoplex ist eine mehr als 24 Stunden gestörte Funktion des Gehirns, die durch eine verminderte Durchblutung eines Hirnbereichs oder eine Hirnblutung entsteht. Verschwinden die Ausfälle innerhalb von 24 Stunden wieder, sprechen Mediziner und Medizinerinnen von einer vorübergehenden (transitorischen) ischämischen Attacke (TIA). Umgangssprachlich sagen manche dazu auch „Mini-Schlaganfall“ oder „leichter Schlaganfall“, obwohl das nicht zutreffend ist.

Ursachen eines Schlaganfalls

Mögliche Ursachen eines Schlaganfalls: Eine Blutung oder ein verstopftes Gefäß.

  • Mangelnde Durchblutung: Häufigste Ursache für einen Schlaganfall. Die Ursache des verstopften Gefäßes wiederum ist häufig eine Arteriosklerose (Verkalkung der Gefäße). Aber auch die Einschwemmung eines Blutgerinnsels kommt als Ursache für einen Schlaganfall in Betracht (Embolie).
  • Blutung im Gehirn: Hämorrhagischer Schlaganfall. Ein Teil der Schlaganfälle wird durch eine spezielle Form der Blutung, die Subarachnoidalblutung (SAB) verursacht.

Symptome eines Schlaganfalls

Anzeichen eines Schlaganfalls können zum Beispiel sein:

  • plötzliche einseitige Lähmung (Hemiparese) oder Kraftminderung ohne andere Ursache, insbesondere im Arm und/oder Bein
  • einseitiges Taubheitsgefühl in Arm, Bein, im Gesichtsbereich (taubes, pelziges oder kribbeliges Gefühl)
  • einseitig herabhängender Mundwinkel, Lähmung einer Gesichtshälfte
  • Sehstörungen (verschwommenes, doppeltes oder eingeschränktes Sehen) bis hin zur vorübergehenden Erblindung
  • Sprechstörungen (undeutliches Sprechen, Wiederholungen von Wörtern oder Silben, lange Pausen) bis zum Verlust des Sprachvermögens
  • Verminderte Ausdrucksfähigkeit (der Betroffene kann nicht mehr benennen, was er möchte oder äußert sich sinnlos)
  • Verständnisstörungen (Anweisungen werden nicht oder falsch umgesetzt)
  • Plötzlich auftretende Gleichgewichtsstörungen und Schwindel
  • Bewusstlosigkeit
  • Starke Kopfschmerzen (setzen schlagartig ein und sind kaum zu ertragen: typisch bei einer Gehirnblutung)

Diagnose eines Schlaganfalls

Als orientierender Test gilt der FAST-Test. Ergeben sich dabei Auffälligkeiten, könnte es sich um einen Schlaganfall handeln.

  • F-FACE: Dabei bittet die Rettungskraft oder der Ersthelfer beziehungsweise die Ersthelferin die betroffene Person, als erstes zu lächeln. Ist das Lächeln symmetrisch oder verzieht sich das Gesicht einseitig? Letzteres weist auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • A-ARMS: Anschließend fordert die Rettungskraft oder der Ersthelfer beziehungsweise die Ersthelferin den Patienten oder die Patientin auf, die Arme nach vorne bis auf Schulterhöhe anzuheben und die Handflächen nach oben zu drehen. Gelingt dies und können die Arme auf gleicher Höhe gehalten werden, spricht das gegen eine Lähmung in diesem Bereich.
  • S-SPEECH: Der Betroffene soll einen einfachen Satz nachsprechen, zum Beispiel: Da drüben steht ein Baum. Gelingt dies nicht oder klingt die Sprache eigenartig verwaschen, deutet das auf eine Sprachstörung hin.
  • T-TIME: Wann haben die Symptome eingesetzt?

Behandlung eines Schlaganfalls

In der Notfalltherapie geht es darum, das Leben des Patienten oder der Patientin zu retten und die Schäden am Gehirn so gering wie möglich zu halten. Danach zielt die Behandlung auf ein weitestmögliches Wiederherstellen der durch den Schlaganfall beeinträchtigten Funktionen. Dafür schließt sich dem Krankenhausaufenthalt meist eine Rehabilitation an.

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