Gehirnjogging: Kreuzworträtsel und ihre Vorteile für Gedächtnis und Lernen

Ein starkes Gedächtnis ist in allen Lebensbereichen von Vorteil. Mit den richtigen Strategien und Aktivitäten kann man seine geistige Leistungsfähigkeit verbessern und das Gehirn fit halten. Kreuzworträtsel sind eine beliebte und effektive Methode, um das Gehirn zu trainieren und die kognitiven Fähigkeiten zu fördern.

Die Bedeutung des Gedächtnisses und des Lernens

Das menschliche Gehirn ist wie ein Muskel: Es wächst mit seinen Aufgaben. Wer tägliches Gehirnjogging betreibt, bleibt nachweislich bis ins Alter fit im Kopf. Indem Sie diesen Text lesen, trainieren Sie zum Beispiel bereits Ihr Gehirn. Die Max-Planck-Gesellschaft beschreibt in „Lesen formt das Gehirn“ etwa, dass schlechtes Lesen zu kognitiven Defiziten führt.

Kreuzworträtsel als effektives Gehirntraining

Kreuzworträtsel, Sudoku und Co. sind beliebt - und sie trainieren unseren Geist. Wir sprechen von „Denksport“ - und zwar völlig zu Recht. Wie beim körperlichen Sport kommt es auch beim Gehirnjogging auf das richtige und vor allem auch regelmäßiges Training an.

Vorteile von Kreuzworträtseln

  • Sprachliche Fähigkeiten: Untersuchungen zeigen, dass ältere Menschen, die gern Kreuzworträtsel lösen, bessere sprachliche Fähigkeiten haben und etwa die Grammatik besser beherrschen. Das kann übrigens auch beim Lernen einer Fremdsprache hilfreich sein.
  • Logisches Denken: Zahlenspiele wie Sudoku trainieren das logische Denken.
  • Kurzzeitgedächtnis: Das klassische Memory, das wir aus unserer Kindheit kennen, hilft dem Kurzzeitgedächtnis auf die Sprünge.

Kreuzworträtsel als Demenzprävention

So beugt Gehirntraining nachweislich Alzheimer vor. „Studien haben gezeigt, dass das Fortschreiten einer Demenz durch Gedächtnistraining deutlich verzögert werden kann“, sagt Gedächtnistrainerin Dr. Andrea Friese vom Bundesverband für Gedächtnistrainings in einem Interview mit der Initiative Alzheimer-Forschung. Die kognitive Reserve ist einer von mehreren Aspekten, die den Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung beeinflussen können. So zeigen sich typische Alzheimer-Symptome nachweislich später bei Menschen, die ihr Leben lang geistig aktiv waren - zum Beispiel im Beruf oder im sozialen Leben. Auch wer schon älter ist, kann seine geistigen Reserven positiv beeinflussen. Wichtig ist, das Gehirn zu fordern und so die Neuronen zur Vernetzung anzuregen.

Die "Leicht-zu-Schwer"-Strategie

Kreuzworträtsel trainieren das Gehirn am besten, wenn man sie strategisch angeht. Das belegen aktuelle Forschungsergebnisse. Entscheidend ist nicht das bloße Lösen, sondern die Methode: Experten empfehlen die “Leicht-zu-Schwer”-Strategie, um das Gehirn effektiv zu fordern und das mentale Selbstvertrauen zu stärken. Statt sich an unlösbaren Aufgaben zu verzetteln, beginnt man mit leichten Rätseln. Diese Erfolgserlebnisse aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn. Sie festigen den Glauben an die eigenen Fähigkeiten. Konstanter Frust durch Überforderung hingegen kann zu Stress und zum Rückzug von geistigen Herausforderungen führen.

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Klassische Kreuzworträtsel schlagen digitale Angebote

Bei älteren Menschen mit einer leicht beeinträchtigten geistigen Leistungsfähigkeit verbesserten Kreuzworträtsel die Gedächtnisfunktion - im Gegensatz zu Computervideospielen, bei denen die Beeinträchtigungen sogar weiter zunahmen.

Neurobiologische Erklärung

Neurobiologisch erklärt das STAC-r-Modell den Erfolg. Es beschreibt, wie das alternde Gehirn “Gerüste” baut, um Abbauprozesse zu kompensieren. Die “Leicht-zu-Schwer”-Methode trainiert genau diese Kompensationsmechanismen. Das Gehirn wird mit moderaten Aufgaben aufgewärmt und aktiviert alternative Netzwerke. Steigende Komplexität zwingt es dann, diese neuen Pfade zu festigen. Dieser Prozess der Neuroplastizität funktioniert am besten im “Flow” - jenem Zustand zwischen Unter- und Überforderung, den die progressive Strategie fördert.

Weitere Methoden zur Steigerung der Gedächtnisleistung

Neben Kreuzworträtseln gibt es noch weitere Möglichkeiten, das Gedächtnis zu trainieren und die Gehirnleistung zu steigern.

Mnemotechniken

Arbeiten Sie mit Eselsbrücken, um Informationen besser zu speichern.

Gedächtnisspiele

Apps oder Kartenspiele können spielerisch das Erinnerungsvermögen verbessern.

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Körperliche Aktivität

Regelmäßige körperliche Aktivität fördert die Durchblutung des Gehirns. Bereits ein Spaziergang von 30 Minuten am Tag kann Wunder bewirken. Studien zeigen, dass Bewegung die Neubildung von Nervenzellen im Gehirn anregt, was langfristig zu einer besseren Gedächtnisleistung beiträgt.

Ausgewogene Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung ist essenziell für ein starkes Gedächtnis.

  • Omega-3-Fettsäuren: Fetter Fisch wie Lachs oder pflanzliche Quellen wie Leinsamen enthalten Omega 3.
  • Antioxidantien: Beeren, Grüntee und dunkle Schokolade können helfen, das Gehirn vor oxidativem Stress zu schützen.
  • Curcuma: Dieses Gewürz enthält Curcumin, das entzündungshemmend wirkt und die Gedächtnisleistung unterstützen kann.
  • Vollkornprodukte: Sie liefern Energie für ein konzentriertes Denken.

Stressmanagement

Chronischer Stress kann das Gedächtnis beeinträchtigen.

  • Meditation: Tägliche Meditation stärkt die Konzentration.
  • Atemübungen: Bewusstes Atmen beruhigt den Geist.
  • Auszeiten nehmen: Planen Sie regelmäßige Pausen und Freizeitaktivitäten ein.

Nahrungsergänzungsmittel

Neben einer gesunden Ernährung können Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Ergänzung sein.

  • Curcuma (Curcumin): Wirkt entzündungshemmend und kann die Gedächtnisleistung steigern.
  • Ginkgo Biloba: Fördert die Durchblutung und kognitive Funktionen.
  • Vitamin B-Komplex: Unterstützt die Nervenfunktionen.
  • Magnesium: Wichtig für die Signalübertragung im Gehirn.

Schlaf

Während des Schlafs verarbeitet das Gehirn Informationen und regeneriert sich. Sorgen Sie für eine Schlafdauer von 7-8 Stunden pro Nacht und achten Sie auf eine entspannte Schlafumgebung.

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Weitere geistige Aktivitäten

Welche geistigen Aktivitäten das Gehirn besonders gut fordern? Eine Auswahl:

  • Musik - hören oder machen
  • Lesen - Bücher, Zeitschriften, Zeitungen
  • Spiele - Kartenspiele, Gesellschaftsspiele, Puzzles, Computer- und Videospiele
  • Neues lernen - eine Fremdsprache, eine Sportart, ein Hobby

Dabei gilt: Je komplexer die Tätigkeit, desto anregender fürs Gehirn. Wer zum Beispiel tanzt, trainiert gleichzeitig Gedächtnis, Motorik und Koordination - und profitiert zudem vom sozialen Miteinander als Paar oder in der Gruppe. Es gibt wenige Dinge, die das Gehirn so anregen wie Musik. So regt Musik neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn an und hilft so bei der Vorbeugung gegen Alzheimer. Ähnlich wie das Tanzen hat das Musizieren dabei einen der größten Trainingseffekte. Das Erlernen und Üben feinmotorischer Bewegungen, das Lesen von Noten und die Schulung des Gehörs stärken das Gehirn und tragen zur geistigen Fitness bis ins hohe Alter bei.

Kritik und Einschränkungen

Zunächst mal: Kreuzworträtsel, Wörtersuch-Spiele fürs Smartphone oder Gehirntraining à la Sudoku sind natürlich keine Wundermittel oder Alleskönner. Niemand wird dadurch automatisch zur Intelligenzbestie. So sind die Effekte von Gedächtnisspielen auf das räumliche Denken begrenzt und die alltägliche Denkleistung wird nicht signifikant erhöht.

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