Das faszinierende Gehirn: Lustige Fakten und erstaunliche Erkenntnisse

Unser Gehirn ist ein echtes Wunderwerk, weich wie Wackelpudding und doch leistungsfähiger als das gesamte Internet. Es ist das komplexeste Organ, das die Natur je hervorgebracht hat. Tag für Tag rasen etwa 6.200 Gedanken durch unseren Kopf, wir lernen Neues, fühlen Freude und Angst und bauen Verbindungen zu anderen Menschen auf. Aber was genau passiert in unserem Kopf, wenn wir lernen, fühlen oder schlafen? Dieser Artikel nimmt kleine und große Entdecker mit auf eine spannende Reise durch das erstaunlichste Organ des Menschen.

Aufbau und Zusammensetzung des Gehirns

Das Gehirn macht etwa 2 % des Gesamtgewichts unseres Körpers aus, verbraucht aber 20 % unserer gesamten Energie- und Sauerstoffaufnahme. Es besteht zu 73 % aus Wasser, wobei bereits ein geringer Flüssigkeitsmangel von 2 % das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und andere kognitive Fähigkeiten beeinträchtigen kann. Daher ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. 60 % des Trockengewichts des Gehirns sind Fett, was es zum fettreichsten Organ des Körpers macht. Es enthält etwa 86 Milliarden Gehirnzellen. Die Länge aller Nervenbahnen beträgt etwa 5,8 Millionen Kilometer, was dem 145-fachen Erdumfang entspricht.

Multitasking: Ein Mythos

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass unser Gehirn Multitasking betreiben kann. In Wirklichkeit schaltet es sehr schnell zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her, anstatt sie gleichzeitig zu erledigen. Wenn es um Aufgaben geht, die eine höhere Aufmerksamkeit erfordern, ist es besser, sich immer nur auf eine Sache zu konzentrieren. Untersuchungen zeigen, dass die Fehlerquote bei mehreren Aufgaben gleichzeitig um bis zu 50 % steigt und man doppelt so lange benötigt, um Dinge zu erledigen.

Bewegung und Gedächtnis

Bewegung ist für unser Gehirn genauso wichtig wie für unseren Körper. Profisportler wissen, wie wichtig die Versorgung ihres Gehirns ist, um sicherzustellen, dass sie in der Lage sind, maximale Anstrengung und Energie in ihre Trainingseinheiten zu stecken. Bewegung hilft uns außerdem, uns Dinge besser zu merken und kreativ zu sein.

Alkohol und Erinnerung

Wenn wir Alkohol trinken und uns nicht mehr genau erinnern, was wir letzte Nacht getan haben, liegt das nicht daran, dass wir es vergessen haben. Während wir betrunken sind, ist das Gehirn nämlich gar nicht erst in der Lage, Erinnerungen zu speichern.

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Die Veränderlichkeit des Gedächtnisses

Obwohl einige Menschen über ein beeindruckendes Erinnerungsvermögen verfügen, sind Erinnerungen tatsächlich ständig im Fluss und können sich verändern. Unser Gehirn ist keine Videokamera, die die Geschehnisse und Informationen genau so aufnimmt, wie sie geschehen, und sie immer wieder abspielen kann. Stattdessen verarbeiten wir Gespräche und Erlebnisse ganz individuell, basierend auf unseren Erfahrungen, Werten und Vorurteilen. Deshalb können zwei Menschen auch eine komplett andere Erinnerung an ein und dasselbe Erlebnis haben. Es gibt nicht die eine Realität, sondern individuell ganz unterschiedliche. Eine gute Sache ist, dass wir dazu neigen, durch eine rosarote Brille auf unser Leben zurückzublicken. Unsere Erinnerungen werden verändert und werden mit der Zeit positiver.

Der freie Wille

Studien haben gezeigt, dass selbst wenn wir keinen freien Willen haben, unser Gehirn eine Geschichte erfindet, die impliziert, dass wir einen hätten. Wie oft denken wir im Alltag, dass wir etwas aus unserem freien Willen heraus tun, aber ist das wirklich so?

Schmerzempfinden im Gehirn

Das Gehirn selbst hat keine Schmerzrezeptoren. Deshalb sind Hirnchirurgen in der Lage, Operationen an Patienten durchzuführen, während diese wach sind. Kopfschmerzen sind niemals auf das Gehirn zurückzuführen, sondern auf Muskeln und die Haut, die das Gehirn umgeben.

Schlafentzug und seine Folgen

Unsere Konzentration und Reaktionszeit sind eingeschränkt, wenn wir nicht genug geschlafen haben, denn unser Gehirn und unser Körper brauchen Ruhe, um richtig zu funktionieren. Wenn wir unter Schlafentzug leiden, werden Gehirnzellen abgebaut, was auch zu einem schlechteren Gedächtnis führt, da während des Schlafens die Erinnerungen des Tages im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden. Ein gesunder und ausreichender Schlaf ist die Grundlage für Wohlbefinden und Gesundheit.

Der Einfluss des Internets

Studien zeigen, dass zu viel Smartphone- und Internetnutzung nicht gut für das Gehirn ist. Das Internet kann zwar extrem hilfreich sein, aber ein ständiger Zustrom von Informationen und Ablenkungen kann einen ADHS-ähnlichen Zustand fördern. Das Gehirn ist erschöpft und klares Denken und effiziente Informationsaufnahme ist nicht mehr so gut möglich.

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Wachstum des Gehirns

Das menschliche Gehirn wird seine Größe im ersten Lebensjahr verdreifachen. Ein zwei Jahre altes Kleinkind hat bereits zu 80 % ein ausgewachsenes Gehirn. Die Speicherkapazität unseres Gehirns ist praktisch unbegrenzt. Im Gegensatz zu dem Datenspeicher unseres Smartphones oder Computers kann der unseres Gehirns niemals aufgebraucht sein. Es gibt kein "zu viel wissen", so dass du irgendwann keine Informationen mehr behalten kannst.

Negative Gedanken

Von den Tausenden von Gedanken, die ein Mensch jeden Tag hat, sind schätzungsweise 70 % dieses mentalen Selbstgesprächs negativ, selbstkritisch, pessimistisch, vorurteilsbehaftet und ängstlich.

Dominante Gehirnhälfte: Ein Mythos

Auch wenn wir Rechts- oder Linkshänder sind, bedeutet das nicht, dass wir rechts- oder links"hirnig" sein können. Der Mythos einer dominanten Gehirnhälfte hält sich hartnäckig. Fast alle Hirnfunktionen erfordern das Zusammenspiel beider Hirnhälften, damit diese Funktionen korrekt ausgeführt werden können. Es gibt also keine kreative und logische Gehirnhälfte. Unser Gehirn arbeitet so komplex, dass immer beide Hirnhälften beteiligt sind, auch wenn wir kreativ denken oder eine Matheaufgabe lösen müssen.

Reifung des Gehirns

Obwohl wir rechtlich gesehen in Deutschland bereits mit 18 Jahren erwachsen sind, ist unser Gehirn laut Wissenschaft erst mit etwa 25 Jahren voll ausgereift. Dabei "reift" das Gehirn von hinten nach vorne, wobei der präfrontale Kortex als letztes fertig entwickelt ist. Der präfrontale Kortex ist verantwortlich für das Denken höherer Ordnung, wie Urteilsvermögen, Entscheidungsfindung, komplexe Planung, Persönlichkeitsentwicklung und Impulskontrolle.

Neurogenese: Das Gehirn kann wachsen

Lange Zeit galt es als unumstößlich, dass unser Gehirn, wenn es einmal ausgewachsen ist, nicht mehr wächst. Bahnbrechende Erkenntnisse in der Hirnforschung haben dies nun aber widerlegt, es gibt sie: die Neurogenese.

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Humor und Lachen: Gut für Körper und Geist

Humor ist ein universelles Phänomen, das in allen Kulturen und Gesellschaften anzutreffen ist. Lachen ist eine der offensichtlichsten Reaktionen auf Humor und hat positive Auswirkungen auf den Körper. Wenn eine Person lacht, werden Endorphine freigesetzt, die das Schmerzempfinden verringern und ein Glücksgefühl auslösen. Außerdem wird die Atmung und der Herzschlag beschleunigt, was zu einer erhöhten Sauerstoffversorgung des Körpers führt. Studien haben gezeigt, dass Lachen und Humor das Risiko von Herzerkrankungen reduzieren und Schmerzen lindern können. Darüber hinaus kann Humor dazu beitragen, die Stimmung zu verbessern und Depressionen zu lindern.

Humor in der Arbeitswelt

Humor kann in der Arbeitswelt eine wichtige Rolle spielen. Mitarbeiter, die humorvoll sind, werden oft als positiver und kreativer wahrgenommen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Witze oder Kommentare, die unangemessen oder beleidigend sind, zu Konflikten und Spannungen führen können.

Künstliche Intelligenz und Humor

Die Künstliche Intelligenz (KI) hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Einer der interessantesten Anwendungsbereiche ist die Humorerkennung. KI-Systeme können nun den Kontext und die Stimmung in einer Unterhaltung analysieren und passende Witze oder humorvolle Kommentare liefern.

Das Gehirn im Faktencheck: Mythen und Wahrheiten

  • Nutzen wir nur 10 Prozent unseres Gehirns? Dieser Mythos ist falsch. Denn abgesehen vom Denken ist das Gehirn auch für die Steuerung von lebenswichtigen, aber unbewussten Körperfunktionen zuständig.
  • Sind Kopfschmerzen Gehirnschmerzen? Nein. Obwohl alle Schmerz-Wahrnehmungen ans Gehirn gemeldet und dort verarbeitet werden, kann das Organ selbst keine Schmerzen empfinden. Bei Kopfschmerzen tut deshalb nicht das Gehirn weh, sondern es schmerzen die Blutgefäße der Hirnhaut.
  • Können wir nur begrenzt Informationen speichern? Nein. Verglichen mit einem Computer hätten wir eine Speicherkapazität von schätzungsweise 2,5 Millionen Gigabyte. Während unser Kurzeitgedächtnis nur wenig Platz hat, kann unser Langzeitgedächtnis unbegrenzt Informationen aufnehmen.
  • Erinnerungen trügen nicht? Doch. Hirnforscher haben herausgefunden, dass die Menschen ihre Erinnerungen meist verschönern und bei jedem Abruf etwas variieren, weil die Situation des letzten Abrufs Einfluss darauf nimmt.
  • Lässt sich unser Gehirn dopen? Nein. Medizinische Studien zeigen: Die Hirndoping-Medikamente wirken bei Gesunden unberechenbar, teils verschlechternd, und selten besser als Placebos.
  • Kann das Hirn Hunger haben? Und wie! 20 Prozent des Energieverbrauchs im menschlichen Körper gehen auf Kosten des Gehirns.
  • Helfen Kreuzworträtsel und Sudokus, geistig fit zu bleiben? Kaum. Rätsel fragen altes Wissen ab, Denkarbeit sollte jedoch anstrengen und Routinen sprengen, damit sie das Gehirn fit hält. Ein Musikinstrument, eine Sprache oder Tänze zu lernen senkt das Demenzrisiko viel nachhaltiger.
  • Senkt die richtige Ernährung das Risiko für Demenz? Ja. Eine ausgewogene Ernährung hilft nicht nur, Herz- und Kreislauferkrankungen zu vermeiden, sondern ist enorm wichtig fürs Gehirn.
  • Wird die Alzheimer-Demenz vererbt? Keineswegs. Nur etwa ein Prozent aller Alzheimer-Fälle ist eindeutig erblich bedingt.

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