Gehirn: Informationen effektiv aufschreiben und sich besser merken

Es ist ein bekanntes Phänomen: Werden Informationen handschriftlich notiert, prägen sie sich oft besser ein. Doch warum ist das so? Und welche anderen Strategien können helfen, das Gedächtnis beim Lernen zu unterstützen? Dieser Artikel beleuchtet die wissenschaftlichen Erkenntnisse und gibt praktische Tipps für ein effektiveres Lernen.

Die Wissenschaft hinter dem handschriftlichen Notieren

Eine Studie untersuchte die Gehirnaktivität von 36 Studenten, die ein visuell dargestelltes Wort einmal handschriftlich mit einem digitalen Stift aufschrieben und einmal auf einer Tastatur tippten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Hirnaktivität der Probanden größer war, wenn das Wort handschriftlich niedergeschrieben wurde, als wenn es "nur" getippt wurde. Die erhöhte Aktivität trat exakt in den Hirnregionen auf, die sowohl für die Gedächtnisbildung als auch für die Verarbeitung von Informationen entscheidend sind - beides ist für das Lernen von Vorteil.

Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Schreibprozess selbst, die motorische Aktivität und die damit verbundene sensorische Rückmeldung, eine tiefere Verarbeitung der Informationen im Gehirn anregt. Das bloße Tippen hingegen, erfordert weniger kognitive Anstrengung und führt somit zu einer weniger intensiven Auseinandersetzung mit dem Lernstoff.

Warum Auswendiglernen oft so schwerfällt

Unser Gehirn ist komplex und manchmal unberechenbar. Es verwechselt Informationen, merkt sich nur Bruchstücke, blockiert den Zugriff auf gespeichertes Wissen oder löscht Erlerntes schlichtweg. Auswendiglernen kann daher mühsam und frustrierend sein. Umso wichtiger ist es, die Funktionsweise unseres Gehirns zu verstehen und Lernstrategien anzuwenden, die diese Eigenheiten berücksichtigen.

Brainpower durch Supplements

Eine mangelnde Vitaminversorgung des Gehirns kann das Auswendiglernen erschweren. Das Gehirn benötigt wichtige Nährstoffe, um Konzentrationsprobleme zu vermeiden. Nahrungsergänzungsmittel können bei einer unausgewogenen Ernährung helfen, den Bedarf an Konzentrationsfördernden Stoffen zu decken. Ein Beispiel hierfür ist Pantothensäure (Vitamin B5), die zu einer normalen geistigen Leistung beiträgt und Müdigkeit verringert.

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9 Hacks für besseres Auswendiglernen

Es gibt zahlreiche Strategien, die das Auswendiglernen erleichtern können. Hier sind neun effektive Hacks:

  1. Selbstbezugs-Effekt: Informationen, die einen Bezug zum eigenen Leben haben, prägen sich leichter ein. Abstrakte Informationen sollten konkretisiert und auf die reale, selbst erlebte Welt angewandt werden. Verknüpfe Informationen mit dir und deinem Leben!
  2. Der Humor-Effekt: Informationen, die mit Humor vermittelt werden, bleiben besser im Gedächtnis haften. Versuche, über den Lernstoff zu lachen oder ihn auf humorvolle Weise zu präsentieren.
  3. Der Anfang-und-Ende-Effekt: Die ersten und letzten Punkte einer Liste merkt man sich leichter als die in der Mitte. Platziere schwierige Punkte an den Anfang oder das Ende.
  4. Der Modalitäts-Effekt: Informationen am Ende einer Liste prägen sich leichter ein, wenn sie mündlich vorgetragen werden. Lass dir den Text laut vorlesen.
  5. Der Restorff-Effekt: Herausstechende Begriffe merkt man sich leichter. Unterstreiche, markiere oder fette wichtige Begriffe.
  6. Der Zeigarnik-Effekt: Lerneinheiten unterbrechen und Aktivitäten ausüben, die nichts mit dem Lernmaterial zu tun haben, verbessert die Behaltensleistung. Plane Pausen ein und bewege dich!
  7. Der Zeitraum-Effekt: Informationen werden besser gespeichert, wenn sie über einen längeren Zeitraum vermittelt werden. Verteile deine Lerneinheiten.
  8. Der Kontext-Effekt: Informationen, die im selben Kontext abgerufen werden wie sie gespeichert wurden, kann das Gehirn leichter abrufen. Lerne am Prüfungsort oder schaffe Assoziationen.
  9. Der Test-Effekt: Häufiges Testen des auswendig gelernten Materials verbessert die Behaltensleistung. Lerne zu zweit oder in der Gruppe und fragt euch abwechselnd ab.

Wiederholen mit Verstand: Mehr als nur stupides Pauken

Stupides Wiederholen ist für das Lernen tatsächlich nutzlos. Nur wenn eine Wiederholung gänzlich bewusst gemacht und verarbeitet wird, kannst du dir Dinge tatsächlich merken.

Schieres Wiederholen ist nutzlos

Reines Wiederholen von Lernstoff hat noch keinen Lerneffekt. Wenn Wiederholung gänzlich unbewusst geschieht und nicht gleichzeitig eine geistige Verarbeitung bzw. Prozessierung des Lernmaterials vonstattengeht, ist jede Sekunde des (akademischen) Lernens verschwendet.

Wenn jedoch bei der ersten Aufnahme des Materials die mentale Prozessierung bewusst und so intensiv ist, wie wir es durch z. B. Transformation, Assoziierung, den Einsatz von Fantasie (und Kreativität) sowie Visualisierung erreichen, ist reines Lernen durch ständige Wiederholung kaum erforderlich.

Wiederholung ist wichtig für die Langzeitspeicherung

Akademisches Lernen wird stark gefördert durch die bewusste Aufnahme von Lernmaterial unter Nutzung der Verarbeitungsfähigkeiten unseres Gehirns. Wenn man dabei die 7 mentalen Faktoren einsetzt, läuft das Lernen sehr schnell und intensiv ab; und nur für eine langfristige Abspeicherung (über Wochen und Monate) ist der Lernfaktor „Wiederholung“ wichtig. Übrigens kann man diesen Lernfaktor „Wiederholung“ kaum umgehen. Denn dieser ist quasi das Hauptsignal für unser Gedächtnis, dass die betreffende Information für den Organismus tatsächlich bedeutsam ist und nicht vergessen werden sollte.

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Die Rolle des Aufnahmevermögens

Ob wir für ein anstehendes Examen oder eine wichtige Prüfung lernen, wann immer wir neuen Lernstoff aufnehmen möchten, spielt unser Aufnahmevermögen eine tragende Rolle dabei. Jedes Lernverhalten ist individuell und variiert ganz nach Lerntyp. Viele Menschen prägen sich neue Informationen besser ein, wenn sie den Lernstoff eigenhändig aufschreiben. Andere wiederum nehmen neues Wissen besser auf, wenn sie das zu Erlernende hören. Doch sämtliche Lernmethoden schlagen fehl, wenn unser Aufnahmevermögen gehemmt ist.

Was unser Aufnahmevermögen hemmt

Gründe für eine geminderte Aufnahmefähigkeit können u. a. privater oder berufsbedingter Stress, Schlafmangel oder Störfaktoren von außen (z. B. Straßenlärm) sein. Generell reduzieren Ablenkungen von außen das Aufnahmevermögen.

Entspannungsübungen für ein größeres Aufnahmevermögen

Effektiv sind auch sportliche Übungen als Ausgleich. So kann vor dem Lernverhalten ein ausgedehnter Jogginglauf oder auch eine kurze Yoga-Übung neuen Sprit für die Seele freisetzen. Ist der Geist frisch aufgetankt, lernt es sich leichter; neuer Stoff kann schneller verinnerlicht werden. Ein entspannter Geist wirkt sich unmittelbar auf das Aufnahmevermögen aus.

Aufnahme-Vermögen steigern mit Online-Gehirnjogging

Mit dem Online-Gehirnjogging können Sie Ihr Aufnahmevermögen schulen und verbessern. Dabei stehen kognitive Kernbereiche zur Auswahl: Gedächtnis, Sprache, Logik, Rechnen und Sensorik. Neben der Aufnahmefähigkeit werden in sämtlichen Übungen außerdem die Konzentration und Aufmerksamkeitsrate des Gehirns gezielt angesprochen.

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