Die Neurochirurgie ist ein anspruchsvolles und faszinierendes Fachgebiet der Medizin, das sich mit der Diagnose und operativen Behandlung von Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems befasst. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Einblick in die Ausbildung zum Neurochirurgen, die Tätigkeiten, Karrieremöglichkeiten und das Gehalt in diesem Bereich.
Einführung in die Neurochirurgie
Neurochirurgen behandeln Patienten, deren Erkrankungen mit dem zentralen, peripheren oder vegetativen Nervensystem zusammenhängen. Die Neurochirurgie ist der Teilbereich der Chirurgie, welcher sich konkret mit dem zentralen und peripheren Nervensystem beschäftigt. Die Operationen in der Neurochirurgie beziehen sich, im Gegensatz zu denjenigen der Allgemeinchirurgie, meist auf überaus kleine Bereiche und Strukturen und werden nicht selten im Rahmen mikro-chirurgischer Eingriffe vorgenommen. Hinzu kommt die enge Verflechtung von Verletzung bzw. Erkrankung des Nervensystems mit den angrenzenden Strukturen, wie beispielsweise den knöchernen Strukturen der Wirbelsäule oder des Schädels. Die Neurochirurgie ist eine Facharztrichtung, die aus der Chirurgie hervorgegangen ist. Neurochirurginnen und Neurochirurgen sind innerhalb der Chirurgie für die operative Behandlung von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems und seiner Umgebungsstrukturen zuständig.
Neurochirurgen behandeln Erkrankungen, Fehlbildungen und Verletzungen des zentralen und peripheren Nervensystems. Zu den häufigsten Behandlungen gehören Tumore, Hormonstörungen, Schädel-Hirn-Traumata, Rückenmarksverletzungen oder chronische Schmerzerkrankungen.
Die Aufgaben eines Neurochirurgen
Die Tätigkeit von Neurochirurgen umfasst operative Eingriffe genauso wie die klare Kommunikation mit Patienten oder Fachkollegen. Zu den Hauptaufgaben gehören:
- Patientengespräche: Anamnese und Erhebung der Krankengeschichte.
- Untersuchungen: Durchführung verschiedener diagnostischer Verfahren.
- Diagnose: Beurteilung der Befunde und Festlegung der Diagnose.
- Behandlung: Entwicklung eines Behandlungsplans und Durchführung von Operationen.
- Nachsorge: Überprüfung des Heilungsprozesses und Anordnung von Rehabilitationsmaßnahmen.
- Verwaltung: Verwaltung von Patientendaten und Erstellung von Gutachten.
- Ausbildung: Betreuung von Auszubildenden und Wahrnehmung von Aufgaben als Stationsleiter.
- Forschung und Lehre: Teilnahme an Forschungsprojekten und Veröffentlichung von Ergebnissen.
Sowohl vor als auch nach dem operativen Eingriff wird der Facharzt für Neurochirurgie den Patienten begleiten.
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Diagnostische Verfahren in der Neurochirurgie
Um genau zu bestimmen, welche Nerven eines Patienten betroffen sind und wie diese behandelt werden können, macht ein Neurochirurg verschiedene Untersuchungen. Am Anfang stehen - wie bei Voruntersuchungen in anderen medizinischen Fachbereichen auch - immer die Anamnese und die körperliche Untersuchung. Anschließend können je nach Krankheitsbild unter anderem die nun beschriebenen Methoden zum Einsatz kommen.
- MRT (Kernspintomographie): Beim MRT (Kernspintomographie) stellt der Facharzt für Neurochirurgie die inneren Organe und Gewebe bildlich dar, wie beispielsweise von Kopf oder Gehirn. Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein wichtiges Diagnoseverfahren in der Neurochirurgie. Dabei können detaillierte Bilder des Gehirns, des Rückenmarks und der Wirbelsäule erstellt werden. Besonders bei der Erkennung und er genauen Einordnung von Tumoren und Gefäßfehlbildungen leistet die Magnetresonanztomographie hervorragende Dienste. Neurochirurgen nutzen die Bildgebung des MRTs, um einen präzisen Blick in die betroffenen Bereiche des Körpers ihrer Patienten zu erhalten. Im Gegensatz zum Röntgen ist die Magnetresonanztomographie ein Verfahren, mit dem auch weiche Strukturen wie beispielsweise das Gehirn dargestellt werden können. So lassen sich beispielsweise im Bereich von Brust-, Hals- und Lendenwirbelsäule nicht nur die Knochen, sondern auch die Bandscheiben und die Nerven darstellen.
- EEG (Elektro-Enzephalogramm): Im Rahmen der EEG Untersuchung (Elektro-Enzephalogramm) misst der Neurochirurg die Gehirnströme über Spannungsveränderungen des Gehirns. Bei einem EEG werden elektrische Aktivitäten des Gehirns gemessen. Für die Durchführung werden Elektroden am Kopf platziert, welche die elektrischen Impulse aufzeichnen, die jeder Nerv aussendet. Ein EEG hilft unter anderem bei der Erkennung von Erkrankungen wie Epilepsie. Es gibt Aufschluss über die Funktion der Nervenbahnen und mögliche Schädigungen. Verallgemeinernd gesagt, ermöglicht ein Elektroenzephalogramm also eine präzise Darstellung der Hirnaktivitäten. Das Verfahren ist schmerzfrei und nicht-invasiv.
- Elektromyographie (EMG): Die Elektromyographie (EMG) ist ein neurologisches Diagnostikverfahren, mit dem der Facharzt für Neurochirurgie die elektrische Muskelaktivität misst. Hierbei setzt der Facharzt für Neurochirurgie elektrische Reize in umschriebenen Hirnbereichen, die für bestimmte Körperfunktionen wichtig sind. Das Verfahren wird zur Diagnostik, aber auch zur Überprüfung von OP-Ergebnissen durchgeführt.
- Lumbalpunktion: Gehirn und Rückenmark sind von einer schützenden Flüssigkeit, dem Liquor, umgeben. Bei der Lumbalpunktion kann der Neurochirurg die Zusammensetzung des Liquors untersuchen und erhält so Hinweise auf mögliche Erkrankungen. Die sogenannte Zerebrospinalflüssigkeit, auch als Liquor bezeichnet, spielt im Fach der Neurochirurgie eine wichtige Rolle. Bei einer Lumbalpunktion entnimmt der Neurochirurg Liquor aus dem Rückenmarkskanal. Diese Flüssigkeit umgibt Hirn und Rückenmark sowie deren Hüllen. Die anschließende Analyse des Liquors kann Hinweise auf Erkrankungen, wie beispielsweise Infektionen oder Entzündungen liefern.
Behandlungsmethoden in der Neurochirurgie
Der Beruf des Neurochirurgen bringt es mit sich, dass die Behandlung von Erkrankungen in vielen Fällen mittels Operation erfolgt. In manchen Fällen ist es jedoch gut, auch andere Möglichkeiten der Therapie abzuwägen. Oftmals ist die Operation jedoch unausweichlich.
- Minimalinvasive Chirurgie und mikrochirurgische Eingriffe: Einer der Schwerpunkte der Neurochirurgie ist in vielen Fällen die präzise Operation mit minimalem Gewebeschaden. Der Neurochirurg nutzt dafür während der OP ein Mikroskop, um feinste Strukturen wie Nerven und Blutgefäße im Gehirn oder an der Wirbelsäule gut zu erkennen und eine Verletzung dieser Strukturen zu vermeiden. Minimal invasive Chirurgie vermeidet nicht nur unnötige Verletzungsfolgen durch große Operationsfelder und entsprechende Schnitte. Das Verfahren reduziert auch die Schmerzen nach der Operation erheblich und verkürzt die Erholungszeiten. Ob Bandscheibenvorfälle, bei Hirntumoren oder Fehlbildungen im Nervensystems: In viele Bereiche haben diese Verfahren in der jüngeren Geschichte der Neurochirurgie bereits Einzug gehalten und helfen dabei, die nach wie vor belastenden Behandlungen so schonend wie möglich zu gestalten. Die Operationen in der Neurochirurgie beziehen sich, im Gegensatz zu denjenigen der Allgemeinchirurgie, meist auf überaus kleine Bereiche und Strukturen und werden nicht selten im Rahmen mikro-chirurgischer Eingriffe vorgenommen.
- Operationen am Gehirn bei wachem Patienten: Bei manchen OPs am Gehirn ist es erforderlich, dass der Patient währenddessen wach bleibt. Nur so kann der Facharzt für Neurochirurgie sicherstellen, dass wichtige Funktionen des Gehirns erhalten bleiben. Das Operieren ohne Vollnarkose ist deswegen möglich, weil innerhalb des Gehirns keine Nerven verlaufen, die Schmerzen übertragen könnten. So können unter anderem Tumore entfernt werden, die in der Nähe des Sprach- oder Sehzentrums liegen. Es ist lediglich eine lokale Betäubung der betroffenen Abschnitte des Schädels erforderlich, damit sich der Neurochirurg schmerzfrei Zugang zum Gehirn verschaffen kann. Der Arzt kann während der OP durch verschiedene Verfahren und die Kommunikation mit dem wachen Patienten testen, ob er an einer bestimmten Stelle Missbildungen des Gewebes entfernen kann, oder ob dies Nervensysteme betreffen würde, die der Patient dringend benötigt.
- Radiochirurgie: Zur Behandlung von Tumoren und Missbildungen im Gehirn oder in einem anderen sensiblen Bereich des Nervensystems kann in der Neurochirurgie ein sehr präzises Verfahren eingesetzt werden. Bei der Radiochirurgie bestrahlt der Neurochirurg die betroffenen Stellen gezielt und muss so keine Schnitte an Kopf, Schädel oder Gehirn durchführen.
- Liquor-Shunt-Operationen: Das Liquor-System im Gehirn kann durch Engpässe beeinträchtigt sein. In solchen Fällen kann ein Neurochirurg das Problem durch einen sogenannten Shunt beheben. Wird zu viel Liquor produziert oder kann dieser nicht abfließen, so wird er über ein Shunt-System aus dem Schädel in die Bauchhöhle geleitet. Das reduziert den Druck auf das Gehirn. Neurochirurgie verhindert auf diese Weise die teilweise schweren Folgen, die ein dauerhaft erhöhter Hirndruck mit sich bringen würde.
- Bandscheiben-OPs: Bei Rückenschmerzen, die durch die Kompression des Rückenmarks durch eine verschobene Bandscheibe entstehen, kann der Neurochirurg eine entlastende Operation durchführen. Bei Diagnostik und Operationsplanung ist es allerdings wichtig, die individuellen Vor- und Nachteile einer solchen OP abzuwägen. In manchen Fällen ist sie klar die beste Lösung für den Patienten, in anderen Fällen kann dagegen eine Behandlung ohne OP angebrachter sein.
Häufige Krankheitsbilder in der Neurochirurgie
- Bandscheibenvorfall (Discusprolaps): Zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule liegen die Bandscheiben, wie eine Art Kissen, die Flexibilität und Dämpfung bieten. Kommt es zu einem Bandscheibenvorfall (Discusprolaps), beispielsweise durch Überlastung oder genetische Ursachen, reißt die umgebende Hülle der Bandscheibe, der gallertartige Kern tritt aus und drückt auf das Rückenmark. Betroffene klagen über teils heftige Schmerzen im Rückenbereich, die - ja nach Lage des Prolaps - bis in die Beine ausstrahlen (Beispiel: Druck auf den Ischiasnerv). Die Folgen können Taubheit und Lähmungen sein.
- Karpaltunnelsyndrom: Auf der Innenseite der Handwurzel verläuft der Nervus medianus, begleitet von den Sehnen der Muskeln der Fingerbeuger, durch einen engen Kanal, der als Karpaltunnel bezeichnet wird. Kommt es zu einem chronischen Druck auf den Nerven oder wird er eingeklemmt, zum Beispiel durch andauernde Fehlhaltungen, entstehen Schmerzen. Diese werden durch Bewegungen verstärkt. Der Neurochirurg wird zunächst die Ursache eines Karpaltunnelsyndroms feststellen.
- Schädel-Hirn-Trauma: Eine lebensbedrohliche Verletzung, die als Folge von Unfällen auftritt und ein sofortiges Eingreifen des Neurochirurgen erfordern. Zugrunde liegen Blutungen innerhalb des Schädels nach Einwirkung von außen, die sich auf das Gehirn auswirken. Der Facharzt für Neurochirurgie unterscheidet zwischen dem epiduralen und subduralen Hämatom sowie einer intracerebralen Blutung. Es besteht die Gefahr einer längeren Bewusstlosigkeit des Patienten bis hin zum Koma. Zur Diagnostik macht der Neurochirurg ein CT- oder eine MRT-Aufnahme des Kopfes.
- Meningeom: Hierbei handelt es sich um einen meist gutartigen Tumor der Hirnhaut. Lange Zeit bleibt er unerkannt; Patienten berichten schließlich über dauerhafte Kopfschmerzen, Übelkeit oder Probleme beim Riechen oder Schmecken. Je nach Lokalisation können auch Wesensveränderungen auftreten.
- Hydrocephalus: Der Neurochirurg unterscheidet zwischen dem primären bzw. idiopathischen und dem sekundären (Normaldruck-)Hydrocephalus. Der primäre Hydrocephalus wird auch als “Altershirndruck” bezeichnet, der sekundäre Hydrocephalus ist Folge einer zugrunde liegenden, vorherigen Verletzung bzw. Erkrankung, wie zum Beispiel eine Blutung in den Subarachnoidalraum oder eine Hirnhautentzündung.
Ausbildung zum Neurochirurgen
Um Neurochirurg zu werden, ist ein umfassender Ausbildungsweg erforderlich, der sowohl ein Medizinstudium als auch eine anschließende Facharztausbildung umfasst.
Voraussetzungen für die Ausbildung
- Abitur: In der Regel ist das Abitur erforderlich, um ein Medizinstudium aufnehmen zu können. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, einen der begehrten Studienplätze zu erhalten.
- Medizinstudium: Neurochirurgen sind Ärzte und müssen somit ein Medizinstudium absolvieren. Das Studium der Medizin dauert 6 Jahre. Während des vorklinischen Teils werden vor allem allgemeine Grundlagen unterrichtet. Während des klinischen Teils bekommst du dann Einblicke in sämtliche Fachgebiete und lernst das korrekte Vorgehen bei Diagnostik und Therapie kennen. Eine Spezialisierung auf bestimmte Schwerpunkte erfolgt während des Studiums noch nicht. Du bekommst aber definitiv einen guten Einblick in den Bereich Neurologie und Neurochirurgie und kannst so nach dem Staatsexamen entscheiden, ob die Neurochirurgie mit ihren komplexen Aufgaben für dich persönlich der richtige Bereich ist. Erst, wenn du dein Studium abgeschlossen und die Approbation erhalten hast, darfst du als Arzt tätig sein. Um eine Facharztausbildung zu beginnen, muss zunächst das Medizinstudium erfolgreich absolviert werden. Danach sind angehende Mediziner/innen mit dem Erhalt der Approbation berechtigt als Arzt/Ärztin zu arbeiten. Mit dem Berufsstart beginnt in der Regel die Assistenzzeit im jeweils ausgewählten künftigen Facharzt-Gebiet. Wer sich im Laufe der Ausbildung noch einmal umentscheidet, darf in der Regel bereits absolvierte fachgebietsfremde Ausbildungsabschnitte anerkennen lassen.
Facharztausbildung Neurochirurgie
Die Ausbildung zum Facharzt für Neurochirurgie dauert nach dem 5-jährigen Medizinstudium noch einmal 6 Jahre (72 Monate). Im Anschluss erfolgt eine 72 Monate dauernde Weiterbildung, in welcher der angehende Neurochirurg die Facharztkompetenz erlangt. Davon müssen 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung neurochirurgischer Patienten abgeleistet werden. 48 Monate ist der Arzt in der stationären Patientenversorgung, sechs Monate in der Intensivmedizin, tätig. Bis zu zwölf Monate dürfen im Fachbereich Chirurgie und/oder in Neurologie, Neuropathologie bzw. in der Neurochirurgischen Intensivmedizin verbracht werden. Die Weiterbildungszeit in der Neurochirurgie wird bei einem/-r Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. Folgende Weiterbildungsinhalte sind in der Weiterbildung zum/-r Facharzt/-ärztin für Neurochirurgie zu durchlaufen.
Die Weiterbildung umfasst unter anderem die folgenden Inhalte:
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- Operative Basistechniken und detaillierte Techniken in den Regionen Hals, Brust und im Bereich des Schädels
- Nutzung von bildgebenden Verfahren, um die richtigen Diagnosen stellen zu können
- Neurochirurgische Notfall- und Intensivmedizin
- Behandlung von Schmerzen in der Kurz- und Langzeittherapie
- Entzündungen und Infektionen der Nerven
- Tumorerkrankungen von Gehirn, Rückenmark und der zugehörigen Hüllen
- Neurochirurgie bei Kindern
- Intraoperatives multimodales Monitoring/Mapping, z. B.
- Erkennung, Erstversorgung und Management spontaner und traumatischer neurochirurgischer Notfälle, z. B.
- Punktions- und Katheterisierungstechniken, z. B.
- Neuromonitoring, z. B.
- Operative Therapie neurochirurgischer Infektionen, z. B.
- Neurochirurgisch-invasive Schmerztherapie, z. B.
- Verfahren der neurochirurgischen Schmerztherapie, z. B.
- Operationen bei intrakraniellen und intraduralen Tumoren einschließlich endoskopischer Eingriffe an der Schädelbasis (40), davon diagnostische Eingriffe, z. B.
- Bewertung von verbliebenen Fähigkeiten und Monitoring der Erholung sowie des Rehabilitationspotentials, z. B.
- Shunt-Techniken, z. B.
- Mitwirkung bei vaskulären Operationen, z. B.
Während der Weiterbildung zum/-r Facharzt/-ärztin für Neurochirurgie erfolgt die Vermittlung theoretischer und praktischer Kompetenzen zur Erkennung, operativen, perioperativen und konservativen Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen, Verletzungsfolgen, Funktionsstörungen und Fehlbildungen des zentralen Nervensystems, seiner Gefäße und seiner Hüllen sowie des peripheren und vegetativen Nervensystems.
Durch die neue Weiterbildungsordnung haben die Länderkammern ab 11/2020 sukzessiv auf die digitale Variante als eLogbuch umgestellt. Am Ende der Facharztausbildung zum/-r Facharzt/-ärztin für Neurochirurgie findet eine Facharztprüfung statt.
Wo kann man als Neurochirurg arbeiten?
Als Neurochirurg arbeitest du typischerweise in einem Krankenhaus oder einer Klinik. Neurochirurgen können sich in einer eigenen Facharztpraxis niederlassen oder in einer Klinik arbeiten. Von diesen arbeiteten 2.615 als Facharzt für Neurochirurgie, über zwei Drittel in Kliniken und Krankenhäusern.
Anforderungen an einen Neurochirurgen
Um ein guter Neurochirurg zu werden, sind ruhige Hände und geschickte Finger eine wichtige Voraussetzung. Aber auch eine realistische Selbsteinschätzung und überlegtes Handeln sind für Ärzte diesem Gebiet notwenig. Denn: Fehler, die bei Operationen am Nervensystem passieren, können in der Regel nicht korrigiert werden, mahnt der Neurochirurg Prof. Dr. Walter Stummer.
Arbeitszeiten und Belastung
Leider ebenfalls Alltag: Schichtdienst und Überstunden. Denn bei schwierigen und langwierigen Operationen kann der Neurochirurg nicht einfach loslassen und nach Hause gehen. Viele Neurochirurgen gehen komplett in ihrem Beruf auf, er ist eine Berufung. Einen geregelten Tagesrhythmus sucht man hier daher teils vergeblich. Die Arbeitszeiten eines Neurochirurgen sind häufig unregelmäßig, da sie sich meist nach der Terminvergabe richten.
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Spezialisierungen und Weiterbildungen
Innerhalb der Neurochirurgie finden häufig Spezialisierungen statt. Somit sind Teilbereiche der Neurochirurgie, die ein besonders hohes Maß an Spezialisierung erfordern auch besonders abgedeckt. Zusatzweiterbildungen sind für Fachärzte/-innen grundsätzlich möglich. So können auch fertig ausgebildete Fachärzte/-innen für Neurochirurgie durch Fortbildungen noch diverse Zusatzbezeichnungen erlangen. Manche Fortbildungsmöglichkeiten können Assistenzärzte/-innen unter bestimmten Voraussetzungen bereits vor Ende der Facharztweiterbildung wahrnehmen. Als Neurochirurgin hat man nie ausgelernt. Auch fertig ausgebildete Neurochirurgen nehmen regelmäßig an Fortbildungen und Weiterbildungen teil. Möchtest du mehr Verantwortung in der Klinik übernehmen, kannst du zum Ober- oder Chefarzt aufsteigen. In kaum einem anderen Fachbereich erwarten dich so viele technische Neuerungen wie in der Neurochirurgie. Operationen am Gehirn erfordern viel Fingerspitzengefühl, bei dem moderne Roboter dich optimal bei der Behandlung von Patienten unterstützen können. Da Kinder nie „kleine Erwachsene“, sondern auch in ihren Erkrankungen besonders sind, bedürfen sie einer sehr spezifischen Therapie. Deshalb wird heutzutage die neurochirurgische Behandlung von auf Kindern spezialisierten Neurochirurgen vorgenommen.
Gehalt eines Neurochirurgen
Nach dem Studium, in der Facharztausbildung zur Neurochirurgin erwartet dich ein Gehalt, das tariflich geregelt ist. Üblicherweise bedeutet das zu Beginn eine Ausbildungsvergütung von rund 4.000 bis 5.000 Euro pro Monat, mit jährlichen Steigerungen.
Die Neurochirurgie, ein hochspezialisiertes und anspruchsvolles Feld der Medizin, erfordert nicht nur umfangreiche Ausbildung und Erfahrung, sondern bietet auch attraktive Verdienstmöglichkeiten.
- Während des Medizinstudiums: Während des Medizinstudiums erhalten die Studenten keine Vergütung. Die Studiengebühren und Lebenshaltungskosten müssen durch eigene Mittel oder durch Nebenjobs finanziert werden. Diese Zeit kann finanziell herausfordernd sein, da das Studium intensiv und zeitaufwendig ist, wodurch die Möglichkeit zur Erwerbstätigkeit stark eingeschränkt wird. Zudem fallen oft Kosten für Lehrmaterialien und eventuell Auslandsaufenthalte an.
- Während der Facharztausbildung: Nach dem Medizinstudium folgt die Facharztausbildung zum Neurochirurgen, die mehrere Jahre dauert. Während dieser Zeit arbeiten die angehenden Neurochirurgen als Assistenzärzte in Kliniken. Das durchschnittliche Bruttogehalt eines Assistenzarztes liegt in Deutschland zwischen 4.800 und 6.000 Euro im Monat, abhängig von Klinik und Tarifvertrag. Mit zunehmender Erfahrung und Spezialisierung können Assistenzärzte höhere Gehälter erzielen.
- Als ausgebildeter Facharzt für Neurochirurgie: Nach Abschluss der Facharztausbildung steigt das Gehalt deutlich an. Angestellte Neurochirurgen in Kliniken oder spezialisierten Zentren verdienen durchschnittlich zwischen 8.000 und 12.000 Euro monatlich. Dieses Gehalt kann je nach Arbeitgeber, Verantwortungsbereich und Berufserfahrung variieren. Neurochirurgen, die in Leitungspositionen arbeiten, können sogar noch höhere Einkommen erzielen, oft ergänzt durch Leistungsprämien und andere Anreize. In einer Klinik als angestellter Facharzt für Neurochirurgie verdient der Neurochirurg zwischen 72.000 und 95.000 Euro pro Jahr.
- Selbstständigkeit und eigene Praxis: Neurochirurgen, die sich selbstständig machen und eine eigene Praxis eröffnen, haben das Potenzial, ihr Einkommen weiter zu steigern. Das Einkommen kann hier stark variieren und hängt von der Anzahl der Patienten, der Art der durchgeführten Eingriffe und der Effizienz der Praxisführung ab. Das Gehalt eines Neurochirurgen mit eigener Praxis liegt im Durchschnitt bei 209.000 Euro. Allerdings geht die Selbstständigkeit auch mit höheren Risiken und Verantwortlichkeiten einher, wie hohe Anfangsinvestitionen, laufende Betriebskosten und wirtschaftliche Unsicherheiten.
Im Vergleich zu anderen medizinischen Fachrichtungen liegt das Gehalt von Neurochirurgen im oberen Bereich. Aufgrund der Komplexität und des hohen Anforderungsniveaus dieser Disziplin sind die Gehälter entsprechend hoch.
Karriereperspektiven
Fachärzten/-innen für Neurochirurgie stehen einige Möglichkeiten für eine berufliche Karriere offen. Die meisten berufstätigen Neurochirurgen/-innen arbeiten im stationären Bereich, sind also in Krankenhäusern tätig. Zu Bedenken ist allerdings hierbei, dass die Neurochirurgie ein sehr apparat-gebundenes Fach ist.
Fazit
Die Ausbildung zum Neurochirurgen ist langwierig und anspruchsvoll, erfordert jedoch auch ein hohes Maß an Engagement und Präzision. Der Beruf bietet die Möglichkeit, das Leben von Patienten entscheidend zu verbessern und einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Forschung und Versorgung zu leisten. Mit einer fundierten Ausbildung und kontinuierlicher Weiterbildung stehen Neurochirurgen vielfältige Karrierewege und attraktive Verdienstmöglichkeiten offen.