Viele Menschen streben danach, ihr Leben zu verbessern, scheitern jedoch oft an den Hürden, die ihnen ihr eigenes Gehirn in den Weg stellt. Doch das Gehirn ist lernfähig und kann so trainiert werden, dass es nicht mehr gegen, sondern für uns arbeitet. Es stellt sich die Frage: Steuern wir unser Gehirn, oder steuert unser Gehirn uns? Die Antwort hängt davon ab, ob wir eine Art Bedienungsanleitung für unser Denkorgan besitzen. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von Büchern, die uns auf diesem Weg unterstützen können.
"REMIND Dein Gehirn kann viel mehr, als du glaubst" von Yvonne Diewald
Das Buch "REMIND Dein Gehirn kann viel mehr, als du glaubst" von Yvonne Diewald ist eine Bereicherung für jeden, der sein Leben verbessern und belastende Muster loswerden möchte. Yvonne Diewald gehört zu den führenden Transformationsexpert:innen und Neuro-Coachs in Deutschland. Die Autorin lässt uns in ihrem Buch teilhaben an ihrer persönlichen Geschichte. Sie gibt einem auch Fallbeispiele von anderen Personen, sowie Aufgaben, die man für sich selbst erarbeiten kann, um besser mit seinen Problemen fertig zu werden, seien es Depressionen oder verschiedene Arten von Ängsten. Man sollte sich viel Zeit für dieses Buch nehmen und Stück für Stück an seinen Problemen arbeiten. Insgesamt gibt es vier unterteilte Themen. 1. Was ist Neuronale Programmierung, 2. Wie unser Gehirn tickt und Neuronale Programme erstellt, 3. Remind - Die Musterlösung für dein Problem, 4.
Die REMIND®-Methode, die Yvonne Diewald entwickelt hat, ist wissenschaftlich fundiert und bietet konkrete Schritte, um hartnäckige Probleme wie Depressionen, Ängste, Beziehungsprobleme und Finanzprobleme zu lösen. Insgesamt ist "REMIND Dein Gehirn kann viel mehr, als du glaubst" ein inspirierendes und ermutigendes Buch, das jedem Leser helfen kann, sein volles Potenzial zu entfalten und ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Yvonne Diewald zeigt mit ihrer wissenschaftlich fundierten REMIND®-Methode, wie hartnäckige Probleme wie Depressionen, Ängste, Schwierigkeiten in Beziehungen oder im Umgang mit Finanzen aufgelöst werden können - für ein zufriedenes und glückliches Leben.
Die Neurowissenschaftlerin Yvonne Diewald beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Gehirn, seinen Funktionen und seiner Lernfähigkeit. Diese „Bedienungsanleitung“ für das menschliche Gehirn ist sehr gut strukturiert und übersichtlich aufgebaut. Sehr gut gefällt mir, dass das menschliche Gehirn mit einem Computer verglichen wird, den man programmieren kann. Da ich mich schon mit ähnlichen Themen wie NLP beschäftigt habe, ist es mir leicht gefallen, die Thesen von Yvonne Diewald zu verstehen. Diejenigen Leser, die zum ersten Mal mit diesem Thema und den komplexen Gehirnstrukturen in Kontakt kommen, müssen aufmerksam an dieses Buch heran gehen. Ich mochte das Buch direkt von der ersten Seite an. Es ist sehr verständlich geschrieben, ohne das man die Fachbegriffe erst googeln muss.
Yvonne Diewald hat den Master in Kognitive Neurowissenschaft (AON) und entwickelte den TRI360® Transformation Readiness Indicator und das Peak Performance Modell, welche von führenden Unternehmen weltweit zur Entwicklung ihrer Spitzenteams genutzt werden. Sie betreut seit über fünfzehn Jahren Aufsichtsräte, Vorstände, Unternehmensinhaber, Politiker, Spitzensportler, mediale Persönlichkeiten und Menschen, die sich von ihr eine Lösung ihrer Probleme erhoffen und auch erhalten. Von ihr stammt das neurowissenschaftlich basierte Programm REMIND® zur nachhaltigen Auflösung hinderlicher Denk-, Gefühls-, Beziehungs- und Verhaltensmuster, mit dem sie sich in ihrem Debüt erstmalig einem breiten Publikum widmet. Yvonne Diewald ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Sie lebt in Bonn und arbeitet seit 2011 als Neuro Coach.
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"Wie das Gehirn die Seele macht" von Gerhard Roth
Als Einstieg in die Gehirnforschung gehört auch dieses Buch von Gerhard Roth zu den empfehlenswertesten. Gerhard Roth beleuchtet einige Erkenntnisse aus der Gehirnforschung, die geeignet sind, unser Selbstbild zu erschüttern, mehr noch vielleicht als die Erkenntnisse der modernen Physik oder die Evolutionstheorie. Bedeutsam scheint mir z. B.: Es gibt kaum noch Gehirnforscher, die an eine vom Körper unabhängige Seele glauben. Diese Tatsache ist aber unter Laien kaum bekannt, geschweige denn die Gründe dafür. Sie liegen keineswegs nur darin, dass die Forscher keine Seele finden, wenn sie das Gehirn betrachten. Vielmehr wird immer klarer, wie das Gehirn Sinnesreize verarbeitet und speichert. Und auch wenn wir nicht beweisen können, dass es keine unsterbliche Seele gibt, ist doch völlig klar, dass diese Seele die Arbeit des Gehirns eigentlich nur stören kann. Es ist praktisch unmöglich, eine Theorie des Denkens und des Bewusstseins aufzustellen, in der eine unsterbliche Seele auch nur einigermassen eine sinnvolle Bedeutung hat. Deshalb gibt es keine solche Theorie. Bemerkenswert scheint mir das deshalb, weil eine unsterbliche Seele im Weltbild vieler Menschen eine ganz zentrale Rolle spielt. Wer sein Weltbild mit den Erkenntnissen der Wissenschaft in Übereinstimmung bringen will, muss sich deshalb mit Gehirnforschung befassen. Als erster Schritt dazu eignet sich das Buch von Gerhard Roth. Es gibt einen schönen Einblick in verschiedene Aspekte der Gehirnforschung, ohne allzu sehr in die Details zu gehen.
Roth erklärt das Nötigste über den Aufbau des Gehirns. Er zeigt an Hand einiger Gehirnstörungen, dass Denken anders funktioniert, als wir uns dies gemeinhin vorstellen. Viele der kniffligen Probleme, die das Gehirn alltäglich löst, sind uns gar nicht bewusst. Erst wenn etwas nicht mehr funktioniert oder wenn wir einen Roboter auf diese Aufgabe programmieren wollen, wird uns bewusst, was das Gehirn hier leistet. Wie z. B. merkt das Gehirn, welcher Körper und welche Körperteile zum Ich gehören und welche nicht, wo das Ich jetzt gerade ist, wer ich bin? - Alle diese Probleme scheinen einfach zu lösen. Es gibt aber Menschen, bei denen dies nicht mehr funktioniert, die z. B. Auch andere, oft diskutierte Fragen, etwa, ob Tiere bewusst denken oder ob wir einen freien Willen haben, wie viel Erziehung ausmacht, wie wir besser lernen können, wie das Bewusstsein zu Stande kommt oder welche Gewaltverbrecher therapierbar sind, erscheinen durch die Gehirnforschung in einem neuen Licht. Zu all diesen Themen offeriert Roth einige bemerkenswerte Erkenntnisse, ohne die Themen tot zu schlagen. In der Frage, was das Ich ist, zeigt er, dass dieses Ich eine ganze Reihe verschiedener Aufgaben erfüllt. Für die oft als unwissenschaftlich geschmähte Psychoanalyse Sigmund Freuds findet er einige freundliche Worte, die ich bedauerlicherweise fast nicht mehr finde, weil zumindest meine Ausgabe des Buches keinen Index hat. Hier: Freuds Ansichten wurden von der Gehirnforschung insbesondere in drei Punkten bestätigt.
- Das Unbewusste, das Es, hat mehr Einfluss auf das Bewusste, das Ich, als umgekehrt.
- Das Unbewusste entsteht zeitlich vor den verschiedenen Bewusstseinszuständen und legt die Grundstrukturen der Persönlichkeit fest.
- Das bewusste Ich hat wenig bis keine Einsichten in das, was seinen Wünschen, Plänen und Handlungen tatsächlich zugrunde liegt.
Dabei scheut sich der Neurologe Gerhard Roth nicht, klare Worte zu verwenden, wenn er mit gewissen Aussagen nicht einverstanden ist. Lediglich in zwei Aussagen würde ich klar widersprechen. S. 64: „Denken ist zwar auch nichtsprachlich möglich, aber es besteht kein Zweifel, dass sprachliches Denken nichtsprachlichem stark überlegen ist.“ Und S. Das wird zwar von vielen Experten oft und gerne behauptet, ist aber völlig falsch. Als Lehrer sehe ich das regelmässig, wenn einer der Spitzenschüler den anderen erklären soll, wie er eine Mathe- oder Physikaufgabe gelöst hat. Die eigenen völlig korrekten Überlegungen in eine einigermassen verständliche Sprache zu fassen, das schaffen nur die allerwenigsten. Auch Topwissenschaftler haben ihre grössten Ideen sehr oft in nichtsprachlichem Denken, indem sie z. B. die Dinge bildlich vor sich sehen. Mehrere grosse Entdeckungen wurden sogar geträumt, z. B. entdeckte Kekulé den Benzolring im Traum, Paul McCartey hörte das Lied „Yesterday“ in allen Details im Traum. Elias Howe, der die erste Nähmaschine erfand, träumte seine entscheidende Idee. Albert Szent-Györgyi, der das Vitamin C entdeckte, benutzte das unbewusste Denken gezielt, um Probleme zu lösen. Wenn er bei einer Frage nicht weiter kam, aber genügend darüber nachgedacht hatte, legte er sich schlafen. Er erklärte: „Da ich das Problem nicht lösen kann, lasse ich es in mein Unterbewusstsein absinken. Dort verweilt es unterschiedlich lange. Wir brauchen die Sprache nicht zum Denken, auch nicht für sehr komplexe Gedanken. Wir brauchen die Sprache, um komplexe Gedanken anderen Menschen zu erklären. Die falsche Vorstellung, Denken basiere vor allem auf Sprache, führt nicht selten zu einer grotesken Didaktik. So wurde ich z. B. von Sportlehrern aufgefordert, eine schwierige Bewegung in Worten präzise zu beschreiben, in der Hoffnung, ich könne die Bewegung danach besser ausführen. Eine Bewegung beschreiben ist sicher ein gutes Sprachtraining. Aber eine Bewegung lernen kann man so bestimmt nicht. Sie können problemlos ohne Worte durch Vorzeigen jemandem zeigen, wie man einen Papierflieger faltet. Diese kleine Kritik tut aber dem ausserordentlich positiven Gesamteindruck keinen Abbruch.
"Pragmatisches Denken und Lernen" von Andy Hunt
Pragmatisches Denken und Lernen NEU DENKEN- Erfahren Sie, wie Ihr Gehirn funktioniert und wie Sie es am besten nutzen können, um Aufgaben und Probleme effektiv und kreativ zu lösen.- Nicht nur für Programmierer, sondern für alle Wissensarbeiter, die mehr aus ihrem Gehirn herausholen wollen.- Mit 48 pragmatischen Tipps - auf einer praktischen Karte zum Herausnehmen.
Sie sind es gewohnt, mit Software und Hardware umzugehen. Aber wie sieht es mit Ihrer Wetware, Ihrem Gehirn aus? Kennen Sie die besten Wege, um zu lernen und über die Lösung von Problemen nachzudenken? Andy Hunt führt Sie in diesem Buch durch Lern- und Verhaltenstheorie und durch Erkenntnisse der kognitiven und Neurowissenschaften. Sie werden überraschende Aspekte darüber kennen lernen, wie Ihr Gehirn arbeitet und wie Sie Vorteile daraus ziehen können, indem Sie Ihre eigenen Denk- und Lernfähigkeiten stärken. Sie werden sehen, wie Sie Ihre Wetware refaktorieren können - also Ihr Gehirn umgestalten und neu verdrahten -, damit Sie Ihre Arbeit effektiver und kreativer angehen können.
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Software entsteht in unseren Köpfen, nicht in einem Editor, einer IDE oder einem Design-Tool. Deshalb wird es Zeit, pragmatischer an das Denken und Lernen heranzugehen. Egal ob Sie Programmierer, Manager, Wissensarbeiter, Technikfreak oder analytischer Denker sind oder ob Sie einfach nur Ihr Gehirn tunen möchten, dieses Buch wird Ihnen dabei helfen.
Weitere Buchempfehlungen zum Thema Gedächtnis- und Hirnleistungstraining
Hier finden Sie ausgewählte Literatur zum Thema Gedächtnis- und Hirnleistungstraining.
- "99 Achtsamkeitsübungen": Diese Sammlung lenkt die Aufmerksamkeit auf sinnliche Eindrücke und Atmosphären, Körper und Bewegung, Gedanken und Gefühle sowie unsere Beziehungen zu anderen Menschen und zur nichtmenschlichen Umwelt. Die Übungen ermutigen, die gegenwärtige Situation und unsere Resonanz differenziert und absichtslos wahrzunehmen und dabei Distanz, Akzeptanz und Gelassenheit zu entwickeln.
- "Gelassenheit und Ruhe - für alle mit wenig Zeit": Bietet 80 verblüffend leichte und wirksame Übungen für Kopf und Körper, die in wenigen Augenblicken ruhiger und gelassener werden lassen.
- "Gehirn & Geist. Was uns wirklich klug macht": Dieses Buch bietet den aktuellen Stand unseres Wissens über das Gehirn und praktische Übungen mit überraschenden Wirkungen.
- "Das Gedächtnis" von Eric Kandel: Ermöglicht dem Laien eine verständliche Einsicht in die Erkenntnisse der modernen Neurologie.
- "Wie wir lernen" von Manfred Spitzer: Ein umfassendes Buch über das Gehirn und den neuesten Stand der Forschung, verständlich und ohne Fachbegriffe.
Gedächtnistraining und Biografiearbeit
- "Anekdoten für das Gedächtnistraining" von Manfred Stock: Ein vielseitiges Buch mit Anekdoten und Rätseln querbeet durch die Gesellschaft, geeignet für das Gedächtnistraining.
- "Denkspaziergänge für Senioren": Das Erleben und Entdecken von Natur und ihren Lebewesen ist für viele Menschen heute ein Ausgleich zu den Anforderungen des Alltags.
- "Best of Geisselhart": Die Geisselhart-Methode ermöglicht es Ihnen, sich alles, was Sie sich merken möchten, schnell, sicher, dauerhaft und noch mit Spaß zu merken. Und nebenbei steigern Sie Ihre Konzentration und Kreativität.
- "Das große Mosaik der Erinnerung": Dieses Buch vermittelt Basiswissen zur Theorie, es bietet eine Fundgrube zur Praxis von biografieorientierten Erlebnisstunden und stellt eine ganze Unterrichtsreihe zu diesem Thema vor.
Kommunikation und zwischenmenschliche Beziehungen
- "Miteinander reden 1" und "Miteinander reden 2" von Friedemann Schulz von Thun: Kommunikationspsychologische Erkenntnisse, die helfen, seelische Vorgänge und zwischenmenschliche Verwicklungen zu durchschauen und persönlich und sachlich besser miteinander klarzukommen.
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