Gehirn Umriss Schwarz-Weiß: Anatomie und Struktur des menschlichen Gehirns

Das menschliche Gehirn ist ein komplexes und faszinierendes Organ, das die Grundlage für unser Denken, Fühlen und Handeln bildet. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die Anatomie und Struktur des Gehirns, wobei der Fokus auf den wichtigsten Bestandteilen und deren Funktionen liegt. Die moderne Bildgebung ermöglicht detaillierte Einblicke in die Hirnstruktur, was das Verständnis der komplexen Zusammenhänge erleichtert.

Das Zentralnervensystem (ZNS)

Das Gehirn wird zusammen mit dem Rückenmark als Zentralnervensystem (ZNS) bezeichnet. Das Rückenmark liegt im Wirbelkanal und erstreckt sich vom Foramen occipitale magnum bis zur Höhe des 1. oder 2. Lendenwirbels. Sein oberes Ende geht in das verlängerte Mark (Medulla oblongata) über; sein unteres Ende läuft spitz aus (Conus medullaris). Das Rückenmark besitzt zwei Anschwellungen, die Hals- und Lendenanschwellung (Intumescentia cervicalis et lumbalis); sie werden durch den Zuwachs der grauen Substanz und durch die Faserverbindungen mit den oberen und unteren Extremitäten bedingt, da hier gegenüber den anderen Abschnitten vermehrt Nervenfasern und -Zellen untergebracht werden müssen. Die Ein- bzw. Austrittsstellen der (paarigen) Vorder- und Hinter-Wurzeln der Spinalnerven in das Rückenmark spiegeln die segmentale Gliederung des Rückenmarks wider. Hinzu kommt noch ein Steißbeinnervenpaar (Co1). Kurz vor Vereinigung der beiden (Vorder- und Hinter-) Wurzeln zum gemeinsamen Spinalnerven schwillt die hintere Wurzel zum Spinalganglion an.

Gehirn: Vorderhirn und Hirnstamm

Das Gehirn besteht aus Vorderhirn und Hirnstamm. Sein durchschnittliches Gewicht beträgt beim Mann ca. 1330 g, bei der Frau ca. 1280 g. Es bildet den Inhalt der Schädelhöhle. Bei einem deutlichen Unterschied zwischen Schädelraum (Schädelkapazität) und Hirnvolumen spricht man von einer Hirnatrophie.

Der Hirnstamm (Truncus cerebri)

Der Hirnstamm (Truncus cerebri) ist die direkte Verlängerung des Rückenmarks nach kranial. Die Medulla oblongata reicht kaudal vom ersten Zervikalsegment des Rückenmarks (Höhe der Pyramidenkreuzung) bis rostral zum Hinterrand der Brücke (kranialer Rand der Hinterstrangkerne). Ventralseits finden sich die (unteren) Oliven und die Pyramiden. Die Medulla oblongata enthält die Motoneurone, die für das Schlucken, Sprechen, die Zungenbewegungen und zahlreiche Eingeweidefunktionen bestimmend sind.

Der Pons (Brücke) ist eine breite, ausladende Struktur, deren Vorder- und Hinterrand eindeutig bestimmt sind. Seitlich geht die Brücke in den mittleren Kleinhirnstiel (Pedunculus cerebellaris medialis) über. An der Dorsalseite entspricht ihre Ausdehnung dem vorderen, größeren Bereich der Rautengrube. Zwischen Brücke und Rautengrube (Tegmentum) liegen die Kerne, die mit der motorischen, sensiblen und parasympathischen Innervation des Gesichtes befaßt sind.

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Die Rautengrube ist erst nach Abtragung des Kleinhirns und des dünnen Dachs (Velum ant. et post.) des 4. Ventrikels überschaubar. Sie bildet den Boden des 4. Ventrikels. Ihr "rhombischer" Umriß wird caudal von den Erhebungen der Hinterstrangkerne, seitlich und vorne durch die Kleinhirnstiele bestimmt. Das Relief der Rautengrube wird längs durch einen Sulcus medianus und quer durch die Striae medullares in 4 dreieckige Areale gegliedert. Der Sulcus limitans markiert auch hier (grob) die Grenze zwischen den motorischen (mittleren) und den sensiblen (seitlichen) Zellsäulen. An der Stelle der weitesten seitlichen Ausladung der Rautengrube finden sich die Kerngebiete des 8. Hirnnerven (Area vestibularis). Die Striae medullares markieren den Übergang zwischen Medulla oblongata und Pons. Direkt rostral der Striae medullares befindet sich in der Eminentia mediana eine flache, halbkugelige Erhebung, der Colliculus facialis, unter dem der Abduzenskern liegt. Kaudal laufen die Längswülste im Bereich des Übergangs zum Zentralkanal kielförmig aus. Unter der spitzen Triangel liegt der Ursprungskern des N. hypoglossus (Trigonum nervi hypoglossi). Seitlich des Sulcus limitans sind die Seitensäulen der Hirnnerven untergebracht.

Der 4. Ventrikel stellt einen zeltförmigen Liquorraum dar, der drei Öffnungen zum äußeren Liquorraum (Apertura mediana, Aperturae laterales) besitzt.

Das Kleinhirn (Cerebellum)

Das Kleinhirn (Cerebellum) bildet das Dach des 4. Ventrikels. Mark seitlich verbunden. Es besteht aus zwei Hemisphären und einem median gelegenen Wurm und ist durch Falten (Folia) gekennzeichnet. Das Kleinhirn ist wichtig für die Bewegungskoordination und das Gleichgewicht.

Mittelhirn (Mesencephalon)

Das Mittelhirn (Mesencephalon) schließt sich rostral an die Brücke an und reicht bis zum Zwischenhirn. Es besteht aus Tectum (Vierhügelplatte), Tegmentum, Crus cerebri (Hirnschenkel), Substantia nigra, Corpus mammillare und Commissura posterior. Im Mittelhirn lassen sich ebenfalls Flügel- und Grundplatte erkennen. Ventral finden sich die Crura cerebri und die Basis (Hirnschenkel).

Das Vorderhirn

Das Vorderhirn ist der bei weitem größte Teil des Gehirns. Es befindet sich im "supratentoriellen" Schädelraum und gliedert sich in Zwischen- (Diencephalon) und Endhirn (Telencephalon).

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Das Zwischenhirn (Diencephalon)

Das Zwischenhirn umfasst Hypothalamus, Thalamus, Epithalamus und Subthalamus. Seine genaue Abgrenzung kann erst nach einer Präparation oder auf Schnittserien dargestellt werden. An die äußere Oberfläche tritt nur der Hypothalamus. mamillaria erkennbar. Der Hypothalamus wird rostral durch die Lamina terminalis (die vordere und hintere Kommissur verbindet) verläuft.

Der Thalamus wird als der größte, aufsitzende Teil des Zwischenhirns bezeichnet. Der Epithalamus beinhaltet die Habenulae (Ncll. habenulae) und die Epiphyse (Glandula pinealis). Der Subthalamus liegt unterhalb des Thalamus und lateral des Hypothalamus.

Der 3. Ventrikel stellt einen median gelegenen Spaltraum dar, der von den Strukturen des Zwischenhirns begrenzt werden. Die Tela choroidea ist eine Stelle, an der die ursprüngliche Hirnwand dünn geblieben ist, die mit der Pia mater und dem Plexus verwachsen ist. Der schmale untere Boden des 3. Ventrikels wird vom Hypothalamus gebildet. Er besitzt über den Hypophysenstiel Verbindung mit der Hypophyse. Die Commissura anterior und posterior sind wichtige Orientierungshilfen für bildgebende Verfahren.

Das Endhirn (Telencephalon)

Das Endhirn lässt sich in den Cortex cerebri (Hirnrinde), das subkortikale Marklager und die Basalganglien unterscheiden.

Die Hirnrinde (Cortex cerebri) ist der stark gefaltete Umhang der Hemisphären. Die Falten werden als Gyri (Windungen) und Sulci (Furchen) bezeichnet. Die Hirnwindungen zeigen trotz aller individuellen Unterschiede eine sehr typische Charakteristik. Jede Hemisphäre besitzt eine konvexe Oberfläche, die an der Mantelkante treffen, sowie eine basale Fläche. Die Hemisphären werden in Frontal-, Parietal-, Temporal- und Hinterhauptslappen unterteilt.

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Moderne Bildgebende Verfahren

Die modernen bildgebenden Verfahren (besonders die Magnetresonanz- oder Kernspin-Tomographie) erlauben die Darstellung der Hirnstruktur in Schichtbildsequenzen mit hoher Detailauflösung und Strukturkontrastierung. Der Vorteil der Verwendung der "standardisierten" Schnittebenen liegt in der Erleichterung der Orientierung im dreidimensionalen Hirnraum. Darüber hinaus werden die Bildinterpretationen, intraindividuelle Folgeuntersuchungen und interindividuelle Vergleiche erleichtert. Wegen der "Zerschneidung" des Gehirns ist die Bildinterpretation zunächst sehr schwierig. Es ist daher höchst empfehlenswert, sich bereits während der Präparierkurse mit dieser Art der Schnittführung bekannt machen. Die wichtigste Referenzebene schneidet die vordere und die hintere Kommissur (Inter-Commissuren-Linie, ICL). Die weiteren Ebenen sind durch die Median-Sagittale (Symmetrieebene) und die Senkrechten durch die vordere und hintere Kommissur bestimmt.

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