Die Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns ist ein bildgebendes Verfahren, das detaillierte Einblicke in die Struktur und Funktion des Gehirns ermöglicht. Sie spielt eine zentrale Rolle in der Diagnostik neurologischer Erkrankungen und Verletzungen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Gehirn-MRT, insbesondere unter Berücksichtigung der seitlichen (sagittalen) Ansicht.
Einführung in die MRT
Die Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspintomographie genannt, ist eine medizinische Untersuchung, die in der Radiologie eingesetzt wird. Die Radiologie nutzt elektromagnetische Strahlen und mechanische Wellen zur Diagnose. Die MRT wird häufig zur Untersuchung von Beschwerden an Kopf, Knie und Halswirbelsäule (HWS) eingesetzt.
Grundlagen der MRT-Technik
Das Wort Magnetresonanztomographie (MRT) setzt sich aus den Worten Magnetresonanz und Tomographie zusammen und steht für bildgebende Verfahren oder Schnittbildverfahren. Bei der MRT werden Schnittbilder des menschlichen Körpers in beliebigen Ebenen erstellt. Die MRT wird kurz auch als Kernspin bezeichnet, was auch die physische Grundlage der Untersuchung beschreibt. Atomkerne drehen sich um ihre eigene Achse (Kernspin). Bei der MRT werden mit starken Magnetfeldern Wasserstoffatome im menschlichen Körper angeregt. Dadurch richten sich die Kernspin-Achsen der Atome parallel aus. Anschließend werden elektromagnetische Radiowellen Impulse (Sequenzen) ausgesendet, durch welche die Atome aus ihrer Position kommen und wieder zurückkehren. Dabei wird auch Energie aufgenommen, sowie wieder abgeben, was aufgezeichnet wird. Daraus können schließlich die MRT Bilder (Schnittbilder) erzeugt werden.
Die sagittale Ansicht in der Gehirn-MRT
Die sagittale Ansicht (seitliche Ansicht) ist eine der drei Hauptebenen in der medizinischen Bildgebung, neben der axialen (Querschnitt) und der koronalen (frontalen) Ansicht. In der sagittalen Ansicht wird das Gehirn von der Seite betrachtet, wodurch eine klare Darstellung der Mittellinienstrukturen und der Ausdehnung des Gehirns in der Längsachse ermöglicht wird.
Anatomische Strukturen in der sagittalen MRT-Ansicht
Die sagittale MRT-Ansicht bietet eine hervorragende Visualisierung wichtiger anatomischer Strukturen des Gehirns:
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- Großhirn (Endhirn): Mit seinen verschiedenen Lappen (Frontal-, Parietal-, Temporal- und Okzipitallappen) ist das Großhirn für höhere kognitive Funktionen verantwortlich.
- Zwischenhirn: Bestehend aus Thalamus, Hypothalamus, Metathalamus, Epithalamus und Subthalamus, spielt das Zwischenhirn eine wichtige Rolle bei der sensorischen Verarbeitung, der Hormonregulation und der Steuerung autonomer Funktionen.
- Kleinhirn: Das Kleinhirn koordiniert Bewegungen und ist an Lernprozessen beteiligt. In der sagittalen Ansicht sind die verschiedenen Fissuren und Lappen des Kleinhirns gut erkennbar.
- Hirnstamm: Der Hirnstamm verbindet das Gehirn mit dem Rückenmark und besteht aus Mittelhirn, Brücke und verlängertem Rückenmark (Bulbärhirn, Nachhirn). Er ist für lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Herzfrequenz und Blutdruck verantwortlich.
- Hirnnerven: Die Hirnnerven entspringen im Hirnstamm und versorgen Kopf und Hals mit sensorischen und motorischen Funktionen.
- Ventrikelsystem: Die Hirnkammern (Seitenventrikel, dritter Ventrikel, vierter Ventrikel) sind mit Cerebrospinalflüssigkeit (CSF) gefüllt, die das Gehirn schützt und mit Nährstoffen versorgt.
- Hirnhäute: Die Hirnhäute (Dura mater, Arachnoidea mater und Pia mater) umhüllen das Gehirn und das Rückenmark und schützen sie vor Verletzungen.
- Arterien: Die Arterien der Enzephalie, die aus den inneren Halsschlagadern und Wirbelsäulen entstehen und den Willis-Kreis bilden, versorgen das Gehirn mit Blut.
- Venen und Hirnsinus: Die Venen und Hirnsinus leiten das Blut aus dem Gehirn ab.
Klinische Bedeutung der Gehirn-MRT in sagittaler Ansicht
Die Gehirn-MRT in sagittaler Ansicht ist ein wertvolles Instrument zur Diagnose einer Vielzahl von neurologischen Erkrankungen:
- Tumoren: Die MRT kann Tumoren im Gehirn erkennen und deren Größe, Lage und Ausdehnung beurteilen.
- Schlaganfall: Die MRT kann ischämische und hämorrhagische Schlaganfälle erkennen und das Ausmaß der Schädigung beurteilen.
- Multiple Sklerose: Die MRT kann Läsionen im Gehirn und Rückenmark erkennen, die für Multiple Sklerose charakteristisch sind.
- Demenz: Die MRT kann Veränderungen im Gehirn erkennen, die mit Demenz assoziiert sind, wie z. B. Atrophie des Hippocampus.
- Entzündliche Erkrankungen: Die MRT kann Entzündungen im Gehirn erkennen, die durch Infektionen oder Autoimmunerkrankungen verursacht werden.
- Hydrocephalus: Die MRT kann eine Erweiterung der Hirnventrikel erkennen, die auf einen Hydrocephalus hindeutet.
- Verletzungen: Die MRT kann Verletzungen des Gehirns erkennen, wie z. B. Blutungen oder Kontusionen.
Durchführung einer Gehirn-MRT
Vorbereitung
Vor der MRT-Untersuchung werden Patienten über den Ablauf der Untersuchung aufgeklärt und nach Kontraindikationen wie Metallimplantaten oder Herzschrittmachern gefragt. Metallische Gegenstände müssen vor der Untersuchung abgelegt werden. In einigen Fällen kann die Injektion eines Kontrastmittels erforderlich sein, um bestimmte Strukturen oder патологические Prozesse besser sichtbar zu machen.
Ablauf
Während der Untersuchung liegt der Patient auf einer Liege, die in die MRT-Röhre gefahren wird. Es ist wichtig, während der gesamten Untersuchung still zu liegen, um Artefakte zu vermeiden. Die Untersuchung dauert in der Regel 15 bis 30 Minuten. Während der Untersuchung können laute Geräusche auftreten, die durch das Ein- und Ausschalten der Magnetfelder verursacht werden. Patienten erhalten in der Regel Kopfhörer oder Ohrstöpsel, um die Geräusche zu reduzieren.
Offene MRT
Für Patienten mit Platzangst gibt es offene MRT-Geräte, die seitlich geöffnet sind. Diese Geräte sind weniger beengend, können aber eine längere Untersuchungszeit und eine geringere Bildqualität haben.
Nach der Untersuchung
Nach der Untersuchung stehen die MRT-Bilder in der Regel direkt zur Verfügung. Die Bilder werden von einem Radiologen beurteilt, der einen Befund erstellt. Der Befund wird an den überweisenden Arzt weitergeleitet.
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Risiken und Nebenwirkungen
Die MRT ist ein sehr sicheres Diagnoseverfahren. Im Gegensatz zum CT (Computertomographie) und zum Röntgen entsteht keine Strahlenbelastung. Die größten Risiken bestehen bei Menschen mit medizinischen Implantaten. Durch Kontrastmittel können in seltenen Fällen allergische Reaktionen auftreten.
MRT bei Kindern
Bei Kindern mit ZNS-Tumoren kann es zu einem Hydrocephalus kommen, der eine Shuntanlage erforderlich macht. Nach einer MRT-Kontrolle kann sich die Einstellung mancher verstellbarer Ventile durch das Magnetfeld im MRT ungewollt umstellen. Um die Einstellung des Ventils zu überprüfen, ist daher nach einer MRT-Kontrolle eine seitliche Röntgenuntersuchung des Schädels erforderlich. Seit etwa zehn Jahren werden auch verstellbare Ventile eingesetzt, deren Programmierung durch äußere Magnetfelder nicht beeinflusst wird.
Kosten einer Gehirn-MRT
Die Kosten einer Gehirn-MRT variieren je nach Untersuchungsregion und ob ein Kontrastmittel verwendet wird. Die Kosten für Privatpatienten hängen vom festgelegten Gebührensatz in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und dem Faktor des jeweiligen Arztes ab. Für gesetzlich versicherte Patienten betragen die Kosten in der Regel 125 Euro.
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