Nervenschmerzen, insbesondere die Trigeminusneuralgie, können für Betroffene sehr belastend sein. Die Suche nach wirksamen und verträglichen Therapien ist daher von großer Bedeutung. In diesem Artikel werden wir uns mit der Anwendung von Gelsemium, einer traditionellen Heilpflanze, bei Trigeminusneuralgie und anderen Nervenschmerzen befassen, insbesondere im Kontext des homöopathischen Arzneimittels Restaxil und Gelsemium comp. Hevert Tropfen.
Nervenschmerzen: Ein Überblick
Nervenschmerzen, auch Neuralgien genannt, entstehen durch Schädigungen oder Reizungen von Nerven. Die Symptome können vielfältig sein und sich durch brennende, stechende, kribbelnde oder einschießende Schmerzen äußern. Taubheitsgefühle und Missempfindungen sind ebenfalls häufig.
Ursachen von Nervenschmerzen:
- Bandscheibenvorfall: Druck auf eine Nervenwurzel
- Ischias-Reizung: Betrifft den dicksten und längsten Nerv des Körpers
- Diabetes: Stoffwechselstörung, die die versorgenden Gefäße der Nerven verschließt
- Gürtelrose (Post-Zoster-Neuralgie): Schmerzen nach einer Gürtelrose-Erkrankung
- Unfälle oder Operationen: Nervenquetschungen oder -durchtrennungen
- Fibromyalgie: Muskelkaterartige Schmerzen am ganzen Körper
- Alkohol- und Nikotinmissbrauch
Trigeminusneuralgie:
Die Trigeminusneuralgie betrifft den Nervus trigeminus, den stärksten Hirnnerven, der das Gesicht sensibel versorgt. Charakteristisch sind heftige, einschießende Schmerzattacken im Versorgungsgebiet des Nervs, die durch Triggerzonen oder mechanische Reize wie Kauen, Sprechen oder Essen ausgelöst werden können. Zwischen den Attacken besteht in der Regel Schmerzfreiheit.
Gelsemium Sempervirens: Eine historische Heilpflanze
Gelsemium sempervirens, auch bekannt als Wilder Jasmin oder Gelber Jasmin, ist eine Schlingpflanze, die in den südlichen Staaten Amerikas beheimatet ist. Bereits die indigenen Völker nutzten die Pflanze, in hoher Dosierung, um Lähmungen auszulösen. Im 19. Jahrhundert wurde vor allem die schmerzstillende Wirkung des Gelsemium-Extrakts bekannt.
Geschichte und Anwendung:
- Indigene Völker: Nutzung zum Fischfang (Lähmung)
- Amerikanischer Bürgerkrieg: Ersatz für Opium als Schmerzmittel
- Sir Arthur Conan Doyle (1879): Beschreibung der effektiven Wirkung von Gelsemium
- Homöopathie und Naturheilkunde: Aufnahme in die Arzneimittellehre
Wirkungsweise:
Gelsemium wirkt laut Arzneimittelbild im zentralen Nervensystem und wird vor allem bei scharfen, schießenden Schmerzen entlang einzelner Nervenbahnen eingesetzt. Es kann auch bei Gefühlen helfen, als würden die Glieder von elektrischem Strom durchflossen.
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Restaxil: Ein Arzneimittel mit Gelsemium
Restaxil ist ein rezeptfreies Arzneimittel in Tropfenform, das in Deutschland erhältlich ist und eine Kombination aus fünf historischen Heilpflanzen enthält, darunter Gelsemium sempervirens. Es wurde speziell für die Behandlung von Nervenschmerzen entwickelt.
Wirkstoffkombination:
- Gelsemium sempervirens: Bei scharfen, schießenden Schmerzen, Gefühl von elektrischem Strom
- Iris versicolor: Bei ziehenden, reißenden und brennenden Schmerzen im Hüftnerv bis zum Fuß, Trigeminusneuralgie, Gesichtsschmerzen
- Spigelia anthelmia: Bei ausstrahlenden Nervenschmerzen, Berührungsschmerz
- Cimicifuga racemosa: Bei ziehenden und stechenden neuralgischen Schmerzen, Taubheitsgefühlen, Schmerzen wie elektrische Schläge im Nacken- und Schulterbereich, Schmerzen entlang des Ischias-Nervs
- Cyclamen purpurascens: Bei Schwere in den Füßen und Fersenschmerzen
Dosierung:
- Akute Beschwerden: Bis zu 6x täglich 5 Tropfen
- Chronische Beschwerden: Bis zu 3x täglich 5 Tropfen
Es wird empfohlen, mit der Höchstdosis zu beginnen und die Dosierung bei Linderung der Beschwerden zu reduzieren. Die Tropfen werden unabhängig von den Mahlzeiten unverdünnt eingenommen.
Erfahrungsberichte:
Viele Anwender berichten von positiven Erfahrungen mit Restaxil bei Nervenschmerzen im Rücken, Ischialgie, brennenden und unruhigen Füßen, Taubheitsgefühlen in Beinen und Füßen sowie Fibromyalgie.
Gelsemium comp. Hevert Tropfen
Gelsemium comp. Hevert Tropfen sind ein weiteres homöopathisches Arzneimittel, das zur Behandlung von Nervenschmerzen eingesetzt wird. Es enthält eine Kombination verschiedener naturheilkundlicher Wirkstoffe, darunter Gelsemium.
Inhaltsstoffe:
- Aconitum (Eisenhut)
- Cocculus (Kockelskörner)
- Colocynthis (Koloquinte)
- Gelsemium (wilder Jasmin)
- Lachesis (Buschmeister)
- Mezereum (Seidelbast)
- Nux vomica (Brechnuss)
- Plumbum aceticum (Mineralsalz)
- Rhus toxicodendron (Giftsumach)
Anwendungsgebiete:
Nervenschmerzen (Neuralgien)
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Dosierung:
Die Dosierung von Gelsemium comp. Hevert Tropfen richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen und sollte mit einem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Nervenschmerzen
Neben der Anwendung von Gelsemium und entsprechenden Arzneimitteln gibt es weitere Möglichkeiten, Nervenschmerzen zu behandeln:
- Schmerzmittel: Viele Schmerzmittel zeigen bei Nervenschmerzen nur wenig Wirkung, da sie Entzündungen bekämpfen.
- Akupunktur: Kann bei der Schmerzlinderung helfen
- Neuraltherapie: Störfeldsuche und -behandlung
- Osteopathie: Behandlung von Bewegungseinschränkungen und Blockaden
- Wärmeanwendungen: Rotlicht kann die Schmerzen lindern
Wichtige Hinweise
- Bei anhaltenden, unklaren oder neu auftretenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden, da es sich um Erkrankungen handeln kann, die einer ärztlichen Abklärung bedürfen.
- Gelsemium comp. Hevert Tropfen sollten während Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.
- Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen Giftsumachgewächse sowie bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.
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