Angststörungen sind weit verbreitete psychische Erkrankungen, die durch unverhältnismäßige Angstreaktionen gekennzeichnet sind. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Angststörungen und des posterioren reversiblen Enzephalopathiesyndroms (PRES), wobei Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten detailliert betrachtet werden.
Angststörungen: Eine Übersicht
Angststörungen umfassen eine Gruppe psychischer Erkrankungen, die sich durch Ängste auszeichnen, deren Ausmaß und Dauer unverhältnismäßig stark sind. Sie verursachen erheblichen Leidensdruck und psychosoziale Beeinträchtigungen. Zu den Angststörungen gehören Panikstörung, generalisierte Angststörung und Phobien (Agoraphobie, soziale Phobie, spezifische Phobien).
- Panikstörung: Wiederkehrende, plötzliche Panikattacken in unspezifischen Situationen.
- Generalisierte Angststörung: Erhöhtes Angstniveau ohne beherrschende Paniksymptome, unrealistische Besorgnisse und Katastrophenerwartungen.
- Phobien: Ängste vor spezifischen Situationen, Orten oder Objekten.
Angststörungen sind die am weitest verbreiteten psychischen Erkrankungen. In Deutschland liegt die 12-Monats-Prävalenz bei 15,3 Prozent, wobei Frauen (21,3 Prozent) deutlich häufiger betroffen sind als Männer (9,3 Prozent). Häufig treten Angststörungen zusammen mit Depressionen und Substanzabhängigkeiten auf.
Die unterschiedlichen Angstformen manifestieren sich altersdifferenziert. Panikstörungen und Agoraphobie werden üblicherweise zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr erstdiagnostiziert, eine generalisierte Angststörung in der späten Adoleszenz bzw. im jungen Erwachsenenalter sowie um das 40. Lebensjahr. Spezifische Phobien sind meist schon in der Kindheit und frühen Jugend zu beobachten, soziale Phobien in der Adoleszenz.
Ursachen und Entstehung von Angststörungen
Die Ursachen und Entstehung von Angststörungen sind multifaktoriell. Sozioökonomische, psychologische, psychodynamische, psychosoziale, neurobiologische und genetische Einflüsse spielen eine Rolle.
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Angst als natürliches Phänomen
Eine übertriebene Furcht basiert auf natürlichen Mechanismen. Furcht vor realen Gefahren ist rational und sinnvoll. Bei einer generalisierten Angststörung ist die Realangst übermäßig stark ausgebildet. Spezifische Phobien können als übertriebene Ausprägungen der angeborenen Urängste interpretiert werden, soziale Phobien als ein überhöhtes Ausmaß der natürlichen sozialen Zurückhaltung und Panikstörungen als gesteigerte Reaktion auf körperliche Warnsignale.
Triple-Vulnerabilitäts-Theorie
Die Triple-Vulnerabilitäts-Theorie von Barlow (2002) besagt, dass die Ursprünge übermäßiger Angst auf eine allgemeine biologische Vulnerabilität, eine allgemeine psychologische Vulnerabilität und eine spezifische psychologische Vulnerabilität zurückzuführen sind.
Psychosoziale Faktoren
Kindheitstraumata, aktuelle Belastungen und ungünstige Erziehungsstile sind mit dem Auftreten von Angststörungen verbunden. Ein höheres Bildungsniveau und eine Vollzeitberufstätigkeit korrelieren mit niedrigeren Raten an Angsterkrankungen.
Kognitive und psychophysiologische Erklärungsversuche
In kognitiven und psychophysiologischen Störungsmodellen wird die übermäßige Furcht als Folge fehlerhafter Lernprozesse gedeutet. Bei der Panikstörung nehmen Betroffene harmlose Änderungen physiologischer Funktionen als bedrohliche körperliche Erkrankung wahr. Bei der generalisierten Angststörung werden auslösende Stimuli im Sinne einer bedrohlichen Situation fehlinterpretiert. Bei der sozialen Phobie verursachen soziale Situationen negative Kognitionen, körperliche Reaktionen und Vermeidungsverhalten.
Psychodynamische/psychoanalytische Erklärungen
Psychoanalytische Erklärungsversuche deuten die Symptome einer Angsterkrankung als Folge früh entstandener Konflikte, die zu unangemessenen Lösungsversuchen führen. Bei der Panikstörung fördern kindliche Traumata und intrapsychische Konflikte eine verminderte Toleranz gegenüber negativen Affekten bzw. eine verstärkte Trennungs- und Verlustangst. Bei der generalisierten Angststörung sind Betroffene darin beeinträchtigt, Sicherheit, Gewissheit und Ruhe herzustellen. Sozialphobische Menschen suchen Akzeptanz und Bestätigung bei gleichzeitig antizipierter Demütigung bzw. Beschämung.
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Neurobiologie
Zwischen Angstpatienten und gesunden Kontrollpersonen gibt es Unterschiede in einigen Neurotransmittersystemen. Ebenso konnten neurobiologische Befunde in bildgebenden Verfahren ermittelt werden. Im Vergleich zu Normalpersonen zeigen viele Angstpatienten dysfunktionale Strukturen innerhalb eines komplexen Angstnetzwerks.
Genetik
Familien- und Zwillingsuntersuchungen zeigen, dass Angsterkrankungen genetisch beeinflusst werden.
Symptome von Angststörungen
Abhängig von der Art der Angsterkrankung variiert das Beschwerdebild.
Panikstörung
Eine Panikstörung ist durch wiederkehrende, anfallsartig auftretende Panikattacken in unspezifischen Situationen gekennzeichnet. Während des Panikgeschehens verspüren die Betroffenen häufig somatische Beschwerden wie Schwitzen, Zittern, Palpitationen, Atemnot und Übelkeit.
Agoraphobie (mit/ohne Panikstörung)
Bei der Agoraphobie mit Panikstörung verspüren die Betroffenen neben den Panikattacken eine Angst vor Orten, aus denen sie im Fall eines Panikgeschehens nur schwer entkommen können.
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Das posteriore reversible Enzephalopathiesyndrom (PRES)
Das posteriore reversible Enzephalopathiesyndrom (PRES) ist ein akutes Krankheitsbild, das durch multiple neurologische Symptome, charakteristische bildgebende Veränderungen im Sinne eines vasogenen Ödems und eine Reversibilität der Beschwerden gekennzeichnet ist.
Epidemiologie
Das Auftreten eines PRES wurde in allen Lebensdekaden mit einem Peak im jungen bis mittleren Erwachsenenalter beschrieben.
Pathophysiologie
Zu den pathophysiologischen Mechanismen, die zur Entstehung eines PRES führen, liegen unterschiedliche Erklärungsmodelle vor. Eine Hypothese geht von einer Störung der zerebrovaskulären Autoregulation aufgrund eines akuten Blutdruckanstiegs aus. Eine weitere Theorie postuliert eine endotheliale Dysfunktion als primären kausalen Faktor.
Ursachen
Neben einer hypertensiven Genese werden zahlreiche weitere auslösende Faktoren mit oder ohne gleichzeitigem Vorliegen von hypertensiven Blutdruckwerten beschrieben. Hierzu zählen zytotoxische oder -statische Therapie, Autoimmunerkrankungen, Niereninsuffizienz und (Prä-)Eklampsie.
Symptome
Neben akuten Blutdruckveränderungen ist das PRES durch unspezifische neurologische Symptome unterschiedlicher Ausprägung gekennzeichnet. Hierzu zählen enzephalopathische Veränderungen, epileptische Anfälle und Sehstörungen.
Diagnose
Zur Diagnosesicherung des PRES ist derzeit kein diagnostischer Goldstandard verfügbar. Die Diagnose wird meist anhand der klinischen Symptomatik und bildgebender Verfahren gestellt. In der Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) stellt sich das Bild eines vasogenen Ödems dar.
Therapie
Mangels kausaler Therapie orientieren sich gegenwärtige therapeutische Ansätze an der klinischen Symptomatik. Generell herrscht Konsensus darüber, dass normotensive Werte anzustreben sind. Epileptische Anfälle oder ein Status epilepticus erfordern eine antikonvulsive Therapie. Grundsätzlich sollte das auslösende Agens (falls möglich) eliminiert und die zugrunde liegende Erkrankung bestmöglich therapiert werden.
Differenzialdiagnosen
Aufgrund der ähnlichen klinischen Symptomatik und der angiographischen Veränderungen zeigt das PRES eine große Nähe zum reversiblen zerebralen Vasokonstriktionssyndrom (RCVS), das eine der wichtigsten Differenzialdiagnosen darstellt.
Epilepsie: Eine weitere neurologische Erkrankung
Epilepsien äußern sich durch wiederkehrende epileptische Anfälle, die ganz verschieden ablaufen können. Die Ursachen reichen von strukturellen Hirnschäden bis zu genetischen Veränderungen. Zwei Drittel der Patient*innen werden mit Medikamenten anfallsfrei.
Vaskuläre Demenz
Vaskuläre Demenz entsteht aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn. Ursachen hierfür können Ablagerungen in Blutgefäßen, Blutgerinnsel oder Hirnblutungen sein. Bei vaskulärer Demenz können zu Beginn vor allem Probleme mit Aufmerksamkeit, verlangsamtem Denken sowie Persönlichkeitsveränderungen auftreten.
Demenz: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten
Demenz ist in den meisten Fällen nicht heilbar. Ziel vieler Behandlungsansätze ist es, den Patient:innen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Dafür können verschiedene Therapiemöglichkeiten in Betracht gezogen werden, die in erster Linie die Symptome lindern und den Krankheitsverlauf verlangsamen sollen.
Farbsehstörungen
Für die Verarbeitung des Sehens sind unterschiedliche Photorezeptoren, Zapfen und Stäbchen, in der Netzhaut verantwortlich. Menschen mit einer Farbsehschwäche erkennen manche Farben nur eingeschränkt. Eine sehr häufige Farbsehschwäche ist die Rot-Grün-Sehschwäche.
Erkrankungen der Nebenschilddrüsen
Die Nebenschilddrüsen sind die alleinigen Produzenten eines Hormons, das für die Regulierung des Kalziumhaushalts wichtig ist. Ursache einer Unterfunktion ist häufig eine Operation an der Schilddrüse. Ursache einer Überfunktion ist in vier von fünf Fällen eine - meist gutartige - Zellwucherung.
Leberzirrhose
Leberzirrhose ist meist die Folge einer langjährigen chronischen Grunderkrankung. Leberzellen sterben ab und werden durch Bindegewebe ersetzt. Es kommt zu einem schrittweisen Funktionsverlust der Leber. Auch die Gehirnfunktion kann beeinträchtigt werden, da sich Abfallstoffe wie Ammoniak im Körper anreichern.
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