Gereizter Nerv Fußrücken Ursachen: Ein umfassender Überblick

Viele Menschen leiden unter Fußschmerzen, die trotz verschiedenster Therapieversuche chronisch bleiben. Obwohl die Schmerzen oft spezifisch an der Fußsohle lokalisiert sind, können verschiedene Erkrankungen diese verursachen. Ein wichtiger Faktor bei diesem Schmerzsyndrom ist oft der Nervus plantaris lateralis, insbesondere sein erster Ast, der als Baxter-Nerv oder Jogger-Nerv bekannt ist. Dieser Nerv kann im Bereich der Fußsohle zu Problemen und Schmerzen führen, insbesondere bei Laufbewegungen.

Ursachen für gereizte Nerven im Fußrücken

Gereizte Nerven im Fußrücken können verschiedene Ursachen haben. Hier sind einige der häufigsten:

  • Baxter-Nerv-Neuralgie: Der Baxter-Nerv verläuft hinter dem Innenknöchel in Richtung Fußsohle und passiert dabei zwei Engstellen, an denen er erhöhtem Druck ausgesetzt sein kann. Auch der Musculus abductor hallucis, ein Muskel am seitlichen Fußinnenrand, kann eine Rolle spielen, da der Baxter-Nerv hinter diesem Muskel in Richtung Fußsohle abtaucht.

  • Morton Neurom: Das Morton Neurom ist eine Verdickung des Mittelfußnerven, meist zwischen dem 3. und 4. Zeh, seltener zwischen dem 2. und 3. Zeh. Es entsteht durch eine Vermehrung der bindegewebigen Anteile des Mittelfußnerven und kann zu brennenden oder stechenden Schmerzen im Mittelfuß und den Zehen führen. Frauen sind viermal häufiger betroffen als Männer, oft im Zusammenhang mit einem Spreizfuß.

  • Kamerad-Schnürschuh-Syndrom: Dieses Engpasssyndrom betrifft die peripheren Nerven außerhalb des zentralen Nervensystems. Der Nervus suralis, der relativ nah unter der Haut entlangläuft, wird komprimiert, oft durch zu enge oder harte Schuhe wie Pumps, Stiefel oder Skischuhe.

    Lesen Sie auch: Nervenschmerzen im unteren Rücken lindern

  • Tarsaltunnelsyndrom: Hierbei wird der Nervus tibialis (Schienbeinnerv) im Tarsaltunnel am Innenknöchel eingeklemmt oder gereizt. Ursachen können Fußfehlstellungen wie der Knick-Senkfuß oder Verletzungen sein.

  • Vorderes Tarsaltunnelsyndrom: Bei Beschwerden am Fußrücken oder Sprunggelenk kann das vordere Tarsaltunnelsyndrom vorliegen. Hierbei erhöht sich der Gewebedruck im Bereich vor dem Sprunggelenk, wodurch Durchblutung und Nervenleitung blockiert werden.

  • Hinteres Tarsaltunnelsyndrom: Diese krankhafte Einengung betrifft den Bereich hinter und unter dem Innenknöchel, in dem zahlreiche Blutgefäße sowie die Sehnen des Großzehenstreckers und des Wadenbeinmuskels verlaufen.

  • Nervenkompressionssyndrome: Diese können durch Folgen von Knochenbrüchen, Verrenkungen oder Fußfehlstellungen wie Spreiz- oder Senkfüße entstehen. Auch im Rahmen einer rheumatoiden Arthritis können Sehnen und Bänder entzündlich verändert und verdickt sein, was zu einer Nervenkompression führt.

  • Weitere Ursachen: Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Nierenerkrankungen können zu Einlagerungen in den Sehnen oder deren Verdickung und dadurch zu Einengungen des Nervs führen. Auch Verletzungen oder Operationen im Kniebereich können den Nervus peroneus beeinträchtigen.

    Lesen Sie auch: Vorbeugung gereizter Zahnnerven

Symptome gereizter Nerven im Fußrücken

Die Symptome können je nach Ursache variieren. Hier sind einige häufige Anzeichen:

  • Schmerzen: Brennende, stechende oder einschießende Schmerzen im Mittelfuß, den Zehen oder der Fußsohle. Die Schmerzen können sich bei Belastung oder in der Nacht verstärken.
  • Missempfindungen: Kribbeln, Taubheitsgefühle oder ein Gefühl des "Einschlafens" im Fuß oder den Zehen.
  • Druckschmerz: Schmerzen bei Druck auf bestimmte Bereiche des Fußes, z.B. über dem Nervenverlauf des Nervus tibialis beim Tarsaltunnelsyndrom.
  • Muskelschwäche: Eine Schwächung oder Rückbildung der Fußmuskulatur kann infolge einer langfristigen Schädigung des Nervs auftreten.
  • Überempfindlichkeit: Eine Überempfindlichkeit (Hyperaesthesie) der Fußsohle kann auftreten.
  • Bewegungseinschränkungen: Teilweise verstärken sich die Schmerzen bei plötzlicher Bewegung des Fußes in Richtung Schienbein.
  • Weitere Symptome: Bei Patienten mit Nerveneinklemmungen am Fuß können neben den Schmerzen auch Missempfindungen (Parästhesien), Kribbel- und manchmal auch Taubheitsgefühle des Fußes auftreten.

Diagnose

Die Diagnosefindung kann schwierig sein und erfordert oft die Kooperation eines erfahrenen Fußspezialisten mit einem Neurologen. Folgende Methoden können zur Anwendung kommen:

  • Klinische Untersuchung: Der Arzt befragt den Patienten ausführlich und untersucht den Fuß, um andere äußere Verletzungen auszuschließen.
  • Tastuntersuchung: Der Fußspezialist kann das Morton Neurom zwischen den Mittelfußknochen ertasten und einen spezifischen Druckschmerz auslösen (Mulder-Zeichen).
  • Neurologische Untersuchung: Der Arzt beklopft den Nerv, um ein elektrisierendes Gefühl auszulösen (Tinel-Zeichen). Er prüft die Sensibilität des Fußes, um den Verdacht auf ein Kompressionssyndrom zu bestätigen.
  • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen oder Magnetresonanztomographie (MRT) können veranlasst werden, um innere Verletzungen oder Veränderungen darzustellen. Eine MRT kann auch die Größe einer Nervenschwellung bestimmen.
  • Messung der Nervenleitgeschwindigkeit: Diese Messung kann durchgeführt werden, ist aber oft ungenau und in einigen Fällen kaum durchführbar.
  • Elektromyographie: Diese Untersuchung kann zusätzlich durchgeführt werden, um die Funktionsfähigkeit des Nervs und den Grad der Nervenschädigung zu beurteilen.
  • Lokalanästhesie: Die Betäubung des schmerzenden Bereichs mit einer Spritze kann zur Diagnose beitragen.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung. In der Regel wird zunächst konservativ behandelt:

  • Schonung: Jede Überbelastung sollte vermieden werden.
  • Korrektur von Fehlstellungen: Eine Korrektur von Fehlstellungen wie Knick- oder Senkfüßen kann helfen, den Druck auf die Nerven zu verringern.
  • Weichbettung: Die schmerzhafte Fußpartie sollte weich gebettet werden.
  • Schuhwerk: Weite, gepolsterte Schuhe tragen, die das Quergewölbe unterstützen und den Zehen genügend Raum lassen. Spezielle entlastende Vorfußschuhe können ebenfalls hilfreich sein.
  • Einlagen: Spezielle Schuheinlagen können den Nerv entlasten und die Ferse aufrichten.
  • Physiotherapie und Fußgymnastik: Gezielte Übungen können das Fußgewölbe aufrichten, die Muskulatur stärken und die Wadenmuskulatur einbeziehen.
  • Medikamente: Entzündungshemmende Medikamente (NSAR) oder Injektionen mit Kortison können eingesetzt werden, um akute Entzündungen und Schwellungen zu lindern.
  • Manuelle Therapie: Stoffwechselfördernde, detonisierende und schmerzlindernde manuelle Techniken können helfen, den Nerv zu entlasten.
  • Kälteanwendung: Legen Sie sofort eine Eispackung oder ein kühlendes Gel auf den betroffenen Bereich, um die Entzündung zu reduzieren und Schmerzen zu mindern.
  • Kompression: Verwenden Sie eine elastische Binde, um den betroffenen Bereich leicht zu komprimieren. Dies hilft, die Schwellung zu kontrollieren.
  • Hochlagerung des Fußes: Legen Sie Ihren Fuß höher als Ihr Herz, um die Schwellung zu minimieren.

Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen, kann ein chirurgischer Eingriff in Erwägung gezogen werden:

  • Neurolyse/Dekompression: Bei dieser Operation wird der Tarsaltunnel entlastet, indem das Halteband der Beugesehnen gespalten wird, um mehr Platz für den Nerv zu schaffen.
  • Neurektomie: In der Fußchirurgie wird das Nervengeschwulst über einen Schnitt am Fußrücken entfernt.
  • Osteotomie: Umstellung der Zehenknochen (Metatarsalknochen) durch eine minimalinvasive Osteotomie.
  • Entfernung von Wucherungen: Wenn Tumoren oder knöcherne Veränderungen auf den Nerv drücken, erfolgt eine Operation, um die Wucherung zu entfernen.

Nach einer Operation sollte der Fuß für etwa 3 Wochen nur teilbelastet werden. Ein spezieller Vorfußentlastungsschuh kann die Wundheilung unterstützen. Fußgymnastik zur Stärkung der kleinen Fußmuskeln ist ebenfalls wichtig.

Lesen Sie auch: Diagnose und Therapie bei Nervenreizung im Fuß

Prävention

Mit dem Wissen um die Entstehungsgründe kann einiges unternommen werden, um gereizte Nerven im Fußrücken zu verhindern:

  • Geeignetes Schuhwerk: Vermeiden Sie zu enge oder harte Schuhe. Tragen Sie Schuhe, die Ihren Füßen genügend Raum bieten und das Fußgewölbe unterstützen.
  • Fußgymnastik: Kräftigen Sie Ihre Füße durch regelmäßige Fußgymnastik.
  • Barfußgehen: Gehen Sie so oft wie möglich barfuß, um die Flexibilität der Gelenke im Fuß zu verbessern und die Muskulatur zu stärken.
  • Gewichtsmanagement: Übergewicht kann die Belastung der Füße erhöhen und zu Nervenreizungen führen.
  • Regelmäßige Kontrollen: Bei Diabetes-Patienten sind regelmäßige Kontrollen wichtig, um periphere Nervenschädigungen frühzeitig zu erkennen.
  • Fußpflege: Gönnen Sie Ihren Füßen regelmäßig Erholung und pflegen Sie sie, um Druckstellen und andere Beschwerden zu vermeiden.
  • Training: Trainieren Sie Ihre Beinmuskulatur, um Gefäße und Nerven vor äußeren Belastungen und Druck zu schützen.

tags: #gereizter #nerv #fubrucken