Germanische Heilkunde und Epilepsiebehandlung: Ein umfassender Überblick

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Ein epileptischer Anfall ist definiert als das vorübergehende Auftreten von objektiven und/oder subjektiven Zeichen als klinischer Ausdruck einer exzessiven oder synchronisierten neuronalen Hirnaktivität. Die Inzidenz unprovozierter epileptischer Anfälle beträgt ca. 55 auf 100.000 Personenjahre, sie hat einen U‑förmigen Verlauf mit einer hohen Inzidenz im frühen Kindesalter (130 auf 100.000 Personenjahre) und jenseits des 65. Lebensjahrs (110 auf 100.000 Personenjahre). Die 1‑Jahres-Prävalenz für Epilepsien beträgt in Industrienationen ca. 7 auf 1000 Personen.

Klassifikation epileptischer Anfälle und Epilepsien

Epileptische Anfälle werden nach der Internationalen Liga gegen Epilepsie (ILAE) in fokal (d. h. in einer Hirnhemisphäre) beginnend und generalisiert (d. h. in Netzwerkstrukturen beider Hirnhemisphären) beginnend eingeteilt. Wenn der Beginn unbeobachtet war oder von dem Patienten/der Patientin nicht erinnert wurde, gilt dieser als unbekannt. Fokal beginnende Anfälle werden in bewusst und nicht bewusst erlebte Formen eingeteilt, diese können einen motorischen und einen nichtmotorischen Beginn haben. Fokal beginnende Anfälle können sich im Verlauf auch auf die Gegenseite ausbreiten und in bilateral tonisch-klonische Anfälle übergehen; in der Regel ist dann auch mindestens der kontralaterale Motorkortex beteiligt. Der Begriff „generalisiert“ ist nur für Anfälle vorbehalten, die generalisiert beginnen. Anfälle mit generalisiertem oder unbekanntem Beginn werden in motorische und nichtmotorische Formen klassifiziert.

Epilepsien werden wie epileptische Anfälle in fokale und in generalisierte Formen eingeteilt. Zudem gibt es kombiniert generalisierte und fokale Epilepsien sowie unklassifizierte Epilepsien. Eine weitere Spezifizierung der Art der Epilepsie in ein Epilepsiesyndrom (wie juvenile myoklonische Epilepsie oder mesiale Temporallappenepilepsie) ist bei Vorliegen weiterer klinischer oder EEG- bzw.

Ziele der Epilepsiebehandlung

Ziel der Therapie der Epilepsien ist Anfallsfreiheit bzw. eine bestmögliche Anfallskontrolle bei keinen oder allenfalls minimalen unerwünschten Wirkungen. Dies soll den Patient:innen eine hohe Lebensqualität ermöglichen. Die bisherigen Termini „Antiepileptikum“ und „Antikonvulsivum“ waren unscharf, weil sie fälschlicherweise suggerierten, dass die Erkrankung Epilepsie behandelt wird bzw. dass es nur um die Behandlung motorischer („konvulsiver“) Anfälle geht. Der neue englischsprachige Terminus „antiseizure medication“ beschreibt den Sachverhalt treffsicherer, Ziel der Therapie ist die Verhinderung des Auftretens weiterer Anfälle. Analog wurde im deutschsprachigen Raum der Begriff „Anfallssuppressivum“ bzw.

Komorbiditäten und psychosoziale Auswirkungen

Bei Menschen mit Epilepsien sind psychiatrische Erkrankungen wie Angststörungen, Depression u. a. etwa 2‑ bis 5‑mal häufiger als in der allgemeinen Bevölkerung. Zudem gehen Epilepsien nicht selten mit kognitiven Einbußen einher. Das Verhältnis zwischen der Epilepsie und den begleitenden psychiatrischen Störungen ist bidirektional, d. h. Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, die im Erwachsenenalter mit erheblichen sozioökonomischen und psychosozialen Auswirkungen in verschiedenen Lebensbereichen (Schule, Beruf, Mobilität, Familie etc.) und mit epilepsiebezogenen Gefährdungen und Risiken in Freizeit (z. B. Ertrinken) und Beruf (z. B. Verletzungen) verbunden sein kann. Das Ziel ist die Unterstützung von Betroffenen, ein selbstbestimmtes Leben mit möglichst wenigen Einschränkungen zu führen.

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Differentialdiagnostik und Anamnese

Welche semiologischen Charakteristika sind bei der differenzialdiagnostischen Abgrenzung fokal zu bilateral bzw. Klinische Zeichen wie eine tonische Haltung und Myoklonien der Extremitäten, offene vs. geschlossene Augen und die Dauer der postiktalen Desorientiertheit sollen neben weiteren Aspekten (z. B. Neben der ausführlichen Eigenanamnese soll die Fremdanamnese zur differenzialdiagnostischen Einordnung der Anfälle erhoben werden.

Akut-symptomatische Anfälle

Akut-symptomatische Anfälle treten in engem zeitlichem und kausalem Zusammenhang mit akuten systemischen Störungen, wie z. B. einer Hyponatriämie, oder mit einer akuten Hirnschädigung, wie z. B. einer zerebralen Hämorrhagie, auf.

Wenn direkt nach einem akut-symptomatischen Anfall aufgrund individueller Erwägungen sofort ein Anfallssuppressivum gegeben wurde, soll dieses aufgrund des niedrigen langfristigen Rezidivrisikos für einen erneuten - dann unprovozierten - Anfall nach Ende der akuten Phase, d. h.

Diagnostische Maßnahmen nach einem ersten Anfall

Welchen Nutzen hat die Durchführung eines oder mehrerer Routine-EEGs bzw. eines Langzeit-EEGs hinsichtlich der Detektion epilepsietypischer Potenziale und somit hinsichtlich der Abschätzung des Risikos für einen weiteren unprovozierten Anfall? Wenn nach einem ersten Anfall und weiter bestehender diagnostischer Unsicherheit in einem ersten Routine-EEG keine epilepsietypischen Potenziale nachgewiesen wurden, sollten bis zu 3 weitere Routine-EEGs (ggf.

Ein MRT soll innerhalb weniger Tage nach dem ersten Anfall durchgeführt werden. Es soll ein hochauflösendes MRT mit 1,5 oder 3 T z. B.

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Bei welchen Patient:innen ist eine Liquoruntersuchung sinnvoll? Welchen Nutzen haben Screeningfragebögen zur Erkennung von Angststörungen, Depression und Suizidalität nach einem ersten epileptischen Anfall (bzw. NDDI‑E Screening für Depression; cut-off für V. a. depressive Störung ≥ 14 bzw. Nach einem ersten epileptischen Anfall sollte ein ausführlicher psychopathologischer Befund erhoben werden, oder es sollten Screeningfragebögen auf Depression (z. B. NDDI-E) und auf Angststörungen (z. B.

Definition Epilepsie und Aufklärung

Eine Epilepsie liegt gemäß ILAE-Definition von 2014 vor, wenn ein signifikant erhöhtes Risiko für das Auftreten weiterer unprovozierter Anfälle besteht. Schlafentzug in der Nacht vor einem (ersten) epileptischen Anfall soll als dessen Auslöser und soll nicht als dessen Ursache gewertet werden. Die Inhalte und die Notwendigkeit der Aufklärung über Kraftfahreignung nach einem sicheren ersten epileptischen Anfall richten sich nach den Richtlinien des jeweiligen Staats.

Weitere diagnostische Aspekte

Welchen Stellenwert hat die unfallchirurgische Beurteilung eines Patienten/einer Patientin nach einem ersten bilateralen oder generalisierten tonisch-klonischen Anfall (bzw. Welchen Nutzen hat ein cCT nach einem ersten bilateralen oder generalisierten tonisch-klonischen Anfall (mit Sturz) (bzw.

Pharmakotherapie fokaler Epilepsien

In der randomisierten, offenen SANAD I-Studie (Abkürzung für Standard and New Antiepileptic Drugs) wurden fünf Anfallssuppressiva hinsichtlich der primären Endpunkte „Zeit ab Therapiebeginn bis Anfallsfreiheit von 12 Monaten“ (Wirksamkeit) und „Zeit bis zum Therapieversagen“ (Wirksamkeit und Verträglichkeit) verglichen. Carbamazepin war signifikant wirksamer als Gabapentin und hatte einen nicht-signifikanten Vorteil gegenüber Lamotrigin, Oxcarbazepin und Topiramat. Bei dem Endpunkt „Zeit bis Therapieversagen“ war Lamotrigin den Substanzen Carbamazepin, Gabapentin und Topiramat signifikant überlegen, das günstigere Ergebnis im Vergleich zu Oxcarbazepin war nicht signifikant. In dieser Studie betrug das mittlere Alter der Patient:innen 39 (± 18) Jahre. In der Nachfolgestudie SANAD II zeigte sich eine statistisch signifikante Überlegenheit von Lamotrigin gegenüber Levetiracetam und Zonisamid hinsichtlich der „Zeit ab Therapiebeginn bis zur Anfallsfreiheit von 12 Monaten“ (primärer Endpunkt), allerdings nur in der Per-Protokoll-Analyse (nicht in der Intention-to-treat-Analyse).

Pharmakotherapie genetisch generalisierter Epilepsien

In der randomisierten, offenen SANAD I‑Studie war Valproinsäure bei genetischen generalisierten Epilepsien hinsichtlich des primären Endpunkts „Zeit ab Therapiebeginn bis Erreichen von 12 Monaten Anfallsfreiheit“ (Wirksamkeit) Lamotrigin signifikant und Topiramat nicht-signifikant überlegen. Bei dem primären Endpunkt „Zeit bis zum Therapieversagen“ (Wirksamkeit und Verträglichkeit) war Valproinsäure den 2 vorgenannten Substanzen signifikant überlegen. In dieser Studie betrug das mittlere Alter der Patient:innen 23 (± 14) Jahre. Die Nachfolgestudie SANAD II verglich die Anfallssuppressiva Valproinsäure und Levetiracetam; bei dem primären Endpunkt „Zeit ab Therapiebeginn bis Erreichen von 12 Monaten Anfallsfreiheit“ (Wirksamkeit) war Valproinsäure bei genetischen generalisierten Epilepsien signifikant überlegen, allerdings nur in der Per-Protokoll-Analyse (nicht in der Intention-to-treat-Analyse). Bei Absence- und nicht klassifizierter Epilepsie war in der Subgruppenanalyse keine Überlegenheit von Valproinsäure nachweisbar.

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Anfallssuppressive Behandlung bei Frauen mit Kinderwunsch

Das Ziel der anfallssuppressiven Behandlung bei Frauen mit Kinderwunsch ist neben einer bestmöglichen Anfallskontrolle und Verträglichkeit ein möglichst niedriges teratogenes Risiko für das Kind. Im europäischen Schwangerschaftsregister (EURAP) werden Schwangerschaften unter Anfallssuppressiva erfasst und hinsichtlich großer Fehlbildungen des Neugeborenen bis zu einem Jahr nach der Geburt dokumentiert. Die Daten sind vor dem Hintergrund zu betrachten, dass bereits in der Normalbevölkerung von einem Fehlbildungsrisiko für große Fehlbildungen von durchschnittlich 2-3 % auch ohne Medikation auszugehen ist.

Die Daten aus EURAP und anderen Schwangerschaftsregistern zeigen, dass das Fehlbildungsrisiko unter Valproinsäure dosisabhängig am höchsten ist (≤ 650 mg: 5 %; > 1450 mg: 25 %). Ein niedriges Risiko von 2,5 % besteht unter Lamotrigin in einer Dosierung bis 325 mg/Tag. Für Levetiracetam und Oxcarbazepin ist das Fehlbildungsrisiko nicht dosisabhängig und vergleichbar mit Lamotrigin, aber niedriger als unter Carbamazepin ≤ 700 mg/Tag (4,5 %). Auch unter Topiramat wurde ein erhöhtes Risiko für große angeborene Fehlbildungen registriert.

Bei Frauen mit genetischer generalisierter oder unklassifizierter Epilepsie, bei denen eine Konzeption nicht mit einem hohen Maß an Sicherheit ausgeschlossen werden kann, kann Valproinsäure nur dann erwogen werden, wenn andere sinnvoll einsetzbare Anfallssuppressiva nicht wirksam oder verträglich waren. Die Dosis von Valproinsäure sollte 650 mg pro Tag nicht überschreiten.

Kontrazeption bei Frauen mit Epilepsie

Welche Art der Kontrazeption ist bei Frauen im gebärfähigen Alter mit Epilepsie zu präferieren? Die Verhütungsmethoden sollen die Bedürfnisse und Kompetenzen der Patientinnen berücksichtigen. Bei gleichzeitiger Gabe von oralen Kontrazeptiva und Lamotrigin bzw. Valproinsäure sollte auf eine ggf. Beim Einsatz von hormonellen Kontrazeptiva und gleichzeitiger Gabe von Anfallssuppressiva, die die hormonelle Kontrazeption beeinflussen, sollten zusätzliche Barrieremaßnahmen (z. B.

Folsäure während der Schwangerschaft

Welchen Nutzen hat die Gabe von Folsäure bei Frauen mit Epilepsie während der Schwangerschaft hinsichtlich der Reduktion von Teratogenität der Anfallssuppressiva? Es liegen keine belastbaren Studiendaten für die erforderliche Folsäuredosis bei Patientinnen mit Epilepsie und bestehender anfallssuppressiver Therapie vor. In der Vergangenheit wurden in der Epilepsie-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie 5 mg pro Tag empfohlen.

In einer 2022 veröffentlichten Kohortenstudie aus Skandinavien wurde aber gezeigt, dass bei Frauen mit Epilepsie und Einnahme von Anfallssuppressiva die Exposition gegenüber einer hohen Folsäuredosis (≥ 1 mg pro Tag, Median 4,3 mg) im Vergleich zu einer niedrigen Folsäuredosis (< 1 mg pro Tag) während der Schwangerschaft mit einem signifikant höheren Risiko der Nachkommen für Karzinome bis zum 20. Lebensjahr assoziiert war. So manifestierten sich bei 1,4 % der knapp 6000 exponierten Personen, aber nur bei 0,6 % der ca. 21.000 nicht exponierten Personen Neoplasien. Unter individueller Abwägung möglicher Risiken, auch eines erhöhten Neoplasierisikos, und des Nutzens von Folsäure wird diskutiert, bei Frauen mit Epilepsie und Einnahme von Anfallssuppressiva eine Folsäuredosis von 1 mg pro Tag und höher in spezifischen Konstellationen (z. B. positive Familienanamnese für Neuralrohrdefekte, insbesondere bei einem zuvor geborenen Kind mit Neuralrohrdefekt, und ggf.

Serumkonzentration von Anfallssuppressiva während der Schwangerschaft

Eine niedrige Serumkonzentration der Anfallssuppressiva kann Folge einer Maladhärenz bei Sorge vor teratogenen Effekten der Medikation sein. Schwangerschaftsbedingte Übelkeit und Erbrechen können die Resorption der Anfallssuppressiva reduzieren. Im Laufe der Schwangerschaft fällt die Serumkonzentration wahrscheinlich bei erhöhter Clearance für Carbamazepin, Lacosamid, Lamotrigin, Levetiracetam, Oxcarbazepin, Topiramat und Zonisamid. Eslicarbazepinacetat wurde in dieser Studie nicht untersucht, jedoch ist ein Abfall der Serumkonzentration in der Schwangerschaft analog dem Oxcarbazepin erwartbar. Für die Substanzen Brivaracetam, Gabapentin, Perampanel und Valproinsäure liegen keine bzw. Im Verlauf der Schwangerschaft sollte die Serumkonzentration der eingesetzten An…

Diagnostik und Therapie im Überblick

Für die Diagnose einer Epilepsie oder den o.g. Differentialdiagnosen ist in erster Linie die Krankengeschichte wichtig einschließlich der Schilderung der Anfälle durch die Patienten selbst und Angehörige oder Bekannte, die Anfälle beobachtet haben. Deshalb ist es sinnvoll, Menschen die Anfälle beobachten konnten, vor allem zur Erstvorstellung mitzubringen oder entsprechende Videoaufzeichnungen. Ferner werden die Patienten neurologisch untersucht. Die Elektroenzephalographie (EEG) steht zur Verfügung.

Die Therapie wird auf den einzelnen Patienten und die jeweilige Art der Epilepsie individuell abgestimmt. Die meisten Epilepsiepatienten werden mit Medikamenten behandelt. Im Rahmen unseres Epilepsie-Zentrums werden in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Neurochirugie auch operative Behandlungsverfahren eingesetzt, bei denen der Epilepsieherd aus dem Gehirn entfernt wird. Dies eignet sich besonders für Patienten, die trotz Behandlung mit mindestens zwei Medikamenten nicht anfallsfrei geworden sind (Pharmakoresistenz). In Entwicklung befindliche Medikamente oder Hirnstimulationsverfahren werden im Rahmen kontrollierter Therapiestudien eingesetzt. Wenn Sie an einer Behandlung mit neuen Medikamenten im Rahmen einer Studie interessiert sind, sprechen Sie uns bitte an.

Beratung und thematische Schwerpunkte

Wir beraten Sie gerne in allen Fragen, die mit Ihrer Erkrankung in Zusammenhang stehen. Dazu zählen auch Fragen der Lebensplanung und sozialmedizinische Aspekte. Thematische Schwerpunkte - Diagnostik und Therapie; fokale und generalisierte Epilepsien; psychogene nicht-epileptische ; fälle; Myoklonien; REM-Schlaf-Parasomnien; NonREM-Parasomnien; Narkolepsie; Bewegungsstörungen im Schlaf; Schlaf-assoziierte neuropsychiatrische Störungen. Wir möchten mit dieser Veranstaltung ein Forum schaffen, in dem Kasuistiken von Patient:innen mit paroxysmalen und schlafbezogenen Störungen unter Einbeziehung von Video-EEG- und polysomnographischen Befunden diskutiert werden.

Die Germanische Heilkunde und Epilepsie: Ein alternativer Ansatz

Die Germanische Heilkunde (GHk) bietet einen alternativen Ansatz zum Verständnis und zur Behandlung von Epilepsie. Nach der GHk ist ein epileptischer Anfall ein Teil eines natürlichen, biologischen Prozesses, der mit einem Konflikt und dessen Lösung zusammenhängt.

Der biologische Konflikt

In der GHk wird ein epileptischer Anfall als "tonisch-klonischer Anfall am Tiefpunkt der Vagotonie" beschrieben - in der pcl-Phase (post-Konflikt-Lösungsphase) nach einem motorischen Konflikt. Ein solcher Konflikt kann beispielsweise ein "nicht-wegrennen-können" oder ein "sich-nicht-wehren-können" sein. Bei beidseitigen Lähmungen sind stets beide Muskelgruppen auch beim DHS (Dirk Hamer Syndrom, dem Einschlag des Konflikts im Gehirn) beteiligt gewesen, mindestens in Gedanken. Eine Ausnahme machen nur solche Vorgänge, bei denen zufällig lokal ein bestimmter Muskel betroffen worden ist, z.B. bei einem Unfall. Auch jeder Muskel und jede Muskelgruppe hat ihre eigene Konfliktbedeutung. Mit der Streckseite des Beins z.B.

In der konflikt-aktiven Phase, beginnend mit dem DHS, nimmt die motorische Lähmung - je nach Intensität des Konfliktes - zu. Es gehen immer weniger oder keine Impulse mehr für die quergestreifte Muskulatur vom motorischen Rindenzentrum des Großhirns aus. Es können einzelne Muskel, ganze Muskelgruppen oder ganze Gliedmaßen betroffen sein. Eine große Gefahr besteht auch z.B. Aber auch Kinder die mit einer Lähmung zur Welt kommen, haben intrauterin ein schweres Konflikt-DHS erlitten, das ins motorische Zentrum eingeschlagen hat. Der hier bei weitem häufigste embryonale Konflikt ist der sog.

Die Heilungsphase und der epileptische Anfall

In der Heilungsphase, nach der Lösung des Konfliktes, am Tiefpunkt der Vagotonie, tritt dann der epileptische Krampfanfall auf. Das kann einzelne Muskelgruppen z.B. Arm, Bein oder Gesicht betreffen (focale Anfälle) oder ein sog. generalisierten Krampfanfall sein, mit Zungenbiss und Schaum vor dem Mund. Auch alle Zwischenstufen sind möglich. Die Schießscheibenringe im Gehirn bekommen jetzt Oedem. Dieser epileptische tonisch-klonisch Anfall ist ein von der Natur eingerichtetes quasi physiologisches und obligates Konflikt-Rezidiv mitten in der Heilungsphase, quasi imaginär. Der Patient erlebt in dieser Krise, im Zeitraffer, nochmals seinen gesamten Biologischen Konflikt der konflikt-aktiven Phase. Dadurch erreicht der Organismus, dass das Oedem ausgepresst wird und die Renormalisierung mit Diurese-Phase (sog. Von da ab strebt der Organismus wieder zur Normalisierung zurück, d.h. In der pcl-Phase - bzw. vorübergehenden Lösungsphase - hat er dann oft einen Tick, d.h.

Die alte Vorstellung, dass bei diesen epileptischen Anfällen Hirnzellen zerstört würden, war irrig. In der sog. Schulmedizin gab es früher schon die sog. “Differentialdiagnostik”, d.h. aus den verschiedenen Symptomen, Labor- und Röntgenbefunden versuchte man stets die Art der “Krankheit” herauszufinden. Es findet zwar immer ein Lösung statt - trotzdem ist der Konflikt nicht „vom Tisch“ - er „hängt“ (z.B. Parkinson). Jedoch das DHS ist immer der Beginn der konflikt-aktiven Phase, und ist auch immer der Beginn einer jeden sog. Erkrankung.

Epileptoide Krisen

Außer den motorischen Konflikten, die eine epileptische Krise in der Heilungsphase haben, haben grundsätzlich alle sog. Es kommt zwar bei den epileptoiden Krisen nicht zu tonisch-klonischen Krampfanfällen wie bei den motorischen Konflikten, sondern jedes noch so kleine biologische SBS (Konflikt) hat ihre ganz spezielle Art der epileptoiden Krise (z.B. Niesen, wenn einem etwas gestunken bzw.

Die epileptische oder epileptoide Krise ist ein Vorgang den Mutter Natur seit Jahr-millionen eingeübt hat. Er läuft auf allen drei Ebenen gleichzeitig ab. Der Patient erlebt nämlich mitten in der Heilungsphase nochmals ein physiologisches Konfliktrezidiv, d.h. jedem Patienten tritt nochmal kurzfristig sein Konflikt vor Augen, was zur Folge hat, dass der Patient ganz kurz in die Stressphase hineingerät, kalte Hände bekommt, zentralisiert ist, mit kaltem Schweiß, und alle Symptome der Konfliktaktivität für eine kurze Zeit wieder erlebt. Nach der epileptoiden Krise wird der Patient dann wieder warm. Der Patient erlebt danach die erste kleine Harnflutphase. Dennoch ist die Epi-Krise die Stunde der Wahrheit! - vor allem bei langen oder sehr intensiven Konfliktverläufen.

Die epileptische oder epileptoide Krise ist bei vielen corticalen Großhirn-Konflikten sogar der gefährlichste Moment im Verlauf des Biologischen Konfliktes, z.B. beim Herzinfarkt oder bei der Lungenembolie, bei der pneumonische Lyse oder Absence nach Trennungs-Konflikt etc. In manchen Krankheitsverläufen ist sogar die pcl- oder Heilungsphase, sehr viel gefährlicher als die konflikt-aktive Phase. Der Herzinfarkt z.B. ist die typische epileptoide Krise, wobei wir den rechtscerebral gesteuerten Korornar-Arterien-Infarkt vom links-cerebral gesteuerten Koronar-Arterien-Infarkt unterscheiden. Stets bekamen die Patienten 3 bis 6 Wochen nach der Konfliktlösung ihre epileptoide Krise. Dies lässt sich evtl. erheblich reduzieren, wenn man die Behandlung schon im Vorfeld, also in den 3-6 Wochen Vagotonie vor der epileptoiden Krise bzw. Herzinfarkt ansetzen kann und das Hirnoedem abzubremsen vermag. Die sog. kalten Tage der verschiedenen epileptoiden Krisen haben ganz verschiedene symptomatische Verläufe, und je nach Organbetroffenheit (z.B. Eine Absence z.B.

Die Natur hat in vielen Millionen Jahren den Schockzustand entwickelt und auch seine Therapie. Jede sog. Erkrankung hat ihre ganz bestimmten Heilungssymptome, die mit der Konfliktlösung einsetzen. Die Germanische Heilkunde hat ganz genaue Kriterien herausgefunden dafür, was z.B. Die Germanische Heilkunde ist eine strenge logisch-kohärente Naturwissenschaft, gleichzeitig aber auch die menschlichste und verantwortungsvollste aller Wissenschaften, für Patient und Arzt gleichermaßen gut verstehbar.

Bedeutung der Forschung

In der Epileptologie sind prospektive Langzeituntersuchungen bei Patientinnen und Patienten mit neu beginnender Epilepsie von höchstem Interesse, um Fragen zum natürlichen Verlauf, zum Ansprechen auf die Therapie, zur Sterblichkeit, zu kognitiven Defiziten, zu psychiatrischen Komorbiditäten und zur psychosozialen Prognose belastbar zu beantworten.

Unter dem Titel "Berliner Epilepsie-Studie (BEST) - eine prospektive Langzeit-Kohorte" stellen wir über 3 Jahre eine Gruppe von 600 Patientinnen oder Patienten mit einem ersten epileptischen Anfall in den letzten 3 Monaten zusammen, diese wird dann langfristig nachverfolgt. Eingeschlossen werden Patienten ab dem 14. Lebensjahr, diese müssen sprachlich und kognitiv in der Lage sein, über ihre Anfälle zu berichten und die diversen Fragebögen auszufüllen. Bei der ersten Studienvisite erfolgt eine exakte klinische Phänotypisierung des epileptischen Anfall bzw. der Epilepsie durch Erhebung von Eigen- und Fremdanamnese. Zudem werden relevante Biomarker mit Hilfe von Untersuchungen wie Routine-EEG, cMRT (3 Tesla), Autoantikörper-Diagnostik (Liquor und Serum) sowie genetischen Tests, neuropsychologischen Evaluationen und Erhebungen zu depressiven und anderen psychiatrischen Störungen sowie zur Lebensqualität bestimmt. Die Patientinnen und Patienten werden 6 und 12 Monate nach der ersten Studienvisite und danach in jährlichen Abständen klinisch und - mit zum Teil längeren Zeitabständen - hinsichtlich Bestimmung einiger der genannten Biomarker nachverfolgt. Bei etwa 30 % der Patienten mit Epilepsie wird der Einsatz der ersten beiden Antiepileptika nicht zur Anfallsfreiheit führen, dies definiert Pharmakoresistenz. Patientinnen und Patienten mit pharmakoresistenter fokaler Epilepsie werden hinsichtlich der Möglichkeit eines epilepsiechirurgischen Eingriffs evaluiert. Die Studie wird an der Charité am Campus Virchow-Klinikum durchgeführt. Studienleiter sind Verena Gaus, Martin Holtkamp und Alexander Kowski. Die Rekrutierung der Patientinnen und Patienten erfolgt über akut-neurologische Kliniken in Berlin und Brandenburg. Finanziert wird diese Studie in den ersten 5 Jahren durch die großzügige Überlassung eines Erbes an die Charité mit der expliziten Festlegung des Erblassers auf "Epilepsie-Forschung".

Zusammengefasst erhoffen wir uns durch diese Studie neue Erkenntnisse über den Langzeitverlauf von neu aufgetretenen Epilepsien, über das Ansprechen auf die pharmakologischen und chirurgischen Therapieoptionen und über häufige komorbide Störungen wie Depression und Angst. Wir würden uns freuen, wenn Sie Patientinnen oder Patienten mit einem ersten Anfall auf diese Studie aufmerksam machen würden.

Aktuelle Forschungsergebnisse

Die Forschungsgruppe um Haas und Häussler hat in den letzten Jahren bedeutende Beiträge zum Verständnis und zur Behandlung von Epilepsie geleistet. Ihre Arbeiten umfassen ein breites Spektrum an Themen, von der Identifizierung optimaler Ziele für die Niederfrequenzstimulation zur Anfallssuppression bis hin zur Charakterisierung von fokal kortikalen Dysplasien.

Einige bemerkenswerte Ergebnisse sind:

  • Langzeit-Hippocampus-Niederfrequenzstimulation: Eine Studie von Kleis et al. (2025) zeigte, dass eine langfristige Hippocampus-Niederfrequenzstimulation fokale Anfälle, Gedächtnisdefizite und synaptische Pathologie in epileptischen Mäusen lindern kann.
  • Dysregulation der Myelinisierung bei fokaler kortikaler Dysplasie: Donkels et al. (2024) fanden heraus, dass bei der fokalen kortikalen Dysplasie Typ II des menschlichen Frontallappens eine Dysregulation der Myelinisierung vorliegt.
  • On-Demand-Niederfrequenzstimulation: Paschen et al. (2024) zeigten, dass eine bedarfsgerechte Niederfrequenzstimulation zur Anfallskontrolle wirksam ist und Auswirkungen auf das Verhalten hat.
  • Differentielle Vulnerabilität neuronaler Subpopulationen: Franz et al. (2023) identifizierten eine differentielle Vulnerabilität neuronaler Subpopulationen des Subikulums in einem Mausmodell für mesiale Temporallappenepilepsie.
  • Integration der CA2-Region in das Hippocampus-Netzwerk: Kilias et al. (2023) untersuchten die Integration der CA2-Region in das Hippocampus-Netzwerk während der Epileptogenese.

Diese und andere Studien tragen dazu bei, die Pathophysiologie der Epilepsie besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln.

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