Gerstengras, das junge Grün der Gerstenpflanze (Hordeum vulgare), gehört zur Familie der Süßgräser. Es wird seit der Antike von verschiedenen Kulturen, darunter Ägyptern und Babyloniern, als Nahrungsquelle für Mensch und Tier geschätzt. In den letzten Jahren hat Gerstengras als sogenanntes Superfood aufgrund seines potenziellen gesundheitlichen Nutzens weltweit an Popularität gewonnen.
Was ist Gerstengras?
Gerstengras sind die jungen Keimlinge der Gerste, bevor sie Ähren tragen. Es wird in verschiedenen Formen angeboten, darunter als Saft, Pulver, Tabletten oder Presslinge. Gerstengraspulver wird aus frischem Gerstengras hergestellt, das gefriergetrocknet und anschließend gemahlen wird. Diese schonende Verarbeitungsmethode trägt dazu bei, die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten.
Inhaltsstoffe und Nährwerte
Gerstengras enthält eine Vielzahl von Nährstoffen, darunter Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Bitterstoffe, Chlorophyll und Enzyme. Es ist reich an Ballaststoffen und enthält fast alle lebensnotwendigen Vitamine, wie Vitamin A, Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E, Vitamin K, Niacin, Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure. Zu den Mineralstoffen gehören Zink, Calcium, Kalium und Kupfer.
Die genaue Zusammensetzung der Inhaltsstoffe kann je nach Herstellung variieren. Die Nährwertanalyse von SemenVitae BIO Gerstengras Pulver (Angaben pro 3,5g) zeigt beispielsweise:
- Kalorien: 13
- Kohlenhydrate: 1,6 g
- Protein: 860 mg
- Faseranteil: 1 g
- Chlorophyll: 18,5 mg
- Vitamin A (Beta Carotin): 1668 IE
- Vitamin C: 7,5 mg
- Vitamin E: 320 mcg
- Vitamin K: 35 mcg
- Calcium: 15 mg
- Eisen: 870 mcg
- Magnesium: 3,9 mg
- Kalium: 137 mg
Mögliche gesundheitliche Vorteile
Dem Gerstengras werden zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit zugeschrieben. Diese basieren hauptsächlich auf seinem hohen Gehalt an Nährstoffen und Antioxidantien. Einige der potenziellen Vorteile sind:
Lesen Sie auch: Demenzrisiko durch PPIs: Eine kritische Analyse
- Senkung des LDL-Cholesterins: Studien deuten darauf hin, dass Gerstengras den Anteil des schädlichen LDL-Cholesterins im Blut senken kann. Ein hoher LDL-Cholesterinspiegel kann das Risiko für Arterienverkalkung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
- Antioxidative Wirkung: Gerstengras enthält viele Antioxidantien, die den Körper vor oxidativem Stress und freien Radikalen schützen können. Diese wirken entzündungshemmend und zellerhaltend, wodurch der Alterungsprozess verlangsamt und das Risiko für chronische Krankheiten reduziert werden kann.
- Förderung der Verdauung: Der hohe Ballaststoffgehalt kann sich positiv auf die Verdauung auswirken und die Entstehung eines darmbakterienfreundlichen Milieus fördern. Dies kann die Vermehrung nützlicher Darmbakterien unterstützen und die Entgiftung im Darm verbessern.
- Stimmungsaufhellende Wirkung: Einige Anwender berichten von einer entspannenden, beruhigenden und stimmungsaufhellenden Wirkung.
- Positive Wirkung auf Haare: Gerstengras kann eine positive Wirkung auf die Haare haben und zur Bekämpfung von Haarausfall, Schuppen und vorzeitigem Ergrauen beitragen. Biotin, ein im Gerstengras enthaltener Wirkstoff, kann dazu beitragen, dass die Haare wieder dicker werden und sogar in ihre ursprüngliche Farbe zurückkehren.
- Unterstützung der Vitalität und des Immunsystems: Gerstengras soll die Vitalität steigern, mehr Energie geben und das Immunsystem unterstützen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die wissenschaftliche Evidenz für diese Wirkungen begrenzt ist. Viele Studien wurden im Reagenzglas oder mit kleinen Probandengruppen durchgeführt. Es bedarf weiterer Forschung, um die gesundheitlichen Vorteile von Gerstengras vollständig zu bestätigen.
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken
Obwohl Gerstengras im Allgemeinen als sicher gilt, können bei manchen Menschen Nebenwirkungen auftreten.
- Verdauungsbeschwerden: Bei hohen Anfangsdosierungen kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Blähungen oder Durchfall kommen. Daher wird empfohlen, zunächst mit einer geringen Dosierung zu beginnen und diese langsam zu steigern.
- Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auftreten. Personen mit einer bekannten Allergie gegen Gräser oder Getreide sollten vorsichtig sein.
- Kontamination: Gerstengraspulver kann mit Bakterien wie Escherichia coli (E. coli Bakterien) oder Salmonellen belastet sein, die durch Düngung während des Anbaus auf das Gerstengras gelangen können. Um das Risiko einer Kontamination zu minimieren, sollte man beim Kauf auf eine gute Qualität des Gerstengrases achten und es bei maximal sieben Grad lagern. Bei der Zubereitung als Tee sollte es mit kochendem Wasser aufgegossen und mindestens zehn Minuten ziehen gelassen werden.
- Schadstoffbelastung: Da Gerstengras auf normalen Feldern wächst, kann es mit Schadstoffen wie Pestiziden, Mineralölen oder Umweltgiften belastet sein. Daher ist es wichtig, auf Bio-Qualität und entsprechende Zertifizierungen zu achten.
Schwangere und Personen mit einem geschwächten Immunsystem sollten vor dem Verzehr von Gerstengrasprodukten ärztlichen Rat einholen.
Darreichungsformen und Anwendung
Gerstengras ist in verschiedenen Formen erhältlich:
- Pulver: Gerstengraspulver ist die häufigste Form und kann in Smoothies, Säfte, Wasser oder andere Speisen eingerührt werden.
- Tabletten/Presslinge: Diese Form ist praktisch für unterwegs und ermöglicht eine einfache Dosierung.
- Saft: Frischer Gerstengrassaft kann selbst gepresst oder fertig gekauft werden.
Die empfohlene Tagesdosis variiert je nach Produkt und Hersteller. In der Regel werden 1-3 Teelöffel Gerstengraspulver pro Tag empfohlen. Es wird empfohlen, Gerstengras auf nüchternen Magen, etwa 30 Minuten vor einer Mahlzeit, einzunehmen, um die Nährstoffaufnahme zu optimieren.
Lesen Sie auch: Wadenkrämpfe vermeiden
Worauf man beim Kauf achten sollte
Beim Kauf von Gerstengras sollte man auf folgende Punkte achten:
- Qualität: Achten Sie auf Bio-Qualität und Zertifizierungen, um eine hohe Reinheit und geringe Schadstoffbelastung sicherzustellen.
- Farbe und Geschmack: Hochwertiges Gerstengraspulver hat eine schöne grüne Farbe und einen milden, leicht süßlichen Geschmack.
- Herkunft: Bevorzugen Sie Produkte aus Deutschland oder Europa, um lange Transportwege zu vermeiden.
- Mahlgrad: Das Pulver sollte fein gemahlen sein, damit es sich gut in Flüssigkeiten auflöst.
- Analysen: Achten Sie darauf, dass der Hersteller Analysen zur Schadstoffbelastung und zum Nährstoffgehalt zur Verfügung stellt.
Gerstengras selbst anbauen
Gerstengras lässt sich leicht selbst anbauen, entweder auf der Fensterbank, auf dem Balkon oder im Garten. Dazu benötigt man Gerstensamen in Bioqualität, ein Pflanzgefäß mit Erde oder Nährstoffgranulat und einen sonnigen Standort. Die Samen werden ausgesät und feucht gehalten. Nach etwa zehn Tagen können die Keimlinge geerntet werden.
Lesen Sie auch: Welche Vitamine gegen Krämpfe?
tags: #gerstengras #verursacht #taubheitsgefuhl