Neurologische Erkrankungen: Ursachen, Symptome und Behandlungen

Neurologische Erkrankungen sind ein weit verbreitetes und komplexes Feld, das Störungen des Nervensystems umfasst. Dieses System steuert eine Vielzahl von Körperfunktionen, und Erkrankungen können sich auf unterschiedliche Weise manifestieren. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über neurologische Erkrankungen, einschließlich ihrer Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

Was sind neurologische Erkrankungen?

Neurologische Erkrankungen umfassen Störungen bzw. Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks sowie der peripheren Nerven. Das Nervensystem ist ein hochkomplexes Geflecht, das aus über 100 Milliarden Nervenzellen besteht und Bewegung, Sprache, Denken und Fühlen steuert. Die Neurologie ist ein medizinischer Fachbereich, der sich mit der Diagnose, Therapie und Rehabilitation von Erkrankungen dieses Systems befasst.

Ursachen neurologischer Erkrankungen

Die Ursachen bzw. die Pathogenese, die neurologischen Erkrankungen zugrunde liegen, sind zahlreich und teilweise noch nicht vollständig aufgeklärt. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Genetische Veranlagungen: Einige neurologische Erkrankungen werden durch genetische Defekte verursacht, die von den Eltern an die Kinder weitergegeben werden.
  • Autoimmunprozesse: Bei Autoimmunerkrankungen greift das Immunsystem fälschlicherweise das eigene Nervensystem an.
  • Durchblutungsstörungen: Eine unzureichende Blutversorgung des Gehirns oder des Rückenmarks kann zu neurologischen Schäden führen. Hinter einem Schlaganfall stecken in den meisten Fällen Gefäßverschlüsse in den hirnversorgenden Arterien. Sie führen zu einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn.
  • Entzündungen: Entzündungen des Gehirns, des Rückenmarks oder der Nerven können neurologische Symptome verursachen. Als Hirnhautentzündung (Meningitis) wird eine Entzündung der Rückenmarkshäute und Hirnhäute bezeichnet.
  • Verletzungen: Traumatische Verletzungen des Gehirns oder des Rückenmarks können zu dauerhaften neurologischen Schäden führen. Die wohl bekannteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas ist die Gehirnerschütterung.
  • Neurodegenerative Vorgänge: Bei neurodegenerativen Erkrankungen sterben Nervenzellen im Laufe der Zeit ab. Infolge einer Degeneration oder Durchblutungsstörungen des Gehirns kommt es bei der Demenz zu Gedächtnisstörungen und einer Einschränkung des Denkvermögens, inkl. Defiziten der kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten.
  • Infektionen: Verschiedene Infektionskrankheiten können das Nervensystem beeinträchtigen.
  • Tumorerkrankungen: Auch im Gehirn können sich wie in anderen Organen Tumore bilden. Generell wird unterschieden zwischen primären Hirntumoren (bilden sich aus gut- oder bösartiger Hirnsubstanz bzw. Hirnhäuten) und sekundären Hirntumoren (Tochtergeschwülste bzw. Metastasen, die aus anderen Krebserkrankungen entstehen).
  • Psychiatrische Erkrankungen mit neurologischer Ursache
  • Metabolisch/endokrin/nutritiv/toxisch, z.B.

Symptome neurologischer Erkrankungen

Entsprechend der vielfältigen Körperfunktionen, die das Nervensystem steuert, können die Symptome von neurologischen Erkrankungen sehr unterschiedlich sein. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Kopfschmerzen: Bis zu 70 Prozent der Bevölkerung leiden unter immer wieder auftretenden sogenannten Spannungskopfschmerzen, 8-10 Prozent unter Migräne und vier Prozent unter chronischen Kopfschmerzen.
  • Schwindel: Schwindel tritt häufig mit Begleitsymptomen auf. Diese unterscheiden sich je nach Schwindelform und Ursache, aber auch individuell abhängig vom Patienten, in ihrer Gestaltung und Ausprägung.
  • Sehstörungen:
  • Sprachschwierigkeiten:
  • Gedächtnisverlust:
  • Bewegungsstörungen: Unter Bewegungsstörungen versteht man Fehl- oder Extrabewegungen, die zu einer Beeinträchtigung führen.
  • Muskelschwäche:
  • Taubheitsgefühle: Polyneuropathien machen sich oft durch ein an den Füßen beginnendes Taubheitsgefühl, Schmerzen und Lähmungen bemerkbar.
  • Krampfanfälle: Als epileptischer Anfall wird ein vorübergehender Zustand des Gehirns bezeichnet, bei dem es aufgrund einer pathologischen neuronalen Aktivität des Gehirns zu klinischen Symptomen kommt.

Einteilung von neurologischen Erkrankungen

Neurologische Erkrankungen können nach verschiedenen Kriterien eingeteilt werden, z. B. nach der Ursache, dem betroffenen Bereich des Nervensystems oder den vorherrschenden Symptomen. Einige gängige Kategorien sind:

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  • Gefäßerkrankungen des Gehirns: Dazu gehören Schlaganfälle, Hirnblutungen und transitorische ischämische Attacken (TIA). Undichte Blutgefäße führen bei einer Hirnblutung zu Lähmungen, Sprach- und Bewegungsstörungen - diese Erkrankung zählt ebenfalls als Schlaganfall.
  • Neurodegenerative Erkrankungen: Zu dieser Gruppe gehören Erkrankungen wie Alzheimer-Krankheit, Parkinson-Krankheit und Huntington-Krankheit.
  • Funktionsstörungen der hirnelektrischen Aktivität: Epilepsie ist die bekannteste Erkrankung in dieser Kategorie.
  • Erkrankungen der peripheren Nerven: Polyneuropathien sind ein häufiges Beispiel. Unter Polyneuropathien versteht man generalisierte Erkrankungen des peripheren Nervensystems.
  • Schlaferkrankungen:
  • Infektionskrankheiten des Nervensystems: Dazu gehören Meningitis, Enzephalitis und Poliomyelitis.
  • Verletzungen des Gehirns oder des Rückenmarks:
  • Tumorerkrankungen des Nervensystems:
  • Autoimmunerkrankungen des Nervensystems: Multiple Sklerose ist ein bekanntes Beispiel. Bei der Multiplen Sklerose (MS) reagiert das Immunsystem fehlerhaft und Nervenscheiden entzünden sich.

Diagnose neurologischer Erkrankungen

Die Diagnose neurologischer Erkrankungen erfordert eine sorgfältige Anamnese, eine gründliche körperliche und neurologische Untersuchung sowie gegebenenfalls den Einsatz verschiedener technischer Untersuchungen. Zu den wichtigsten diagnostischen Verfahren gehören:

  • Anamnese: Die Ärztin oder der Arzt erkundigt sich nach Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahmen.
  • Neurologische Untersuchung: Hierbei werden verschiedene Funktionen des Nervensystems überprüft, z. B. die Muskelkraft, die Reflexe, die Koordination, die Sensibilität und die kognitiven Fähigkeiten.
  • Laboruntersuchungen: Die Analyse von Blut und Liquor (Gehirn- oder Nervenwasser) kann bei der Diagnostik von durch Erreger ausgelösten Erkrankungen des Nervensystems helfen. Der Liquor wird durch eine Punktion im Rückenmark entnommen. Die laborchemische Diagnostik sollte neben den Routineparametern wie das kleine Blutbildbild, die Leber-, Nieren-, Schilddrüsenwerte und Elektrolyte insbesondere die Bestimmung der Kreatinkinase (CK) beinhalten.
  • Elektrophysiologische Untersuchungen: Das Elektroenzephalogramm (EEG) misst die Hirnströme und wird beispielsweise bei Epilepsie eingesetzt. Elektrophysiologische Diagnostik (EEG): Diese Methode misst die Hirnströme und wird beispielsweise bei Epilepsie eingesetzt. Zusätzlich kann die elektrophysiologische Diagnostik helfen, zwischen einer Nerven-, Muskelbeteiligung oder einer neuromuskulären Übertragungsstörung zu unterscheiden.
  • Bildgebende Verfahren: Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) erlauben eine detaillierte Darstellung der Gehirnstrukturen und werden sowohl bei Schlaganfällen oder Hirnblutungen als auch zur Diagnose degenerativer Erkrankungen genutzt. Morphologisch können die Muskeln und Nerven über bildgebende Verfahren wie das MRT oder den Ultraschall abgebildet werden.
  • Ultraschalluntersuchungen: Mit einem Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße können mögliche Durchblutungsstörungen und die Versorgung des Gehirns überprüft werden.

Behandlung neurologischer Erkrankungen

Die Behandlung neurologischer Erkrankungen richtet sich nach der jeweiligen Ursache und den Symptomen. Viele neurologische Krankheiten sind heutzutage wesentlich besser behandelbar als früher. Gegen die Parkinson-Krankheit und gegen Multiple Sklerose gibt es mehr Therapieformen. Und auch die Epilepsie stellt nicht mehr denselben Kontrollverlust dar wie einst. Zu den gängigen Behandlungsansätzen gehören:

  • Medikamentöse Therapie: Viele neurologische Erkrankungen, wie Migräne, Myopathien oder Epilepsie, lassen sich heute durch moderne medikamentöse Therapien gut behandeln. Medikamente können eingesetzt werden, um Symptome zu lindern, Entzündungen zu reduzieren, das Immunsystem zu unterdrücken oder die Nervenfunktion zu verbessern. Bei den autoimmun entzündlichen Erkrankungen kommen sogenannte Immunsuppressiva zum Einsatz.
  • Physiotherapie: Die Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle bei der Behandlung von FNS. Sie hilft Patient:innen, die Kontrolle über ihre Körperbewegungen wiederzuerlangen und die motorischen Funktionen zu verbessern. Durch gezielte Übungen werden Bewegungsabläufe trainiert, die Koordination wird geschult und die Muskelkraft gestärkt.
  • Ergotherapie: Unsere Ergotherapie unterstützt Patient:innen mit FNS dabei, ihre normalen Aktivitäten und beruflichen Aufgaben wieder aufzunehmen. Die Therapie konzentriert sich auf die Verbesserung der Handlungsfähigkeit.
  • Logopädie:
  • Psychotherapie: Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine Form der Psychotherapie. Sie zielt darauf ab, dysfunktionale, also schädliche, Denkmuster und Verhaltensweisen zu identifizieren und zu verändern.
  • Chirurgische Eingriffe: In einigen Fällen, z. B. bei Hirntumoren oder schweren Verletzungen, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein. Bei einer Hirnblutung stehen zudem neurochirurgische Therapien zur Verfügung, die darauf abzielen, die Blutung zu stoppen und Folgeschäden zu minimieren.
  • Rehabilitation: Nach einem Schlaganfall, einer Hirnblutung oder einer anderen schweren neurologischen Erkrankung kann eine Rehabilitation helfen, verlorene Fähigkeiten wiederzuerlangen und die Lebensqualität zu verbessern. Die neurologische Reha wird in der Niederrhein Klinik und der Mauritius Therapieklinik angeboten, um Patientinnen und Patienten nach Schlaganfällen, Hirnblutungen oder anderen neurologischen Erkrankungen bei der Wiedererlangung ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen.

Spezifische neurologische Erkrankungen

Im Folgenden werden einige häufige neurologische Erkrankungen näher erläutert:

Schlaganfall

Hinter einem Schlaganfall stecken in den meisten Fällen Gefäßverschlüsse in den hirnversorgenden Arterien. Sie führen zu einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn. In Deutschland zählen Schlaganfälle zu den häufigsten Erkrankungen und den führenden Ursachen für erworbene Behinderungen. Außerdem sind sie die dritthäufigste Todesursache. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren vor allem beim rechtzeitigen Eintreffen der Patienten in der Klinik deutlich erweitert, die Prognose für die Patienten hat sich deutlich verbessert.

Hirnblutung

Undichte Blutgefäße führen bei einer Hirnblutung zu Lähmungen, Sprach- und Bewegungsstörungen - diese Erkrankung zählt ebenfalls als Schlaganfall. Die Therapien für Hirnblutungen sind vielfältig - je nachdem um welche Art der Hirnblutung es sich handelt: Bei intrazerebralen Blutungen steht die richtige Blutdruckeinstellung im Vordergrund und ggf.

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Schädel-Hirn-Trauma

Die wohl bekannteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas ist die Gehirnerschütterung. Durch ein Schädel-Hirn-Trauma kann es auch zu Hirnblutungen - an jeder Lokalisation - kommen. Der Großteil der Schädelhirnverletzungen (91 Prozent) sind leicht.

Demenz

Infolge einer Degeneration oder Durchblutungsstörungen des Gehirns kommt es bei der Demenz zu Gedächtnisstörungen und einer Einschränkung des Denkvermögens, inkl. Defiziten der kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Demenzen treten bei 2-3 Prozent der über 65-jährigen und 24-50 Prozent der über 85-jährigen auf. In Deutschland leben ca. 1,4 Millionen Demenzkranke.

Einige Risikofaktoren für Demenz können beeinflusst werden:

  • Schwerhörigkeit: Schwerhörigkeit nicht auf die leichte Schulter nehmen und lieber früh auf ein Hörgerät setzen.
  • Medikamente: Medikamente gegen Inkontinenz, Schlafstörungen oder Depressionen scheinen in höherer Dosis oder bei länger Anwendung das Risiko für Demenz zu erhöhen. Forscher raten, anticholinerge Medikamente in der niedrigst möglichen Dosis zu verschreiben, den Therapieerfolg regelmäßig zu prüfen und die Behandlung zu beenden, falls die Medikamente nicht die gewünschte Wirkung zeigen.
  • Säureblocker: Senioren, die im Rahmen einer Studie Säureblocker wie Omeprazol und Pantoprazol über längere Zeit einnahmen, erkrankten mit einer um 44 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an Demenz als Probanden, die keine Protonenpumpenhemmer bekommen hatten. So oder so sollten die Hemmer nur genommen werden, wenn unbedingt nötig.
  • Vitamin-D-Mangel: Sonnenbaden schützt möglicherweise vor Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen.
  • Stress: Große seelische Belastungen treiben das Demenzrisiko in die Höhe.
  • Unstabile Persönlichkeit: Wer emotional weniger stabil ist, trägt offenbar ein erheblich höheres Risiko für Alzheimer als emotional gefestigte Menschen.
  • Einsamkeit: Wer einsam ist, leidet darunter, dass er alleine ist. Genau dieses Gefühl ist offenbar auch ein Risikofaktor für eine Demenz.
  • Diabetes und Bluthochdruck: Diabetes und Bluthochdruck sind schlecht für die Gefäße. Deshalb haben Diabetiker ein höheres Risiko für Demenz.
  • Rauchen: Auch das Gehirn leidet, weil durch Nikotin und Co. die Gefäße verengt werden.
  • Luftverschmutzung: Auch dreckige Luft steht im Verdacht das Demenzrisiko zu erhöhen.
  • Gewicht: Zu fettleibig oder zu mager - beides ist nicht gut, wenn es um das Risiko für Demenz geht.
  • Depression: Je stärker die Symptome der Depression, desto höher das anschließende Risiko für die Demenz.
  • Gesunder Lebensstil: Keine Zigaretten, kein Alkohol, eine gesunde Ernährung, Normalgewicht und Bewegung - diese fünf Lebensstilregeln stärken nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Gesundheit.

Parkinson-Krankheit

0,1 bis 0,2 Prozent der Deutschen leiden unter Parkinson, das sind bis zu 400.000 Menschen. Bei Morbus Parkinson führen veränderte Neurotransmittersysteme zu fortschreitenden Bewegungsstörungen, Muskelsteifigkeit, Zittern oder auch Standunsicherheit.

Multiple Sklerose (MS)

Bei der Multiplen Sklerose (MS) reagiert das Immunsystem fehlerhaft und Nervenscheiden entzünden sich. Insgesamt ist sie ist die häufigste neurologische Erkrankung mit bleibenden Behinderungen im jungen Erwachsenenalter. Die vielfältige medikamentöse Therapie zielt auf eine Reduktion der Schubfrequenz ab. Die Erkrankung ist mittlerweile, wenn frühzeitig erkannt, gut behandelbar. Die Multiple Sklerose ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die durch Entzündungen in Gehirn oder Rückenmark ausgelöst wird. Typische Beschwerden sind z. B. Sehstörungen, Lähmungen, Gefühlsstörungen oder Sprachstörungen.

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Meningitis

Als Hirnhautentzündung (Meningitis) wird eine Entzündung der Rückenmarkshäute und Hirnhäute bezeichnet. Ist zusätzlich das Rückenmark entzündet, spricht man von einer Meningomyelitis. Die Behandlung erfolgt zumeist medikamentös.

Epilepsie

Als epileptischer Anfall wird ein vorübergehender Zustand des Gehirns bezeichnet, bei dem es aufgrund einer pathologischen neuronalen Aktivität des Gehirns zu klinischen Symptomen kommt. An dieser neurologischen Erkrankung leiden 600.000 Patienten, wobei die Symptome sehr verschieden ausfallen. Ein Drittel der Epilepsien treten ab dem 60.

Kopfschmerzen und Migräne

Bis zu 70 Prozent der Bevölkerung leiden unter immer wieder auftretenden sogenannten Spannungskopfschmerzen, 8-10 Prozent unter Migräne und vier Prozent unter chronischen Kopfschmerzen. Sie zeichnet sich durch einseitige, pulsierend-pochende Kopfschmerzattacken aus und hat oftmals Appetitlosigkeit, Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit zur Folge. Die Auslöser der Migräne sind divers, unter anderem zählen Stress, bestimmte Nahrungsmittel oder auch hormonelle Schwankungen dazu. Die sogenannte Migräne mit Aura geht zusätzlich mit Lähmung, Sehstörungen oder Taubheitsgefühlen einher.

Polyneuropathien

Unter Polyneuropathien versteht man generalisierte Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Polyneuropathien machen sich oft durch ein an den Füßen beginnendes Taubheitsgefühl, Schmerzen und Lähmungen bemerkbar. Die Ursachen von Polyneuropathien sind vielfältig. Am häufigsten sind sie durch Zuckerkrankheit oder Alkoholmissbrauch verursacht.

Hirntumore

Auch im Gehirn können sich wie in anderen Organen Tumore bilden. Generell wird unterschieden zwischen primären Hirntumoren (bilden sich aus gut- oder bösartiger Hirnsubstanz bzw. Hirnhäuten) und sekundären Hirntumoren (Tochtergeschwülste bzw. Metastasen, die aus anderen Krebserkrankungen entstehen). Häufige Hirntumore sind Gliome, Meningeome und Lymphome.

Bewegungsstörungen

Unter Bewegungsstörungen versteht man Fehl- oder Extrabewegungen, die zu einer Beeinträchtigung führen.

Myopathien

Bei Myopathien handelt es sich um Muskelerkrankungen, die mit einer allgemeinen Schwäche der Muskulatur, Muskelschwund sowie Muskelschmerzen einhergehen. Die Ursachen und Symptome für Myopathien sind sehr unterschiedlich und bedürfen der Diagnostik durch einen neurologischen Facharzt bzw.

Funktionelle neurologische Störungen (FNS)

Funktionelle neurologische Störungen (FNS) erfordern einen multimodalen Behandlungsansatz, er umfasst also unterschiedliche Behandlungsbausteine. Die Therapie umfasst sowohl physiotherapeutische als auch psychotherapeutische Methoden. Die Behandlung soll die Symptome lindern, die Funktionalität des Körpers verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen.

Eine wesentliche Voraussetzung jeglicher Therapie ist, dass Patient:innen die Diagnose akzeptieren. Dies ist nicht immer einfach, weil Patient:innen sich häufig missverstanden fühlen. Sie empfinden subjektiv eine Abwertung, wenn die Ärzt:innen keine organische Ursache feststellen konnten. Häufig spielen psychologische Faktoren eine Rolle. Unsere Expert:innen nehmen ihre Patient:innen und deren Beschwerden sehr ernst. Deshalb ist es ihnen so wichtig, Betroffenen zu vermitteln, dass es sich auch ohne organische Ursache um eine reale Störung handelt. Eine psychosomatische Anschlussbehandlung geht den Ursachen auf den Grund und entwickelt ein individuelles Therapiekonzept. Dies kann auch ambulant erfolgen.

Was tun bei Verdacht auf eine neurologische Erkrankung?

Vermuten Sie bei sich eine Nervenkrankheit, zum Beispiel, weil oben genannte Symptome vorliegen, so ist als erstes Ihr:e Hausärzt:in der bzw. die geeignete Ansprechpartner:in. Er oder sie wird Sie gründlich untersuchen und entscheiden, ob der Verdacht begründet ist. Falls ja, kann sie Sie an eine:n Neurolog:in überweisen, der bzw. die die weitere Diagnostik durchführen kann. Zögern Sie nicht, sich frühzeitig an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt zu wenden, anstatt Beschwerden monate- oder gar jahrelang auszuhalten. Die Behandlungsaussichten sind meist besser, je früher mit der Therapie begonnen wird.

Außerdem kann es helfen, Angehörigen, Partner:innen oder Mitbewohner:innen von der Erkrankung zu erzählen. Bei vielen neurologischen Krankheiten werden Sie zumindest zeitweise Hilfe benötigen. Die psychische Belastung ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Lassen Sie sich jedoch nicht alles abnehmen, auch wenn Ihr Umfeld Sie schonen und unterstützen möchte. Für alle Betroffene egal welcher neurologischen Krankheit ist es sowohl für Psyche als auch für die körperliche Situation wichtig, all das selbstständig zu tun, was selbstständig geht.

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