Schlaganfall: Ursachen, Folgen und Behandlungswege

Ein Schlaganfall kann jeden im Laufe des Lebens treffen. Dieses Ereignis, auch als Hirninfarkt oder Apoplex bekannt, ist eine plötzliche Durchblutungsstörung des Gehirns. Unverzügliche Sofortmaßnahmen sind entscheidend, da sonst Teile des Gehirns absterben können, was zu Tod oder Folgeschäden führen kann. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und die Hauptursache für Behinderungen im Erwachsenenalter.

Was geschieht im Gehirn bei einem Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer plötzlichen Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn, entweder durch ein verstopftes Blutgefäß oder eine Blutung. Dadurch entsteht ein Sauerstoffmangel, der die Hirnfunktionen beeinträchtigt und zum Absterben von Hirngewebe führen kann.

Herr A., ein 56-jähriger Patient, erlebte dies am eigenen Leib. Am Tag vor seinem Schlaganfall fuhr er noch Fahrrad. Er berichtete von einem Kribbeln im linken Arm und Bein, das er zunächst ignorierte. Später bemerkte er, dass er seinen linken Arm und sein Bein nicht richtig bewegen konnte.

Dr. Alexander Reinshagen, Chefarzt der Klinik für Neurologie, betont, dass bereits beim ersten Auftreten verdächtiger Beschwerden jede Minute zählt. "Taubheitsgefühle, Sprach- oder Bewegungsstörungen sollten sofort auf einer spezialisierten Schlaganfallstation untersucht werden, auch wenn sie noch nicht stark ausgeprägt sind", rät er.

Ursachen eines Schlaganfalls

Ein Schlaganfall wird ausgelöst, wenn die Blutgefäße des Gehirns plötzlich verstopfen oder "platzen". Es entsteht ein plötzlicher Sauerstoffmangel, der die Hirnfunktionen beeinträchtigt. Es gibt verschiedene Ursachen für einen Schlaganfall:

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  • Ischämischer Schlaganfall: Hierbei wird ein Blutgefäß im Gehirn durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) blockiert. Dies kann durch Arteriosklerose, Vorhofflimmern oder andere Faktoren verursacht werden.
  • Hämorrhagischer Schlaganfall: In diesem Fall kommt es zu einer Blutung im Gehirn, beispielsweise durch einen Riss eines Blutgefäßes. Ursachen können Bluthochdruck, Aneurysmen oder Gefäßfehlbildungen sein.
  • Transitorische ischämische Attacke (TIA): Eine TIA, auch "Mini-Schlaganfall" genannt, entsteht ebenfalls durch ein Blutgerinnsel, das jedoch nur vorübergehend ein Blutgefäß blockiert. Die Symptome verschwinden in der Regel innerhalb kurzer Zeit wieder, dennoch sollte eine TIA als Warnsignal ernst genommen werden.

Risikofaktoren, die einen Hirninfarkt wahrscheinlicher machen:

  • Alter
  • genetische Veranlagung
  • Rauchen
  • hoher Blutdruck (Hypertonie)
  • starkes Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Diabetes mellitus
  • Herzrhythmusstörungen

Symptome eines Schlaganfalls

Die Symptome eines Schlaganfalls können vielfältig sein und hängen davon ab, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Plötzliche Schwäche oder Lähmung einer Körperseite
  • Sprach- und Sprechstörungen
  • Sehstörungen
  • Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
  • Taubheitsgefühle oder Kribbeln
  • Starke Kopfschmerzen
  • Bewusstseinsverlust

Es ist wichtig zu beachten, dass sich die Symptome eines Schlaganfalls nach und nach aufbauen und auch zwischenzeitlich wieder bessern können. Dennoch sollte bei Verdacht auf einen Schlaganfall unverzüglich der Notruf 112 gewählt werden.

Um einen Schlaganfall zu erkennen, kann der sogenannte FAST-Test angewendet werden:

  • F (Face): Bitten Sie die Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herunter?
  • A (Arms): Bitten Sie die Person, beide Arme nach vorne auszustrecken und die Handflächen nach oben zu drehen. Kann die Person beide Arme gleichmäßig heben?
  • S (Speech): Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist die Sprache verwaschen oder undeutlich?
  • T (Time): Wenn eines dieser Symptome auftritt, wählen Sie sofort den Notruf 112.

Diagnostik und Behandlung

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist eine schnelle Diagnose entscheidend. In der Notaufnahme werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, um die Ursache des Schlaganfalls festzustellen und die geeignete Behandlung einzuleiten. Dazu gehören:

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  • Neurologische Untersuchung: Der Arzt untersucht die neurologischen Funktionen des Patienten, wie z.B. Reflexe, Koordination und Sprachfähigkeit.
  • Bildgebung des Gehirns: Mittels Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) kann festgestellt werden, ob ein Blutgefäß verstopft oder eine Blutung vorliegt.
  • EKG und Blutuntersuchung: Diese Untersuchungen helfen, Risikofaktoren wie Herzrhythmusstörungen oder erhöhte Blutfettwerte zu erkennen.

Die Behandlung eines Schlaganfalls zielt darauf ab, das Leben des Patienten zu retten und mögliche Folgeschäden zu begrenzen. Die Art der Behandlung hängt von der Ursache des Schlaganfalls ab:

  • Thrombolyse: Bei einem ischämischen Schlaganfall wird versucht, das Blutgerinnsel mit einem Medikament (Thrombolyse) aufzulösen. Dieses Medikament muss innerhalb von 4,5 Stunden nach Symptombeginn verabreicht werden, um wirksam zu sein.
  • Thrombektomie: Wenn die Thrombolyse nicht ausreicht oder ein großes Blutgefäß betroffen ist, kann das Blutgerinnsel mit einem Katheter mechanisch entfernt werden (Thrombektomie). Dieses Verfahren kann auch noch bis zu 24 Stunden nach Symptombeginn in einigen Fällen durchgeführt werden.
  • Chirurgische Behandlung: Bei einer Hirnblutung kann eine Operation erforderlich sein, um die Blutung zu stoppen und den Druck auf das Gehirn zu verringern.

Rehabilitation nach einem Schlaganfall

Nach der Akutbehandlung beginnt die Rehabilitation, um die durch den Schlaganfall verursachten Beeinträchtigungen zu verbessern und die Selbstständigkeit des Patienten wiederherzustellen. Die Rehabilitation umfasst verschiedene Therapiebereiche:

  • Physiotherapie: Hier werden Beweglichkeit, Kraft und Koordination trainiert.
  • Ergotherapie: Ziel ist es, die Alltagskompetenzen des Patienten zu verbessern, z.B. beim Anziehen, Essen oder Kochen.
  • Logopädie: Bei Sprach- und Sprechstörungen hilft die Logopädie, die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern.
  • Neuropsychologie: Hier werden kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Konzentration trainiert.

Die Rehabilitation kann stationär in einer Rehaklinik oder ambulant durchgeführt werden. Die Dauer und Intensität der Rehabilitation hängen von den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab.

Leben nach dem Schlaganfall

Ein Schlaganfall kann das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen stark verändern. Viele Patienten sind nach einem Schlaganfall auf Unterstützung und Pflege angewiesen. Es ist wichtig, sich über die verschiedenen Hilfsangebote zu informieren und diese in Anspruch zu nehmen.

Zu den möglichen Folgen eines Schlaganfalls gehören:

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  • Körperliche Beeinträchtigungen: Lähmungen, Spastiken, Schluckstörungen, Sehstörungen
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme
  • Psychische Probleme: Depressionen, Angststörungen

Es ist wichtig, diese Folgen ernst zu nehmen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit der richtigen Unterstützung können viele Patienten ein erfülltes Leben nach dem Schlaganfall führen.

Prävention

Einem Schlaganfall kann bis zu einem gewissen Grad vorgebeugt werden. Ein gesunder Lebensstil mit täglicher Ausdauerbewegung, mediterraner Ernährung, Normalgewicht und Rauchstopp kann das Risiko für Gefäßerkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt aber auch Demenz deutlich senken.

Prof. Dr. Schäbitz empfiehlt zur Prävention eines Schlaganfalls die Vermeidung von Risikofaktoren. Das heißt: Maßnahmen, die effektiv einem Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel und letzten Endes auch Diabetes vorbeugen und verhindern. Dazu gehört im ersten Schritt, dass man sich vernünftig ernährt, das heißt eine balancierte, ausgewogene zum Beispiel mediterrane Diät zu sich führt. Also überwiegend Gemüse, nicht zu viel Fleisch, nicht zu viel Alkohol. Alkohol ist zwar nicht komplett verboten, aber nur in sehr geringen Mengen. Und natürlich ist ausreichende Bewegung sehr wichtig. 20 bis 30 Minuten Bewegung pro Tag, bei der man leicht schwitzt, ist ideal. Und wenn Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck vorliegen, sollte man die natürlich auch behandeln.

Weitere Maßnahmen zur Vorbeugung eines Schlaganfalls sind:

  • Regelmäßige Blutdruckkontrolle
  • Behandlung von Vorhofflimmern
  • Senkung des Cholesterinspiegels
  • Verzicht auf Rauchen
  • Mäßiger Alkoholkonsum

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