Viele Menschen greifen zu Light-Getränken, um Kalorien zu sparen und ihren Zuckerkonsum zu reduzieren. Doch neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass diese Getränke möglicherweise negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Gehirns haben könnten. Insbesondere wird ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Light-Getränken und einem erhöhten Risiko für Alzheimer und Schlaganfall diskutiert. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Erkenntnisse, mögliche Mechanismen und gibt Empfehlungen für einen gesünderen Umgang mit Süßgetränken.
Zuckerhaltige Getränke: Eine Gefahr für das Gehirn?
Zuckerhaltige Getränke sind nicht nur schlecht für die Zähne und das Gewicht, sondern können auch das Gehirn beeinträchtigen. Eine Studie der Boston University School of Medicine wertete Daten der Framingham Heart Study mit mehr als 5000 Probanden aus und konzentrierte sich auf den täglichen Konsum von zuckerhaltigen Getränken. Die Ergebnisse zeigten, dass zuckergesüßte Softdrinks vor allem das Gedächtnis und das Gesamthirnvolumen beeinträchtigen. Dies kann langfristig das Demenz-Risiko erhöhen.
Dr. Matthew Pase von der neurologischen Fakultät der Boston University School of Medicine erklärte, dass ein übermäßiger Zuckerkonsum schon lange als (Mit-)Auslöser von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen gesehen werde. Da es schwierig ist, den Gesamtzuckerkonsum einer Gruppe zu bestimmen, wählten die Forscher als Stellvertreter die gesüßten Getränke. Die Forscher nutzten für ihre Untersuchungen die Daten der Framingham Heart Study (FHS, 3. Generation).
Die erste Studie, veröffentlicht am 5. März 2017 im Fachmagazin Alzheimer's & Dementia, zeigte, dass Menschen, die regelmäßig gezuckerte Getränke trinken, nachweislich ein schlechteres Gedächtnis, ein kleineres Hirnvolumen und einen signifikant kleineren Hippocampus aufweisen. Der Hippocampus ist jener Bereich im Gehirn, der für das Erinnerungsvermögen und für Lernprozesse zuständig ist.
Diät-Getränke: Eine sichere Alternative?
Viele Menschen greifen zu Diät-Getränken, um Zucker zu vermeiden. Allerdings deuten Studien darauf hin, dass auch diese Getränke Risiken bergen könnten. Die Framingham Heart Study fand heraus, dass Menschen, die lieber zu Diät-Limos greifen, ihre Anfälligkeit für einen Schlaganfall erhöhen. Insgesamt sind sie sogar circa dreimal stärker gefährdet als Menschen, die deutlich seltener Softdrinks trinken.
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Eine weitere Studie zeigte Ähnliches, nämlich, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall oder eine Demenz zu erleiden, um das Dreifache steigt, wenn man täglich Diätgetränke zu sich nimmt. Diese zweite Studie wurde am 20.
Es überraschte uns sehr, dass gerade Diätgetränke zu diesem Ergebnis führten", sagte Pase. "In früheren Studien zeigte sich zwar ein Zusammenhang zwischen Diätgetränken und einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle (Light-Getränke erhöhen Schlaganfall-Risiko).
Mögliche Mechanismen
Die genauen Mechanismen, wie Süßgetränke und insbesondere Diät-Getränke das Gehirn beeinflussen, sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch einige plausible Erklärungen:
- Süßstoffe und Darmflora: Vermutlich beeinflussen Süßstoffe das Gehirn über die Veränderung der Darmflora. Denn eine gestörte Darmflora beeinträchtigt über die Darm-Hirn-Achse auch die Gesundheit des Gehirns und kann das Risiko für ADHS, Depressionen, Autismus und eben auch für Alzheimer bzw. Demenz erhöhen.
- Aspartam und oxidativer Stress: Getränke, die den synthetischen Süßstoff Aspartam enthalten, sind besonders schädlich, da sie unser Gehirn anfälliger für oxidativen Stress machen. Dabei handelt es sich um einen Zustand im Stoffwechsel, bei dem durch Oxidation Schäden an den Zellen entstehen.
- Kognitiver Abbau: Eine groß angelegte Studie aus Brasilien zeigt, dass Süßstoffe mit einem deutlich schnelleren kognitiven Abbau verbunden sein könnten. Wer die höchsten Mengen konsumierte (im Schnitt eine Dose Diät-Limo pro Tag), zeigte einen 62 Prozent schnelleren Rückgang der Denk- und Gedächtnisleistung als Probanden mit geringer Süßstoff-Aufnahme. Im Schnitt entsprach das einer „vorzeitigen Alterung“ des Gehirns von 1,6 Jahren. Besonders betroffen waren laut Studie Menschen unter 60 Jahren. Bei ihnen ließen vor allem die sprachliche Ausdrucksfähigkeit und das Gedächtnis schneller nach.
Einschränkungen der Studien
Es ist wichtig zu beachten, dass es sich bei den meisten Studien um Beobachtungsstudien handelt. Das bedeutet, dass sie lediglich einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Süßgetränken und dem Risiko für Alzheimer und Schlaganfall zeigen können, aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehung beweisen.
Andere mögliche Risikofaktoren, die ebenfalls zu Schlaganfall und Demenz beitragen können, wurden berücksichtigt, wie z. B. das Alter, Rauchen, die Ernährungsweise und anderes. Dennoch konnten natürlich nicht alle Faktoren beachtet werden, wie z. B. eine Diabetes, der sich im Laufe der zehnjährigen Studiendauer u. U. entwickelt. Diabetes stellt für sich allein bereits ein Risiko für Demenz dar. Zusätzlich trinken Diabetiker gerne Diätgetränke. Nichtsdestotrotz sind die Ergebnisse so signifikant, dass auch der mögliche Diabetes-Zusammenhang diese nicht vollständig oder ausschliesslich erklären kann.
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Aus dem großen Pool an Studienteilnehmern von insgesamt 4.372 Teilnehmern, konnten die Wissenschaftler die Ergebnisse der Studie nur auf kleine Gruppen von 97 Schlaganfällen und 81 Fällen von Demenz beziehen. In Anbetracht dieser geringen Zahlen ließ sich der Konsum von kalorienarmen Süßgetränken nur in 3 Kategorien gliedern, und zwar kein Konsum, gelegentlicher (weniger als täglich) und regelmäßiger Konsum (ein oder mehr Getränke pro Tag). Zudem verringerte sich der Zusammenhang zwischen Diätgetränken und Schlaganfällen, sobald der weit verbreitete Bluthochdruck, der bedeutendste Risikofaktor für Schlaganfälle, in der statistischen Analyse berücksichtigt wurde. Gleichermaßen sank das Ausmaß der Verbindung zwischen Diätgetränken und Demenz weiter, als die Autoren den Einfluss von Diabetes als einen möglichen Störfaktor in Betracht zogen.
Inbesondere weil es sich um eine Beobachtungsstudie handle, die sich auf die Berichterstattung der Teilnehmerinnen stützt.
Empfehlungen für einen gesünderen Umgang mit Süßgetränken
Trotz der Unsicherheiten raten Forscher, es mit den Softdrinks nicht zu übertreiben. Es gibt keinen wirklichen Grund dafür, gezuckerte Getränke zu trinken. Und das Trinken von Diätgetränken stellt auch keine Alternative dar. Damit würde sich nicht nur das Risiko für Schlaganfall und Demenz reduzieren lassen, sondern das Risiko für viele andere chronische Erkrankungen ebenfalls.
Hier sind einige Empfehlungen für einen gesünderen Umgang mit Süßgetränken:
- Wasser als erste Wahl: Der amerikanische Herzverband sieht Wasser als das beste kalorienfreie Getränk.
- Reduzieren Sie den Konsum von zuckerhaltigen Getränken: Vermeiden Sie Softdrinks, Limonaden, abgefüllte Smoothies und Säfte.
- Seien Sie vorsichtig mit Diät-Getränken: Auch wenn sie keine Kalorien enthalten, könnten sie negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
- Achten Sie auf künstliche Süßstoffe: Informieren Sie sich über die verschiedenen Süßstoffe und ihre möglichen Auswirkungen.
- Alternativen: Eine Alternative könnte jedoch auch selbstgemachtes sog. Vitaminwasser sein. Brahmi hat insbesondere antioxidative, entzündungshemmende sowie leber- und herzschützende Wirkung.
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