Der Ginkgo biloba, auch bekannt als japanischer Nussbaum, ist eine der ältesten lebenden Baumarten der Erde und wird in der traditionellen chinesischen Medizin seit Jahrtausenden für seine gesundheitsfördernden Eigenschaften eingesetzt. Insbesondere standardisierte Extrakte wie EGb 761 haben sich aufgrund ihrer neuroprotektiven, antioxidativen und durchblutungsfördernden Eigenschaften als vielversprechend erwiesen. In den letzten Jahren hat das Interesse an Ginkgo-biloba-Präparaten als mögliche unterstützende Therapie bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson zugenommen. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Vorteile von Ginkgo biloba bei Parkinson, die wissenschaftliche Grundlage, Dosierungsempfehlungen und wichtige Überlegungen.
Die vielseitigen Wirkungen von Ginkgo Biloba
Der Extrakt aus den Blättern des Ginkgo biloba ist reich an verschiedenen Inhaltsstoffen, die synergistisch wirken und eine breite Palette von gesundheitlichen Vorteilen bieten. Die meisten Extrakte sind auf 24 % Flavonglykoside und 6 % Terpenlactone standardisiert, aber auch andere Extrakte können wertvoll sein. Ginkgo biloba wirkt sich positiv auf die Gehirnfunktion und die Stimmung aus, unterstützt die Gesundheit von Augen und Ohren und schützt gesunde Zellen und Gewebe.
Traditionelle Anwendungen und moderne Forschung
In der traditionellen chinesischen Medizin wird Ginkgo seit über 5000 Jahren zur Unterstützung der Gesundheit eingesetzt. Es stärkt die antioxidativen Abwehrkräfte, unterstützt die (Mikro-)Zirkulation im gesamten Körper und trägt zur Gesunderhaltung von Herz und Blutgefäßen bei. Moderne Forschungen haben diese traditionellen Anwendungen bestätigt und die neuroprotektiven, antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften von Ginkgo biloba weiter untersucht.
Neuroprotektive und antioxidative Eigenschaften
Ginkgo biloba enthält Inhaltsstoffe, die entzündungshemmend wirken. Es ist bekannt, dass Neuroinflammation bei verschiedenen ZNS-Erkrankungen wie neurodegenerativen Erkrankungen (Alzheimer-Krankheit, Morbus Parkinson) und traumatischen Hirnverletzungen eine wichtige Rolle spielt. Diese Pathologien gehen häufig mit einer Überaktivierung der Mikroglia einher, was zu einer vermehrten Ausschüttung von potenziell neurotoxischen Entzündungsmediatoren wie Stickstoffmonoxid (NO), Prostaglandin E2 (PGE2), reaktiven Sauerstoffspezies (ROS), TNF-alpha, Interleukin(IL)-1-beta und IL-6 führen kann.
Ginkgo Biloba und Parkinson: Eine vielversprechende Kombination?
Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust von Dopamin-produzierenden Zellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Dieser Dopaminmangel führt zu den typischen Symptomen wie Tremor, Muskelsteifheit (Rigor), verlangsamte Bewegungen (Bradykinese) und Haltungsinstabilität. Ginkgo biloba könnte aufgrund seiner antioxidativen, entzündungshemmenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften eine unterstützende Rolle bei der Behandlung von Parkinson spielen.
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Antioxidative Wirkung gegen oxidativen Stress
Einer Theorie zufolge sterben die Zellen bei Parkinson in der Substantia nigra durch schädlichen oxidativen Stress. Ginkgo biloba enthält natürliche Antioxidantien, welche die Körperzellen vor schädlichen freien Radikalen schützen. Flavonoide sind starke Antioxidantien, die vor der Oxidation der Zellen schützen, die bei degenerativen Prozessen eine wichtige Rolle spielt. Sie können die natürliche Alterung der Zellen nicht aufhalten, aber sie können sie verlangsamen. Ginkgo biloba kann dazu beitragen, die Zellen vor Schäden durch freie Radikale zu schützen.
Verbesserung der Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gehirns
Ginkgo biloba verbessert die Blutzirkulation und die Sauerstoffversorgung des Gehirns. Terpenoide verbessern die Blutzirkulation und senken die Blutviskosität, indem sie auf die Blutplättchen wirken. Dies könnte dazu beitragen, die Funktion der verbleibenden Dopamin-produzierenden Zellen zu unterstützen und die Symptome von Parkinson zu lindern.
Entzündungshemmende Wirkung zur Reduktion von Neuroinflammation
Ginkgo biloba wirkt entzündungshemmend und kann dazu beitragen, die Neuroinflammation im Gehirn zu reduzieren. Dies ist besonders wichtig, da chronische Entzündungen eine Schlüsselrolle bei der Progression der Parkinson-Krankheit spielen.
Klinische Evidenz und Forschungsergebnisse
In präklinischen Studien zeigte die Therapie mit einem Ginkgo-bilobaSpezialextrakt günstige Wirkungen auf die Nervenzellfunktion. Obwohl weitere Forschung erforderlich ist, deuten einige Studien darauf hin, dass Ginkgo biloba die motorischen Funktionen und die Lebensqualität von Parkinson-Patienten verbessern kann.
Anwendung und Dosierung von Ginkgo Biloba bei Parkinson
Ginkgo Biloba scheint Schäden an den Neuronen zu bekämpfen. Aus diesem Grund wird sein Einsatz bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit und neurodegenerativer Erkrankungen im Allgemeinen erwogen. Die häufigste Form sind Nahrungsergänzungsmittel, die in Apotheken und Kräutergeschäften erhältlich sind. Der Extrakt ist in vielen Formen erhältlich, sowohl in flüssiger Form als auch in Form von Tabletten.
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Empfohlene Dosierung
Zur Behandlung der Parkinson-Krankheit wird die Einnahme von 60-120 mg pro Tag in drei Dosen empfohlen.
Einnahmehinweise
Nehmen Sie die Kapseln vorzugsweise über den Tag verteilt zu einer Mahlzeit ein.
Wichtige Überlegungen und Vorsichtsmaßnahmen
Obwohl Ginkgo biloba im Allgemeinen als sicher gilt, gibt es einige wichtige Überlegungen und Vorsichtsmaßnahmen, die bei der Anwendung von Ginkgo-biloba-Präparaten beachtet werden sollten, insbesondere bei Parkinson-Patienten.
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Ginkgo-Extrakt hemmt das Enzym CYP1B1, das für die Aktivierung von Salvestrolen erforderlich ist. Nehmen Sie Ginkgo-Extrakt daher nicht zusammen mit Salvestrolen ein. Ginkgo-Extrakt kann neben Thrombozytenaggregationshemmern (Aspirin, Ticlopidin, Clopidogrel) und Vitamin-K-Antagonisten (Warfarin) eine additive blutverdünnende Wirkung haben; lassen Sie bei der gleichzeitigen Einnahme Vorsicht walten und überwachen Sie sorgfältig den INR-Wert. Das Risiko von Blutungen bei der Kombination von Ginkgo-Extrakt mit Blutverdünnern ist wahrscheinlich geringer als befürchtet.
Mögliche Nebenwirkungen
Eventuelle Nebenwirkungen sind leicht, vorübergehend und reversibel; Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel oder Kopfschmerzen können in einigen Fällen auftreten.
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Kontraindikationen
Personen mit Blutgerinnungsstörungen oder vor einer Operation sollten Ginkgo biloba nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen.
Zusätzliche unterstützende Maßnahmen bei Parkinson
Neben der potenziellen Unterstützung durch Ginkgo biloba gibt es eine Reihe weiterer Maßnahmen, die Parkinson-Patienten ergreifen können, um ihre Symptome zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern.
Medikamentöse Therapie
Die Parkinson-Krankheit erfordert im Allgemeinen eine dauerhafte Einnahme von Medikamenten, primär als Tablette oder Kapsel. Mit den richtigen Therapieansätzen und Medikamenten ist die Krankheit gut behandel- und kontrollierbar, sodass sich die Lebenserwartung nicht verkürzt und die Selbstständigkeit der Patientinnen und Patienten oft über Jahre erhalten werden kann. Die medikamentöse Therapie zielt entweder darauf ab, diesen Dopaminmangel auszugleichen und/oder den Abbau von Dopamin im Gehirn zu verlangsamen. Es gibt verschiedene Medikamente und Wirkstoffe, um den Einsatz von Levodopa, welches mit einem besonders hohen Risiko für spätere Wirkungsschwankungen einhergeht, gerade bei jüngeren Patientinnen und Patienten unter 70 Jahren hinauszuzögern.
Nicht-medikamentöse Therapien
Doch auch nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten wie Krankengymnastik, Ergotherapie und weiteren übenden Behandlungen, welche die Lebensqualität verbessern und Symptome zusätzlich lindern können, spielen eine wichtige Rolle.
Ernährung und Lebensstil
Neben einer ausgewogenen Ernährung können bestimmte Vitalstoffe wie Vitamin B12, Coenzym Q10, Vitamin C und E sowie Aminosäuren eine positive Wirkung auf den Verlauf der Parkinson-Krankheit haben. Auch eine regelmäßige körperliche Aktivität und Stressreduktion können dazu beitragen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.