Ginkgo Biloba: Wirkung auf das Gehirn – Ein umfassender Überblick

Ginkgo Biloba, auch bekannt als "lebendes Fossil", ist eine der ältesten Baumarten der Welt und wird seit Jahrhunderten in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Besonders bekannt ist Ginkgo für seine positiven Effekte auf das Gedächtnis, die Durchblutung und die kognitive Leistungsfähigkeit. Viele Menschen greifen bei Vergesslichkeit, Konzentrationsproblemen oder Ohrgeräuschen zu Ginkgo (auch Ginkgo biloba genannt). Dabei wird oft übersehen: Ginkgo ist nicht gleich Ginkgo. Entscheidend sind die richtige Qualität und die passende Dosis. Und Ginkgo wirkt leider auch nicht bei allen Beschwerden, für die es üblicherweise eingenommen wird.

Was ist Ginkgo Biloba?

Der Ginkgobaum zählt zu einer der ältesten noch lebenden Pflanzenarten der Erde. Ginkgo Biloba ist ein einzigartiger Baum mit einer reichen Geschichte und zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen. Seine Blätter werden seit über 1.000 Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet, um die geistige Klarheit zu fördern und das Gedächtnis zu stärken. Die heilenden Eigenschaften von Ginkgo wurden in vielen Kulturen geschätzt, und die Pflanze hat sich bis heute als wertvolles Mittel zur Unterstützung der kognitiven Gesundheit etabliert. Die Ginkgogewächse gehören weder zu den Laub- noch zu den Nadelbäumen, sondern bilden eine eigene Gruppe. Der Baum zählt zu den ältesten Pflanzenarten unserer Erde und beeindruckt nicht nur durch sein Alter als „lebendes Fossil“, sondern auch durch seine vielfältigen gesundheitlichen Wirkungen. Besonders die Blätter enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die unser Gedächtnis und unsere Konzentration unterstützen.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Die wertvollen Wirkstoffe von Ginkgo Biloba sind:

  • Flavonoide: Diese wirken antioxidativ und schützen die Zellen vor freien Radikalen. Pflanzlich wirksame Bestandteile wie Flavonoide im Ginkgo-Spezialextrakt wirken als Radikalfänger. Das heißt, sie schützen die Zellen vor sogenannten freien Radikalen. Letztere verursachen oxidativen Stress und können so unsere körpereigenen Zellen schädigen.
  • Terpenoide (Ginkgolide und Bilobalide): Sie verbessern die Durchblutung und wirken entzündungshemmend. Ginkgo Biloba umfasst mehrere bioaktive Verbindungen, die entzündungshemmende Eigenschaften haben.

Der Ginkgobaum, der bis zu 40 Meter hoch wachsen kann, produziert in seinen Blättern eine einzigartige Kombination an Wirkstoffen. Diese Substanzen schützen die Nervenzellen vor schädlichen Einflüssen und fördern die Funktion bestimmter Botenstoffe im Gehirn, die für Gedächtnis und Lernprozesse wichtig sind.

Wie wirkt Ginkgo Biloba auf das Gehirn?

Ginkgo Biloba wird häufig als natürliches Mittel zur Unterstützung der Gehirnfunktion eingesetzt. Die Pflanze enthält wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Terpenoide, die antioxidative und durchblutungsfördernde Eigenschaften haben. Die Wirkstoffe des Ginkgos, insbesondere Flavonoide und Terpenoide, fördern die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung des Gehirns. Dies bedeutet: Mehr geistige Klarheit, eine verbesserte Konzentrationsfähigkeit und ein gestärktes Gedächtnis.

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Förderung der Durchblutung

Ginkgo Biloba steigert die Durchblutung indirekt durch die Verstärkung des Stickoxid-Signals, das die Blutgefäße erweitert und somit den Blutfluss erleichtert. Eine verbesserte Durchblutung hilft, mehr Sauerstoff und Nährstoffe zu den Organen und Geweben zu transportieren, einschließlich Gehirn, Herz und Muskeln. Ginkgo verbessert die Durchblutung des Gehirns und kann so die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Nervenzellen optimieren.

Unterstützung von Gedächtnis und Konzentration

Studien legen nahe, dass Ginkgo kognitive Funktionen wie Gedächtnis, Lernfähigkeit und Aufmerksamkeit positiv beeinflussen kann. Ginkgo kann die Durchblutung im Gehirn fördern und so die geistige Leistungsfähigkeit sowie das Erinnerungsvermögen verbessern. Die gefäßerweiternden Eigenschaften können Kopfschmerzen lindern. Besonders bei Stress oder geistiger Belastung kann Ginkgo helfen, die kognitive Leistung zu verbessern.

Schutz der Nervenzellen

Dank seiner antioxidativen Wirkung kann Ginkgo Zellschäden durch freie Radikale reduzieren, was insbesondere bei Alterserscheinungen oder neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz relevant sein kann. Ginkgo Biloba zeigt auch eine Neuroprotektion, indem es die Funktion der Nervenzellen unterstützt und schützt.

Reduzierung von Entzündungen

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Ginkgo Biloba dazu beitragen kann, Entzündungen in verschiedenen Körperteilen zu reduzieren.

Linderung von Stress und mentaler Erschöpfung

Durch seine regulierenden Effekte auf das Nervensystem kann Ginkgo helfen, mentale Klarheit zu fördern und Stressresistenz zu verbessern.

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Anwendungsgebiete von Ginkgo Biloba

Ginkgo Biloba wird aufgrund seiner vielseitigen gesundheitlichen Vorteile als Nahrungsergänzungsmittel geschätzt. Dazu gehören:

  • Gedächtnisprobleme und Tinnitus: Für die Wirkungen von Ginkgo ist wohl das Zusammenwirken von Flavonoiden, Ginkgoliden und Terpenen verantwortlich. Dieses Substanzgemisch weist zumindest in Laborversuchen zahlreiche Effekte auf: Es schützt Nervenzellen vor schädlichen Einflüssen und unterstützt die Funktion bestimmter Botenstoffe im Gehirn, die Gedächtnis und Lernen beeinflussen.
  • Demenz und Alzheimer: Studien deuten darauf hin, dass Ginkgo Biloba die Symptome von Demenz lindern und das Fortschreiten verlangsamen kann. Laut Leitlinie kann Ginkgo-Spezialextrakt Menschen mit Demenz helfen, den Alltag aktiver zu bewältigen.
  • Tinnitus: Durch die verbesserte Durchblutung kann Ginkgo helfen, Ohrgeräusche zu reduzieren.
  • Migräne und Kopfschmerzen: Die gefäßerweiternden Eigenschaften können Kopfschmerzen lindern.
  • Konzentrationsprobleme und mentale Erschöpfung: Besonders bei Stress oder geistiger Belastung kann Ginkgo helfen, die kognitive Leistung zu verbessern.

Ginkgo Biloba bei Demenz

Demenz ist ein Überbegriff für verschiedene Erkrankungen, bei denen die geistige Leistungsfähigkeit nachlässt. Sie tritt meist bei älteren Menschen auf. Demenz macht sich durch verschiedene Anzeichen bemerkbar: Man hat z. B. Probleme, sich an aktuelle Ereignisse zu erinnern, oder sich zu orientieren. Auch das Denken fällt schwerer. Das Gehirn verändert sich schon Jahre, bevor diese Beschwerden auftreten. Es gibt verschiedene Medikamente gegen Demenz. Eines davon ist Ginkgo biloba.

Bei leichter bis mittelgradiger Demenz - etwa bei Alzheimer- oder vaskulärer Demenz - geben die deutschen S3-Leitlinien eine vorsichtige, aber positive Empfehlung für Ginkgo in einer Tagesdosis von 240 mg eines standardisierten Spezialextrakts. In Studien zeigte sich bei einem Teil der Betroffenen eine messbare Verbesserung der geistigen Leistung und der Alltagsfähigkeiten. Das kann im täglichen Leben bedeuten, dass Dinge wie Anziehen, Einkaufen oder Termineplanen etwas leichter fallen und Verhaltenssymptome wie Antriebslosigkeit oder innere Unruhe weniger belasten.

Vorbeugung von Demenz

Experten und Expertinnen untersuchen, ob Gingko biloba auch eingesetzt werden kann, um Demenz vorzubeugen.

In einer randomisiert-kontrollierten Studie (RCT) wurde untersucht, ob Ginkgo biloba das Auftreten von Demenz verhindern kann. An der Studie nahmen Personen ab 75 Jahren teil. Die Ergebnisse zeigen, dass Ginkgo biloba bei Menschen ab 75 Jahren keinen Einfluss auf das spätere Auftreten von Demenz hat. Die Einnahme von Ginkgo biloba hatte keine schweren schädlichen Folgen für die Gesundheit.

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Einschränkung der Ergebnisse: Eventuell ist der Zeitraum, in dem die Teilnehmenden beobachtet wurden, zu kurz, um mögliche Auswirkungen von Ginkgo biloba festzustellen. In der Studie wurden Personen untersucht, die keine geistigen Einschränkungen hatten. Am Ende der Studie nahmen nur noch 60 Prozent der Teilnehmenden Ginkgo biloba oder das Scheinmedikament ein. Dadurch wird die Wirkung von Ginkgo biloba sowohl hinsichtlich Nutzen als auch Schaden möglicherweise geringfügig unterschätzt.

Ginkgo Biloba und Tinnitus

Beim chronischen Tinnitus ist die Studienlage klarer, aber leider ernüchternd: Ginkgo zeigt in guten Untersuchungen keinen verlässlichen Vorteil gegenüber Placebo. Deshalb empfehlen die deutschen Leitlinien Ginkgo bei Tinnitus nicht. Wer Tinnitus hat, profitiert eher von Aufklärung und Beratung zum Umgang mit den Ohrgeräuschen, von einem Hörtest und - bei nachgewiesener Schwerhörigkeit - von Hörgeräten.

Darreichungsformen und Dosierung

Ginkgo Biloba ist als Nahrungsergänzungsmittel in verschiedenen Formaten erhältlich:

  • Tabletten und Kapseln: Praktisch für die tägliche Einnahme und einfach zu dosieren.
  • Tropfen und Flüssigextrakte: Schnelle Aufnahme durch die Schleimhäute, besonders für Menschen, die ungern Tabletten schlucken.
  • Tee: Eine natürliche Form der Einnahme, jedoch mit geringerer Konzentration an Wirkstoffen.

Die Dosierung von Ginkgo Biloba kann stark variieren, abhängig von der spezifischen Verwendung und vom individuellen Gesundheitsprofil. Die am häufigsten zitierte Dosierung für Ginkgo Biloba liegt zwischen 120 und 240 Milligramm pro Tag, aufgeteilt in zwei oder drei Dosen.

Wichtig: Damit’s wirkt, braucht’s standardisierte Präparate. Ein gutes Ginkgo-Extrakt enthält mindestens 24 % Flavonoide und 6 % Terpenoide. Die empfohlene Tagesdosis liegt je nach Produkt und Verwendungszweck zwischen 120 mg und 240 mg des standardisierten Ginkgo-Extrakts (enthält 24 % Flavonglykoside und 6 % Terpenlaktone). Diese Dosis kann auf ein- bis zweimal täglich aufgeteilt werden.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Beim Kauf von Ginkgo Biloba-Produkten sollte auf folgende Kriterien geachtet werden:

  • Standardisierter Extrakt: Ein gutes Ginkgo-Extrakt enthält mindestens 24 % Flavonoide und 6 % Terpenoide.
  • Frei von Schadstoffen: Achte auf Laborzertifikate und Qualitätsprüfungen.
  • Ohne unnötige Zusatzstoffe: Hochwertige Produkte sollten keine künstlichen Füllstoffe oder Konservierungsstoffe enthalten.
  • Bio-Zertifizierung: Falls möglich, sollte das Produkt aus biologischem Anbau stammen, um Pestizidrückstände zu vermeiden.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Einnahme?

Es gibt keine allgemein anerkannte "beste" Zeit für die Einnahme von Ginkgo Biloba. Einige empfehlen, es mit einer Mahlzeit einzunehmen, um mögliche Magen-Darm-Beschwerden zu minimieren.

  • Morgens oder mittags: Ideal für Menschen, die Ginkgo zur Förderung der geistigen Leistungsfähigkeit und Konzentration nutzen.
  • Vor einer geistigen Herausforderung: Wenn Ginkgo für bessere Aufmerksamkeit oder Gedächtnisleistung eingenommen wird, sollte es ca. 30-60 Minuten vorher konsumiert werden.
  • Nicht abends: Da Ginkgo anregend wirken kann, wird eine Einnahme am Abend nicht empfohlen, um Schlafprobleme zu vermeiden.

Mögliche Nebenwirkungen und Risiken

Obwohl Ginkgo Biloba zahlreiche gesundheitliche Vorteile bietet, ist es wichtig, sich auch der möglichen Nachteile und Nebenwirkungen bewusst zu sein. Jeder einzelne kann anders auf die Einnahme von Ginkgo Biloba reagieren. Deshalb sollte die Anwendung immer mit Bedacht unter Berücksichtigung der individuellen Gesundheitssituation erfolgen.

Bei übermäßig hoher Dosierung oder empfindlicher Reaktion kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall)
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Allergische Hautreaktionen

Ginkgo kann zudem die Blutgerinnung hemmen, weshalb eine übermäßige Einnahme das Risiko für Blutungen erhöhen kann. Da Ginkgo Biloba eine leicht blutverdünnende Wirkung hat, sollte es vor chirurgischen Eingriffen abgesetzt werden, um das Risiko von Blutungen zu minimieren.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Ginkgo Biloba kann die Wirkung einiger Medikamente beeinflussen, insbesondere jene, die die Blutgerinnung beeinflussen. Arzneimittel mit Ginkgo können die Blutungsneigung erhöhen und Wechselwirkungen mit gerinnungshemmenden Medikamenten erzeugen. Wer gerinnungshemmende Medikamente einnimmt, sollte Ginkgo nur in Absprache mit dem Arzt anwenden. Denn die Heilpflanze kann den Effekt der Blutgerinnungshemmer verstärken.

Kontraindikationen

Ginkgo sollte mit Vorsicht oder gar nicht eingenommen werden bei:

  • Blutgerinnungsstörungen oder vor Operationen (wegen möglicher Blutungsneigung)
  • Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten (z. B. ASS, Warfarin)
  • Schwangerschaft und Stillzeit (keine ausreichenden Studien zur Sicherheit)
  • Epilepsie (kann Anfälle begünstigen)
  • Allergien gegen Bestandteile von Ginkgo biloba

Schwangere Frauen dürfen Ginkgo-Präparate nicht verwenden.

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