Glaukom und Migräne mit Aura: Ein möglicher Zusammenhang

Migräne, insbesondere Migräne mit Aura, ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende Kopfschmerzattacken gekennzeichnet ist. Häufig treten Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Schwäche auf. In etwa 15 % der Fälle kündigt sich die Migräne durch eine Aura mit Sehstörungen oder Kribbelgefühlen an. Doch Migränepatienten haben offenbar auch ein erhöhtes Risiko, ein primäres Offenwinkelglaukom (POWG) zu entwickeln.

Migräne als Risikofaktor für Glaukom

Eine systematische Literaturübersicht und vergleichende Analyse deuten darauf hin, dass Migräne das Risiko für die Augenerkrankung Glaukom steigern kann. Dieser Zusammenhang konnte allerdings nicht in allen verglichenen Untersuchungen gesehen werden. Eine aktuelle Studie ermittelte nun, wie häufig die Augenerkrankung Glaukom bei Migränepatienten auftritt, da bisherige Studien zu dieser Frage widersprüchliche Ergebnisse erbrachten.

Forscher ermittelten dazu Studien zu Migräne und Glaukom (speziell dem sogenannten Offenwinkelglaukom) aus verschiedenen medizinwissenschaftlichen Datenbanken (Embase, Web of Science und PubMed). Insgesamt fanden die Experten 11 Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Glaukom und Migräne. Daraus ermittelten sie ein auf den ersten Blick deutliches Ergebnis: Migränepatienten hatten ein relatives Risiko von 1,24, ein Offenwinkelglaukom zu entwickeln. Das heißt, Patienten mit Migräne hatten im Mittel eine um 24 % erhöhte Wahrscheinlichkeit, an einem Glaukom zu erkranken als Menschen ohne Migräne. Es gab allerdings Unterschiede je nach Art der jeweiligen Untersuchung.

Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass Migräne wahrscheinlich das Risiko für ein Glaukom steigern kann. Dieser Zusammenhang konnte allerdings nicht in allen Arten von Studien gefunden werden, kann also auch weiterhin nicht als abschließend gesichert betrachtet werden. Bei Auffälligkeiten des Sehens, die außerhalb einer Migräneattacke oder Aura bemerkt werden, oder spürbar erhöhtem Druck auf den Augen, sollten aber Migränepatienten durchaus auch an eine augenärztliche Untersuchung denken.

Augenmigräne: Eine spezielle Form der Migräne

Augenmigräne, auch ophthalmische Migräne genannt, ist eine seltene Form der Migräne, die in der Regel mit Sehstörungen einhergeht, ohne dabei zwangsläufig mit den typischen Kopfschmerzen verbunden zu sein. Bei einer Augenmigräne kann sich das Sichtfeld verändern und es kommt zu Blitzlichtern, Flimmern oder Doppelbildern. Nicht selten empfinden Betroffene Augenmigräne als eine Einschränkung der Lebensqualität. Die Symptome einer Augenmigräne variieren von Person zu Person, beinhalten aber häufig Sehstörungen, die plötzlich auftreten. Die Dauer der Symptome reicht in der Regel von wenigen Minuten bis zu einer Stunde. Besonders wichtig ist es, bei wiederholtem Auftreten der Symptome einen Arzt aufzusuchen.

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Augenmigräne vs. Migräne mit Aura

Auch wenn bei der Migräne mit Aura ebenfalls Sehstörungen auftreten wie Flimmern, Unschärfe oder Verlust des räumlichen Sehens, ist ein wesentliches Abgrenzungsmerkmal der Zeitpunkt des Auftretens. Bei der Migräne mit Aura beginnen die visuellen Störungen vor den Kopfschmerzen. Bei der Augenmigräne hingegen, sind die Kopfschmerzen - sofern sie überhaupt auftreten - meist nicht so stark wie die Sehstörungen.

Ursachen und Auslöser von Augenmigräne

Die genauen Ursachen von Augenmigräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass ähnliche Mechanismen wie bei der klassischen Migräne eine Rolle spielen, einschließlich Veränderungen in der Durchblutung und neuronalen Aktivität des Gehirns. Es gibt auch bestimmte Auslöser, die bei manchen Menschen Augenmigräne hervorrufen können. Hier sind einige mögliche Ursachen und Auslöser:

  • Veränderungen in der Durchblutung: Eine unregelmäßige Durchblutung im Gehirn und den Blutgefäßen der Augen kann zur Entwicklung von Augenmigräne beitragen. Vasokonstriktion (Verengung der Blutgefäße) und Vasodilatation (Erweiterung der Blutgefäße) können eine Rolle spielen.
  • Neurologische Veränderungen: Es wird vermutet, dass eine gestörte neuronale Aktivität im Gehirn, insbesondere im Bereich der Sehbahn, zu den visuellen Symptomen der Augenmigräne führen kann.
  • Genetische Veranlagung: Es gibt Hinweise darauf, dass eine genetische Veranlagung für Migräne auch das Risiko für Augenmigräne erhöhen kann. Eine familiäre Häufung von Migräneerkrankungen deutet darauf hin, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Veränderungen, insbesondere bei Frauen, können Auslöser für Augenmigräne sein. Beispielsweise können hormonelle Schwankungen während des Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder der Menopause Augenmigräneepisoden auslösen.
  • Auslösende Faktoren: Es gibt bestimmte Auslöser, die bei manchen Menschen Augenmigräne auslösen können. Dazu gehören Stress, Schlafmangel, bestimmte Lebensmittel oder Getränke (z. B. Koffein, Alkohol), grelles Licht, starke Gerüche oder Umweltreize. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Menschen auf dieselben Auslöser reagieren. Jeder Mensch kann unterschiedliche individuelle Auslöser haben. Es kann hilfreich sein, ein Migränetagebuch zu führen, um potenzielle Auslöser zu identifizieren und zu vermeiden.

Symptome der Augenmigräne

Die Symptome von Augenmigräne sind hauptsächlich mit visuellen Störungen verbunden. Hier sind die typischen Symptome, die während einer Episode auftreten können:

  • Flimmern oder Lichtblitze: Während einer Augenmigräne-Episode können Betroffene flimmernde Lichter oder Blitze im Sichtfeld wahrnehmen. Diese können sich wie ein funkelndes Licht oder Blitzlichter anfühlen und können in verschiedenen Formen und Farben erscheinen.
  • Zickzacklinien oder wellenförmige Muster: Ein häufiges visuelles Symptom sind Zickzacklinien oder wellenförmige Muster, die sich durch das Sichtfeld bewegen können. Diese Linien können sich langsam bewegen oder schnell hin und her schwingen.
  • Verschwommenes Sehen: Während einer Augenmigräne-Episode kann das Sehen vorübergehend verschwommen sein. Die Sicht kann unscharf oder verwischt erscheinen, was die Lesefähigkeit oder das Erkennen von Details beeinträchtigen kann.
  • Tunnelblick: Einige Menschen erleben während einer Augenmigräne einen Tunnelblick, bei dem das periphere Sichtfeld eingeschränkt ist und sich das Sehen auf einen schmalen Bereich in der Mitte des Sichtfelds konzentriert.
  • Blindheit auf einem Auge: In seltenen Fällen kann es zu vorübergehender Sehblindheit auf einem Auge kommen. Dies wird als monokulare Blindheit bezeichnet und kann mehrere Minuten bis zu einer Stunde dauern.

Es ist wichtig zu beachten, dass Augenmigräne in der Regel keine Kopfschmerzen verursacht. Bei einigen Menschen können jedoch leichte Kopfschmerzen oder Migränesymptome wie Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit im Anschluss an die visuellen Symptome auftreten. Die Dauer der Symptome kann variieren. In der Regel dauert eine Episode von Augenmigräne etwa 10 bis 30 Minuten, kann aber auch bis zu eine Stunde andauern.

Aura bei Augenmigräne

Bei der Augenmigräne kann eine sogenannte Aura auftreten. Eine Aura ist eine vorübergehende Störung des Sehvermögens, die in der Regel kurz vor dem Beginn der Migräne-Kopfschmerzen auftritt. Sie kann jedoch auch ohne Kopfschmerzen auftreten. Die Aura bei Augenmigräne kann verschiedene visuelle Symptome umfassen, die typischerweise schrittweise auftreten und etwa 20 bis 60 Minuten anhalten. Hier sind einige häufige Merkmale einer Aura bei Augenmigräne:

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  • Flimmerskotome: Flimmernde oder funkelnde Lichter, die sich im Sichtfeld bewegen und das Sehen beeinträchtigen können. Sie können als helle Blitze, Zickzacklinien oder Wellenmuster wahrgenommen werden.
  • Geblendetes Sehen: Plötzliche, vorübergehende Blendung oder das Gefühl, dass eine Lichtquelle sehr hell ist.
  • Verzerrtes Sehen: Verzerrungen des Sichtfelds, bei denen Objekte in ihrer Form oder Größe verändert erscheinen.
  • Gesichtsfeldausfälle: Das Auftreten von schwarzen oder blinden Flecken im Sichtfeld, die das Sehen von bestimmten Bereichen einschränken können.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Aura bei Augenmigräne normalerweise reversibel ist und die Sehfunktion nach dem Abklingen der Symptome vollständig wiederhergestellt wird. Bei einigen Menschen können jedoch nach der Aura-Komponente auch Kopfschmerzen oder andere Migräne-Symptome auftreten.

Behandlung von Augenmigräne

Die Behandlung von Augenmigräne zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Häufigkeit von Episoden zu reduzieren und den individuellen Bedürfnissen des Patienten gerecht zu werden. Es ist wichtig, mit einem Augenarzt über Ihre spezifischen Symptome und Behandlungsmöglichkeiten zu sprechen. Dabei unterscheiden wir zwischen den medizinischen Behandlungsmethoden und den Methoden, die Sie selber anwenden können.

Medikamentöse Behandlung

In einigen Fällen können verschreibungspflichtige Medikamente zur Vorbeugung oder Behandlung von Augenmigräneepisoden verschrieben werden. Dies kann Triptane, Ergotamine oder andere Medikamente umfassen, die die Durchblutung oder neuronale Aktivität beeinflussen. Bei Kopfschmerzen oder Migränesymptomen können rezeptfreie Schmerzmittel wie Acetaminophen, Ibuprofen oder Aspirin hilfreich sein. In einigen Fällen können auch verschreibungspflichtige Migränemedikamente verschrieben werden.

Selbsthilfemaßnahmen und Lebensstiländerungen

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung und ärztlichen Betreuung können Selbsthilfemaßnahmen und Lebensstiländerungen dazu beitragen, die Häufigkeit und Schwere von Augenmigräne-Episoden zu reduzieren. Dabei sollten Sie individuelle Lebensstiländerungen finden, die für Sie am besten funktionieren.

  • Ruhe und Entspannung: Während einer Augenmigräne-Episode ist es wichtig, sich an einen ruhigen Ort zurückzuziehen und sich zu entspannen. Eine ruhige Umgebung ohne grelles Licht oder starke Gerüche kann helfen, die Symptome zu lindern.
  • Dunkelheit: Das Aufsuchen eines abgedunkelten Raums oder das Tragen einer Sonnenbrille kann dabei helfen, empfindliche Augen vor hellem Licht zu schützen und die visuellen Symptome zu reduzieren.
  • Auslöser vermeiden: Identifizieren Sie mögliche Auslöser für Ihre Augenmigräne und versuchen Sie, diese so konsequent wie möglich zu vermeiden. Dazu gehören Stress, bestimmte Lebensmittel (wie koffeinhaltige Getränke, Schokolade, Käse oder Lebensmittel mit hohem Histamingehalt), Schlafmangel, grelles Licht, starke Gerüche oder bestimmte Umweltfaktoren. Ein Migränetagebuch kann dabei helfen, Auslöser zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
  • Stressmanagement: Stress ist ein bekannter Auslöser für Migräne und kann auch Augenmigräneepisoden auslösen. Stressmanagementtechniken wie Entspannungsübungen, Meditation, Yoga oder Atemübungen können helfen, Stress abzubauen und die Häufigkeit von Episoden zu reduzieren. Regelmäßige körperliche Aktivität kann auch helfen, Stress abzubauen.
  • Regelmäßiger Schlaf: Stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend Schlaf bekommen und einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus einhalten. Schlafmangel kann die Wahrscheinlichkeit von Migräne-Episoden erhöhen.
  • Regelmäßige Mahlzeiten: Überspringen Sie keine Mahlzeiten und halten Sie regelmäßige Essenszeiten ein. Niedriger Blutzucker kann Migräne-Episoden auslösen.
  • Ausreichende Flüssigkeitsmenge: Stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend Flüssigkeit trinken, insbesondere Wasser. Dehydration kann Migräne-Symptome verstärken.
  • Augenschutz: Schützen Sie Ihre Augen vor grellem Licht, indem Sie eine Sonnenbrille tragen, insbesondere bei hellem Sonnenlicht oder grellem Kunstlicht.
  • Entspannungstechniken für die Augen: Übungen zur Augenentspannung können helfen, die Belastung der Augen zu verringern. Dies kann das Schließen der Augen, regelmäßiges Blinzeln oder das Ausführen von Blickbewegungen umfassen.
  • Regelmäßige Pausen bei Bildschirmarbeit: Wenn Sie viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, nehmen Sie regelmäßige Pausen, um Ihre Augen zu entlasten. Blicken Sie in die Ferne, um Ihre Augenmuskeln zu entspannen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie unter Augenmigräne leiden. Hier sind einige Situationen, in denen es besonders wichtig ist, ärztlichen Rat einzuholen:

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  • Erstmalige Symptome: Wenn Sie zum ersten Mal Augenmigräne-Symptome erleben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten und andere mögliche Ursachen für Ihre Symptome auszuschließen.
  • Veränderungen der Symptome: Wenn sich Ihre Augenmigräne-Symptome plötzlich verändern, intensivieren oder länger andauern als zuvor, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen.
  • Beeinträchtigung der Lebensqualität: Wenn die Augenmigräne-Symptome Ihre täglichen Aktivitäten und Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
  • Begleitende Symptome: Wenn Sie neben den visuellen Symptomen von Augenmigräne zusätzliche Symptome wie starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder neurologische Symptome (z. B. Taubheitsgefühl, Sprachstörungen) haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
  • Häufige oder schwere Episoden: Wenn Sie häufige oder schwere Episoden von Augenmigräne haben, die sich nicht ausreichend durch Selbsthilfemaßnahmen oder verschreibungspflichtige Medikamente kontrollieren lassen, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Differentialdiagnose

Entscheidend ist bei der Diagnostik zudem andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen können. Hier sind einige Erkrankungen, die in Betracht gezogen werden sollten:

  • Retinale Probleme: Retinale Probleme wie Netzhautablösung, Netzhautriss oder Makuladegeneration können ähnliche visuelle Symptome wie Augenmigräne verursachen.
  • Glaukom: Glaukom, auch bekannt als grüner Star, ist eine Augenerkrankung, die den Sehnerv schädigt und zu einem progressiven Sehverlust führen kann. In einigen Fällen können die Symptome des Glaukoms, wie Sehstörungen oder Augenschmerzen, mit den Symptomen von Augenmigräne verwechselt werden.
  • Augenmuskelerkrankungen: Bestimmte Erkrankungen der Augenmuskeln, wie Okuläre Myasthenie oder Strabismus, können zu Sehstörungen und Augenbeschwerden führen.
  • Augeninfektionen: Augeninfektionen wie Konjunktivitis (Bindehautentzündung) können ebenfalls visuelle Symptome wie Rötung, Schwellung oder Tränenfluss verursachen.
  • Neurologische Erkrankungen: Bestimmte neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Sehnerventzündung oder Migräne mit Aura können ähnliche visuelle Symptome wie Augenmigräne verursachen.

Glaukom: Eine Übersicht

Das Glaukom ist eine Augenerkrankung, bei der der Sehnerv geschädigt wird. In den meisten Fällen ist ein erhöhter Augeninnendruck die Ursache für diese Schädigung. Es gibt verschiedene Arten von Glaukom, wobei das primäre Offenwinkelglaukom (POWG) die häufigste Form ist.

Primäres Offenwinkelglaukom (POWG)

Beim POWG ist der Augeninnendruck möglicherweise höher als normal (Normalbereich 10-21 mmHg), jedoch nicht immer. Der Patient hat meistens keine Symptome. Der Augenarzt misst oft zu hohe Augendruckwerte.

Normaldruckglaukom (Niederdruckglaukom)

Bei einem Normaldruckglaukom, auch Niederdruckglaukom genannt, haben die Patienten meistens regelrechte Augendruckwerte. Dank spezieller Vermessungen sehen wir bei dieser Gruppe der Patienten, dass die Blutzufuhr nicht an die Bedürfnisse des Gewebes angepasst ist. Es kommt zu Über- und Unterperfusionen der Gewebe, die durch Krämpfe und unzureichende Erweiterungen bedingt sind. Automatisch aktiviert wird eine ganze Kaskade biochemischer Prozesse, die hier eine essentielle Rolle spielen. Die verminderte okuläre Durchblutung oder diese Schwankung führt zur Glaukom-Verschlechterung. Die verminderte oder schwankende Durchblutung des Auges führt zum Fortschreiten des Glaukoms. Zusätzlich kommt es zu einer instabilen Sauerstoffzufuhr und zu oxidativem Stress.

Patienten mit peripherer vaskulärer Dysregulation (PVD) leiden häufiger an Tinnitus, Muskelkrämpfen, Migräne mit Aura und stiller Myokardischämie (Sauerstoffmangel am Herzmuskel, aber ohne Beschwerden). Das Durstgefühl ist deutlich geringer, und sie leiden eher an niedrigem Blutdruck. Es ist ganz entscheidend, PVD-Patienten zu entdecken und zu diagnostizieren, da bei ihnen die Schädigung durch das Glaukom trotz niedrigem Blutdruck fortschreitet. Besonders sollte hier auf einen Blutdruckabfall in der Nacht geachtet werden, denn dieser führt zur Drosselung der Augendurchblutung.

Es ist möglich, den retinalen Venendruck an der Papille nicht invasiv mit einem Ophthalmodynamometer zu messen. Mehrere Studien haben gezeigt, dass aber genau der retinale Venendruck bei Glaukompatienten erhöht ist und mit Gesichtsfeldausfällen korrespondiert.

Winkelblockglaukom

Bei einigen Patienten sind die Abflusskanäle, die das Wasser im Auge filtern, zu eng. Ein Grund dafür könnte die Tatsache sein, dass, wenn Menschen älter werden, Katarakte in ihren Augen entstehen können. Der sich entwickelnde Katarakt kann gegen die Entwässerungskanäle drücken und sie kleiner und schmaler machen. In einigen Fällen werden sie vollständig blockiert. Durch diese Blockade steigt der Augeninnendruck an, was zu einem akuten Glaukom führt. Eine Situation wie diese ist ein ophthalmologischer Notfall, der eine dringende Senkung des Augendrucks erfordert.

Es ist wichtig, dass ein Glaukomspezialist die Abflusswinkel korrekt untersucht. Wenn wir enge Drainagewinkel sehen, bevor ein akuter Angriff auftritt, können wir eine Laser-Behandlung durchführen, um die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs zu verringern. Dieses Verfahren wird als „periphere Iridotomie“ bezeichnet. Eine periphere Iridotomie ist ein winziges Loch in der Iris, dem farbigen Teil Ihres Auges.

In einigen Fällen lässt der Laser allein nicht genügend Platz für das Ablassen von Flüssigkeit zu. Es kann erforderlich sein, den wachsenden Katarakt zu entfernen, um den Abfluss der wässrigen Flüssigkeit wiederherzustellen.

Sekundäres Glaukom

Ein Sekundäres Glaukom ist seltener als ein Primäres Offenwinkelglaukom (POWG). Bei einem POWG wissen wir noch nicht, warum die Entwässerungskanäle nicht mehr funktionieren. Abnormale Blutgefäße wachsen im Auge aufgrund von Diabetes mellitus, Gefäßverschluss / Infarkt im Auge oder schlechter Durchblutung der Halsschlagadern im Hals. Auch Pseudoexfoliationsglaukom (PEX) ist eine Form des sekundären Glaukoms. Anzeichen für PEX sind weiße, pulverige Ablagerungen auf der Linse, der Iris und der Abflusskanäle im Auge. Es kann mit hohem Augeninnendruck und einem Glaukom verbunden sein, das schnell voranschreitet.

Ein Pigmentglaukom tritt auf, wenn die Iris an der dahinterliegenden menschlichen Linse reibt. Dieses „Reiben“ entfernt das Pigment, das unseren Augen ihre Farbe gibt. Das Pigment verstopft dann die Abflusskanäle, was zu erhöhtem Augeninnendruck und Glaukom führt. Betroffen sind vor allem jüngere Kurzsichtige.

Auch chronische und sich wiederholende Entzündungen in den Augen können ein Glaukom entwickeln. Dies kann an einer entzündungsbedingten Vernarbung der Abflusskanäle selbst liegen.

Diagnose von Glaukom

Beim Glaukom kommt es zur Beschädigung des Sehnervs im Auge. Eine Person mit Glaukom bemerkt im Frühstadium der Erkrankung nichts Ungewöhnliches. Der Grund ist, dass oft zuerst die periphere Nervenfaser betroffen ist. Wenn die Person eine Sehverschlechterung oder eine Einschränkung im Gesichtsfeld bemerkt, ist es oftmals bereits zu spät. Eine frühzeitige Entdeckung des Grünen Stars ist sehr wichtig.

Der Augendruck kann bei einem Glaukompatienten hoch sein, bei anderen jedoch nicht. Der Augendruck steht nicht im Zusammenhang mit dem Blutdruck oder Stress.

Messung der Sehstärke

Ihre Sehstärke wird bei jedem Besuch in der Praxis gemessen. Dies ist wichtig, auch wenn es eine Routineuntersuchung ist.

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