Glioblastom Behandlung: Nebenwirkungen und innovative Therapieansätze

Das Glioblastom ist eine der aggressivsten und häufigsten Arten von Hirntumoren bei Erwachsenen. Trotz Fortschritten in der medizinischen Forschung bleibt die Behandlung eine Herausforderung, und die damit verbundenen Therapien können erhebliche Nebenwirkungen verursachen. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Behandlungsstrategien für Glioblastome, die damit verbundenen Nebenwirkungen und die vielversprechenden Forschungsansätze zur Minimierung dieser Nebenwirkungen.

Aktuelle Behandlungsstrategien für Glioblastome

Die Standardbehandlung für Glioblastome umfasst in der Regel eine Kombination aus Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie.

Operative Entfernung

Die operative Entfernung des Tumors ist oft der erste Schritt in der Behandlung. Ziel ist es, so viel Tumorgewebe wie möglich zu entfernen, ohne dabei wichtige neurologische Funktionen zu beeinträchtigen. Da Glioblastome jedoch dazu neigen, in das umliegende Hirngewebe einzuwachsen, ist eine vollständige Entfernung selten möglich.

Strahlentherapie

Nach der Operation folgt in der Regel eine Strahlentherapie, um verbliebene Tumorzellen abzutöten. Die Strahlentherapie wird meist über einen Zeitraum von mehreren Wochen in kleinen Dosen verabreicht, um das gesunde Hirngewebe zu schonen.

Chemotherapie

Die Chemotherapie ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Glioblastom-Behandlung. Das am häufigsten verwendete Chemotherapeutikum ist Temozolomid, das oft gleichzeitig mit der Strahlentherapie verabreicht wird und anschließend in Erhaltungszyklen fortgesetzt wird.

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Häufige Nebenwirkungen der Glioblastom-Behandlung

Die Behandlung von Glioblastomen kann eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen, die sowohl die Lebensqualität der Patienten als auch den Behandlungserfolg beeinträchtigen können.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Die Strahlentherapie kann lokale Nebenwirkungen wie Haarausfall an den bestrahlten Stellen, Hautirritationen und Müdigkeit verursachen. In einigen Fällen kann es auch zu einer Ödembildung (Schwellung) im Gehirn kommen, die Kopfschmerzen und neurologische Beschwerden verursachen kann.

Nebenwirkungen der Chemotherapie mit Temozolomid

Temozolomid ist im Allgemeinen gut verträglich, kann aber auch Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust und Verdauungsstörungen. In einigen Fällen kann es auch zu einer Myelosuppression kommen, einer Verminderung der Anzahl der Blutzellen, die das Risiko von Infektionen und Blutungen erhöhen kann. Selten kann Temozolomid auch die Leberfunktion beeinträchtigen.

Kombinationschemotherapie mit Lomustin

Bei Patienten mit einem methylierten MGMT-Status kann eine Kombinationschemotherapie mit Temozolomid und Lomustin in Betracht gezogen werden. Diese Kombination kann jedoch das Risiko von Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Myelosuppression erhöhen.

Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen

In seltenen Fällen können schwerwiegende Nebenwirkungen wie Leberschäden oder Lungenentzündungen auftreten. Es ist wichtig, dass Patienten und Ärzte auf mögliche Symptome achten und dieseDifferentialdiagnose in Betracht ziehen.

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Innovative Therapieansätze zur Minimierung von Nebenwirkungen

Um die Nebenwirkungen der Glioblastom-Behandlung zu minimieren, arbeiten Forscher an neuen, gezielteren Therapieansätzen.

Lokale Wirkstofffreisetzung durch Silikonstrukturen

Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, hat eine innovative Silikonstruktur entwickelt, die es ermöglicht, medizinische Wirkstoffe gezielt im Tumorgewebe freizusetzen. Die Wissenschaftler ätzen feine Tunnel in das Silikonmaterial, die mit verschiedenen Wirkstoffen befüllt werden können. Diese Tunnel bilden ein dicht verzweigtes Netzwerk, das die kontrollierte Abgabe von Medikamenten über einen längeren Zeitraum ermöglicht.

Immuntherapie mit CAR-T-Zellen

Ein weiterer vielversprechender Ansatz ist die Immuntherapie mit CAR-T-Zellen. Bei dieser Therapie werden T-Zellen des Patienten im Labor so umprogrammiert, dass sie Krebszellen erkennen und abtöten können. Forscher der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel haben eine spezielle Form der CAR-T-Zell-Therapie entwickelt, die nicht nur den Tumor angreift, sondern auch das Mikroumfeld des Tumors verändert, um die Immunabwehr zu stärken.

Schwerionentherapie

Die Schwerionentherapie ist eine spezielle Form der Strahlentherapie, bei der Kohlenstoff-Ionen verwendet werden, um Tumorzellen abzutöten. Diese Therapie ist besonders wirksam bei der Behandlung von Glioblastomen, da sie auch hypoxische Zellen erreichen kann, die gegenüber herkömmlichen Strahlentherapien resistent sind.

Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit

Die Erforschung und Entwicklung neuer Therapieansätze für Glioblastome erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdisziplinen wie Materialwissenschaft, Medizin, Biologie und Ingenieurwesen. Nur durch die Kombination von Fachwissen und Ressourcen können innovative Lösungen gefunden werden, um die Behandlung von Glioblastomen zu verbessern und die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen.

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Die Rolle der Lebensqualität während der Therapie

Sofern die Chemotherapie gut vertragen wird und keine relevanten Laborwertveränderungen auftreten, können Patienten auch in dieser Phase aktiv sein, Sport treiben oder sogar in den Urlaub fahren. Es ist empfehlenswert, sich vor Infektionen zu schützen, aber besondere Maßnahmen sind hierfür nicht unbedingt erforderlich.

Wichtige Hinweise für die Therapieüberwachung

Während der gesamten Chemotherapie und bis mindestens vier Wochen nach Beendigung sind regelmäßige Laborkontrollen der Blutwerte notwendig. Es wird empfohlen, wöchentlich ein Blutbild und mindestens alle vier Wochen ein Differenzialblutbild, inklusive der Elektrolyte, Gerinnungsparameter sowie der Leber- und Nierenwerte zu erstellen.

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