L-Glutamin und seine Auswirkungen auf das Gehirn: Nebenwirkungen und Nutzen

L-Glutamin, auch bekannt als 2-Amino-4-Carbamoylbutansäure, ist die am häufigsten vorkommende nicht-essentielle Aminosäure im menschlichen Körper. Sie spielt eine zentrale Rolle in zahlreichen Stoffwechselprozessen und ist besonders wichtig für das Gehirn. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aspekte von L-Glutamin, seine potenziellen Vorteile und Risiken, insbesondere im Hinblick auf die Gehirnfunktion.

Was ist L-Glutamin und warum ist es wichtig?

L-Glutamin ist eine semi-essentielle Aminosäure, was bedeutet, dass der Körper sie selbst herstellen kann, aber unter bestimmten Bedingungen, wie z.B. bei intensivem Training, Krankheit oder Stress, kann die Eigenproduktion nicht ausreichend sein. In solchen Fällen kann eine Supplementierung sinnvoll sein. Die stärkste körpereigene Synthese erfolgt in Muskeln, Leber, Fettgewebe und Gehirn.

Funktionen von L-Glutamin im Körper

L-Glutamin ist an vielen wichtigen Prozessen beteiligt, darunter:

  • Aminosäure-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel: L-Glutamin spielt eine Schlüsselrolle im Energiestoffwechsel.
  • Energiequelle für schnell teilende Zellen: Immunzellen und das Darmepithel nutzen Glutamin als primäre Energiequelle.
  • Funktion der Darmbarriere: Glutamin unterstützt die Bildung von Tight Junctions, die die Epithelzellen des Darms zusammenhalten und die unkontrollierte Aufnahme von Partikeln verhindern.
  • Synthese von Proteinen, Nukleinsäuren und Neurotransmittern: Glutamin ist an der Herstellung von DNA, RNA und wichtigen Neurotransmittern wie GABA beteiligt.
  • Säure-Basen-Haushalt: Glutamin hilft, Säuren über die Nieren auszuscheiden und die Pufferkapazität des Blutplasmas zu erhöhen.
  • Muskelaufbau: L-Glutamin ist die am häufigsten vorkommende Aminosäure im Muskelgewebe und unterstützt die Eiweißsynthese.
  • Ammoniak-Entgiftung: Glutamin spielt eine wichtige Rolle bei der Entgiftung von Ammoniak im Gehirn und in der Leber.
  • Gewichtsreduktion: Es gibt Hinweise darauf, dass Glutamin bei übergewichtigen Personen zur Gewichtsreduktion beitragen kann.
  • Immunfunktion: L-Glutamin ist wichtig für das Immunsystem und wirkt bei Ausdauersportlern der Immunsuppression entgegen.
  • Blutzuckerkontrolle: Eine Glutaminergänzung kann die glykämische Kontrolle bei Menschen mit Typ-2-Diabetes verbessern.
  • Antioxidative Wirkung: Glutamin ist ein Baustein für das intrazelluläre Antioxidans Glutathion.

L-Glutamin und das Gehirn

L-Glutamin hat eine besondere Bedeutung für das Gehirn. Es ist die am häufigsten vorkommende Aminosäure in der Cerebrospinalflüssigkeit und spielt eine wichtige Rolle im Hirnstoffwechsel. Glutamin hilft dem Körper auch dabei, überschüssiges Ammoniak in der Leber und im Gehirn zu neutralisieren. Die dem Glutamin verwandte Glutaminsäure (Glutamat) ist selbst ein wichtiger exzitatorischer (stimulierender) Neurotransmitter. Auch Beruhigungsmittel wie Valium® entwickeln ihre beruhigende Wirkung über die GABA-Rezeptoren im Gehirn.

L-Glutamin unterstützt die Hirnfunktion und kann dabei helfen, den altersbedingten kognitiven Abbau zu verlangsamen. Studien deuten darauf hin, dass die Wirkung von L-Glutamin auf die Psyche vor allem durch eine stabile Neurotransmitterversorgung erklärt werden kann.

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Mögliche Nebenwirkungen von L-Glutamin

Obwohl L-Glutamin im Allgemeinen als sicher gilt, können bei hohen Dosen oder bestimmten Vorerkrankungen Nebenwirkungen auftreten. Es ist wichtig, die potenziellen Risiken zu kennen und die Einnahme von L-Glutamin mit einem Arzt zu besprechen.

Häufige Nebenwirkungen

L-Glutamin gilt in üblichen Dosierungen bis 30 Gramm pro Tag als sehr gut verträglich. Gesunde Erwachsene vertragen Dosierungen von 20-30 Gramm ohne Nebenwirkungen. In Untersuchungen traten auch bei Athleten, die über einen Zeitraum von 14 Tagen täglich 28 Gramm Glutamin einnahmen, keine negativen Wirkung auf. Tagesdosierungen von 0,65 Gramm/Kilo Körpergewicht werden von Patienten gut vertragen und haben keinen abweichenden Ammoniakspiegel zur Folge.

Bei hoher Dosierung können Bewegungsdrang und Schlafstörungen auftreten. Verringern Sie die Dosis oder beenden Sie die Einnahme von Glutamin Verla®, bis die Nebenwirkungen verschwunden sind.

Seltene Nebenwirkungen

In seltenen Fällen wurde über allergische Reaktionen auf dieses Nahrungsergänzungsmittel berichtet. Obwohl selten, können einige Menschen allergisch auf Glutaminpräparate reagieren.

Einige Menschen reagieren überempfindlich auf Glutamat (MSG, D261), das Natriumsalz der Glutaminsäure, das als Geschmacksverstärker in vielen Instantgerichten zum Einsatz kommt. Menschen, die auf diesen Geschmacksverstärker überempfindlich reagieren, haben das sogenannte „China-Restaurant-Syndrom“: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Herzklopfen, kalter Schweiß, Bauchschmerzen, Rötungen und andere Symptome können beim Verzehr solcher Speisen auftreten.

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Kontraindikationen und Warnhinweise

Personen mit Nieren- oder Lebererkrankungen, sowie Tumorpatienten sollten die Einnahme auf jeden Fall vorher mit ihrem behandelnden Arzt absprechen. Menschen die an manischer Depression oder Epilepsie leiden, sollten hohe Dosen von Glutamin vermeiden. Sie können die Glutamatspiegel im Gehirn zu stark erhöhen. Dies kann die Manie oder Epilepsie eventuell verschlimmern.

Glutamin Verla ® darf nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegen Glutaminsäure oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind, bei schweren krankhaften Trieb‒ und Affektsteigerungen, es sei denn, dass der Arzt es ausdrücklich gestattet hat.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Bisher sind keine anderen Arzneimittel bekannt, die die Wirkung von Glutamin Verla® beeinflussen oder durch Glutamin Verla® in ihrer Wirkung beeinflusst werden. Interaktionen mit schulmedizinischen oder heilkundigen Arzneien sind möglich.

Auswirkungen auf Intensivpatienten

Eine Studie unter der Leitung von Dr. KIEL in Kooperation mit der weltweit renommierten Studiengruppe der "Canadian Critical Care Trials Group" untersuchte 1.223 Patienten in Kanada, den USA und Europa über sechs Jahre. Dabei zeigte sich eine signifikant höhere Sterblichkeit in der Glutamingruppe nach einer Beobachtungszeit von sechs Monaten verglichen mit Patienten, denen kein Glutamin zugeführt wurde. In einer Subgruppe von 66 Patienten wurden zum Teil sehr hohe Konzentrationen von Glutamin bei Aufnahme nachgewiesen. Derartig erhöhte Glutaminspiegel können ebenso wie zu niedrige mit einer schlechten Prognose verbunden sein.

L-Glutamin in Lebensmitteln und als Nahrungsergänzungsmittel

L-Glutamin ist in vielen proteinreichen Lebensmitteln enthalten, sowohl tierischen als auch pflanzlichen Ursprungs. Dazu gehören Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Getreide und Gemüse.

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Glutaminreiche Lebensmittel

Viele eiweißreiche Lebensmittel enthalten reichlich Glutaminsäure, beispielsweise Hülsenfrüchte, Getreidewaren, Fleischwaren, auch Obst und Gemüse enthalten Glutaminsäure, jedoch in etwas geringeren Mengen. Einige Glutaminsäure-reiche Lebensmittel enthalten in je 100 Gramm:

  • Magerquark: 8,1 g
  • Sojabohnen: 6,2 g
  • Weizenmehl: 5,6 g
  • Rindfleisch: 2,7 g
  • Eier: 1,4 g

Glutamin und GABS sind als spezifische Substanzen in Lebensmittel dagegen eher selten vorhanden.

L-Glutamin als Nahrungsergänzungsmittel

L-Glutamin ist auch als Nahrungsergänzungsmittel in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Pulver, Kapseln und Tabletten. Die Einnahme von L-Glutamin als Nahrungsergänzungsmittel kann sinnvoll sein, wenn der Bedarf aufgrund von bestimmten Umständen erhöht ist oder ein Mangel vorliegt.

L-Glutamin ist in zwei Formen erhältlich: Das klassische L-Glutamin liegt in freier Form vor und sollte zu den Mahlzeiten eingenommen werden, um eine optimale Aufnahme zu gewährleisten. Die Einnahme beider Formen vor oder nach dem Training zusammen mit einer kleinen Mahlzeit ist optimal. Nach intensiven Trainingseinheiten kann es bis zu fünf Tage dauern, bis sich die Glutaminwerte wieder normalisieren, weshalb eine regelmäßige Zufuhr wichtig ist.

Dosierungsempfehlungen

Die übliche Tagesdosierung von L-Glutamin liegt zwischen 5-10 Gramm pro Tag. Um die Konkurrenz mit anderen Aminosäuren zu vermeiden, ist anzuraten, Glutamin mindestens eine halbe Stunde vor der Mahlzeit einzunehmen. Glutamin ist hitzeempfindlich. Empfohlen wird, etwa 3-6 g Glutamin täglich über die Nahrung aufzunehmen.

Die empfohlene Dosis von Glutamin Verla® beträgt für Erwachsene: 2-8 überzogene Tabletten täglich. Jugendliche ab 12 Jahren: 2-8 überzogene Tabletten täglich. Kinder ab 6 Jahren: 2-6 überzogene Tabletten täglich. Bitte nehmen Sie die überzogenen Tabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit nur morgens und mittags ein.

Anwendungsgebiete von L-Glutamin

L-Glutamin wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt, sowohl präventiv als auch therapeutisch.

Sport und Muskelaufbau

L-Glutamin spielt eine wichtige Rolle beim Muskelaufbau und der Regeneration nach dem Training. Intensives Training kann den Glutaminspiegel im Blut um bis zu 50 % senken. In dieser Phase kann der Körper Muskelmasse abbauen, um Energie zu gewinnen. Nicht nur Kraftsportler profitieren davon.

Unterstützung des Immunsystems

L-Glutamin ist eine wichtige Energiequelle für Immunzellen und unterstützt die Funktion der Darmbarriere. Ein Mangel an Glutamin kann daher zu einer verminderten Abwehr gegen Pathogene in Darm und Luftwegen führen.

Behandlung von Verdauungsproblemen

Glutamin ist eine wichtige Energiequelle für den Darm. Glutamin kann bei der Neigung zu Magengeschwüren und zur Gastritis aufgrund von zu hoher Aufnahme von Aspirin oder Alkohol vorbeugend wirken und dazu beitragen, Schäden an den Magenwänden zu verringern.

Diabetes und metabolisches Syndrom

Gerade Menschen mit Übergewicht, Diabetes oder metabolischem Syndrom könnten von einer Glutamin-Einnahme profitieren. Eine Glutaminergänzung zu den Mahlzeiten verbessert die glykämische Kontrolle bei Menschen mit Typ-2-Diabetes.

Traditionelle Anwendung

Glutamin Verla® wird traditionell angewendet zur Besserung des Allgemeinbefindens. Diese Angabe beruht ausschließlich auf Überlieferung und langjähriger Erfahrung.

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