Die Goldene Milch, auch bekannt als Kurkuma-Latte, ist ein traditionelles ayurvedisches Getränk, das in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist. Dieses Getränk wird seit Tausenden von Jahren in der ayurvedischen Naturheilkunde verwendet, um die Verdauung und das Immunsystem zu stärken. Es besteht hauptsächlich aus (Pflanzen-)Milch, Kurkuma, schwarzem Pfeffer, Ingwer, Zimt und etwas Kokosöl sowie optional Muskatnuss und Kardamom. Die Kombination dieser Zutaten bietet eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen, insbesondere für das Gehirn.
Die Hauptbestandteile und ihre Wirkung
Die Goldene Milch kombiniert mehrere gesundheitsfördernde Zutaten, wobei Kurkuma die Hauptrolle spielt. Kurkuma ist dabei der Hauptbestandteil der Goldenen Milch und eine der bedeutendsten Heilpflanzen in der traditionellen indischen Naturheilkunde. Sie wird bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt.
Kurkuma und Curcumin
Kurkuma enthält Curcumin, einen Pflanzenstoff mit entzündungshemmender und antioxidativer Wirkung. Curcumin ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und seine Wirkungen im Gehirn zu entfalten.Curcumin zählt zu den sogenannten Curcuminoiden. Diese Pflanzenstoffe sind bekannt dafür, antioxidativ zu wirken und freie Radikale abzufangen. Curcumin wird in Studien mit Prozessen in Verbindung gebracht, die oxidativen Stress verringern oder Entzündungsreaktionen modulieren könnten.
Positive Effekte von Curcumin:* Entzündungshemmende Wirkung: Curcumin wirkt als starker natürlicher Entzündungshemmer. Chronische Entzündungen spielen bei vielen Krankheiten eine Rolle, unter anderem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Alzheimer. Curcumin kann Entzündungsprozesse im Körper auf molekularer Ebene hemmen. Studien deuten darauf hin, dass Curcumin bei Schmerzen wie hochdosiertes Ibuprofen wirken kann, jedoch ohne die unerwünschten Nebenwirkungen.
- Antioxidative Wirkung: Curcumin ist ein starkes Antioxidans, das freie Radikale neutralisieren kann. Freie Radikale sind instabile Moleküle, die Zellschäden verursachen können. Curcumin stimuliert auch die körpereigenen antioxidativen Abwehrmechanismen.
- Unterstützung der Gehirnfunktion: Curcumin kann die Konzentration des vom Gehirn stammenden neurotrophen Faktors (BDNF) erhöhen, eines Wachstumsfaktors, der die Bildung neuer Nervenzellen fördert. Niedrige BDNF-Werte werden mit Depressionen und der Alzheimer-Krankheit in Verbindung gebracht. Wissenschaftler beschreiben, dass Curcumin möglicherweise die Ausbildung neuer neuronaler Verbindungen begünstigt. Das ist ein Mechanismus, der unter dem Begriff „Neuroplastizität“ bekannt ist.
- Förderung der Herz-Kreislauf-Gesundheit: Curcumin kann verschiedene Faktoren beeinflussen, die zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen. Es verbessert die Funktion des Endothels, der Auskleidung der Blutgefäße, die für die Regulierung des Blutdrucks und der Blutgerinnung wichtig ist.
- Neuroprotektiver Effekt: Curcumin gilt als neuroprotektiver Stoff, der das Nervensystem schützt. Bei Alzheimer kommt es zu Schäden der Myelinscheide, jener Schicht, die schützend die Nervenzellen des Gehirns umhüllt.
- Reduktion von Ablagerungen im Gehirn: In einer Studie konnte gezeigt werden, dass Curcumin eine Reduzierung der Plaques und Tau-Proteine im Bereich der Amygdala und des Hypothalamus bewirken kann. Fehlfunktionen der Amygdala können sich in Gedächtnisstörungen äußern, in Depressionen und Phobien. Auch gelingt es oft nicht, Situationen emotional richtig einzuschätzen, wenn in dieser Region Schäden vorliegen.
Schwarzer Pfeffer und Piperin
Der wichtigste Beitrag des schwarzen Pfeffers in der Goldenen Milch ist seine Fähigkeit, die Aufnahme von Curcumin drastisch zu erhöhen. Der im schwarzen Pfeffer enthaltene Wirkstoff Piperin kann die Bioverfügbarkeit von Curcumin um bis zu 2000 % erhöhen. Das bedeutet, dass der Körper die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Kurkuma mit schwarzem Pfeffer viel besser nutzen kann.
Weitere Vorteile von schwarzem Pfeffer:* Antioxidative Wirkung: Schwarzer Pfeffer enthält starke Antioxidantien, die freie Radikale neutralisieren und oxidativen Stress reduzieren können.
- Unterstützung der Verdauung: Pfeffer regt die Produktion von Verdauungssäften an und kann so die Verdauung fördern.
- Unterstützung des Stoffwechsels: Schwarzer Pfeffer kann den Stoffwechsel anregen und so bei der Gewichtskontrolle helfen.
Kokosöl
Curcumin, der aktive Wirkstoff in Kurkuma, ist fettlöslich. Das bedeutet, dass der Körper es am besten in Kombination mit Fetten aufnehmen kann. Durch die Zugabe von Kokosöl zur Goldenen Milch wird die Bioverfügbarkeit des Curcumins deutlich erhöht.
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Weitere Vorteile von Kokosöl:* Energiequelle: Kokosöl enthält mittelkettige Triglyceride (MCTs), die vom Körper schnell in Energie umgewandelt werden können.
- Antimikrobielle und antivirale Eigenschaften: Kokosöl enthält Laurinsäure, eine Fettsäure mit antimikrobiellen und antiviralen Eigenschaften.
- Förderung der Hautgesundheit: Kokosöl hat feuchtigkeitsspeichernde Eigenschaften und kann helfen, die Hautbarriere zu stärken und Entzündungen zu reduzieren.
Ingwer
Ingwer ist nicht nur ein aromatisches Gewürz, sondern auch ein wahrer Schatz an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. In der Goldenen Milch sorgt Ingwer nicht nur für einen angenehmen Kick, sondern trägt auch wesentlich zu den gesundheitlichen Vorteilen des Getränks bei.
Vorteile von Ingwer:* Entzündungshemmende Wirkung: Ingwer enthält bioaktive Verbindungen, insbesondere Gingerole, die stark entzündungshemmend wirken.
- Unterstützung des Immunsystems: Die im Ingwer enthaltenen bioaktiven Substanzen können auch das Immunsystem stärken.
- Antioxidative Wirkung: Ingwer ist reich an Antioxidantien, die freie Radikale im Körper neutralisieren können.
Zimt
So ist Zimt in der ayurvedischen Lehre u.a. für seine entblähenden Eigenschaften bekannt. Denn die im Zimt enthaltenen ätherischen Öle, wie Zimtaldehyd und Eugenol, erhöhen die Durchblutung der Magenschleimhaut, weshalb Darmgase besser aus dem Körper transportiert werden können. Ingwer unterstützt dabei die entkrampfenden Eigenschaften von Zimt.
Goldene Milch und ihre Wirkung auf das Gehirn
Alzheimer-Prävention
Bei Alzheimer sind im Gehirn entzündliche Prozesse aktiv, und Curcumin wirkt entzündungshemmend. Zudem kommt es im Gehirn zu massivem oxidativem Stress, und Curcumin wirkt antioxidativ. Curcumin gilt als neuroprotektiver Stoff, der das Nervensystem schützt. Alzheimer geht oft mit Schäden der Myelinscheide einher, und Curcumin könnte hier unterstützend wirken.
Wissenschaftler der University of California untersuchten, ob eine Nahrungsergänzung mit Curcumin bei Menschen mit altersbedingter Vergesslichkeit das Erinnerungsvermögen verbessern könnte. In Gedächtnistests konnte die Curcumin-Gruppe innerhalb von 18 Monaten ihre Leistungen um 28 Prozent verbessern. Hochinteressant war außerdem, dass sich im PET-Scan ein deutlicher Abbau der Ablagerungen im Gehirn erkennen ließ.
Verbesserung der Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit
In einer Studie zeigten sich in der Curcumin-Gruppe signifikante Verbesserungen der Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit. Curcumin ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, was es zu einem vielversprechenden Wirkstoff für die Gehirngesundheit macht. Es kann die Konzentration des vom Gehirn stammenden neurotrophen Faktors (BDNF) erhöhen, eines Wachstumsfaktors, der die Bildung neuer Nervenzellen fördert.
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Emotionale Stabilität und neuronale Balance
Neben Gedächtnisleistung interessiert sich die Forschung zunehmend für emotionale Stabilität und neuronale Balance. Fehlfunktionen der Amygdala können sich daher in Gedächtnisstörungen äußern, in Depressionen und Phobien. Auch gelingt es oft nicht, Situationen emotional richtig einzuschätzen, wenn in dieser Region Schäden vorliegen. Curcumin könnte hier unterstützend wirken.
Depressionen
Es gibt auch erste Versuche, die Symptome von Depressionen mit Kurkuma zu lindern. Patienten, die zweimal täglich hohe Dosen an Kurkuma erhielten, fühlten sich deutlich besser.
Zubereitung der Goldenen Milch
Die Goldene Milch kann auf unterschiedliche Weise zubereitet werden. Hier sind einige Rezepte:
Kurkuma-Paste
- 2 EL Kokosöl (am besten in Bioqualität)
- 2 EL Kurkuma Pulver bzw. gemahlenes Kurkuma
- 1/2 Tasse Wasser
Kurkumapulver mit Wasser in einem Topf mixen und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren für einige Minuten einköcheln lassen, bis eine Paste entsteht. Die Paste sollte dickflüssig, aber nicht zu fest sein. Im Kühlschrank hält sie mit einem Deckel verschlossen bis zu zwei Wochen.
Goldene Milch
- 1 gestrichenen TL der fertigen Paste
- 250 ml Hafer-, Mandel-, Cashew- oder Reismilch
- Eine Prise gemahlenen schwarzen Pfeffer
- Optional: Zimt, Ingwer, Muskatnuss, Kardamom, Honig oder Agavendicksaft
Die Milch zusammen mit der Paste und dem Pfeffer unter Rühren kurz aufkochen. Anschließend das Getränk in eine Tasse füllen, Kokosöl dazugeben und mit Pfeffer würzen - je nach Geschmack. Zum Schluss den Agavendicksaft (oder Honig) unterrühren - fertig!
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Traditioneller "Turmeric Tea"
- 1 Tasse Wasser
- 1 Tasse Kokosmilch
- 1 EL Ghee
- 1 EL Honig
- 1 TL gemahlenen Kurkuma
Kokosmilch und Wasser für zwei Minuten erhitzen, Butter, Honig und Kurkuma hinzufügen und für weitere zwei Minuten erhitzen. Gelegentlich rühren und in Gläsern servieren - fertig!
Tipps zur Anwendung
Am besten genießt man die Goldene Milch gleich morgens nach dem Aufstehen oder als entspannendes Abendgetränk vor dem Einschlafen.
Hinweise zur Bioverfügbarkeit
Da der wertvolle Inhaltsstoff des Kurkuma, das Curcumin, kaum wasserlöslich ist, sollte er mit einem hochwertigen Öl gemischt werden. Geschmacklich passt beispielsweise natives Kokosöl sehr gut.
Dosierung
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine tägliche Höchstmenge von bis zu 3 mg Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht. Diese Grenze sollte man auch bei natürlichen Präparaten im Blick behalten.
Variationen
- Für Vata-Typen: Anstatt dem Honig sollte man eine Dattel als Süßungsmittel verwenden.
- Goldene Milch kann auch mit pflanzlichen Milchalternativen zubereitet werden. Wenn man fettarme Milch oder pflanzliche Alternativen verwendet, ist es besonders wichtig, etwas Kokosöl hinzuzufügen.
Mögliche Nebenwirkungen
Bei Menschen mit einer Laktoseintoleranz führt der Verzehr von Kuhmilchprodukten zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Krämpfen. Sie weichen am besten auf pflanzliche Alternativen aus. Zudem kann es bei Kurkuma in zu hohen Mengen zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Magenkrämpfen und -schmerzen sowie Durchfall kommen. Menschen mit Magenbeschwerden, Lebererkrankungen, Schwangere und Kleinkinder verzichten am besten ganz auf den regelmäßigen Verzehr von Golden Milk.