Grippeähnliche Nervenschmerzen ohne Fieber und Husten: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Grippeähnliche Infekte, auch Erkältungen genannt, sind besonders in der kalten Jahreszeit verbreitet. Erwachsene durchleben durchschnittlich zwei bis vier und Kinder bis zu zehn solcher Infekte pro Jahr. Häufig gehen diese Infekte mit Kopf- und Gliederschmerzen einher. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von grippeähnlichen Nervenschmerzen ohne Fieber und Husten, um Betroffenen ein umfassendes Verständnis und wirksame Linderungsmöglichkeiten zu bieten.

Was sind grippeähnliche Infekte?

Ein grippaler Infekt ist eine Infektion der oberen Atemwege. Typische Symptome sind zunächst Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, gefolgt von Schnupfen, Husten und möglicherweise Fieber. Kopf- und Gliederschmerzen sind ebenfalls häufige Begleiterscheinungen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Begriffe "grippaler Infekt" und "Grippe" oft verwechselt werden. Ein grippaler Infekt wird auch als Erkältung bezeichnet und durch verschiedene Viren ausgelöst, während die Grippe (Influenza) stets von einem Influenza-Virus verursacht wird und in der Regel mit plötzlich auftretendem hohem Fieber und starken Schmerzen einhergeht.

Typische Symptome eines grippalen Infektes im Überblick

  • Halsschmerzen, Heiserkeit und Schluckbeschwerden
  • Schnupfen
  • Fieber und Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit

Ursachen von Kopf- und Gliederschmerzen bei grippalen Infekten

Kopf- und Gliederschmerzen sind häufige Begleiterscheinungen eines grippalen Infektes. Die Ursachen hierfür sind vielfältig:

  • Veränderte Druckverhältnisse in den Atemwegen: Eine verstopfte Nase oder entzündete Nasennebenhöhlen können zu Kopfschmerzen führen. Sind die Stirnhöhlen betroffen, machen sich die Schmerzen eher im Bereich von Stirn und Augen bemerkbar; sind die Kieferhöhlen betroffen, dann verspürt man sie eher im Oberkiefer und den Wangen.
  • Immunabwehr des Körpers: Kopf- und Gliederschmerzen entstehen als Begleiterscheinung der Immunabwehr des Körpers gegen die Viren. Wenn Krankheitserreger in den Körper eindringen, wird das Immunsystem aktiv und setzt Botenstoffe (Zytokine) frei, die in den Teil des Gehirns gelangen, der unter anderem die Körpertemperatur steuert.
  • Muskelverspannungen: Durch die Schonhaltung während einer Erkältung können sich Muskeln verspannen, was insbesondere im Rücken-, Schulter- und Nackenbereich zu Schmerzen führen kann.
  • Flüssigkeitsmangel: Dehydration kann ebenfalls Kopfschmerzen verursachen, da der Körper bei Flüssigkeitsmangel Fehlfunktionen einiger Nervenzellen entwickelt.

Grippeähnliche Nervenschmerzen ohne Fieber und Husten: Mögliche Ursachen

Gliederschmerzen ohne Fieber und Husten können verschiedene Ursachen haben, die oft nicht mit einem typischen grippalen Infekt in Verbindung stehen:

  • Überlastung und Fehlhaltungen: Falsche Bewegungen beim Sport, anhaltende Fehlbelastungen oder ungesunde Schlafpositionen können zu Verhärtungen und Schmerzen in der Muskulatur führen.
  • Medikamente: Eine Vielzahl von Wirkstoffen kann als Nebenwirkung Muskel- und Gelenkschmerzen verursachen. Zu den häufigsten Auslösern zählen Statine zur Cholesterinsenkung, Blutdrucksenker, Antidepressiva und Neuroleptika.
  • Durchblutungsstörungen: Diese können ebenfalls Gliederschmerzen verursachen, die typischerweise nur auf die betroffenen Extremitäten beschränkt sind. Besonders schlimme Schmerzen entstehen durch Blutgerinnsel (venöse Thrombosen).
  • Virusinfektionen ohne Fieber: Virusinfektionen können auch ohne Fieber verlaufen und dennoch Gliederschmerzen verursachen. Das Immunsystem reagiert auf die Viren und schüttet Botenstoffe aus, die die Sensibilität der Nervenzellen erhöhen.
  • Chronische Erkrankungen: Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes oder Morbus Bechterew können anhaltende Gliederschmerzen verursachen. Auch Osteoporose kann ein Auslöser sein.
  • Stress: Anhaltende psychische Belastung kann sich durch körperliche Beschwerden äußern, besonders im oberen Rücken-, Schulter- und Nackenbereich.
  • Vitaminmangel: Ein Mangel an Vitamin D oder Vitamin C kann zu Muskelschwäche, Krämpfen und Gliederschmerzen führen.
  • Gicht: Bei dieser Stoffwechselerkrankung lagern sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ab und lösen schmerzhafte Entzündungen aus.
  • Chronisches Erschöpfungssyndrom (ME/CFS): Diese schwere neurologische Erkrankung beginnt oft nach einem Infekt und kann zu bleierner Erschöpfung, Kopf- und Muskelschmerzen, Herzrasen, Fieber, Schwindel und Atemnot führen.

Differenzierung zwischen Grippe und grippalem Infekt

Die Unterscheidung zwischen einer Grippe und einem grippalen Infekt kann manchmal schwierig sein. Hier eine Tabelle, die die wesentlichen Unterschiede zusammenfasst:

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MerkmalGrippe (Influenza)Grippaler Infekt (Erkältung)
AuslöserInfluenza-VirenVerschiedene Viren (z.B. Rhino-, Adeno-, RS-Viren) oder Bakterien
BeginnPlötzlichLangsam
FieberHäufig hohes Fieber (über 39°C)Selten hohes Fieber, eher leicht erhöht
KopfschmerzenStarkOft, aber meist weniger stark
GliederschmerzenStarkOft, aber meist weniger stark
HustenTrocken, später eventuell mit AuswurfHäufig, aber nicht immer
MüdigkeitAusgeprägtWeniger ausgeprägt
BehandlungÄrztliche Behandlung oft notwendig, antivirale Medikamente möglichSelbstbehandlung mit Hausmitteln und rezeptfreien Medikamenten
KomplikationenLungenentzündung, Herzmuskelentzündung, etc.Selten, meist harmlos
GefährdungRisikopersonen (Kleinkinder, Diabetiker, Senioren) besonders gefährdetIn der Regel harmlos, aber unangenehm

Was tun bei grippeähnlichen Nervenschmerzen ohne Fieber und Husten?

Es gibt verschiedene Maßnahmen und Hausmittel, die helfen können, die Beschwerden bei grippeähnlichen Nervenschmerzen ohne Fieber und Husten zu lindern:

  • Schonung und Ruhe: Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und Entspannung, um den Körper bei der Genesung zu unterstützen.
  • Wärme: Wärme tut meist gut, z. B. in Form von heißem Kräuter- oder Kamillentee, warmen Halswickeln oder einer Wärmflasche. Bei Gliederschmerzen bringt ein warmes Bad mit ätherischen Ölen (Eukalyptus, Anis, Thymian oder Kamillenblüte) häufig Linderung.
  • Ausreichend trinken: Trinken Sie ausreichend, mindestens 2 Liter pro Tag, um den Körper hydriert zu halten und die Schleimhäute feucht zu halten.
  • Pfefferminzöl: Ein bewährtes Hausmittel bei Kopfschmerzen ist, etwas Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen einzumassieren.
  • Inhalation: Inhalieren mit Wasserdampf, dem Salz, Kamillenblüten oder ätherische Öle zugesetzt werden, kann helfen, festsitzenden Schleim in den Bronchien oder Nasennebenhöhlen zu lösen und die Entzündung zu reduzieren.
  • Schmerzmittel: Bei grippalen Kopf- und Gliederschmerzen eignen sich die Wirkstoffe Ibuprofen bzw. Ibu-Lysin und Paracetamol. Sie wirken schmerzlindernd und können gleichzeitig Fieber senken.
    • Ibuprofen: Wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend. Als Lysinsalz löst es sich rasch im Magen und lindert dadurch schnell und verträglich den Schmerz.
    • Paracetamol: Wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend, ist magenschonend und hat ein niedriges Wechselwirkungs- und Nebenwirkungspotenzial.
  • Abschwellende Nasentropfen: Wenn die Nasenatmung behindert ist, können vorübergehend abschwellende Nasentropfen (z. B. mit Xylometazolin oder Oxymetazolin) sinnvoll sein.
  • Kombinationspräparate: Bei Schnupfen mit gleichzeitigen Kopf- und Gliederschmerzen kann auch ein Kombinationspräparat mit den Wirkstoffen Ibuprofen und Pseudoephedrin angewendet werden. Pseudoephedrin wirkt gefäßverengend und befreit somit die Nase von innen.
  • Contramutan®: Dieses auf Pflanzen basierende Arzneimittel mit Wasserdost und weiteren Arzneipflanzen kann gegen typische Erkältungsbeschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederbeschwerden, Halsschmerzen und Schnupfen wirken. Es ist auch für Kinder geeignet.
  • Regelmäßige Bewegung: Moderate Bewegung kann helfen, die Muskulatur zu stärken und Verspannungen zu lösen.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen ist wichtig für ein starkes Immunsystem.
  • Stressreduktion: Entspannungstechniken wie Yoga oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und Muskelverspannungen zu lösen.
  • Ergonomische Anpassungen: Ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz und im Alltag können helfen, Fehlhaltungen und Überlastungen zu vermeiden.
  • Ausreichend Schlaf: Ausreichend Schlaf ist wichtig für die Regeneration des Körpers.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

In den meisten Fällen verläuft ein grippaler Infekt harmlos und die Beschwerden bessern sich innerhalb einer Woche. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Arztbesuch ratsam ist:

  • Wenn sich die Beschwerden nicht innerhalb von einer Woche gebessert haben.
  • Wenn hohes Fieber (über 39 °C) oder Schüttelfrost auftreten.
  • Wenn Atemnot oder starke Schmerzen bestehen.
  • Wenn ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl, Müdigkeit und Abgeschlagenheit besteht.
  • Wenn Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere oder ältere Patienten betroffen sind.
  • Wenn eine Grunderkrankung besteht (z. B. Asthma, Diabetes).
  • Wenn plötzlich auftretende, sehr starke Gliederschmerzen auftreten.
  • Wenn einseitige Schwellungen, Rötungen oder Überwärmung auftreten.
  • Wenn Gliederschmerzen in Verbindung mit unerklärlichem Gewichtsverlust auftreten.
  • Wenn nächtliche Schmerzen den Schlaf stören.
  • Wenn Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Extremitäten auftreten.
  • Wenn Gliederschmerzen nach Beginn einer neuen Medikation auftreten.
  • Wenn Beschwerden im Rahmen einer Grunderkrankung wie Diabetes auftreten.

Diagnose und Untersuchungen

Um die Ursache für Gliederschmerzen ohne Fieber und Husten zu finden, wird der Arzt zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) erheben und Fragen zu den Beschwerden, den sportlichen Aktivitäten, den Arbeitsplatzbedingungen und eventuellen Unfällen stellen. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt auf Entzündungen, Schwellungen und Schmerzbereiche achtet.

Je nach vermuteter Ursache können weitere Untersuchungen notwendig sein:

  • Untersuchung des Bewegungsapparats: Hierbei achtet der Arzt besonders auf das Gangbild, die Rückenhaltung und tastet schmerzhafte Stellen ab. Auch die Funktion der Gelenke, der Zustand der Muskulatur und Sehnen sowie Sensoriktests sind wichtig.
  • Bildgebende Verfahren: Röntgen, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie können Schäden am Bewegungsapparat sichtbar machen.
  • Blutuntersuchungen: Bei Verdacht auf eine akute Virusinfektion oder eine chronische Erkrankung können Blutuntersuchungen hilfreich sein. Dabei kann der CRP-Wert (C-reaktives Protein) gemessen werden, um zwischen viralen und bakteriellen Infektionen zu unterscheiden.

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