Grippostad C ist ein Medikament, das zur Behandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt wird. Es enthält eine Kombination aus vier Wirkstoffen: Paracetamol, Coffein, Vitamin C und Chlorphenamin. Diese Kombination zielt darauf ab, gemeinsam auftretende Beschwerden wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schnupfen, Reizhusten, Fieber oder erhöhte Körpertemperatur im Rahmen einer einfachen Erkältungskrankheit zu lindern.
Zusammensetzung und Wirkweise von Grippostad C
Grippostad C enthält die Wirkstoffkombination Paracetamol + Coffein + Vitamin C + Chlorphenamin.
- Paracetamol: Wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend. Der Wirkungsmechanismus ist nicht vollständig geklärt, beinhaltet aber die Hemmung der Prostaglandinsynthese im Gehirn.
- Coffein: Verstärkt die schmerzlindernde Wirkung von Paracetamol.
- Vitamin C (Ascorbinsäure): Ist ein essenzieller Wirkstoff für den Menschen, wichtig für verschiedene Stoffwechselvorgänge und die Immunabwehr.
- Chlorphenamin: Ein Antihistaminikum, das die Wirkung von Histamin unterdrückt und so zur Abschwellung der Nasenschleimhaut beiträgt.
Dosierung und Anwendung
Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren nehmen dreimal täglich je zwei Kapseln ein. Bei Funktionsstörungen der Leber- und/oder Nieren oder dem so genannten sowie Gilbert-Syndrom (spezielle Stoffwechselerkrankung) ist die Dosis zu vermindern oder eine längere Pause zwischen den einzelnen Einnahmen einzuhalten. Bei schwerer Leber- und/oder Nierenfunktionsstörung darf das Medikament nicht eingenommen werden. Die Kapseln sollten mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. Eine Einnahme über längere Zeit oder in höheren Dosen sollte nicht ohne Befragen eines Arztes erfolgen.
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
Grippostad C darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Paracetamol, Coffein, Vitamin C oder Chlorphenamin
- Schweren Nierenfunktionsstörungen
- Schweren Leberfunktionsstörungen (ab Grad 9 nach Child Pugh)
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Kindern unter 12 Jahren
Nur nach Rücksprache mit einem Arzt sollte die Kombination eingenommen werden bei:
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- Nierenfunktionsstörungen
- Leberfunktionsstörungen (Child Pugh unter 9)
- Der Bluterkrankung Gilbert-Meulengracht-Krankheit
- Nierensteinen, die vorwiegend aus Oxalsäure-Kristallen bestehen
- Eisen-Speichererkrankungen (Thalassämie, Hämochromatose, sideroblastische Anämie)
- Chronischem Alkoholmissbrauch
- Verengungen von Magenausgang und Zwölffingerdarm
- Verengungen des Harnblasenausganges
- Engwinkelglaukom, einer speziellen Form des Grünen Stars
- Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren
- Schilddrüsenüberfunktion
- Herzrhythmusstörungen wegen der Gefahr der Verstärkung von Herzrasen und Herzstolpern
- Angststörungen, weil diese verstärkt werden können
- Hohem Fieber
- Anzeichen einer weiteren oder überlagernden Infektion
- Verschlechterung der Beschwerden oder weiteren Komplikationen.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Bei der Kombination sind die jeweiligen Wechselwirkungen der Kombinationspartner Paracetamol, Coffein und Chlorphenamin zu beachten. Von Vitamin C sind keine Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen bekannt.
- Paracetamol: Die gleichzeitige Anwendung von Paracetamol mit Wirkstoffen, die zu einer Verlangsamung der Magenentleerung führen (beispielsweise Propanthelin) kann zur Verzögerung der Aufnahme und des Wirkungseintritts von Paracetamol führen. Auch Colestyramin (gegen Fettstoffwechselstörungen) hat diese Wirkung. Wirkstoffe, die die Magenentleerung beschleunigen (beispielsweise Metoclopramid), beschleunigen auch die Aufnahme und den Wirkungseintritt von Paracetamol.Werden gleichzeitig Paracetamol und das Virus-Mittel Zidovudin (AZT) angewendet, kann es verstärkt zu einem Mangel an weißen Blutkörperchen kommen. Die Kombination soll daher nur nach ärztlichem Anraten gleichzeitig mit AZT angewendet werden.Die Einnahme des Gichtmittels Probenecid und des Schmerzmittels Salicylamid vermindert stark die Ausscheidung von Paracetamol. Bei gleichzeitiger Einnahme sollte daher die Dosis von Paracetamol verringert werden.Werden Wirkstoffe eingenommen, die den Abbau von Paracetamol fördern (beispielsweise das Epilepsie-Mittel Phenobarbital, das Antibiotikum Rifampicin, die Pilzmittel Ketoconazol und Itraconazol) oder selbst schon leberschädlich sind, kann es schneller zu Vergiftungserscheinungen kommen. Anzeichen derselben sind: Übelkeit und Erbrechen, Essensverweigerung, Blässe und Unterleibsschmerzen.Die wiederholte Einnahme von Paracetamol über mehr als eine Woche verstärkt die Wirkung von Blutverdünnern (Antikoagulanzien). Die gelegentliche Einnahme von Paracetamol hat hingegen keine ernstzunehmenden Auswirkungen.
- Chlorphenamin: Gehirnwirksame Mittel (Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Psychopharmaka) oder Alkohol verstärken die müde-machende Wirkung von Chlorphenamin.
- Coffein: Coffein kann die beruhigenden Wirkungen verschiedener Substanzen wie beispielsweise Barbiturate (gegen Epilepsie), Allergie-Mitteln und anderen abschwächen.Coffein verstärkt die Herzschlag-Beschleunigung, die unter anderen durch Mittel mit Wirkung auf das unbewußte Nervensystem (Alpha-Sympathomimetika und Beta-2-Sympathomimetika) und von dem Schilddrüsenhormon Levothyroxin verursacht wird. Bei gleichzeitiger Einnahme des Asthma-Mittels Theophyllin kann Coffein dessen Ausscheidung vermindern und die Wirkung verstärken oder verlängern.Die Einnahme von Coffein erhöht die Gefahr einer Abhängigkeit von anregenden Drogen wie beispielsweise Ephedrin.Bei Kombination von Coffein und Wirkstoffen mit vielen Wirkungsaspekten wie beispielsweise den Benzodiazepinen (Schlafmittel, Psychopharmaka) können im Einzelnen unterschiedliche und nicht voraussehbare Wechselwirkungen auftreten.Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung ("Pille"), das Magenmittel Cimetidin, Disulfiram (zur Alkoholentwöhnung) sowie Antibiotika aus der Wirkstoffgruppe der Gyrasehemmer vermindern den Coffein-Abbau in der Leber. Barbiturate und Nikotin (in Zigaretten) beschleunigen ihn.
Grippostad C und Epilepsie: Was ist zu beachten?
Bei Patienten mit Epilepsie ist besondere Vorsicht geboten, da Grippostad C Wechselwirkungen mit Antiepileptika haben kann.
- Coffein und Barbiturate: Coffein kann die beruhigende Wirkung von Barbituraten, die als Antiepileptika eingesetzt werden (z.B. Phenobarbital), abschwächen. Dies könnte die Wirksamkeit der Epilepsie-Behandlung beeinträchtigen.
- Paracetamol und Enzyminduktion: Einige Antiepileptika wie Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin können den Abbau von Paracetamol in der Leber beschleunigen. Dies kann zu einer erhöhten Bildung von toxischen Abbauprodukten des Paracetamols führen und das Risiko für Leberschäden erhöhen.
- Valproinsäure: Gleichzeitige Gabe von Paracetamol und Lamotrigin (bestimmtes Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie) führt zu einer verminderten Verfügbarkeit von Lamotrigin.
Empfehlung: Patienten mit Epilepsie sollten vor der Einnahme von Grippostad C unbedingt ihren Arzt oder Apotheker konsultieren, um mögliche Wechselwirkungen mit ihren Antiepileptika abzuklären und das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren. Gegebenenfalls muss die Dosis der Antiepileptika angepasst werden oder eine alternative Behandlung der Erkältungssymptome in Betracht gezogen werden.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen:
- Mundtrockenheit
Gelegentliche Nebenwirkungen:
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- Allergische Hautreaktionen
Seltene Nebenwirkungen:
- Leber-Transaminasen-Anstieg
Sehr seltene und vereinzelte Nebenwirkungen:
- Blutbildveränderungen (Fehlen von Weißen Blutkörperchen und Granulozyten, Mangel an Neutrophilen und Blutplättchen, Mangel an allen Blutzellen), Hautblutungen, Blutarmut (aplastische Anämie), zwanghafte Bewegungen (Dyskinesien), Starerkrankungsauslösung (Engwinkelglaukom), Sehstörungen, überempfindliche Bronchien, Magen-Darm-Beschwerden, Beschwerden beim Wasserlassen, Appetitsteigerung, Überempfindlichkeitsreaktionen (schwer, durch Paracetamol), Hautreaktionen (schwer, wie Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Lyell-Syndrom), Psychosen.
- Bei hoher Dosierung: Fehlbildung des roten Blutfarbstoffs.
- Nach längerer Einnahme höherer Dosen oder bei Überdosierung: Nierenschäden, Leberschäden.
Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
- Herzrhythmusstörungen (Herzrasen), Schläfrigkeit, Benommenheit, innere Unruhe, Schlaflosigkeit.
Wichtige Hinweise
- Bei empfindlichen Personen kann durch Paracetamol ein Krampf der Bronchialmuskulatur ausgelöst werden ("Analgetika-Asthma").
- Allergische Hautreaktionen können unter Umständen begleitet sein von Temperaturanstieg (Arzneimittelfieber) und Schleimhautschäden.
- Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen können sich als Schwellungen von Rachen und Gesicht (Quincke-Ödem), in Atemnot, Schweißausbruch,Übelkeit, Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufversagen und Schock äußern.
- Leberschäden sind möglich, wenn ein gesunder Erwachsener einmalig mehr als zehn bis zwölf Gramm oder über einen längeren Zeitraum mehr als 7,5 Gramm Paracetamol täglich einnimmt. Diese Grenzwerte sind bei Kindern geringer.
- Grundsätzlich sollten Schmerzmittel ohne ärztliche Verordnung nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden.
- Blutzucker-Tests während der Einnahme des Medikaments können falsche Ergebnisse liefern.
- Hohe Dosen des Medikaments können Urin-Tests stören sowie bei Test auf Blut im Stuhl zu falsch negativen Ergebnissen führen.
- Die Einnahme des Medikaments unterdrückt die Reaktion bei Allergie-Tests.
- Das Medikament kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich sind.
- Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
- Das Medikament ist nicht für die Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren geeignet.
- Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen.
Alternativen zu Grippostad C
Es gibt verschiedene Alternativen zu Grippostad C zur Behandlung von Erkältungssymptomen, insbesondere für Patienten mit Epilepsie oder anderen Vorerkrankungen. Dazu gehören:
- Einzelwirkstoffe: Paracetamol oder Ibuprofen zur Schmerzlinderung und Fiebersenkung.
- Nasensprays: Zur Abschwellung der Nasenschleimhaut.
- Hustenlöser: Zur Linderung von Reizhusten.
- Hausmittel: Inhalation, Ruhe, ausreichend Flüssigkeit.
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