Trigeminusneuralgie: Expertise und Behandlungsansätze am LMU Klinikum Campus Großhadern

Die Trigeminusneuralgie ist eine äußerst schmerzhafte Erkrankung, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Am LMU Klinikum Campus Großhadern stehen spezialisierte Ärzte und moderne diagnostische Verfahren zur Verfügung, um Patienten mit Trigeminusneuralgie optimal zu versorgen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Trigeminusneuralgie, von den Ursachen und Symptomen bis hin zu den vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten, die am LMU Klinikum Campus Großhadern angeboten werden.

Was ist Trigeminusneuralgie?

Die Trigeminusneuralgie ist eine chronische Schmerzerkrankung, die durch wiederkehrende, einseitige Gesichtsschmerzen gekennzeichnet ist. Die Schmerzen werden oft als blitzartig, stechend oder stromstoßartig beschrieben und treten in der Regel im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Äste des Nervus trigeminus auf, auch bekannt als Drillingsnerv. Dieser Nerv ist für die sensible Wahrnehmung im Gesichtsbereich sowie für die Steuerung der Kaumuskulatur verantwortlich.

Symptome und Ursachen

Die typischen Symptome der Trigeminusneuralgie sind:

  • Kurze, heftige Schmerzattacken, die wenige Sekunden bis zu zwei Minuten dauern.
  • Einseitige Schmerzen im Bereich von Stirn, Auge, Wange, Kiefer oder Kinn.
  • Auslösung der Schmerzen durch harmlose Reize wie Berührung, Sprechen, Essen oder Zähneputzen.
  • Mittelstarke Dauerschmerzen zwischen den Attacken.

In den meisten Fällen (ca. 75%) wird die klassische Trigeminusneuralgie durch eine Kompression des Trigeminusnervs durch ein Blutgefäß am Hirnstamm verursacht. Seltener (ca. 10%) liegt eine idiopathische Trigeminusneuralgie vor, bei der keine eindeutige Ursache gefunden werden kann. Eine sekundäre Trigeminusneuralgie (ca. 15%) kann durch andere neurologische Erkrankungen ausgelöst werden.

Diagnostik

Die Diagnose der Trigeminusneuralgie erfolgt in erster Linie klinisch. Dabei werden die Symptome und die Krankengeschichte des Patienten sorgfältig erfasst. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) mit einer speziellen Dünnschichtsequenz im Bereich des Austritts des Trigeminusnervs aus dem Hirnstamm kann durchgeführt werden, um die Ursache der Schmerzen zu identifizieren und andere Erkrankungen auszuschließen.

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Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung der Trigeminusneuralgie zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Am LMU Klinikum Campus Großhadern stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung, die individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie ist in der Regel die erste Wahl bei der Behandlung der Trigeminusneuralgie. Dabei werden Antikonvulsiva eingesetzt, insbesondere Carbamazepin, das als Erstlinienpräparat gilt. Diese Medikamente können jedoch belastende Nebenwirkungen verursachen, weshalb oft eine Kombination von zwei Präparaten in niedrigerer Dosierung eingesetzt wird, um die Nebenwirkungen zu reduzieren.

Die medikamentöse Therapie kann die Symptome in vielen Fällen deutlich lindern. Es ist jedoch wichtig, regelmäßig Reduktions- und Auslassversuche zu unternehmen, da Spontanremissionen häufig vorkommen und bei etwa einem Drittel der Patienten dauerhaft anhalten.

Interventionelle und operative Verfahren

Wenn die medikamentöse Therapie nicht ausreichend wirksam ist, können interventionelle und operative Verfahren in Betracht gezogen werden. Eine Möglichkeit ist die sogenannte Jannetta-Operation (mikrovaskuläre Dekompression), bei der der schädigende Gefäß-Nervenkontakt am Trigeminusnerv beseitigt wird. Dieses Verfahren zeigt gute Langzeitergebnisse.

Weitere Therapieansätze

Neben den genannten Verfahren können auch andere Therapieansätze zur Linderung der Schmerzen eingesetzt werden, wie z.B.:

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  • Botox-Injektionen: Einige Patienten berichten von einer Schmerzlinderung durch Injektionen von Botulinumtoxin (Botox) in die betroffenen Gesichtsmuskeln.
  • Schmerztherapie: In spezialisierten Schmerzzentren können verschiedene interventionelle Verfahren wie Nervenblockaden oder Radiofrequenztherapie eingesetzt werden, um die Schmerzen zu reduzieren.

Forschungsschwerpunkt am LMU Klinikum Campus Großhadern: Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI)

Ein besonderer Forschungsschwerpunkt am LMU Klinikum Campus Großhadern liegt auf der Anwendung der Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) bei verschiedenen Hirnnervenerkrankungen, einschließlich der Trigeminusneuralgie. Die DTI ist eine spezielle MRT-Technik, die es ermöglicht, die Faserbahnen im Gehirn und damit die Konnektivität zwischen verschiedenen Hirnarealen darzustellen.

Oberarzt Dr. Jürgen Lutz und seine Kollegen konnten mithilfe der DTI druckinduzierte ödematöse Veränderungen im Nervus trigeminus in einem sehr frühen Stadium nachweisen. Dies ermöglicht eine frühzeitige Diagnose und Therapieplanung. Die DTI könnte in Zukunft auch wichtige Informationen für die neurochirurgische Operationsplanung liefern, um Tumoren möglichst schonend, aber effektiv zu entfernen.

Die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit

Die Behandlung der Trigeminusneuralgie erfordert oft eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen, wie z.B. Neurologen, Neurochirurgen, Radiologen und Schmerztherapeuten. Am LMU Klinikum Campus Großhadern arbeiten diese Experten Hand in Hand, um eine optimale Versorgung der Patienten zu gewährleisten.

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