Gute Besserung Tipps bei Migräne

Migräne ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, von der Millionen Menschen betroffen sind. Sie beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich und führt zu Arbeitsausfällen und sozialem Druck. In Deutschland leidet etwa jeder Zehnte unter Migräne, wobei Frauen dreimal häufiger betroffen sind als Männer. Die Erkrankung tritt am häufigsten zwischen dem 25. und 45. Lebensjahr auf, kann aber auch Kinder betreffen.

Symptome und Verlauf der Migräne

Typisch für Migräne sind plötzlich einsetzende, heftige Kopfschmerzen, die oft nur auf einer Seite des Kopfes auftreten, vor allem im Bereich der Stirn, der Schläfe und des Auges. Die Schmerzen werden als pochend, pulsierend, stechend oder ziehend empfunden und verstärken sich bei körperlicher Aktivität. Begleitende Symptome sind häufig Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Viele Betroffene klagen auch über eine erhöhte Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Unbehandelt können diese Beschwerden zwischen 4 Stunden und 3 Tagen anhalten und die Betroffenen stark beeinträchtigen.

Ein Viertel der Betroffenen erlebt vor der eigentlichen Kopfschmerzattacke eine Aura, die sich durch Lichtblitze, seltsame Formen, Sprachstörungen, Lähmungen oder Missempfindungen äußern kann. Müdigkeit, Erschöpfung, Gähnen, Magen-Darm-Beschwerden, Verstopfung, häufige Toilettengänge, erhöhter Durst oder Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel können frühe Anzeichen einer drohenden Migräneattacke sein.

Auslöser und Ursachen der Migräne

Migräne kann durch bestimmte Situationen oder Substanzen ausgelöst werden, die als Trigger bezeichnet werden. Was einen Migräneanfall auslösen kann, ist sehr individuell. Häufige Trigger sind Stress, Schlafmangel oder zu viel Schlaf, hormonelle Schwankungen bei Frauen und bestimmte Nahrungsmittel wie Alkohol (Rotwein), Zitrusfrüchte, Schokolade oder Käse. Allerdings werden Nahrungsmittel als Migräneauslöser statistisch eher überschätzt, da Heißhungerattacken als Frühzeichen einer sich bereits anbahnenden Kopfschmerzattacke oft als Auslöser fehlinterpretiert werden.

Nach heutigem Forschungsstand ist Migräne eine Störung der Schmerzzentren im Gehirn. Bildgebende Verfahren haben gezeigt, dass im Gehirn ein Bereich - das Migränezentrum im Hirnstamm - aktiviert und verstärkt durchblutet wird. Zwischen den Blutgefäßen des Gehirns und den Nervenzellen des Gesichtsnervs (Nervus Trigeminus) besteht eine wichtige Verbindung. Eine Überaktivität im Migräne-Zentrum des Hirnstamms führt dazu, dass Schmerzsignale an das Gehirn gesendet werden. Dadurch werden vermehrt Botenstoffe ausgeschüttet, die eine Dehnung der Blutgefäße bewirken, die Gefäßwände für Blutflüssigkeit durchlässig machen und bestimmte Blutbestandteile (z.B. Es kommt zu einer Entzündung des umgebenden Hirngewebes und der Hirnhäute. Diese sogenannte neurogene Entzündung verursacht den typischen Migränekopfschmerz.

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Akuttherapie bei Migräne

Bei der Behandlung der Migräne werden zwei Formen unterschieden: die Akuttherapie zur schnellen Beendigung der Kopfschmerzattacke und die Migräneprophylaxe zur Verringerung der Häufigkeit von Attacken.

Rezeptfreie Schmerzmittel

Bei leichten bis mittleren Schmerzen können rezeptfreie Schmerzmittel wie Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen oder Kombinationspräparate aus Aspirin, Paracetamol und Koffein eingenommen werden. Bei Unverträglichkeit von Aspirin oder Ibuprofen kann auch auf Schmerzmittel wie Novalgin oder Paracetamol ausgewichen werden.

Triptane

Bei schweren Migräneattacken können Triptane eingesetzt werden. Sie sind die am besten untersuchten Wirkstoffe gegen akute Migräne, wirken am stärksten und wirken auch gegen Übelkeit und Erbrechen. Triptane bewirken eine Verengung der Blutgefäße im Gehirn und hemmen die Freisetzung von Stoffen, die dort Entzündungen fördern. Wichtig ist, die Triptane so früh wie möglich einzunehmen, also zu Beginn der Kopfschmerzattacke und nicht erst, wenn die Schmerzen am stärksten sind. Man sollte sie nicht öfter als an 10 Tagen im Monat einnehmen.

Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen

Migränepatienten, die unter besonders starker Übelkeit und Erbrechen leiden, können zusätzliche Medikamente gegen diese Symptome einnehmen.

Ergotamin

Ergotamin ist ein Wirkstoff, der ursprünglich aus dem Mutterkornpilz gewonnen wurde. Da er aber keine Wirkung gegen Übelkeit und Erbrechen hat und sogar zu noch mehr Übelkeit führen kann, werden heute vor allem Triptane bevorzugt.

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Neue Medikamente

Für Migränepatienten gibt es neue Medikamente in der Pipeline, die für Patienten gedacht sind, denen weder klassische Schmerzmittel noch Triptane helfen oder die Triptane nicht einnehmen dürfen.

Medikamenteninduzierter Kopfschmerz

Ein großes Problem bei häufigen Migräneattacken ist, dass mit der Zeit viele Schmerzmittel eingenommen werden. Das sind Kopfschmerzen, die allein dadurch entstehen, dass man zu viele Schmerzmittel nimmt. Die meisten Betroffenen erkennen den Zusammenhang nicht und nehmen noch mehr Schmerzmittel ein - ein Teufelskreis.

Migräneprophylaxe

Die Migräneprophylaxe hilft, die Häufigkeit von Kopfschmerzattacken, die die Einnahme von Schmerzmitteln erforderlich machen, zu verringern. Sie kann aber auch bei Menschen eingesetzt werden, deren Lebensqualität durch die Migräneattacken stark eingeschränkt ist.

Medikamentöse Prophylaxe

Zur Migräneprophylaxe werden keine Schmerzmittel eingesetzt, sondern Medikamente, die eigentlich für andere Erkrankungen zugelassen sind. Zum Beispiel blutdrucksenkende Mittel, die Betablocker (z.B. Bisoprolol, Propanolol oder Metoprolol) oder Kalziumantagonisten (Flunarizin), Mittel gegen Epilepsie (Valproinsäure oder Topiramat) oder Antidepressiva (Amitriptylin). Neu auf dem Markt sind die so genannten CGRP-Antikörper (Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab, Eptinezumab).

Nicht-medikamentöse Prophylaxe

Wirksam zur Vorbeugung von Migräneattacken ist Ausdauersport, wissenschaftlich belegt ist dies für Schwimmen, Joggen oder Radfahren. Generell ist körperliche Bewegung aber bei fast allen chronischen Erkrankungen unverzichtbar - und eben auch bei Migräne.

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Mit Hilfe eines Kopfschmerztagebuchs, in das man die Schmerzen und andere Symptome für jeden Tag einträgt, kann man auch seine persönlichen Migräneauslöser herausfinden und lernen, sie zu vermeiden.

Genauso wirksam wie Medikamente sind psychologische Verfahren zur Vorbeugung von Migräne. Dazu gehören die kognitive Verhaltenstherapie. Bei der Biofeedback-Methode werden biologische Signale, wie etwa der Blutdruck, in sichtbare oder hörbare Signale umgewandelt und so bewusst gemacht. Migränepatienten können so zum Beispiel lernen, die Weite ihrer Blutgefäße in der Kopfhaut willentlich zu beeinflussen und so die Schmerzen während einer Migräneattacke in den Griff zu bekommen.

Nahrungsergänzungsmittel

Häufig wird empfohlen, bestimmte Nahrungsergänzungsmittel (z.B. Wissenschaftliche Untersuchungen dazu waren bisher meist nicht haltbar. Entweder konnte keine Wirksamkeit festgestellt werden oder viele Studien waren zu klein, um überhaupt einen aussagekräftigen Effekt messen zu können oder sie lieferten nur sehr schwache Effekte. Manche Patienten berichten zum Beispiel, dass ihnen Ingwer oder Omega3 eine gewisse Linderung gebracht hat. Oft lässt sich aber nicht feststellen, ob die Wirkung auf einem Placebo-Effekt beruht. Andere Patienten berichten, dass bestimmte Nahrungsergänzungsmittel ihre Migräne sogar verschlimmert haben.

Möglicherweise sind aber bestimmte Ernährungsformen wirksam - insbesondere zuckerarme, fettarme und ketogene Diäten konnten in einigen Studien die Zahl der Migräneattacken bei den Studienteilnehmern reduzieren. Manche raten auch, Kaffee zu trinken, und tatsächlich scheint dies bei einigen Betroffenen zumindest bei leichten Migräneattacken zu helfen. Das im Kaffee enthaltene Koffein hat leicht gefäßverengende Eigenschaften und kann so zur Linderung der Kopfschmerzen beitragen. Es ist zum Beispiel auch in den bereits erwähnten Kombinationspräparaten mit Aspirin und Paracetamol enthalten. Es hilft aber nicht allen Betroffenen. Meist hilft es nur denjenigen, die nicht täglich Kaffee trinken, da der Körper mit der Zeit eine Toleranz (= Gewöhnung) gegen Koffein entwickelt. Die amerikanische Migränegesellschaft empfiehlt, Kaffee nicht häufiger als an zwei Tagen pro Woche zu trinken, um einen Effekt auf die Migräne bemerken zu können.

Akupunktur

Akupunktur hilft manchen Migränepatienten, die Häufigkeit der Kopfschmerzattacken und die Schmerzintensität während der Attacken zu verringern. Sie kann zur Migräneprophylaxe in den beschwerdefreien Intervallen eingesetzt werden.

Naturheilkundliche Behandlung

Viele Menschen möchten ihre Migräne auch naturheilkundlich behandeln lassen. Hier gibt es nur wenige Substanzen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist. Zum einen Pfefferminzöl/Mentholöl, das bei akuten Kopfschmerzen auf die Stirn gerieben werden kann und einen kühlenden Effekt hat. Viele Migränepatienten profitieren von Kälte, z.B. durch kalte Duschen oder Eisbäder, in die sie ihre Hand/ihren Kopf tauchen. Zum anderen gibt es Kurkuma bzw. der Inhaltsstoff Curcumin - das ist das gelbe Gewürz, das man vor allem als Bestandteil von Currypulver kennt und das entzündungshemmende Eigenschaften hat. In einer großen Übersichtsstudie wurde Kurkuma eine schwach positive Wirkung bei der Vorbeugung von Migräneattacken bescheinigt.

Botox

Die Injektion von Botox in die Kopf- und Halsmuskulatur wird auch zur Vorbeugung von Migräneattacken eingesetzt. Im Durchschnitt berichten Patienten, dass sie 10 Tage weniger pro Monat unter Migränekopfschmerzen leiden. Deshalb ist Botox auch zur Behandlung der chronischen Migräne zugelassen und wird sogar von den Krankenkassen erstattet.

Hausmittel gegen Kopfschmerzen und Migräne

Viele Betroffene greifen allzu schnell zu Schmerztabletten. Doch das muss nicht sein: Es gibt natürliche Hausmittel, mit denen sie Kopfweh, Migräne & Co. effektiv selbst behandeln können.

Grundsätzlich gilt aber: Ruhe, Schonung und ein abgedunkelter Raum sind bei den meisten Kopfschmerz-Patienten die wirkungsvollsten Erst-Hilfen.

Heilkräutertees

Heilkräutertees können Kopfschmerzen vorbeugen und sogar bereits vorhandenen Schmerz lindern. Viele Patienten bekommen Kopfschmerzen, weil sie schlicht zu wenig trinken: Der Körper spürt den Mangel an Flüssigkeit, das Blut verdickt, die vielen Kleinst-Gehirnnerven werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Das wirkungsvollste Gegenmittel ist, ausreichend viel zu trinken - am besten ca. 2 Liter Flüssigkeit pro Tag (zusätzlich zu Kaffee oder grünem/schwarzem Tee). Viele andere Teesorten - vor allem jene mit Heilkräutern - lindern in vielen Fällen sogar bereits vorhandenes leichtes bis mittleres Kopfschmerz. Medizin-Experten empfehlen insbesondere die folgenden Varianten:

  • Weidenrinde: Diese Teesorte beinhaltet schmerzlindernde Salicylsäure - ein wesentlicher Bestandteil des weit verbreiteten Allzweckmedikaments Aspirin. Weidenrinden-Tee schmeckt daher ziemlich bitter. Wer aber häufig unter Kopfschmerzen leidet, sollte stets etwas kleingeschnittene Weidenrinde aus der Apotheke vorrätig haben. Ein Teelöffel auf ca. 250 Milliliter Wasser genügt. Diese Mixtur wird ca. fünf Minuten aufgekocht und anschließend durch ein Sieb gegossen.
  • Mädesüß: Auch diese, etwas mildere, Heilpflanze enthält eine Vorstufe der Acetylsalicylsäure und eignet sich vor allem bei Kopfschmerzen, die durch eine starke Erkältung ausgelöst wurden. Ein Teelöffel Mädesüß kommt auf etwa 150 Milliliter Wasser. Das Gemisch wird einige Minuten lang aufgekocht und sollte danach etwa zehn Minuten ziehen. in Sieb gegossen.
  • Wacholderblüten, Hibiskusblüten, Rosenblüten: Diese sanften Tees wirken besonders gut bei Kopfschmerzen im Anfangsstadium. Zubereitung: 1 Teelöffel der jeweiligen Blüten mit heißem, aber nicht mehr kochenden, Wasser übergießen und etwa zehn Minuten ziehen lassen. Dann langsam, in kleinen Schlucken trinken.
  • Kamillenblüten: Dieser Tee lindert nicht nur Kopfschmerz, sondern hilft gleichzeitig gegen die bei vielen Menschen parallel auftretenden Magenbeschwerden. Die empfohlene Dosierung beträgt hier zwei Teelöffel je Tasse Wasser (heiß, nicht kochend). Der gewonnene Sud sollte etwa zehn Minuten ziehen und wird anschließend durch ein Sieb gegossen.
  • Ingwer: Das ebenso aromatische wie scharfe Gewürz eignet sich dank seiner entzündungshemmenden und schmerzstillenden Inhaltsstoffe auch zur Soforthilfe gegen Kopfschmerzen. Zur Zubereitung wird ein kleines Stück der Ingwerknolle (etwa die Größe einer Fingerkuppe) grob geraspelt und mit 150-250 Milliliter kochendem Wasser übergossen. Ingwer-Tee sollte vor dem Genuss etwa 15 Minuten lang ziehen und abkühlen.
  • Waldmeister und Frauenmantel: Diese beiden Tees wirken sowohl beruhigend als auch schmerzlindernd. Viele Mediziner empfehlen daher bis zu drei Tassen täglich, um Kopfweh vorzubeugen. Dosierung: Ein Teelöffel der frischen oder getrockneten Kräuter wird mit ca. 200 Milliliter kochendem Wasser zubereitet und sollte fünf Minuten ziehen.nd abkühlen.
  • Mutterkraut (auch Fieberkraut genannt): Auch dieses altbekannte Hausmittel dient der Vorbeugung. Menschen, die zu regelmäßigen Kopfschmerzen neigen, sollten mehrere Monate lang vor jeder Mahlzeit eine Tasse Mutterkraut-Tee trinken (Zubereitung mit einem Teelöffel pulverisiertem Mutterkraut und kochendem Wasser).
  • Ginko: Zahlreiche Migräne-Geplagte loben die gefäßerweiternde Wirkung der Blätter des Ginkgo-Baumes. Ein Teelöffel getrockneten Ginkgos genügt für eine Portion Tee. Achtung: Bei einigen Menschen lösen Ginkgo-Blätter Kopfschmerzen aus - Patienten sollten diesen Tee daher erst einmal in einer kopfschmerzfreien Zeit testen.
  • Gewürznelke: Diese schmerzstillende Pflanze wird häufig dem klassischen grünen Tee beigemischt. Hierzu genügen bereits zwei Gewürznelken pro Kanne Tee. Da grüner Tee eine belebende Wirkung hat, sollte er jedoch nicht abends oder gar direkt vor dem Schlafengehen getrunken werden.
  • Koffein: Ein Espresso oder eine Tasse starker Kaffee können die Folgen einer starken Migräne dämpfen, da das Koffein die erweiterten Gehirn-Blutgefäße wieder verengt. Viele Betroffene geben zusätzlich den Saft einer halben Zitrone in den Kaffee, um die durch den eigenen Körper eingeleitete Schmerzlinderung zu unterstützen.

Ätherische Öle

Bei mittleren bis starken Kopfschmerzen raten erfahrene Mediziner zum Einsatz von ätherischen Ölen. Die Betroffenen können sie als Badezusatz verwenden, über einen Verdampfer inhalieren oder vorsichtig auf die Haut auftragen. Diese Aroma-Therapien gelten als besonders erfolgversprechend:

  • Pfefferminzöl: Diese pflanzliche Arznei auf Basis natürlicher Pfefferminzblätter enthält ätherische Öle (insbesondere Menthol und Menthon). Pfefferminzöl ist damit eine effektive aber dennoch gut verträgliche Möglichkeit für alle, die medizinische Schmerzmittel vermeiden wollen. Die Nutzer massieren das Öl einige Minuten lang auf Stirn und Schläfen sanft ein, genießen die kühlende Wirkung und spüren, wie ihre Schmerzfasern unempfindlicher werden. Vorsicht: Pfefferminzöl darf nicht unverdünnt eingesetzt werden, sondern nur als zehnprozentige Lösung (in Apotheken erhältlich). Außerdem sollten Eltern es nicht bei Babys oder Kleinkindern anwenden, um Reizungen der empfindlichen Haut zu vermeiden.
  • Lavendelöl: Auch Lavendelöl erzielt eine entspannende und schmerzdämpfende Wirkung. Hier sollten die Betroffenen einige Tropfen des Öls auf ihre Oberlippe träufeln und ca. 15 Minuten lang durch die Nase einatmen. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, ein Tuch mit zwei, drei Tropfen Lavendelöl zu benetzen und es sich anschließend auf die Stirn zu legen.
  • Ingwer: Schmerzlinderung zu unterstützen. Das Gewürz eignet sich nicht nur als Anti-Kopfschmerz-Tee, sondern auch als Paste zum Auftragen auf die Stirn. Das gilt insbesondere bei Kopfweh, das durch eine Erkältung oder Nebenhöhlenentzündung ausgelöst wurde. Herstellung der Ingwerpaste: Geriebenen Ingwer (1 Teelöffel) mit etwas Nelken (gemahlen oder pulverisiert) mischen, auftragen, eine Viertelstunde wirken lassen und mit warmem Wasser ablösen. Durch die Behandlung rötet sich die Stirn etwas, da die höhere Durchblutung die Kopfschmerzen verringern soll.
  • Zimt: Viele Kopfschmerzpatienten wenden alternativ eine Zimtbrei-Auflage an. Sie vermischen 1 Teelöffel gemahlenen Zimt (ohne Zusatzstoffe) mit etwas Wasser zu einer weichen Masse, bestreichen damit ihre Stirn, lassen sie 15 Minuten im Liegen einwirken und waschen die Lösung nach Ablauf dieser Zeitspanne ab.
  • Vanille: Das in natürlicher Vanille enthaltene ätherische Öl Eugenol wirkt schmerzdämpfend. Ein hochwertiges Vanilleöl (ohne Zusätze) lässt sich z.B. mithilfe einer Duftlampe erwärmen und dabei kontinuierlich mit der Raumluft einatmen. Achtung: Babys oder Kleinkinder sollten diesem Duft nicht dauerhaft ausgesetzt werden

Wasser-Behandlungen

Wasser-Behandlungen, wie z. B. Fußbäder, können bei richtiger Anwendung ein gutes Hausmittel gegen Kopfschmerzen sein. Die Naturheilkunde kennt zahlreiche Wasseranwendungen gegen Kopfschmerz: lauwarme Teilbäder, heiße Vollbäder und kalte Güsse. Die Patienten reagieren hierauf jedoch sehr unterschiedlich und sollten deshalb den Einsatz von warmen oder kalten Flüssigkeiten selbst ausprobieren.

  • Fußbäder: Die meisten Kopfschmerz- und Migränepatienten sind empfindlich gegen Kälte oder haben oft kalte Füße. Ihnen hilft daher ein wiederholtes warmes Fußbad. Sie eignen sich besonders gut bei durch Verspannungen oder mangelnde Durchblutung ausgelösten Kopfschmerzen.
  • Wechselwarme Teilbäder: Die Patienten füllen zwei ausreichend große Gefäße mit Wasser - das eine mit 18 Grad kaltem, das andere mit 38 Grad warmem Wasser. Dann halten sie Arme oder Beide zuerst 3 bis 5 Minuten lang in das Gefäß mit der warmen Flüssigkeit und danach sofort für 5 bis 10 Sekunden in jenes mit der kalten. Diesen Vorgang wiederholen sie dreimal. Nach dieser Anwendung sollten sie sich aber nicht abtrocknen sondern das Wasser nur leicht abstreifen und sich warm eingepackt etwas in der Wohnung bewegen - das fördert die Durchblutung.
  • Fußbad mit ansteigender Temperatur: Die Patienten füllen die Wanne mit ca. 32 Grad warmem Wasser, stellen ihre Füße hinein, erhöhen die Temperatur schrittweise bis auf etwa 42 Grad und kontrollieren das mit einem kleinen Thermometer.
  • Warmes Vollbad: Das Wasser in der Wanne sollte etwa 38 Grad haben, die Badezeit 15 bis 20 Minuten betragen. Ein Vollbad löst in vielen Fällen stressbedingte Kopfschmerzen. Dieser Effekt lässt sich verstärken, indem man entspannende Badezusätze wie Lavendel, Melisse, oder Rosmarin hinzufügt.
  • Nackenwärme: Viele Migräne-Geplagte empfinden ein warmes, mit Kräutern, Körnern oder Kernen gefülltes Kissen als sehr angenehm. Alternativ können sie auch eine warme Kompresse (Apotheke) einsetzen. Dank der Nackenwärme erweitern sich die Blutgefäße, die das Gehirn versorgen, die gesamte Durchblutung des Kopfes verbessert sich, die Schmerzen verringern sich.
  • Kälte-Anwendung: Andere Betroffene behandeln ihre Kopfweh hingegen lieber mit Kälte, da Wärme ihre Beschwerden oft sogar verschlimmert. So z.B. bei vielen Formen der Migräne oder bei Kopfschmerzen nach intensiver Arbeit am Bildschirm. Hier lindern oft schon ein kalter Waschlappen oder ein gekühltes Gelkissen das Leiden.
  • Kalter Nackenguss: Diese Behandlungsmethode führt - nach dem ersten Kälteschock - zu einer besseren Durchblutung und liefert den Nerven in Gehirn und Rückenmark wieder ausreichend Blut und Sauerstoff.
  • Salz-Eis-Packungen: Sie eignen sich zum Soforteinsatz bei einer beginnenden Migräne. Die Patienten packen vier Teile Eis und ein Teil Salz in einen Stoffbeutel und pressen ihn sanft auf die schmerzenden Stellen an Schläfen, Stirn oder Hinterkopf - durch das Salz bleibt das Eis länger in Form. Diese Kälte-Methode funktioniert auch mit Kälte-Kompressen oder Eistüchern: Zwei Küchenhandtücher werden zuerst mit einer Mischung aus Wasser, Essig und Kochsalz benetzt und im Gefrierfach ca. 20 Minuten schockgefrostet. Sobald das erste Tuch nicht mehr kalt genug ist, wechselt man es durch das zweite aus.

Entspannungsmethoden

In vielen Fällen lösen Verspannungen durch Büroarbeit oder eine falsche Körperhaltung Kopfschmerzen oder gar Migräne aus. Diese Entspannungsmethoden helfen dabei, Verkrampfungen zu lösen, das Entstehen von Kopfschmerzen zu verhindern und bereits vorhandenes Leiden zu verringern:

  • Gesichtsgymnastik: Die Patienten schneiden hierbei - am besten für sich allein - allerlei Grimassen. Sie verziehen ihr Gesicht in die unterschiedlichsten Richtungen, runzeln die Stirn, reißen den Mund weit auf etc. Die Phase der Anspannung dauert ca. 5 - 8 Sekunden, die der Entspannung 5 Sekunden. Diese Übung lässt sich durch sanftes Kopfrollen und Hochziehen der Schultern ergänzen.
  • Progressive Muskelentspannung: Bei diesem Verfahren des US-Neurologen Jacobsen spannen und entspannen die Patienten nacheinander die wesentlichen Muskeln ihres Körpers - am besten täglich zu einer festgesetzten Zeit.
  • Akupressur: Diese Druckmassage mithilfe der Fingerspitzen wird an bestimmten Stellen des Kopfes ausgeführt, wie z.B. Schläfen, Augenbrauen oder die Mitte des Nasenrückens. Die Betroffenen pressen oder reiben diese Druckpunkte mit regelmäßigen sanften Bewegungen.
  • Akupunktur: Hier setzt ein Arzt mit spezieller Zusatzausbildung feine Nadeln an bestimmte Körperstellen. Diese vorsichtigen Stiche sollen Migräneanfällen vorbeugen und ihre Häufigkeit verringern, indem der unterbrochene Energiefluss des Körpers korrigiert wird.

Wichtige Hinweise

Auch wenn Hausmittel gegen Kopfschmerzen und Migräne wirken, sollten Sie die Ursache erforschen. Wer unter wiederkehrender Migräne leidet, sollte idealerweise einen Termin beim Arzt vereinbaren. Die Betroffenen sollten ihren Arzt stets wegen möglicher Nebenwirkungen konsultieren, bevor sie einzelne Hausmittel oder gar eine Kombination aus mehreren Natur-Arzneien einsetzen.

Bitte beachten Sie: Der Einsatz von Hausmitteln hat seine Grenzen. Wenn die Symptome lange anhalten, nicht besser werden oder sich sogar verschlimmern, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

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