Starke Nerven im Schulalltag: Weiterbildungen für Lehrkräfte zur Stressbewältigung und Resilienz

Lehrkräfte leisten heutzutage Schwerstarbeit und zeigen hohen persönlichen Einsatz. Umso wichtiger ist es, dass sie über einen "vollen Akku" und starke Nerven verfügen, also eine hohe Stressresistenz entwickeln. Weiterbildungen können hier eine wertvolle Unterstützung bieten, um das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit im oft vollgestopften Schulalltag zu stärken.

Die Herausforderungen im Lehrerberuf

Der Lehrerberuf ist mit zahlreichen Herausforderungen verbunden: steigende Anforderungen, Konflikte mit Kollegen oder Schülern, hoher Leistungsdruck und die ständige Notwendigkeit, sich an neue Situationen anzupassen. All dies kann zu Stress, Unkonzentriertheit, Erschöpfung und im schlimmsten Fall zu einem Burnout führen. Daher ist es entscheidend, Strategien zur Stressbewältigung und Resilienz zu entwickeln, um die eigene Leistungsfähigkeit, Energie, Motivation und den Spaß an der Arbeit zu erhalten. Es geht nicht ums reine "Durchhalten", sondern um die Qualität der Arbeit und darum, sich nicht überfordert zu fühlen.

Weiterbildungsangebote zur Stärkung der Nerven

Es gibt vielfältige Weiterbildungsangebote, die Lehrkräften helfen können, ihre Nerven zu stärken und ihre Stressresistenz zu erhöhen. Diese Angebote umfassen verschiedene Bereiche wie:

  • Formative Psychologie: Diese kann Lehrkräften helfen, die psychologischen Grundlagen des Lernens und Verhaltens besser zu verstehen und ihre Schülerinnen und Schüler individueller zu fördern.
  • Medizinisches Qigong: Qigong ist eine traditionelle chinesische Bewegungskunst, die Körper und Geist in Einklang bringt und Stress abbauen kann.
  • Kohärentes Atmen: Diese Atemtechnik kann helfen, das Nervensystem zu beruhigen und die Herzratenvariabilität (HRV) zu verbessern.
  • HRV-Coach: Ein HRV-Coach kann Lehrkräfte darin unterstützen, ihre Herzratenvariabilität zu messen und zu trainieren, um ihre Stressresistenz zu erhöhen.
  • Körperorientierte Pädagogik: Diese Richtung legt den Fokus auf die Verbindung von Körper und Geist im Lernprozess.
  • Stressbewältigung und Stressmanagement: Kurse zu diesem Thema vermitteln Methoden zur aktiven Entspannung und verbessern die Widerstandsfähigkeit gegen Stress.

Konkrete Inhalte und Methoden in den Weiterbildungen

Die Weiterbildungen vermitteln in der Regel sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Übungen, die leicht in den Schulalltag integriert werden können. Einige Beispiele für Inhalte und Methoden sind:

  • Nervensystem & Polyvagaltheorie: Verständnis des Vagusnervs und seiner Bedeutung für die Regulation des Nervensystems.
  • Regulation und Co-Regulation: Lernen, wie man sich selbst und andere in Stresssituationen beruhigen kann.
  • Somatische Achtsamkeit und Übungen: Achtsamkeitsübungen zur Körperwahrnehmung und Stressreduktion.
  • Breathwork Routinen: Atemtechniken zur Aktivierung, Regulation, Entspannung und Stärkung des Nervensystems.
  • Selbstregulationsfähigkeit stärken und Toleranzfenster erweitern: Entwicklung von Strategien zur besseren Bewältigung von Stress und emotionalen Belastungen.
  • Anatomie und Physiologie des autonomen Nervensystems: Einblick in die Funktionsweise des Nervensystems und seine Reaktion auf Stress.
  • Achtsamkeit: Praktizieren von Achtsamkeitstechniken zur Stressreduktion und verbesserten Organfunktionen.
  • Ernährung und Lifestylefaktoren: Bedeutung einer gesunden Ernährung und eines ausgewogenen Lebensstils für die Stärkung des Nervensystems.
  • Manuelle Techniken: Erlernen von Techniken, die den Vagusnerv in seiner Funktionsfähigkeit unterstützen.
  • Eigenübungsprogramme: Entwicklung eines individuellen Programms zur Stärkung des Vagusnervs.

Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte

Die Rückmeldungen von Lehrkräften, die an solchen Weiterbildungen teilgenommen haben, sind durchweg positiv:

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  • Ein Lehrer berichtet, dass ein Seminar durch neue Perspektiven und Ansätze nicht nur seine Sichtweise erweitert hat, sondern vor allem auch einen direkten Effekt auf seine Schüler:innen in der Praxis hatte. Es gibt nicht nur mehr Ruhe bei den Schüler:innen, sondern auch bei ihm selbst.
  • Eine Teilnehmerin eines Workshops zum Thema Nervensystem und Selbstheilungskräfte empfand diesen als sehr hilfreich, ganz besonders für ihre jetzige gesundheitliche Situation. Sie lobte die ruhige Stimme und die positive Ausstrahlung der Kursleiterin.
  • Eine andere Teilnehmerin beschreibt den Workshop als sehr abwechslungsreich, wo nichts zu kurz kommt und alles lang genug atmen kann. Sie empfand es als sehr schön, die Erfahrungen zusammen mit den anderen zu teilen und kann den Workshop nur weiterempfehlen.

Die Bedeutung der inneren Haltung und traumasensiblen Begleitung

Ein wichtiger Aspekt bei der Stärkung der Nerven ist die Entwicklung einer achtsamen und integren inneren Haltung. Die innere Haltung als Beratende wirkt maßgeblich auf die Arbeitsweise und auf die Klienten. Es ist wichtig, gezielt Skills und Fertigkeiten zu erlernen, um Menschen traumasensibel zu begleiten und Retraumatisierungen zu vermeiden.

Neurosystemische Integration (NI) als Methode zur Unterstützung traumatisierter Menschen

Die Neurosystemische Integration® (NI) ist eine Methode, die auf der Erfahrung aus Praxis und Theorie basiert und eine Essenz aus verschiedenen Disziplinen bildet. Sie dient dazu, Menschen mit den unterschiedlichsten Themen begleiten zu können und insbesondere jene, die an Traumafolgen leiden, erfolgreich zu unterstützen und Retraumatisierungen zu vermeiden. Sowohl Schocktrauma als auch Komplextrauma und Entwicklungstrauma kann mit dieser Methodik wohltuend begegnet werden.

Die Rolle von Trauma und Nervensystem

Die Gründe für eine Dysbalance im Nervensystem liegen meistens in der Vergangenheit und sind oft Folge früher Traumata. Als Kind nicht geborgen und sicher zu sein bedeutet, Dauerstress ausgesetzt zu sein. Das Nervensystem ist dauerhaft im Alarmmodus, was dazu zwingt, Überlebensstrategien zu entwickeln, statt sich zu entfalten. Diese kindlichen Anpassungsstrategien waren damals rettend, erzeugen heute jedoch Leid, weil sie einen in der Vergangenheit gefangen halten. Es ist wichtig zu verstehen, dass das Nervensystem zeitlebens in der Lage ist, zu lernen. Wenn man sein Nervensystem verändert, verändert man sein Leben.

Der Nervensystemkompass als Wegweiser zur Selbstwirksamkeit

Der Nervensystemkompass ist ein Kurs, der traumasensibel in intensive, wohltuende praktische Erfahrungen führt, die das Nervensystem stärken und einen in die Selbstwirksamkeit bringen. Man erlernt zahlreiche wirksame Übungen zur Selbstregulation und versteht den wissenschaftlichen Rahmen, in dem diese Übungen ihre volle Wirkung entfalten. Der Kurs stärkt die Verbindung zu sich selbst und zum Unversehrten in einem.

Gewaltfreie Kommunikation und Konfliktlösung

Auch die Art und Weise, wie wir kommunizieren, hat einen großen Einfluss auf unser Nervensystem und unser Wohlbefinden. Gewaltfreie Kommunikation nach M. Rosenberg und Konfliktlösetraining nach T. Gordon können helfen, Beziehungen zu verbessern und Konflikte konstruktiv zu lösen.

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Die Bedeutung des Vagusnervs

Der Vagusnerv ist der bedeutendste Nerv des Parasympathikus und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation fast aller inneren Organe. Ein starker Vagusnerv wird auch mit guten Selbstheilungskräften assoziiert. Es ist wichtig, den Vagusnerv in seiner Funktionsfähigkeit zu unterstützen, um Stress abzubauen und die Organfunktionen zu verbessern.

Angebote der AOK zur Stressbewältigung

Die AOK bietet verschiedene Gesundheitskurse und Programme zur Stressbewältigung an. Im kostenfreien AOK-Programm "Stress im Griff" lernen Sie, die potenziellen Auslöser von Stress frühzeitig zu erkennen und viel gelassener mit Stress umzugehen.

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