Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft. In Deutschland sind schätzungsweise 400.000 Menschen von Parkinson betroffen. Die Symptome entwickeln sich schleichend und werden oft erst spät erkannt oder zunächst anderen Krankheitsbildern zugeordnet. Ein gutes Buch über die Parkinson-Krankheit kann Betroffenen, Angehörigen und medizinischem Fachpersonal wertvolle Informationen und Unterstützung bieten.
Ratgeber für medizinisches Fachpersonal und interessierte Laien
Der Ratgeber „Parkinson“ von Prof. Dr. Claudia Trenkwalder und ihrem Team aus der TRIAS-Expertenwissen-Reihe richtet sich primär an medizinisches Fach- und Pflegepersonal, ist aber auch für interessierte und gebildete Laien mit tiefergehenden Informationen von Nutzen. Das Handbuch ist in drei Abschnitte gegliedert:
- Parkinson: Die Erkrankung verstehen: Dieser Abschnitt bietet einen breit gefächerten Überblick über die Symptomatik und die aktuellen Möglichkeiten der Diagnostik des Morbus Parkinson, auch im Frühstadium. Die Bedeutung der Genetik und bekannter Risikofaktoren sowie Hilfestellungen zur Abgrenzung einzelner Parkinson-Syndrome werden erörtert.
- Parkinson-Behandlung: Der Hauptteil des Ratgebers widmet sich der Parkinson-Behandlung und bietet detaillierte Empfehlungen zur Medikation, zur Möglichkeit der Tiefen Hirnstimulation (THS), zur Bewegungs-, Sprech-, Sprach- und Atemtherapie sowie zu Entspannungstechniken. Bildhafte Darstellungen von Bewegungsübungen ermöglichen ein effektives Training ohne spezielle Ausrüstung. Das aktuelle Thema des möglichen Einsatzes digitaler Medizin bei Parkinson, wie z.B. Telemedizin, Wearables oder Gesundheits-Apps, wird ebenfalls behandelt.
- Gut zu wissen: Dieser Abschnitt liefert einen Überblick über Strategien zur Alltagsbewältigung für Parkinson-Erkrankte, Empfehlungen zur Ernährung im Frühstadium bis zum fortgeschrittenen Stadium und passende Rezepte. Das Kapitel „Blick in die Zukunft“ stellt neue Diagnoseansätze und Therapien vor. Auch der Aspekt der Prävention wird berücksichtigt, und es werden konkrete Empfehlungen für genetisch vorbelastete sowie umweltbedingt eher gefährdete Menschen gegeben.
Der Ratgeber besticht durch seine Prägnanz, seine aktuelle sowie tiefgehende, aber gleichwohl übersichtliche Darstellung sämtlicher Fragestellungen zum Thema Parkinson und die Aufbereitung selbst komplizierter Sachverhalte. Wichtige Fakten sind in Wegmarken und Tabellen übersichtlich zusammengefasst. Empfehlungen zu weiterführender Literatur und hilfreichen Links runden die Darstellung ab.
Ratgeber für Angehörige
Die Reihe des TRIAS-Verlags bietet auch mit dem Parkinson-Ratgeber für Angehörige wertvolle Hilfestellungen in kompakter Form. Autorin Amy Orellana begleitet Angehörige bereits ab dem Zeitpunkt der Erstdiagnose und der damit einhergehenden Krankheitsverarbeitung.
Der erste Teil des Buches gibt Tipps und Formulierungshilfen, wie man den Erkrankten in dieser Situation ansprechen und unterstützen kann, sensibilisiert aber zugleich für die Gefahr einer Überlastung der Angehörigen und die im Krankheitsverlauf zunehmende Veränderung der Lebensumstände und Beziehungen bzw. Rollen. Fallbeispiele werden genutzt, um Schlussfolgerungen abzuleiten, und der Leser wird mit konkreten Fragen zum Nachdenken angeregt.
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Der zweite Teil des Ratgebers liefert praktische Tipps, wie sich der Alltag für und mit einem Parkinson-Erkrankten leichter gestaltet. Sturzprävention und Lagewechsel sowie die wesentlichen Bereiche Bad und Toilette, Essen und Trinken, Schlafen, An- und Auskleiden werden ebenso abgehandelt wie das Tätigwerden in der Küche, die wichtige Funktion von sportlicher Betätigung und Bewegung und die möglichen Schwierigkeiten beim Unterwegssein in der Öffentlichkeit. Es wird verständlich dargestellt, dass es nicht darum geht, dem Betroffenen möglichst viele Tätigkeiten abzunehmen, sondern darum, möglichst lange seine Selbständigkeit zu bewahren.
Besonders hervorzuheben sind der „Ideengenerator“ in Form von Anregungen für gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge mit dem Parkinson-Erkrankten sowie das abschließende Kapitel, das sich an Kinder und Jugendliche richtet und ihnen die Erkrankung und die damit einhergehenden Probleme in einfachen Worten erklärt. Eine Übersicht der Autorin über weiterführende Berichte und Links zu Parkinson sowie der Hinweis auf einen zum Thema verfügbaren Podcast runden die Darstellung ab.
Kochbücher für Parkinson-Patienten
Die Hirn-Darm-Achse rückt zunehmend in den Fokus der Forschung. Ein Kochbuch für Parkinson-Patienten trägt dem Umstand Rechnung, dass viele Parkinson-Patienten spezifische Verdauungsprobleme haben. Obstipation ist ein häufiges Symptom, und es kommt zu Wechselwirkungen zwischen bestimmten Nahrungsmitteln und der medikamentösen Parkinson-Therapie.
Die Autoren erläutern den Stellenwert einer gesunden Ernährung für das Leben mit der Parkinson-Erkrankung und legen dar, wie eine solche Ernährung aussehen sollte. Der Fokus der Rezepte liegt auf ballaststoffreichen und somit gut verdaulichen Gerichten und eiweißreichen Mahlzeiten. Neben klassischen Hauptgerichten finden sich auch Rezepte für ein gesundes Frühstück, leckere Salate und Suppen sowie vitaminreiche Smoothies. Die Rezepte sind einfach, gut verständlich und ansprechend präsentiert und geben Hinweise auf die Vorbereitungszeit und die Nährwerte.
Bücher über Bewegung und Ergotherapie
Neben der medikamentösen Behandlung ist die regelmäßige körperliche Aktivität die zweite Stütze der Behandlung von Parkinson-Patienten. Bücher, die sich mit ergotherapeutischen Übungen und Bewegung beschäftigen, zielen darauf ab, eine gute Beweglichkeit zu erhalten, das Gleichgewicht zu schulen, auf eine richtige Haltung zu achten und die Muskeln sowie den gesamten Körper zu stärken. Zahlreiche Übungen, die als Teil eines täglichen Trainings die Feinmotorik verbessern können, werden in Bild und Text dargestellt.
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Besonderer Wert wird auf hilfreiche Tipps gelegt, die es Betroffenen erleichtern, ihren Alltag zu meistern. So werden Hilfestellungen gegeben, wie Blockaden in der Beweglichkeit entgegen gewirkt werden kann, wie sich das Aussteigen aus dem Auto oder aus dem Bett bewerkstelligen lassen und auf welche Weise Schwierigkeiten beim Essen, beim Schreiben sowie bei anderen feinmotorischen Tätigkeiten gemeistert werden können. Empfehlungen zur Sturzprophylaxe sind von besonderer Bedeutung.
Es gibt auch Ratgeber, die sich auf gymnastische Übungen konzentrieren, die jeder Patient selbst zuhause durchführen kann. Dank einer nach unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden geordneten Darstellung finden sich für jede Phase der Erkrankung geeignete Übungen, - von der einfachen Gymnastik im Sitzen über Kräftigungsübungen des Rückens bis zu Gleichgewichtsübungen. Auch alltäglichen Problemen wird Beachtung geschenkt, wie z.B. dem Aufstehen vom Stuhl oder aus dem Bett oder der richtigen Position beim Gehen mit einem Rollator. Empfehlungen zur Minimierung des Sturzrisikos werden gegeben. Das Behandlungskonzept „BIG“ findet ebenso Berücksichtigung wie neue technische Möglichkeiten durch die Nutzung spezieller Apps oder das Gleichgewichtstraining auf einer Nintendo Wii Konsole. Das Nordic Walking wird Betroffenen in jedem Stadium ans Herz gelegt.
Frage-Antwort-Ratgeber
Die Diagnose „Morbus Parkinson“ wirft bei Betroffenen eine Vielzahl von Fragen auf, die im Rahmen des ärztlichen Gesprächs zumeist nicht hinreichend geklärt werden können. Ein informativer Ratgeber in Form einer Frage-Antwort-Darstellung bietet ausführliche Informationen zur Parkinson-Erkrankung, ihrer Symptomatik, dem Verlauf und insbesondere den Therapiemöglichkeiten. Dabei werden nicht nur die nicht motorischen Symptome eingehend behandelt, sondern auch neurobiologische Ursachen verständlich beschrieben. Ausführungen zu den im Verlauf der Erkrankung häufig auftretenden Komplikationen hinsichtlich der Motorik, der Psyche und der medikamentösen Behandlung finden sich ebenfalls. Abgerundet wird die Darstellung durch Erläuterungen zu ergänzenden therapeutischen Maßnahmen wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sowie Psychotherapie sowie Tipps zur Bewältigung von Alltagsproblemen und sozial- sowie rechtsmedizinischen Fragestellungen.
Bücher über die psychischen Aspekte der Erkrankung
Psychische Symptome sind häufige Begleiterscheinungen eines Morbus Parkinson. Diese äußern sich teilweise in Form depressiver Verstimmungen, aber auch sozialer Unsicherheit und Ängsten. Hieraus resultiert häufig eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität Parkinson Erkrankter. Bücher, die sich mit den psychotherapeutischen Schwerpunkten der Erkrankung auseinandersetzen, bieten eine interessante historische Einführung, beinhalten eine medizinisch hervorragende Darstellung der Ursachen der Erkrankung und der verschiedenen körperlichen und psychischen Symptome des Morbus Parkinson. Test-diagnostische Möglichkeiten werden dargelegt und Ziele der Behandlung definiert.
Bücher von Betroffenen
Bücher, in denen Betroffene ihre Erfahrungen mit der Parkinson-Krankheit schildern, können anderen Betroffenen Mut machen und zeigen, dass ein Leben mit der Erkrankung möglich ist. Sie beschreiben, wie sie es geschafft haben, die Erkrankung nicht mehr als Feind zu sehen, sondern wie sie sich mit ihrer Erkrankung arrangiert und ein erstaunlicher Selbstheilungsprozess einsetzt, der ihnen eine ungeahnte Lebensfreude zurückgibt.
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Bildbände
Bildbände porträtieren in künstlerischen Schwarz-Weiß-Fotografien und kurzen essayistischen Texten Menschen, die an Parkinson erkrankt sind, und zeigen deren individuelle Ansätze, trotzdem ein erfülltes und spannendes Leben zu führen. Ergänzt werden die Portraits durch eine kurze medizinische Einführung über die Krankheit.
Humorvolle Bücher
Humorvolle Bücher über die Parkinson-Krankheit können helfen, die Erkrankung mit etwas mehr Leichtigkeit zu betrachten. Sie erzählen von den Tücken des Lebens mit Parkinson und vermitteln zugleich die Botschaft, dass es im Leben immer weiter geht.
Bücher für junge Parkinson-Patienten
Die Fragen und Themen junger Patienten unterscheiden sich zum Teil deutlich von denen älterer, weshalb spezielle Projekte für Jungerkrankte wichtig sind. Es gibt Bücher, die Mut und Hoffnung schenken sollen und sich explizit an junge Parkinson-Patienten richten.
Bücher über Komplementärmedizin
Komplementärmedizinische Verfahren, wie Bewegungs-, Musik- und Ergotherapie, sowie Methoden fernöstlicher Medizin können eine sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Behandlung der Parkinson-Krankheit darstellen. Es gibt Bücher, die einen Überblick über diese Verfahren geben und praktische Übungsanleitungen anbieten.
Fachbücher für Neurologen
Für Neurologen, die sich eingehend mit der Parkinsonerkrankung befassen, gibt es Fachbücher, die eine umfassende und detaillierte Darstellung des Morbus Parkinson sowie von Parkinson-Syndromen bieten. Diese beinhalten auch Differentialdiagnosen und Spezifisches wie z.B. die problematische Therapie autonomer und psychiatrischer Symptome. Juristische Aspekte werden ebenfalls erörtert. Die aktuell verfügbaren Medikamente werden im Detail dargestellt. Ergänzend findet sich eine kurze geschichtliche Einleitung, eine klinische Krankheitsdarstellung, Erklärungen zur Neuropathologie und zur Differentialdiagnose sowie Hinweise zur Diagnosestellung anhand des klinischen Befundes, medikamentöser Tests und Bildgebung.
Aktivierende Therapien bei Parkinson-Syndromen
Neben der Pharmakotherapie gewinnen nicht-medikamentöse Therapieansätze einen immer wichtigeren Stellenwert. Bücher, die sich mit aktivierenden Therapien bei Parkinson-Syndromen befassen, beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit den unterschiedlichen Therapieansätzen aus den Bereichen der Physiotherapie, der Logopädie sowie der Musik- und Ergotherapie. Anhand der diversen Symptome werden deren Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens geschildert und darauf abgestimmte Therapiekonzepte, Trainingsvorschläge und Resultate beschrieben.