Viele Menschen mit motorischen Einschränkungen, insbesondere bei Erkrankungen wie Parkinson, Rheuma oder Arthrose, benötigen im Alltag Hilfsmittel, um ihre Selbstständigkeit zu erhalten. Eine einfache Aufgabe wie das Bürsten der Haare kann durch eingeschränkte Hand- und Armfunktion zur Herausforderung werden. Hier kommen spezielle Haarbürsten und Greifhilfen ins Spiel, die den Alltag erleichtern können.
Greifhilfen als Armverlängerung
Menschen mit eingeschränkter Funktion in Hand oder Arm nutzen die Greifhilfe in ihrem Alltag. Meist handelt es sich um Greifzangen, die als Verlängerung des eigenen Arms gesehen werden können. Sie sind mit einem Handgriff ausgestattet und übertragen die Bewegung. Einige Modelle sind magnetisch für das Aufheben von metallischen Kleinteilen, z.B. Es gibt auch Greifhilfen mit Unterarmstütze bei schwacher Muskulatur oder kleine Modelle, beispielsweise zum einfachen Halten von Stiften oder einer Haarbürste.
Unterschiedliche Arten von Greifhilfen
Es gibt verschiedene Arten von Greifhilfen, die sich in ihrer Bauweise und Funktionalität unterscheiden:
- Aktive Greifzangen: Bei diesen Modellen muss der Hebel gedrückt werden, um ein Objekt zu greifen. Lässt man den Hebel los, öffnet sich die Zange wieder.
- Passive Greifzangen: Diese Zangen schließen sich automatisch, wenn der Hebel losgelassen wird. Sie bleiben in Griffposition und stehen unter Zug einer Feder. Durch Betätigung des Hebels entspannt sich die Feder, und ein Gegenstand kann gegriffen werden.
- Griffverdickungen: Diese Hilfsmittel werden um Gegenstände wie Stifte, Besteck oder Haarbürsten gelegt, um den Griff zu verdicken und komfortabler zu machen. Sie sind besonders geeignet für Menschen mit eingeschränkter Fingerkraft.
Auswahlkriterien für Greifhilfen
Bei der Auswahl einer Greifhilfe sollten folgende Kriterien berücksichtigt werden:
- Einsatzbereich: Wo soll die Greifhilfe eingesetzt werden? Für das Aufheben von Gegenständen vom Boden, zum Anziehen von Kleidung oder zum Halten von Gegenständen?
- Fingerfertigkeit: Wie gut ist die eigene Fingerfertigkeit? Benötigt man eine aktive oder passive Zange?
- Gewicht: Die Greifhilfe sollte möglichst leicht sein, um die Hand nicht unnötig zu belasten.
- Ergonomie: Der Griff sollte gut in der Hand liegen und ergonomisch geformt sein.
- Material: Die Greifbacken sollten aus rutschfestem Material bestehen, um ein sicheres Greifen zu gewährleisten.
- Zusatzfunktionen: Einige Modelle verfügen über Magneten zum Aufheben von metallischen Gegenständen oder über eine Lichtfunktion für Arbeiten in dunkler Umgebung.
Beispiele für Greifhilfen und ihre Eigenschaften
- Jellas Greifer: Dieser faltbare Greifer ist vielseitig einsetzbar und besonders für Senioren geeignet. Er verfügt über Magnetspitzen, ist abwinkelbar und drehbar. Mit einer Länge von 80 cm erreicht man auch höher gelegene Bereiche. Er kann horizontal oder vertikal eingesetzt werden und hat einen Schuhanzieher. Die stabile Konstruktion ermöglicht das Greifen von Objekten bis zu 1 kg.
- Set aus zwei Müllzangen: Dieses Set aus zwei leichten Aluminiumzangen kann auch von Senioren zum Aufheben von Objekten genutzt werden. Sie sind mit einem ergonomischen Handgriff ausgestattet und können bis zu 1 kg heben. Die strukturierten Griffschalen sorgen für einen besseren Halt. Ein kleiner Magnet an der oberen Schale hilft beim Aufheben von metallischen Sachen.
- Greifhilfe mit Licht: Diese 80 cm lange Greifhilfe mit Magnet und Licht ist besonders für Senioren geeignet. Sie besteht aus Aluminium und Kunststoff und ist daher leicht. Die Backen sind mit rutschfestem Gummi überzogen und der Kopf ist um 90 Grad drehbar. Sie kann Gewichte bis etwa 900 Gramm anheben.
- Griffverdickung von Dr. Arthritis: Dieses Set enthält drei verschiedene Duschmesser, die als Griffverdickung für Utensilien des Alltags und für Besteck eingesetzt werden können. Sie sind aus Schaumstoff und können individuell zugeschnitten werden. Sie sind besonders geeignet für Patienten mit Rheuma, Parkinson oder Arthrose.
EEG, EMG und andere neurologische Untersuchungen
In der Neurologie gibt es verschiedene Untersuchungsmethoden, die bei der Diagnose von Erkrankungen wie Parkinson eingesetzt werden. Dazu gehören:
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- Elektroenzephalographie (EEG): Bei dieser Untersuchung wird die elektrische Aktivität der Hirnoberfläche aufgezeichnet. Sie dient der Diagnose von epileptischen Anfallsleiden, Bewusstseinsstörungen und Störungen der Hirnleistung.
- Elektroneurographie (ENG): Diese Untersuchung dient der Untersuchung peripherer Nerven. Dabei wird der zu untersuchende Nerv an verschiedenen Stellen elektrisch stimuliert. Sie dient u.a. der Diagnosefindung bei Lähmungen und „Nerveneinklemmungen".
- Elektromyographie (EMG): Mittels Elektromyographie wird die elektrische Aktivität im Muskel untersucht.
- Tremoranalyse: Hierunter versteht man eine computergestützte Ableitung mit Oberflächenelektroden vom Unterarm, um die genaue Tremorfrequenz zu ermitteln.
- Doppler- und Duplexsonographie der hirnversorgenden Gefäße: Mittels Dopplersonographie lässt sich der Blutstrom der zum Gehirn führenden Blutgefäße untersuchen.
- Evozierte Potentiale (VEP, AEP, SEP): Diese Untersuchung dient der Beurteilung der Sehbahn bzw. Hörbahn bzw. sensiblen Leitungsbahnen.
- Transkranielle Magnetstimulation (TMS): Mit einer Magnetspule werden die motorischen Zentren im Bereich des Gehirns oder des Rückenmarkes stimuliert.
- Neuropsychologische Tests: Testpsychologische Untersuchungen sind standardisierte Verfahren, die z.B. zur Diagnostik von Gedächtnisstörungen eingesetzt werden.
- Polygraphie (PG): Zur Einteilung des Schweregrades der obstruktiven Schlafapnoe wird die kardiorespiratorische Polygraphie (PG) durchgeführt.
Taktile Wahrnehmung und ihre Bedeutung
Der taktile Sinn, auch Tastsinn oder Berührungssinn genannt, ermöglicht es uns, unsere Umwelt bewusst wahrzunehmen. Er hilft uns, die Beschaffenheit von Gegenständen zu erkennen, Temperaturunterschiede zu spüren und Sicherheit durch Abstützen zu erlangen. Bei Menschen mit Demenz kann die taktile Wahrnehmung beeinträchtigt sein, was zu einer diffusen und unverständlichen Wahrnehmung der Umwelt führen kann.
Unterstützung der taktilen Wahrnehmung
Pflege- und Betreuungskräfte können Menschen mit Demenz in ihrer taktilen Wahrnehmungsfähigkeit unterstützen, indem sie ihnen vielfältige Spürangebote machen. Diese Angebote sollten individuell auf die Person abgestimmt sein und können vertraute Gegenstände, Materialien unterschiedlicher Textur oder auch einfache Handbäder umfassen.
Beispiele für taktile Spürimpulse
- Handbad: Ein warmes Handbad kann die Entspannung fördern und die Beweglichkeit der Finger verbessern.
- Tanz der Hände: Durch rhythmische Bewegungen der Hände, wie Klatschen oder Strecken der Finger, kann die taktile Wahrnehmung angeregt werden.
- Gegenstände ertasten: Vertraute Gegenstände oder Materialien unterschiedlicher Textur können in die Hand gegeben oder zum Ertasten gereicht werden.
- Spürinformationen im Alltag: Im Alltag können Spürinformationen ermöglicht werden, indem z.B. Gegenstände zum Befühlen an Schnüren befestigt werden oder die Person die Möglichkeit hat, in einer Schublade zu kramen.
Finanzielle Unterstützung durch die Krankenkasse
Einige Greifhilfen werden finanziell von der gesetzlichen Krankenversicherung unterstützt, wenn sie im Hilfsmittelverzeichnis gelistet sind und ein entsprechendes Rezept oder eine Verordnung vom Arzt vorliegt. Auch bei der privaten Krankenkasse kann eine Kostenübernahme beantragt werden, wenn dies im Versicherungsvertrag vereinbart wurde.
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