Zahnerkrankungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Kaninchen. Oft werden sie erst spät erkannt, was sich negativ auf das Allgemeinbefinden der Tiere auswirkt und zu Folgeerkrankungen führen kann. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Aspekte von Zahnerkrankungen bei Kaninchen beleuchten, von den Symptomen und Ursachen bis hin zu Diagnose, Behandlung und Prävention.
Einführung
Die Zähne von Kaninchen sind ein wichtiger Bestandteil ihrer Anatomie und Physiologie. Sie sind wurzeloffen und wachsen daher ein Leben lang. Umso wichtiger ist es, dass die Zähne regelmäßig abgenutzt werden, um Überlängen und Fehlstellungen zu vermeiden. Eine falsche Ernährung und andere Faktoren können jedoch zu Zahnerkrankungen führen, die das Wohlbefinden der Kaninchen erheblich beeinträchtigen.
Symptome von Zahnerkrankungen bei Kaninchen
Zahnerkrankungen bei Kaninchen sind oft schwer zu erkennen, da die Symptome vielfältig und nicht immer eindeutig sind. Es ist wichtig, auf subtile Veränderungen im Verhalten und Aussehen des Kaninchens zu achten. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Abmagerung oder Gewichtsabnahme: Eine geringere Nahrungsaufnahme aufgrund von Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Kauen kann zu Gewichtsverlust führen. Achtung! Nicht selten verhungern Kaninchen vor einem vollen Futternapf, weil sie durch Zahnfehlstellungen das Futter kaum aufnehmen können und nur darin herumwühlen, so dass es so wirkt, als wenn sie fressen würden.
- Nasses Kinn, nasse Stellen an den Vorderpfoten oder Sabber: Dies deutet auf vermehrten Speichelfluss hin, der durch Zahnprobleme verursacht werden kann.
- Durchfall oder andere Verdauungsprobleme: Zahnerkrankungen können die Verdauung beeinträchtigen und zu Kotveränderungen führen, wie z.B. unförmiger oder matschiger Kot.
- Zähneknirschen: Dies ist ein Zeichen von Schmerzen oder Unbehagen im Maulbereich.
- Zu lange, abgebrochene oder falsch wachsende Vorderzähne: Bei der Begutachtung der Zähne können Auffälligkeiten festgestellt werden. Die Zähne sollten frontal und seitlich begutachtet werden.
- Verminderte Kotproduktion oder Köttelketten: Eine geringere Nahrungsaufnahme führt zu weniger Kot. Köttelketten, die mit Fasern zusammenhängen (nicht mit Haaren wie im Fellwechsel), können ebenfalls auftreten.
- Verdauungsstörungen: Aufgasungen, Verstopfungen, Magendilatation, Durchfall oder Nahrungsverweigerung können Anzeichen für Zahnerkrankungen sein.
- Geöffneter Mund: Das Kaninchen hält den Mund leicht geöffnet und schließt ihn nicht ganz.
- Selektive Futteraufnahme: Bestimmte Nahrungsmittel werden kaum noch gefressen, insbesondere solche, die abgebissen werden müssen oder härter sind. Oft wird nur noch zerkleinertes oder weiches Futter aufgenommen.
- Verändertes Fressverhalten: Das Kaninchen frisst (scheinbar), kann die Nahrung aber nicht richtig aufnehmen oder kauen. Das Futter fällt wieder aus dem Mund oder wird nicht richtig mit den Zähnen gepackt. Das Kaninchen braucht länger um zu fressen, ist ständig hungrig, wühlt und sucht in der Nahrung.
- Starkes oder einseitiges Kauen: Dies deutet auf Probleme mit den Backenzähnen hin. Eine schiefe Kaufläche ist ein Zeichen für Zahnerkrankungen.
- Erhöhte Flüssigkeitszufuhr: Vermehrtes Trinken kann ein Zeichen für Schmerzen oder Entzündungen im Maulbereich sein.
- Anzeichen bei der Zahnuntersuchung: Kaninchen mit gesunden Zähnen haben im Unterkiefer nur geringfügig längere Zähne. Die Zähne sind weiß, haben Längsrillen und sind richtig gestellt. Beim Gähnen lässt sich mit einem Smartphone schonend der Zahnzustand scheuer Kaninchen festhalten und begutachten.
- Weitere Symptome: Verfilztes, stumpfes Fell, verschmutztes Fell am Kinn, einseitiges Hervortreten der Nickhaut, tränende Augen (durch Zahnwurzelerkrankung), Nasenausfluss (einseitig durch Zahnwurzelerkrankung), Kieferabszess (Knubbel am Hals). Viele Kaninchen mit Zahnwurzelerkrankungen werden fälschlich auf „Kaninchenschnupfen“ behandelt, da der Eiter von der Zahnwurzel in den Tränennasenkanal abläuft.
Ursachen von Zahnerkrankungen bei Kaninchen
Die Hauptursachen für Zahnprobleme bei Kaninchen sind vielfältig, lassen sich aber hauptsächlich auf folgende Faktoren zurückführen:
- Falsche Ernährung: Dies ist die häufigste Ursache für Zahnerkrankungen. Zu wenig Zahnabrieb durch die Verfütterung von Trockenfutter, Brot, zu viel Mais oder Körnern ist ein Hauptproblem. Kaninchen benötigen für einen gesunden Zahnabrieb rund um die Uhr ein hochwertiges Heu und abwechslungsreiches Grünfutter wie z.B. Gras, Löwenzahn, Klee, Zweige mit Blättern, Gemüsegrün, Blattgemüse, Kräuter. Gekauftes Kaninchenfutter und Brot sind völlig ungeeignet für die Ernährung, anderes Energiefutter sollte nur sparsam und nur bei Bedarf eingesetzt werden. Je mehr die Kaninchen kauen, desto besser ist der Zahnabrieb gewährleistet. Zu hartes Futter (Trockenfutter, hartes Brot, überwiegende Fütterung mit festem Gemüse und Obst statt Grünfutter) kann ebenfalls zu Problemen führen.
- Angeborene oder genetisch bedingte Fehlstellungen: Diese können durch die Vermehrung von Kaninchen ohne Genetikkenntnisse entstehen, oft bei Zwergkaninchen zu beobachten (Brachygnathia superior bei kurzköpfigen Kaninchen) bzw. angeborene genetische Komponenten, z.B. Veranlagung von Satin-Kaninchen.
- Traumatisch bedingte Zahnerkrankungen: Gewalteinwirkung, z.B. bei der Anwendung von Maulspreizern, durch das Gitternagen oder bei Stößen gegen die Vorderzähne, wenn die Kaninchen in Panik gegen Wände oder Gegenstände laufen bzw. bei einem Sturz auf die Vorderzähne der bei Zahnkürzungen mit der Zange („Knipsen“).
- Altersbedingte Zahnerkrankungen: Altersbedingte Zahnverschiebungen können zu Problemen führen.
- Metabolische Knochenerkrankungen: Diese können zu Zahnerkrankungen durch Osteoporose, Mineralstoffmängel oder Störungen des Ca:P Stoffwechsels führen, z.B. durch eine kalziumarme Ernährung, Vitamin D Mangel (Denke an Vitamin D bei Innenhaltung! Der Mangel dieses Sonnen-Vitamins ist in Wohnungshaltung eine Hauptursache für Zahnfehlstellungen.), Medikamente, Kastrationen oder Nahrungsverweigerung bzw. schlechter Nährstoffaufnahme bei einer anderen Krankheit.
- Geringere Nahrungsaufnahme durch andere Erkrankungen: Durch die Nahrungsverweigerung wird weniger gekaut und somit die Zähne weniger abgeschliffen, Zahnkrankheiten entstehen.
- Verändertes Kauverhalten: Durch eine Ohrenentzündung (oft z.B. bei Widdern mit unentdeckter Ohrenentzündung).
- Handaufzucht von Kaninchen: Vermutlich auf Grund einer Fehlversorgung mit Mineralstoffen während des Wachstums.
- Aufzucht mit Pellets/Trockenfutter und Heu: Wie es z.B. in vielen Zoohandelzuchten praktiziert wird. In dieser Phase wird die Kopfform und Kaumuskulatur durch die unnatürliche Ernährung verändert, was später zu Zahnerkrankungen führen kann.
Diagnose von Zahnerkrankungen bei Kaninchen
Die Diagnose von Zahnerkrankungen erfordert eine gründliche Untersuchung des Kaninchens durch einen Tierarzt. Die Schneidezähne lassen sich meist mit einem geübten Griff vom Tierarzt einigermaßen in Augenschein nehmen (Farbe, Struktur, Form, Länge…). Wenn die Schneidezähne zu lang oder falsch wachsen, sind so gut wie immer auch die Backenzähne erkrankt. Die Backenzähne hingegen können recht schwer eingesehen werden. Für die erste Untersuchung reicht es aus, mit einem Otoskop oder Wangenspreizer das Maul zu betrachten. Niemals sollte dazu ein Maulspreizer verwendet werden, da dieser den Kiefer brechen oder die Zähne lockern kann, so dass eine Fehlstellung, eitrige Zahnwurzeln (und Kieferabszesse) oder abgebrochene Zähne die Folge sind und das Kaninchen sich durch Abwehrbewegungen sogar schwer die Hinterläufe oder Wirbel verletzen kann.
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Der Tierarzt sollte bei Vorstellung des Kaninchens nach einer ausführlichen Anamnese zunächst dessen Kieferknochen abtasten und anschließend die Maulhöhle gründlich inspizieren. Dabei wird vor allem auf die Stellung und Winkelung der Zähne zueinander geachtet, auf Fehlstellungen, Überlängen oder mögliche Spitzen- oder Kantenbildung. Auch wird der Tierarzt Verletzungen und Entzündungen der Schleimhäute feststellen können.
Bei einer Lockerung eines oder mehrerer Zähne oder wenn der Verdacht besteht, dass der Zahn bereits in den Kieferknochen eingebrochen sein könnte, müssen Röntgenaufnahmen des Kaninchenschädels in 2 Ebenen angefertigt werden. Beim Blick ins Maul sieht der Tierarzt nur einen kleinen Anteil der Zähne, der Hautpteil liegt unter dem Zahnfleisch versteckt und ist nur auf Röntgenbildern oder in einer CT/DVT sichtbar. Für die Behandlung von Zahnerkrankungen ist der Haustierarzt in der Regel nicht ausgebildet, es braucht einen speziellen Tierzahnarzt. Kaninchenkundige Tierärzte finden.
Behandlung von Zahnerkrankungen bei Kaninchen
Die Behandlung von Zahnerkrankungen hängt von der Art und Schwere der Erkrankung ab. Zu den gängigen Behandlungen gehören:
- Zahnkorrektur: Ein Kürzen der Schneidezähne sollte ausschließlich mit einer sogenannten Trennscheibe erfolgen. Auf gar keinen Fall darf der Tierarzt mit einem Knipser, einer Zange oder sonstigen anderen Geräten an den Schneidezähnen arbeiten. Daher sollte ein „mal eben schnell die Zähne kürzen“ beim Tierarzt für den verantwortungsbewussten Tierbesitzer ein Alarmsignal sein und in keinem Falle zugelassen werden. Sprechen Sie vor einem Eingriff genau mit Ihrem Tierarzt ab, welche Korrektur er vornehmen möchte bzw. Bei einer Korrektur der Zähne sind die geraden Flächen und richtigen Winkel sehr entscheidend, was sich jedoch nicht mit einer Zange, sondern nur durch ein sauberes Trennen und Schleifen erreichen lässt. Daher führen viele Tierärzte oder Kliniken eine solche „Zahnsanierung“ nur in Narkose durch, damit alle Zähne gut und sauber korrigiert werden können. Auch sind die Backenzähne besser mit den jeweiligen Geräten zu erreichen und gut zu inspizieren, wenn das Tier sich dabei ruhig verhält und wenig oder gar nicht bewegt. Prinzipiell muss dies jedoch immer individuell von Tier zu Tier entschieden werden. Gerade bei solchen Kaninchen, welche sehr häufig mit Zahnproblemen zum Tierarzt müssen, sollte das Für und Wider einer Zahnsanierung gut abgewogen werden. So wird der Tierarzt das Kaninchen ungern alle paar Wochen in Narkose legen oder auch bei kreislaufinstabilen oder älteren Tieren eher eine Zahnbehandlung ohne Narkose durchführen, was in solchem Fall und bei vorsichtigem Vorgehen durchaus zu vertreten ist.
- Zahnextraktion: Lockere Zähne müssen während der Zahnbehandlung in Anästhesie extrahiert werden.
- Abszessbehandlung: Bereits vorhandene zusätzliche Kieferabszesse sollten mit einem dafür geeigneten Antibiotikum sowie Schmerzmitteln behandelt werden.
- Schmerzlinderung: Schmerzmittel können helfen, die Schmerzen zu lindern und die Futteraufnahme zu verbessern.
Prävention von Zahnerkrankungen bei Kaninchen
Die beste Vorbeugung gegen Zahnerkrankungen ist eine artgerechte Ernährung und Haltung. Hier sind einige Tipps zur Prävention:
- Artgerechte Ernährung: Die Zähne eines Kaninchens sind darauf ausgelegt, strukturreiche und rohfaserreiche Kost wie Heu, Gräser, Kräuter und Blätter zu zerkauen. Die regelmäßige Abnutzung der Zähne steht wie anfangs erwähnt in einem Gleichgewicht zum dauerhaften Zahnwachstum. Wird dieses Gleichgewicht durch falsches Futter (Trockenfutter, Trockenobst, Pellets, etc.), welches nicht lange und ausreichend genug gekaut wird, gestört, werden die Zähne nicht ausreichend abgenutzt. Hartes Brot oder Knabberstangen aus dem Handel dienen nicht dem Zahnabrieb und gehören keineswegs auf den Speiseplan des Kaninchens. Ebenso hat neben herkömmlichem Trockenfutter auch getreidefreies Futter nichts im Napf des Kaninchens verloren, da das darin enthaltene Trockenobst/gemüse sowie die Form des Futters zu Pellets gepresst keinen genügenden Zahnabrieb gewährleistet, die Tiere schnell satt sind und folglich weniger strukturiertes, rohfaserreiches Futter wie Heu aufgenommen wird. Das Heu selbst sollte lange und verschiedene Halme enthalten, frischen Heuduft sowie grüne Farbe und keinen muffigen Geruch oder eine graue Verfärbung aufweisen. Heu aus dem Zoofachgeschäft ist daher oft nicht geeignet zur guten Abnutzung der Kaninchenzähne.
- Regelmäßige Zahnkontrollen: Das Fressverhalten der Tiere sollte immer aufmerksam beobachtet werden. Gerade bei erblich bedingten Zahnfehlstellungen sind häufige Kontrolluntersuchungen notwendig.
- Geeignetes Nagematerial: Zur Abnutzung der Schneidezähne eignen sich gut frische, ungespritzte Zweige von Obstbäumen, Buchen, Weiden oder Haselnuss.
- Vermeidung von Übergewicht: Übergewicht kann zu einer falschen Belastung der Zähne führen.
Zahnabrieb unterstützen
Kaninchen mit Zahnerkrankungen kann man durch eine Ernährungsanpassung unterstützen. So kann der Abstand zwischen den Zahnbehandlungen teils drastisch verlängert oder eine regelmäßige Behandlung sogar überflüssig werden. Dabei kommt es aber darauf an, welche Zahnerkrankung vorliegt. Zunächst sollten die Zähne geröngt und professionell in Narkose nach den Referenzlinien geschliffen werden. Durch eine hochwertige Behandlung werden die Zähne im Idealfall in ihre Normalfunktion zurückversetzt, so dass anschließend der Zahnabrieb wieder besser funktioniert. Wichtig ist, dass die Ursache der Zahnerkrankung gefunden und behandelt wird.
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So unterstützt du den Abrieb der Zähne:
- Grünfutter aus der Natur unterstützt ideal den Zahnabrieb.
- Bitte beachte unbedingt die allgemeinen Ernährungsinfos!
- Der Zahnabrieb wird am besten durch blättriges, frisches Futter, das gerne gefressen wird, energiearm, langfaserig/strukturiert, und ständig verfügbar ist, gewährleistet. Ein hoher Gehalt an Kieselsäure unterstützt diesen Effekt.
- Reine Wiesenfütterung: Ideal geeignet sind frische Wiesenkräuter und -gräser, da sie in großen Mengen gefressen, lange gekaut und kieselsäurereich sind. Sie haben gegenüber Heu den Vorteil, dass wesentlich größere Mengen gefressen werden (da sie zu 80% aus Wasser bestehen) und weniger schnell sättigen. Viele Halter machen die Erfahrung, dass ihre Zahnkaninchen im Sommer bei reiner Wiesenfütterung dreimal so lange Abstände zwischen den Zahnkorrekturen haben, als im Winter.
- Ersatzweise Blattgemüse: Gemüse ist vergleichsweise kieselsäurearm und weniger faserig, deshalb ist frische Wiese grundsätzlich vorzuziehen. Im Winter kann man auf Blattgemüse (Bittersalate, Kohl, Stangensellerie, Spinat, Löwenzahnsalat…) und Gemüsegrün (Karottengrün, Kohlrabiblätter, Blumenkohlblätter, Selleriegrün, …) ausweichen. Am besten schneidet man Blätter in Streifen. Knollengemüse dient kaum den Zahnabrieb und sollte nur äußerst wenig gegeben werden.
- Frische Küchenkräuter sind ideal für den Zahnabrieb geeignet.
- Kieselsäure nutzen! Viele Pflanzen enthalten in ihren Stängeln Kieselsäure, diese verleiht den Pflanzen zusätzlich Stabilität. Als besonders siliziumhaltige Pflanzen sind Ackerschachtelhalm (Zinnkraut), Bambus, Breitwegerich, Brennnessel, Hohlzahn, Knöterich, Lungenkraut, Sauergräser, Spitzwegerich, Süßgräser und viele weitere bekannt. Einige Halter haben gute Erfahrungen mit der Zufütterung von Ackerschachtelhalm gemacht. Da er giftige Doppelgänger hat (andere Schachtelhalme), sollte er allerdings sicher bestimmt werden. Es gibt ihn auch getrocknet zu kaufen. Gebe nur geringe Mengen, sonst kann es zu einem Vitamin B1 Mangel kommen, welcher Krämpfe und Lähmungen hervorrufen kann. Aber Achtung: Bei der Trocknung geht etwas Kieselsäure verloren. Gartenbambus lässt sich hervorragend im Topf z.B. auf dem Balkon pflegen und ist auch im Winter grün!
- Erde ist siliziumreich: Wer das Grünfutter mit einer Blumensprüher anfeuchtet und dann ganz leicht mit Heilerde pudert, kann den Zahnabrieb verstärken. Gerade Innenkaninchen nehmen oftmals kaum Erde auf. Auch bepflanzte Schalen oder Käfigwannen können eine Erdquelle darstellen.
- Achtung vor Trockenfutter: Verwende kein Trockenfutter, keine handelsüblichen Leckerlis, kein hartes Brot oder Getreideflocken. Diese Produkte sind auch für gesunde Kaninchen ungeeignet, bei Zahnerkrankungen können sie jedoch das Problem massiv verstärken! Informiere dich zur gesunden Ernährung. Als Leckerli eignet sich ein Stück Obst oder frische Kräuter.
- Erde am Grünfutter verursacht einen natürlichen Schmirgeleffekt an den Zähnen.
- Erde und stark kieselsäurehaltige Pflanzen bitte immer nur in Maßen geben, denn bei einem zu großen Anteil können die Zähne übermäßig abgenutzt und sogar geschädigt werden.
- Käfigwanne mit Bepflanzung auf dem Balkon als natürliche Quelle für Erde.
- Achtung bei Kaninchen mit starken Zahnfehlstellungen: Evtl. kann Ihr Kaninchen die Nahrung nicht mehr ausreichend zerkleinern, dann helfen diese Infos (unten auf der Seite): Fütterung kranker Kaninchen
Haben Hasenzähne Nerven?
Ja, Hasenzähne haben Nerven. Die Zahnpulpa, das Innere des Zahns, enthält Nervenfasern und Blutgefäße. Wenn die Zahnpulpa durch Karies, Frakturen oder andere Schäden gereizt oder entzündet wird (Pulpitis), kann dies zu Schmerzen und Unbehagen führen. Die Krafteinwirkung mit einer Zange beim Kürzen zu langer Schneidezähne kann sehr schmerzhaft für das Kaninchen sein, da die Zahnpulpa von vielen Nervenfasern und Blutgefäßen durchzogen ist und ebenfalls mit in die Länge wächst, wenn der Schneidezahn zu lang ist.
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