Filme können uns Einblicke in verschiedene Lebensrealitäten ermöglichen. Im Kontext von Demenz können Spielfilme die Erfahrungen von Betroffenen und Angehörigen auf emotionaler Ebene verständlich machen, während Dokumentationen aus der Perspektive der Erkrankten ein vertieftes Verständnis schaffen. Sie sensibilisieren für die Thematik und helfen Angehörigen, sich mit ihren Ängsten, Nöten und Problemen nicht allein zu fühlen. Im Laufe des Films werden die Fragen nach Selbstbestimmung und Verantwortung, für sich selbst und für andere, immer dringlicher. Was dürfen, sollen und müssen wir für einen Menschen, den wir lieben, tun? Was können wir einem solchen Menschen zumuten?
Spielfilme: Emotionale Einblicke in die Welt der Demenz
Spielfilme bieten oft eine narrative Auseinandersetzung mit Demenz, die es dem Publikum ermöglicht, sich in die Charaktere und ihre Lebensumstände hineinzuversetzen. Sie können die emotionalen Herausforderungen, denen sich Betroffene und ihre Familien stellen müssen, auf berührende Weise darstellen.
Memory (2023): Die New Yorkerin Sylvia und der Eigenbrötler Saul sind durch die Erinnerung miteinander verbunden. Sylvia versucht, ihre schmerzliche Vergangenheit zu vergessen, während Saul mit dem beginnenden Verlust seines Gedächtnisses kämpft. Trotz aller Widrigkeiten finden sie zueinander. Der Film thematisiert Demenz, Erinnerung, Krankheit, Liebe und sexuellen Missbrauch.
The Father (2020): Ein 80-jähriger Mann weigert sich, seine Wohnung in London zu verlassen oder eine Pflegekraft einzustellen, obwohl er an Demenz leidet und zunehmend verwirrt ist. Er wohnt bereits bei seiner Tochter und ihrem Mann und ist dringend auf die Hilfe einer Krankenschwester angewiesen. Das packende Drama um Demenz und Identitätsverlust wird konsequent aus der Sicht der Titelfigur erzählt.
Honig im Kopf: Erzählt die Geschichte einer Reise, die der demenzkranke Großvater mit seiner Enkeltochter unternimmt - und dabei geht einiges schief.
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Still Alice - Mein Leben ohne Gestern: Julianne Moore erhielt für ihre Darstellung der an Alzheimer erkrankten Linguistin Alice Howland den Oscar als beste Hauptdarstellerin.
Vergiss dein Ende: Die Geschichte von Hannelore, die ihren Mann Hans seit 4 Jahren pflegt, mit dem sie seit 40 Jahren verheiratet ist, der sie aber aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr erkennt. Das Besondere ist die realistische, schonungslose Darstellung der Krankheit und der damit einhergehenden Belastung.
Robot & Frank: Der ehemalige Juwelendieb Frank ist an Demenz erkrankt und bekommt Robot, einen Pflegeroboter, der darauf programmiert ist, Franks Lebenslust zu steigern und ihm im Alltag zur Hand zu gehen. Gemeinsam erleben Robot und Frank ein großes Abenteuer.
Win Win: Mike Flaherty erwirkt die Vormundschaft des dementen Leo Poplar, um das monatliche Pflegegeld einzustreichen. Als Leos Enkel Kyle auftaucht, der ein begnadeter Ringer ist, scheint sich die Situation zum Guten zu wenden, bis Kyles Mutter die Vormundschaft zurückfordert.
Eines Tages…: Der Spielfilm erzählt in drei Episoden von Menschen mit Demenz in unterschiedlichen Krankheitsstadien. Im Mittelpunkt stehen die Themen Irritation, Angst, Verdrängung, Konflikte innerhalb der Familie und die Notwendigkeit, Verantwortung abzugeben.
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Das Haus meines Vaters: Eine Familie nimmt den an Alzheimer erkrankten Vater bei sich auf, doch die Situation eskaliert, als sich sein Zustand verschlechtert und er sich nicht helfen lassen will.
Reise in die Dunkelheit: Der Fernsehfilm beschreibt das Schicksal eines Ehepaares, das mit der Alzheimer-Krankheit konfrontiert wird.
Die Auslöschung: Judith lernt den Kunsthistoriker Ernst kennen und lieben. Ein gefühlvolles Familiendrama mit hintergründigem Humor.
Zwei Zucker: Anton ist an Demenz erkrankt, sein Sohn Paul versucht, ihn in einem Altersheim unterzubringen, doch Klara glaubt, sich ganz allein um ihren kranken Mann kümmern zu können.
Claire: Claire leidet an Gedächtnisschwäche und verliebt sich in Philippe, der sein Gedächtnis durch einen Schock verloren hat. Während Philippe sich langsam wieder erinnert, verliert Claire sich immer mehr in ihrer Krankheit.
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Ten Minutes Older: In einem kleinen Dorf am Schwarzen Meer verschwindet eine alte Frau spurlos. Ihre drei erwachsenen Kinder reisen an, um sie zu suchen und festzustellen, dass sie an Alzheimer erkrankt ist.
Oma Stine: Romy bemerkt, dass mit ihrer Oma etwas nicht stimmt, und versucht, ihr zu helfen. Als Oma Stine in ein Pflegeheim kommt, schmiedet Romy einen Plan, um sie aufzumuntern.
Iris: Der Film erzählt die Geschichte der Liebe zwischen der Schriftstellerin Iris Murdoch und ihrem Ehemann John Bayley, während Iris an Alzheimer erkrankt.
Away from Her: Seit 50 Jahren sind Fiona und Grant verheiratet. Fiona leidet an Alzheimer und zieht in ein Pflegeheim, wo sie ihren Mann nicht mehr erkennt und sich einem anderen Bewohner zuwendet.
Coco: Eine Filmdokumentation über die sieben Demenz-Jahre der eigenen Mutter.
NICHT SCHON WIEDER RUDI!: Eine Filmdokumentation über die sieben Demenz-Jahre der eigenen Mutter.
Dokumentarfilme: Authentische Einblicke in das Leben mit Demenz
Dokumentarfilme bieten einen direkten und unverfälschten Einblick in das Leben von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Sie zeigen die Herausforderungen, aber auch die positiven Aspekte und die Menschlichkeit, die trotz der Krankheit bestehen bleiben.
Vergiss mein nicht: David Sieveking begleitet seine an Alzheimer erkrankte Mutter mit der Kamera und zeigt die Schwierigkeiten und Herausforderungen, mit denen sie und ihre Familie konfrontiert sind.
Dorf des Vergessens: Die ZDF-Sendung 37° begleitet die Bewohner des ersten "Demenzdorfes" Tönebon, das Demenzkranken ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen soll.
Die Frau im Spiegel: Der Film zeigt Wege auf, wie man als junger Mensch mit Demenzkranken respektvoll umgehen und Zugang zu ihrer fremden Welt finden kann.
Opa und Enkelin auf dem Fluss: Carmen beschließt ihre 86-jährige Großmutter, die an Demenz erkrankt ist, mit auf eine Kanutour zu nehmen.
Kurzfilme: Prägnante Perspektiven auf Demenz
Kurzfilme können in kurzer Zeit eine eindringliche und berührende Geschichte über Demenz erzählen. Sie konzentrieren sich oft auf einen bestimmten Aspekt der Krankheit oder eine bestimmte Beziehung zwischen den Charakteren.
Bitte nicht reanimieren!: Theo hat Demenz und will selbstbestimmt sterben, doch das Leben scheint dennoch lebenswert zu sein. Der Kurzfilm lässt die Zuschauer*innen erspüren, wie es sich anfühlen mag, mit Demenz zu leben.
Walther: Walther, ein älterer Herr im Altersheim, lernt Margarethe kennen, die ebenfalls dort lebt. Sie verbringen einen wunderschönen Tag im Planetarium, doch am nächsten Tag erinnert sich Walther nicht mehr daran.
Emily: Eine ältere Dame erinnert sich an vergangene Momente aus ihrem Leben, während ihre Tochter ihre Sachen für den Umzug packt.
Karla: Eine Zweitklässlerin versucht mit Fantasie und Einfühlungsvermögen, die geheimnisvolle Welt ihrer an Demenz erkrankten Oma zu verstehen.
Weitere Aspekte in Filmen über Demenz
Pflegende Angehörige: Viele Filme thematisieren die Belastung und die Herausforderungen, denen sich pflegende Angehörige stellen müssen. Sie zeigen die emotionalen, physischen und finanziellen Belastungen, aber auch die Liebe und Hingabe, die sie ihren erkrankten Angehörigen entgegenbringen.
Selbstbestimmung: Die Frage nach der Selbstbestimmung von Menschen mit Demenz ist ein wichtiges Thema in vielen Filmen. Sie zeigen, wie wichtig es ist, die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen zu respektieren und ihnen so viel Autonomie wie möglich zu erhalten.
Humor: Trotz der Schwere des Themas gibt es auch Filme, die mit Humor an Demenz herangehen. Sie zeigen, dass es auch in schwierigen Situationen möglich ist, zu lachen und die Freude am Leben zu bewahren.
Streaming- und Downloadmöglichkeiten
Viele der genannten Filme sind auf Streaming-Plattformen oder als Download verfügbar. Dies ermöglicht es Interessierten, sich bequem und einfach über das Thema Demenz zu informieren und sich mit den verschiedenen Perspektiven auseinanderzusetzen.
Die "Woche der Demenz" und der Welt-Alzheimertag
Vom 19. bis 28. September findet die bundesweite „Woche der Demenz“ statt. Eingebettet in diese Zeit ist der Welt-Alzheimertag am 21. September, der bereits seit 1994 in aller Welt mit vielfältigen Aktionen begangen wird. Diese Veranstaltungen bieten eine Plattform, um auf das Thema Demenz aufmerksam zu machen, Betroffene und Angehörige zu unterstützen und die Forschung voranzutreiben.