Cartoon-Alzheimer: Wenn Comicfiguren das Gedächtnis verlieren

Die Welt der Cartoons ist voller skurriler Charaktere und absurder Situationen. Doch was passiert, wenn diese Figuren, die wir für ihre oft übertriebenen Persönlichkeiten lieben, anfangen, ihr Gedächtnis zu verlieren? Dieses Phänomen, das man als "Cartoon-Alzheimer" bezeichnen könnte, ist ein faszinierendes und oft humorvolles Stilmittel, das in verschiedenen Medien eingesetzt wird.

Das Vergessen als Komödiantisches Element

In der Farce „Es brennt Reis“ von Pia Hierzegger und Kay Neumann werden drei Schwestern auf einer hochgebirgigen Almhütte zusammengeführt. Zwei der "Schwestern" sind wirklich welche, die dritte, nicht leibliche, ist immerhin Schwester im Geiste. Seelenverwandt sind die drei - trotzdem so unterschiedlich wie die Elemente Wasserstoff und Uran. Alle Damen verfügen über die gleiche Grundausstattung: ausreichend Gepäck, genügend Wein (Merlot), bequeme Hausanzüge (blau, türkis, fliederfarben), in denen sie aussehen wie Teletubbies. Marianne alias Antje Hochholdinger, die Verheulteste, Verschminkteste, Verquollenste, wartet mit dem Handy vor der Brust auf Dieters SMS- oder Whats-App-Botschaften.

Wie alte Mädchen regredieren die drei Frauen in die unreifen Aktions- und Reaktionsweisen von Backfischen. Mithin können sie nicht verhindern, das Waterloo ihrer sozialen Intelligenz zu erleiden. Hochholdinger, Leinweber und Stange, jede auf ihre Art wunderbar typisch und zugleich beherzt anders als die je anderen, entfalten mit zunehmender Spieldichte und unvorhersehbarem Spielwitz reihenweise Situationen, in denen sich gewiss nicht wenige Beobachter bis zur Selbst- und Fremdscham wiedererkennen. Die finale Enttäuschung, mit der die drei schließlich in eine regenfrei aufgeklarte Morgenfrühe blicken, macht sich auch im glänzend amüsierten Auditorium breit: „Scheiße, wir sind verschont geblieben.“ Zumindest von der Flut. Am Ende reiht Laborleiter Neumann die drei Versuchskarnickelinnen wieder vor dem Käfig auf, wo sie selig lächeln ganz wie am Beginn. Sie freuen sich aufs nächste Mal. Zwar sehen sie nicht aus wie Freundinnen, trotzdem sind sie so was in der Art.

Ein weiteres Beispiel ist die Comic-Biografie "Edgar P. Jacobs - Träume und Apokalypsen" von François Rivière und Philippe Wurm. Edgar Pierre Jacobs (1904-1987) hatte zunächst eine Gesangskarriere im Sinn, bevor er bei Hergé Aufgaben für "Tim und Struppi" übernahm. 1946 begann er für die Zeitschrift Tintin eine eigene Geschichte zu zeichnen: "Der Kampf um die Welt". Die zeichnerische Qualität und die Detailfreude brachten den Erfolg. Danach ging es 1950 mit der vorbildlich recherchierten Erzählung "Das Geheimnis der großen Pyramide" weiter. Dem folgte 1953/54 "Das gelbe M", dessen Titelbild zu einem Markenzeichen für den frankobelgischen Comic der Ligne claire wurde.

Ursachen und Auswirkungen von "Cartoon-Alzheimer"

Die Ursachen für "Cartoon-Alzheimer" können vielfältig sein. Manchmal ist es einfach ein Gag, um eine Geschichte voranzutreiben oder eine lustige Situation zu erzeugen. In anderen Fällen kann es aber auch eine subtile Kritik an gesellschaftlichen Zuständen sein, beispielsweise an der Schnelllebigkeit unserer Zeit oder der Vergesslichkeit der Geschichte.

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Die Auswirkungen von "Cartoon-Alzheimer" auf die Charaktere und die Handlung können ebenfalls unterschiedlich sein. Manchmal führt es zu urkomischen Missverständnissen und Verwechslungen, die das Publikum zum Lachen bringen. In anderen Fällen kann es aber auch zu tragischen oder sogar gefährlichen Situationen führen, wenn die Charaktere wichtige Informationen vergessen oder falsche Entscheidungen treffen.

Beispiele für "Cartoon-Alzheimer" in verschiedenen Medien

"Cartoon-Alzheimer" ist ein Phänomen, das in verschiedenen Medien anzutreffen ist. Hier sind einige Beispiele:

  • Comics: In der Comic-Serie "Hagar der Schreckliche" vergisst die Hauptfigur oft wichtige Details oder verwechselt Personen, was zu urkomischen Situationen führt.
  • Filme: In dem Film "Findet Nemo" leidet die Fischdame Dorie an Kurzzeitgedächtnisverlust, was zu zahlreichen Verwicklungen und lustigen Momenten führt.
  • Fernsehserien: In der Zeichentrickserie "Die Simpsons" vergisst Homer Simpson oft wichtige Dinge oder trifft dumme Entscheidungen, was zu chaotischen Situationen führt.
  • Theaterstücke: In dem Theaterstück „Es brennt Reis“ vergessen die drei Schwestern immer wieder, warum sie eigentlich in der Almhütte sind, was zu komischen Verwicklungen führt.

"Cartoon-Alzheimer" als Spiegel der Gesellschaft

"Cartoon-Alzheimer" kann auch als Spiegel der Gesellschaft betrachtet werden. Es kann uns aufzeigen, wie schnelllebig unsere Zeit geworden ist und wie leicht wir wichtige Dinge vergessen. Es kann uns aber auch dazu anregen, über unsere eigene Vergesslichkeit und unsere eigenen Fehler zu lachen.

In der heutigen Zeit, in der wir mit Informationen überflutet werden, ist es nicht verwunderlich, dass wir manchmal den Überblick verlieren oder wichtige Dinge vergessen. "Cartoon-Alzheimer" kann uns daran erinnern, dass es menschlich ist, Fehler zu machen, und dass wir uns nicht zu ernst nehmen sollten.

Die Bedeutung von Erinnerung und Gedächtnis

Trotz des humorvollen Aspekts von "Cartoon-Alzheimer" sollten wir nicht vergessen, wie wichtig Erinnerung und Gedächtnis für unsere Identität und unser Leben sind. Unsere Erinnerungen machen uns zu dem, was wir sind, und sie helfen uns, aus unseren Fehlern zu lernen und bessere Entscheidungen zu treffen.

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Wenn wir unsere Erinnerungen verlieren, verlieren wir auch einen Teil unserer Identität. Deshalb ist es wichtig, unsere Erinnerungen zu pflegen und zu bewahren, sei es durch das Schreiben von Tagebüchern, das Erzählen von Geschichten oder das Betrachten von Fotos.

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