Handspiele zur Beruhigung der Nerven: Stress abbauen und Entspannung finden

Stress ist ein allgegenwärtiger Begleiter im modernen Leben. Ob durch Arbeit, Haushalt, Kinder oder Termine - Stress kann sich negativ auf unser psychisches Wohlbefinden und unsere Lebensqualität auswirken. Glücklicherweise gibt es verschiedene Methoden, um Stress abzubauen und die Nerven zu beruhigen. In diesem Artikel werden wir uns mit zwei wirksamen Handspielen beschäftigen: dem Einsatz von Stressbällen und der Akupressur.

Stressbälle: Ein einfacher Weg zur Stressbewältigung

Ein Anti-Stress-Ball, auch bekannt als Stressball, Wutball oder Handtherapieball, ist ein kleiner, handlicher Gegenstand, der aus Gummi, PU-Schaum oder einem ähnlichen Material besteht. Er eignet sich sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und wird oft als Hilfsmittel zur Stressbewältigung, Entspannung und zur Stärkung der Handmuskulatur verwendet. Die weiche bis leicht federnde Konsistenz des Balls passt gut in die Handfläche.

Wie funktionieren Stressbälle?

Menschen nutzen den Anti-Stress-Ball, indem sie ihn in Stress-Situationen in der Hand drücken, kneten oder quetschen. Das wiederholte Drücken und Entspannen kann dazu beitragen, Spannungen abzubauen und Stress zu reduzieren. Es wird angenommen, dass diese Bewegungen eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem haben und dazu beitragen können, Anspannungen zu lindern. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Anti-Stress-Bälle zwar hilfreich sein können, um vorübergehende Spannungen zu reduzieren, aber keine langfristige Lösung für ernsthafte Stressprobleme oder psychische Gesundheitsprobleme darstellen.

Stressball selber basteln

Es gibt zwar Stressbälle zu kaufen, aber man kann einen solchen Ball auch sehr einfach selbst basteln. Das macht nicht nur Kindern Spaß, sondern ist zudem eine einfache und kreative Möglichkeit, Stress abzubauen.

Materialien:

  • Luftballons in der Farbe der Wahl
  • Füllmaterial (z.B. Reis, Mehl, Sand, getrocknete Hülsenfrüchte, kleine Kieselsteinchen oder Kugeln)
  • Trichter

Anleitung:

  1. Befestigen Sie den Trichter an der Öffnung des Ballons.
  2. Schütten Sie das Füllmaterial langsam in den Trichter. Je nachdem, wie fest der Anti-Stress-Ball werden soll, kann man dabei die Menge variieren. Ganz voll soll der Ballon aber nicht werden, damit genügend Platz zum Knoten bleibt.
  3. Entfernen Sie vorsichtig den Trichter vom Ballon und drücken Sie diesen leicht, um überschüssige Luft herauszulassen und das Füllmaterial zu verteilen.
  4. Verknoten Sie den Luftballon sorgfältig, um sicherzustellen, dass das Füllmaterial nicht ausläuft. Schneiden Sie überflüssiges Material oberhalb der Knoten mit einer Schere ab.
  5. Um die Lebenszeit des Stressballs zu verlängern, können Sie einen zweiten Luftballon über den ersten stülpen.
  6. Wenn der Stressball für ein Kind als Spielzeug dienen soll, kann man diesen natürlich auch noch verzieren - am besten mit einem wasserfesten Stift. Für eine individualisierte Geschenk-Idee kann man den Ball mit einem Namensschriftzug oder einem lachenden Gesicht dekorieren.

Es ist normal, wenn der selbstgemachte Anti-Stress-Ball im Laufe der Zeit an Festigkeit verliert, da Luftballons im Laufe der Zeit Luft verlieren und ausleiern können, wenn sie mit den Fingern gedrückt und geknetet werden.

Lesen Sie auch: Diagnose von Schmerzen an der Außenseite des Knies

Akupressur: Beruhigung durch Druckpunktstimulation

Angst, Wut und Hilflosigkeit haben einen enormen Einfluss auf unser psychisches Wohlbefinden und damit unsere Lebensqualität. Zwischen den Händen und dem Gehirn gibt es Nervenverbindungen. Die Stimulation bestimmter Druckpunkte an den Händen aktiviert außerdem bestimmte Hirnareale. Die Akupressur ist eine fernöstliche Technik, welche sich auch innerhalb von Europa wachsender Beliebtheit erfreut. Mit dem Konzept lassen sich nämlich durch sanfte Druckpunktstimulationen verschiedenste körperliche und seelische Dysbalancen lindern.

Was ist Akupressur?

Akupressur leitet sich vom lateinischen Verb „premere“ ab, was „drücken“ bedeutet. Akupressur ist ein therapeutisches Verfahren der alternativen Medizin, das mittels Druck auf bestimmte Punkte des Körpers (sogenannte Akupunkturpunkte, Energiepunkte oder Triggerpunkte) zur Linderung von körperlichen Schmerzen und psychischen Beschwerden beitragen kann. Akupressur an den Händen ist auch als „Handmassage“ bekannt.

Wie funktioniert Akupressur?

Die Wirkung der Akupressur auf die Psyche und den Körper ist vielfältig. Akupressurpunkte sind mit dem Nervensystem, insbesondere dem Vagusnerv, verbunden. Der Vagusnerv ist Teils des Parasympaticus, welcher wiederum einen Teil des vegetativen Nervensystems ausmacht. Der Vagusnerv ist für die Entspannungsreaktion im Körper zuständig. Akupressur beruhigt das vegetative Nervensystem und löst eine Entspannungsreaktion im Körper aus. Somit kann Akupressur als Stresstherapie bezeichnet werden.

Akupressurpunkte zur Beruhigung

Hand-Akupressurpunkte gibt es viele. Hier sind einige Beispiele:

  • PALMTHERAPY®-Akupressurpunkt: Fahre mit dem Zeigefinger von der senkrechten Mitte deines Ringfingers (der anderen Hand) in gerade Linie nach unten, bis du auf die oberste der 3 Hauptlinien deiner Hand triffst (das ist die Herzlinie). Drücke den Akupressurpunkt mehrmals für etwa 10 Sekunden, wenn du dich das nächste Mal gestresst fühlst.
  • Notfallpunkt: Wenn du mit Akupressur Nerven beruhigen willst, ist dieser Punkt die richtige Wahl.
  • Akupressurpunkt am Handgelenk: Bei Angst kannst du neben dem Notfallpunkt auch einen Akupressurpunkt am Handgelenk drücken. Er liegt etwa zwei Daumenbreit unter dem unteren Ende der Handfläche.
  • Energiepunkt an der äußeren Seite des Handgelenks: Bei Schlafstörungen kannst du einen Energiepunkt an der äußeren Seite des Handgelenks massieren. Du findest die Stelle, indem du vom kleinen Finger mit dem Daumen oder Zeigefinger der anderen Hand in gerader Linie nach unten streichst, bis du am Handgelenk auf eine Mulde zwischen zwei kleinen Knochen stößt.

Akupressur-Selbstbehandlung mit PALMTHERAPY®

Grundsätzlich ist die Akupressur-Selbstbehandlung kein Problem. Es gibt zum Beispiel viele Bücher über Akupressur zur Beruhigung zum Selbermachen, sodass du lernst, welche Druckpunkte im Körper Entspannung bewirken. Wenn du dich mit PALMTHERAPY® professionell behandeln lassen möchtest, solltest du dich deshalb an einen zertifizierten PALMTHERAPY®-Practitioner wenden, um die optimalen Ergebnisse zu erzielen. Er oder sie kann dich auch darin unterweisen, mit welchen Übungen an genau welchen Druckpunkten der Hand du dein individuelles Problem schnellstmöglich lösen kannst.

Lesen Sie auch: Nurvet Kautabletten Nerven: Die Inhaltsstoffe und ihre Wirkung.

Akupressur bei Babys und Tieren

Gerade bei Babys und Kindern ist die Akupressur bzw. PALMTHERAPY® eine sanfte, aber wirksame Methode zur Entspannung. Bekannt (aber nicht wissenschaftlich überprüft) ist die Anwendung von Akupressur zur Beruhigung von Pferden, Hunden und sogar Katzen.

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM)

Die Akupressur geht auf das TCM-Konzept zurück, welches seit mehr als 5000 Jahren innerhalb der fernöstlichen Weisheiten erfolgreich praktiziert wird. Mit wenigen Handgriffen ohne großen Schwierigkeitsaufwand soll die Akupressur der Hand dazu beitragen, den Energiefluss innerhalb des Organismus (QI) zu aktivieren oder eine Harmonisierung zu begünstigen. Die traditionelle chinesische Medizin nimmt dafür an, dass sich die Energie in unserem Körper über die unterschiedlichen Leitbahnen verteilt. Dafür besitzen wir rund 12 Meridiane, die spiegelbildlich zu beiden Körperseiten in Längsrichtung verlaufen und je ein bestimmtes Organ oder auch eine Organgruppe durchfließen. Jene sind miteinander fest verbunden. Auf diesen Leitbahnen zeigen sich circa 350 unterschiedliche Akupressurpunkte, welche durch einen sanften Druck positiv beeinflussbar sind. Das bedeutet, wer einen der Punkte mittels Massagen und Druckpunktstimulationen anregt, sorgt für eine Weiterleitung der Energie über die Leitbahnen an die jeweiligen Organe/Organgruppen in einem bestimmten Körperbereich. Dadurch können Beschwerden gelindert und das ganzheitliche Wohlbefinden positiv unterstützt werden.

Wie man Akupressurpunkte findet und stimuliert

Die Akupressurpunkte im Handbereich befinden sich unmittelbar unter der Oberfläche der Haut. Du kannst sie leicht ertasten, insofern sich dort eine Blockade eingestellt hat, weil sie dann etwas verhärtet sind. Die verhärteten Akupressurpunkte lassen sich leicht erkennen, denn sie fühlen sich an wie kleine harte Knubbeln unter der Haut. Mitunter zeigen sich auch leichte Druckschmerzen bei Berührung der Punkte, Bewegungseinschränkungen in jenem Bereich oder eine erkennbare Wölbung innerhalb dieser Handregion. Die verhärteten Punkte der Hand sind wie ein Spiegelbild Deiner gesundheitlichen Situation. Insofern sich Dein Körper und Deine die Seele im Gleichgewicht befinden, wird sich auch Deine Hand als geschmeidige, weiche Oberfläche darstellen, die wenig Schmerzen verursacht und eine vollkommene Bewegungsfreiheit hat. Falls Du jedoch kleine Verknotungen unter der Haut spürst, Schmerzen hast oder sich winzige Wölbungen abzeichnen, sind dies Warnsignale dafür, dass die Triggerpunkte verhärtet zu sein scheinen.

Die Akupressurpunkte an der Hand richtig zu stimulieren ist kein Hexenwerk, Die einzelnen Techniken, die Du verwendest, sind vorgegeben. So solltest Du in erster Linie auf die bekannten Druckpunktstimulationen Wert legen, welche die einzelnen Reizpunkte unter der Haut anregen. Dies gelingt mittels kräftiger, durchgehender Ausübung von Druck für etwa fünf Sekunden bis maximal zwei Minuten. Geht es Dir jedoch nicht hauptsächlich um die Erholung, sondern eher darum, vorhandene Dysbalancen aufzuheben, wäre es ratsam, sanfter vorzugehen. Oberstes Ziel ist immer das Aufheben der Blockaden innerhalb der Meridianbahnen und die Wiederherstellung eines ungestörten Qi-Flusses. Alternative Praktiken mit denen Du die Stimulation der Druckpunkte durchführst, sind dann leichte Klopfungen auf den Reizpunkten, gleichmäßige, rhythmische Reibungen über den Bereich oder auch behutsame sowie etwas kraftvollere Knetungen. Wichtig wäre dabei zu wissen, dass die reine Akupressur sich nur auf die Triggerpunktstimulation bezieht und keine anderen Praktiken beinhaltet.

Vorbereitung und Durchführung einer Akupressur-Sitzung

Für die Akupressur der Hand suchst Du Dir einen ruhigen, gemütlichen Platz, an dem Du entspannen kannst. Erwärme Deine Hände durch ein Bad, was die Muskulatur lockert. Streiche dann mehrere Male sanft und gleichmäßig über Deine Hände, um sie auf die bevorstehende Anwendung vorzubereiten. Im Anschluss ertastet Du Schritt für Schritt die Akupressur. Dieser sollte aus hochwertigem Material sein (Naturstein, Holz, Metall), eine gute Haptik besitzen und eine ergonomische Form aufweisen, damit Du ihn gewinnbringend nutzen kannst. Hierbei gilt: Druckpunktstimulation für etwa 3 Sekunden langsam aufbauen, in identischer Intensität für rund 30 Sekunden aufrechterhalten, danach behutsam den Druck lösen und zum nächsten Punkt wandern. Verweile auf verhärteten Druckpunkten etwas länger und spare die Triggerpunkte aus, die Du nicht aktivieren möchtest. Am Ende lassen sich wieder leichte Streichungen nutzen, um die Anwendung abzuschließen. Ruhe Deine Hände für eine Weile aus und halte sie dabei gut warm, zum Beispiel durch Wärmekissen, weiche Handschuhe oder eine Decke.

Lesen Sie auch: Warum Eltern manchmal nerven

Mögliche Nebenwirkungen

Eine Akupressur der Hand hat im Allgemeinen keinerlei Nebenwirkungen, weshalb sie sich auch für Anfänger eignet. Gelegentlich treten leichte Blutergüsse, blaue Flecken oder Schmerzen an den Stellen auf, die stimuliert wurden. Weiterhin können sich kurzzeitige Symptome wie Hitzegefühle, Unwohlsein, Schwindel oder Erschöpfung einstellen, die jedoch eher ein Zeichen dafür sind, dass der Organismus auf die Anwendung reagiert. Sie kommen äußerst selten bei einer Handakupressur vor, sind harmlos und lassen sich mit etwas Ruhe schnell wieder aufheben. Voraussetzung hier wäre natürlich, dass die Person frei von Vorerkrankungen oder ernsthaften Beschwerden wie Entzündungen ist.

Akupressur zur Selbsthilfe

Eine Akupressur an der Hand lässt sich problemlos in Eigenleistung durchführen. Hierzu empfiehlt es sich, ein gewisses Grundmaß an Kenntnissen um die Methode sowie die Akupressurpunkte zu besitzen. Die Akupressurpunkte der Hand bieten sich an, um die Selbsthilfe zu fördern. Je nach vorliegender Problematik stimulierst Du die dazu gehörigen Punkte für wenige Sekunden oder 1-2 Minuten, damit sich eine spürbare Besserung einstellt. Hierzu solltest Du natürlich die einzelnen Akupressurpunkte auf der Hand kennen. Wir möchten an dieser Stelle erneut darauf hinweisen, dass die Akupressur der Hand in einer Selbstanwendung lediglich für gesunde Menschen bestimmt ist, die nach Erholung oder einer positiven Unterstützung bei leichten Disharmonien suchen.

Weitere Entspannungstechniken für die Hände

Neben Stressbällen und Akupressur gibt es noch weitere Techniken, die zur Entspannung der Hände und zur Beruhigung der Nerven beitragen können:

  • Handmassage: Eine sanfte Handmassage kann Wunder wirken, um Verspannungen zu lösen und das Wohlbefinden zu steigern. Einfühlsame Bewegungen, die den Körper und die Seele streicheln.
  • Japanisches Heilströmen (Jin Shin Jyutsu): Diese Technik basiert auf der Erkenntnis, dass unser Körper durch eine belebende Kraft, Qi genannt, durchströmt wird, die sich durch bestimmte Energiepunkte im Körper verteilt. Stress fördert Blockaden in diesen Punkten. Das „Strömen“ bringt das Qi wieder zum Fließen und stärkt so die Selbstheilungskraft.
  • Handauflegen: In der chinesischen Medizin ist Wohlbefinden und innerliche Ruhe eng mit dem Herzen verknüpft. Das Handauflegen auf bestimmten Körperstellen kann helfen, die innere Ruhe wiederzufinden.

Gadgets zur Stressreduktion

Um Stress abzubauen oder stressige Situationen besser zu meistern, gibt es handliche Gadgets für den Hausgebrauch:

  • Fidget Cube: Ein Würfel mit sechs Seiten, die unterschiedlich gestaltet wurden. Sie können darauf Dinge drücken und drehen, anklicken und rollen oder auch verschieben. Dadurch soll Stress abgebaut werden.
  • Anti-Stress-Spielzeug-Sammlung: Eine Spielzeug-Sammlung, bestehend aus zwölf unterschiedlichen Gadgets, die gequetscht und auseinander gezogen, in sich gedreht und zusammengedrückt werden können. Das soll eine beruhigende Wirkung auf den Körper haben.
  • Magnetic Balls: Magnetische Kugeln, die zu kreativen Gebilden zusammengesetzt werden können. Das soll nicht nur Ihr räumliches Denken fördern, sondern auch beim Stressabbau helfen.
  • Squishies-Puppe: Eine Puppe aus umweltfreundlichem PU-Schaum, die Sie nach Lust und Laune drücken dürfen. Das Besondere an dem Anti-Stress-Spielzeug ist, dass es seine ursprüngliche Form nach jedem Quetschvorgang wieder annimmt.
  • Ausmalbuch für Erwachsene: Ein Ausmalbuch mit Schimpfwörtern, die Sie mit entsprechenden Filz- oder Buntstiften ausmalen können. Das Malen soll dabei helfen, sich wieder zu beruhigen und sich von all dem Stress, aber auch anderen Problemen zu lösen.
  • Anti-Stress-Tasse: Eine Tasse mit einem Faultier-Motiv, die Sie daran erinnern soll, ab und zu einfach mal tief durchzuatmen.

tags: #handspiel #fur #nerven #beruhigt