Die Demenz stellt eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen im fortgeschrittenen Alter dar. Um Betroffene und ihre Angehörigen frühzeitig zu erreichen und zu unterstützen, hat das Netzwerk Demenz und Pflege Main-Spessart in Kooperation mit dem Gesundheitsamt Main-Spessart eine umfassende Informationsmappe zum Thema Demenz erstellt. Diese Initiative zielt darauf ab, niedrigschwellige Zugangswege zu Information, Beratung und Betreuung zu schaffen.
Die Rolle der Hausärzte in der Demenzversorgung
Hausärzte und Hausärztinnen spielen eine zentrale Rolle in der Versorgung von Menschen mit Demenz. Sie sind oft die erste Anlaufstelle für Patienten und kennen deren Umfeld häufig seit Jahren sehr gut. Aus diesem Grund wurden die Informationsmappen des Gesundheitsamtes Main-Spessart persönlich oder postalisch an Arztpraxen im Landkreis Main-Spessart verteilt, darunter Allgemeinmediziner und Nervenärzte. Bei entsprechender Diagnose (kognitive Störung, zunehmende Vergesslichkeit, Demenz) können die Mappen an Patienten und ihre Angehörigen ausgehändigt werden. Die verfügbaren Hilfsangebote können so direkt während des Arztbesuches besprochen werden.
Demenz: Eine zunehmende Herausforderung
In Deutschland sind etwa 1,6 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Medizinisch wird Demenz als ein Zustand definiert, bei dem zunehmend Nervenzellen und Nervenzellkontakte zugrunde gehen. Dies führt zu Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, des Denkens, der Orientierung und der Sprache. Verschiedene Ursachen können hierfür verantwortlich sein, darunter die Alzheimer-Krankheit, die häufigste Form der Demenz, sowie eine Minderdurchblutung des Gehirns aufgrund von Gefäßveränderungen (vaskuläre Demenz). Oft treten auch Mischformen der verschiedenen Demenzarten auf.
Ziele des Netzwerks Demenz und Pflege Main-Spessart
Das Netzwerk Demenz und Pflege Main-Spessart verfolgt das Ziel, gemeinsam mit den Arztpraxen des Landkreises eine frühzeitige Diagnostik, Behandlung und Vermittlung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Betroffene und ihre pflegenden Angehörigen zu erreichen. Die Informationsmappe bietet neben allgemeinen Informationen zum Thema Demenz einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Beratungs- und Hilfsangebote im Landkreis Main-Spessart. Die Inanspruchnahme dieser Angebote kann die Lebenssituation der Menschen mit Demenz spürbar verbessern und ihnen ermöglichen, so lange wie möglich eigen- und selbstständig bzw. mit Unterstützung im gewohnten sozialen Umfeld zu verbleiben.
Vielfältige Angebote für Betroffene und Angehörige
Demenz und Pflege stellen Betroffene und ihre Angehörigen vor große Herausforderungen. Das Netzwerk Demenz und Pflege will informieren, Orientierung geben und die Suche nach passenden Angeboten in Main-Spessart erleichtern. Es gibt vielfältige Angebote, die wöchentlich und monatlich stattfinden.
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Online-Demenzsprechstunde und Infoportal
Jeder, der Fragen rund um das Thema Demenz hat, kann die Online-Demenzsprechstunde nutzen. Eine erste Orientierung bietet das Infoportal www.frag-nach-demenz.de zu allen zentralen Themen, die Angehörige beschäftigen. Für individuelle Fragen steht ein interdisziplinäres Experten-Team bereit, das innerhalb von 48 Stunden antwortet.
Chatberatung
Im Live-Chat können Fragen und Anliegen im direkten schriftlichen Austausch mit einer Expertin oder einem Experten geklärt werden. Die Live-Chat-Termine werden bewusst am Abend und am Wochenende angeboten, damit auch Berufstätige das Angebot nutzen können.
Das interdisziplinäre Experten-Team
Das interdisziplinäre Experten-Team besteht aus Psychologen, Medizinern der Fachbereiche Neuropsychologie, Gerontologie und Neurologie sowie Sozialberatern. Alle Experten haben langjährige Erfahrung im Bereich Demenz und sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Geleitet wird das Team von Dr. Sarah Straub, einer promovierten Neuropsychologin, die am Universitätsklinikum Ulm zum Thema Demenz forscht und eine Spezialsprechstunde für frontotemporale Demenz leitet. Sie setzt sich aktiv dafür ein, Demenzerkrankungen zu enttabuisieren und gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit Demenz zu ermöglichen.
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