Migräne und Kopfschmerzen sind weit verbreitete Gesundheitsprobleme, die viele Menschen weltweit betreffen. Tatsächlich leidet fast einer von zehn Menschen weltweit unter Migräne oder Kopfschmerzen, was oft zu einem Besuch beim Arzt führt. Diese Krankheit ist äußerst komplex und die Frage, ob sie geheilt werden kann, steht im Raum. Viele Betroffene suchen nach sanften, gut verträglichen Unterstützungsmöglichkeiten, und Cannabidiol (CBD) rückt dabei immer öfter in den Fokus. CBD-Öl kann bei Kopfschmerzen und Migräne als ergänzende, natürliche Option infrage kommen. Erste Studien deuten auf Potenzial hin, gesicherte klinische Belege sind jedoch noch begrenzt.
Was ist Migräne und wie wirkt CBD?
„Kopfschmerz“ ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Formen von Schmerzen im Kopfbereich. Besonders häufig sind Spannungskopfschmerzen - ein dumpf-drückender Schmerz, der oft mit Stress, Muskelverspannungen oder Schlafmangel verbunden ist. Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit moderaten bis starken, meist einseitigen Kopfschmerzen, begleitet von Symptomen wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit; bei manchen Betroffenen treten Auren (z. B. Sehstörungen) auf. Auslöser können hormonelle Schwankungen, Schlafrhythmus-Veränderungen, Wetterumschwünge, bestimmte Nahrungsmittel oder Stress sein.
CBD ist ein nicht berauschendes Cannabinoid aus der Hanfpflanze. Es interagiert mit dem Endocannabinoid-System (ECS) des Körpers, das an Schmerzmodulation, Stressreaktion, Schlaf und Entzündungsprozessen beteiligt ist. Darüber hinaus beeinflusst CBD weitere Signalwege, die bei Kopfschmerzen relevant sein können - zum Beispiel Serotoninrezeptoren, TRPV1 (ein Schmerz- und Wärmerezeptor) sowie Botenstoffe, die in der Migräneforschung diskutiert werden. Aus dieser biologischen Perspektive erscheint die Anwendung von CBD-Öl bei Kopfschmerzen plausibel. CBD greift in körpereigene Systeme ein, die Schmerz, Schlaf und Stress regulieren.
CBD interagiert mit unserem Endocannabinoidsystem (ECS), das die Produktion von Cannabinoiden im Körper reguliert. Diese Cannabinoide binden an CB1- und CB2-Rezeptoren, wobei CB1-Rezeptoren in Gehirn- und Nervengewebe lokalisiert sind, die Schmerzsignale regulieren. Cannabis enthält Wirkstoffe wie THC und CBD, die mit dem Endocannabinoidsystem (ECS) interagieren.
Mögliche Wirkmechanismen von CBD bei Migräne:
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- Schmerzlinderung: THC und CBD binden an Cannabinoid-Rezeptoren, wodurch die Schmerzintensität sinken kann.
- Entzündungshemmung: Cannabinoide können entzündungsfördernde Prozesse hemmen, die bei Migräneattacken eine Rolle spielen.
- Muskelentspannung: Cannabis kann verspannte Nacken- und Schultermuskeln lösen.
- Stressreduktion: Stress ist ein häufiger Trigger für Migräne; Cannabis kann das Wohlbefinden verbessern.
Studienergebnisse zu CBD und Migräne
Es gibt mehrere Studien, die die Auswirkungen von Cannabidiol (CBD) und Cannabisprodukten auf Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, untersucht haben. Die Studienlage zu „reinem“ CBD-Öl gegen Migräne und Kopfschmerzen ist noch im Aufbau. Einzelne Betroffene berichten von positiven Erfahrungen mit CBD-Öl bei Migräne - etwa weniger Attacken, geringere Intensität oder bessere Regeneration. Studien zu CBD bei Kopfschmerzen zeigen Potenzial, sind aber heterogen. Besonders zu reinem CBD braucht es mehr hochwertige Daten.
Eine Studie aus dem Jahr 2020 ergab, dass CBD unter bestimmten Bedingungen chronische Schmerzen lindern, den Schlaf verbessern und Entzündungen reduzieren kann. Eine weitere Studie von 2016 legt nahe, dass medizinisches Cannabis die Häufigkeit von Migränekopfschmerzen verringern kann, obwohl diese nicht speziell CBD betrachtete.
Eine Übersichtsarbeit, die 12 Publikationen mit 1.980 Patienten auswertete, ergab, dass medizinisches Cannabis (MC) nach 6 Monaten der Einnahme Übelkeit und Erbrechen durch Migräne signifikant reduzieren konnte. Es sorgte schon nach 30 Tagen für eine Reduktion in der Migränehäufigkeit und -frequenz. MC war dabei 51 % effektiver in der Reduktion der Migräne als Produkte ohne Cannabis. Im Vergleich zu Amitriptylin konnte MC bei manchen Patienten (11,6 %) Migräneattacken stoppen und ansonsten die Frequenz reduzieren. Die Autoren schlossen daraus, dass medizinisches Cannabis positive Effekte auf Häufigkeit und Frequenz von Migräne haben kann, betonten aber die Notwendigkeit weiterer experimenteller Studien.
Eine Studie analysierte Daten von über 12.000 Einträgen von Kopfschmerzpatienten und 7.441 Anwendungen von Migränepatienten. Cannabis verbesserte bei neun von zehn Kopfschmerzpatienten die Symptome, bei Migränikern lag die Quote knapp darunter (88 %). Die Schwere der Schmerzen wurde nach Gebrauch als deutlich geringer bewertet. Mit der Zeit schienen sich die Probanden allerdings an den Konsum von Cannabisblüten zu gewöhnen, und benötigten zunehmend höhere Dosen, um die Beschwerden zu lindern.
Auf dem 3. Kongress der europäischen Akademie für Neurologie (EAN) in Amsterdam im Juni 2017 wurde eine interessante Studie aus Italien präsentiert. Bei dieser Studie wurden chronische Migränepatientinnen und Patienten mit einem Kombipräparat aus CBD und THC behandelt. Die Intensität der akuten Schmerzen konnte dadurch um 55 % gelindert werden. In einem zweiten Teil der Studie wurde das gleiche Präparat zur Migräne-Prophylaxe verabreicht. Die Kontrollgruppe erhielt Amitryptylin, ein Medikament, das sich bereits zur Prophylaxe gegen Migräne bewährt hat und eingesetzt wird. Tatsächlich konnte das Kombipräparat aus CBD und THC eine vergleichbare Verbesserung bewirken, wie Amitryptylin (40.4 % vs. 40. 1%).
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Erfahrungsberichte von Anwendern
Viele Betroffene schildern, dass CBD-Öl ihnen hilft, Stress zu reduzieren, leichter zu schlafen und die subjektive Schmerzintensität zu beeinflussen. Häufige Rückmeldungen sind eine schnellere Beruhigung während eines Anfalls (bei sublingualer Einnahme) und ein insgesamt stabileres Befinden bei regelmäßiger Anwendung. Gleichzeitig gibt es Nutzer, die keine spürbare Veränderung bemerken oder initial Nebenwirkungen erfahren.
Ein Anwender namens Thomas aus Ulm berichtete, dass das Hanföl 10% CBD seiner Frau bei einem extremen Migräneanfall innerhalb einer Stunde half. Seine Mutter, die seit über 60 Jahren unter Phantomschmerzen leidet, nimmt täglich 1-2 Tropfen und verspürt eine deutliche Schmerzlinderung.
Sylvia aus Wittendörp trank HanfTee abends und konnte dadurch besser einschlafen.
Andreas aus Prag hat die Erfahrung gemacht, dass bei akuter Migräne 8 Tropfen mit 5% Hanföl mit CBD helfen. Prophylaktisch nimmt er 3 bis 5 CBD Tropfen (5%) pro Tag ein und bemerkt eine allgemeine Verbesserung des Wohlbefindens.
Anwendung und Dosierung von CBD-Öl
Für viele Nutzer ist CBD-Öl bei Kopfschmerzen die erste Wahl, da es flexibel dosiert und sublingual (unter der Zunge) aufgenommen werden kann. So gelangt CBD über die Mundschleimhaut schneller in den Blutkreislauf. Die Wirkung kann individuell variieren. Bei oraler Einnahme gelangt CBD entweder über die Mundschleimhaut (CBD-Öl) oder über die Magenschleimhaut (CBD-Kapseln oder -Gummis) in den Blutkreislauf.
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Allgemeine Empfehlungen zur Anwendung:
- Beginnen Sie „low and slow“: Starten Sie mit einer geringen Tagesdosis und erhöhen Sie wöchentlich, bis die gewünschte Wirkung erreicht ist.
- Für akute Beschwerden bevorzugen viele Sublingual-Tropfen (Wirkeintritt typischerweise in 15-45 Minuten), zur Prophylaxe nutzen einige Anwender eine gleichmäßige Tagesdosis, oft morgens und abends.
- Für erfahrene Nutzer können höhere Konzentrationen verwendet werden.
- Führen Sie ein kurzes Kopfschmerztagebuch (Trigger, Intensität, Dauer, Dosis/Produkt).
Wenn Sie in der Vergangenheit nur zu bestimmten Tageszeiten unter Migräne gelitten haben, passen Sie Ihre Dosierung entsprechend an und konzentrieren Sie sich auf diese Tageszeiten. Es wird empfohlen, etwa eine halbe Stunde vor dem Auftreten der Migräne CBD einzunehmen. Wenn die Migräne plötzlich auftritt, nehmen Sie CBD regelmäßig 2 bis 3 Mal am Tag ein.
CBD Vaporisieren: Dies ist eine Möglichkeit, um sofortige Linderung zu erhalten, da die Wirkung praktisch sofort einsetzt.
Mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Paradoxerweise wird berichtet, dass CBD in einigen Fällen Kopfschmerzen auslösen oder verstärken kann, obwohl es oft zur Linderung von Kopfschmerzen verwendet wird. Die Reaktionen auf CBD können individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Es wird empfohlen, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese langsam zu steigern, um die individuelle Verträglichkeit zu testen. Bei anhaltenden oder verstärkten Kopfschmerzen sollte die Anwendung von CBD unterbrochen und ärztlicher Rat eingeholt werden.
CBD kann Enzyme der Leber (v. a. CYP450) beeinflussen und so die Blutspiegel verschiedener Medikamente verändern. CBD kann den Abbau mancher Wirkstoffe beeinflussen. NSAIDs wie Naproxen, Ibuprofen oder Aspirin können unabhängig davon den Blutdruck erhöhen oder Magen/Darm reizen. Bei Kombination empfiehlt sich ärztliche Rücksprache und ggf. Dosisanpassung.
Es werden mögliche Wechselwirkungen zwischen CBD und Betablockern beschrieben, die oft zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden.
Achten Sie beim Kauf auf transparente Qualität: unabhängige Laboranalysen (Cannabinoidprofil, Terpene, Rückstände), schonende Extraktion (z. B. CO₂), nachvollziehbare Herkunft der Hanfpflanzen und klare Dosierhinweise.
Rechtliche Hinweise und Warnungen
Generell gilt: CBD-Produkte mit THC unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte sind in Deutschland frei verkäuflich.
Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei plötzlich einsetzenden, sehr starken („Donnerschlag“-artigen) Kopfschmerzen, anhaltendem Fieber/Nackensteife, neurologischen Ausfällen (z. B. Lähmung, Sprachstörungen, Sehstörungen), Kopfschmerzen nach Kopfverletzung, in der Schwangerschaft oder bei Kindern.
Fazit
Die bisherigen Daten deuten darauf hin, dass CBD und Cannabisprodukte bei Migräne und anderen Kopfschmerzformen Potenzial haben. Die Studienlage zu reinem CBD ist noch begrenzt, doch erste Hinweise und Erfahrungen sind ermutigend. Wer CBD-Öl gegen Migräne und Kopfschmerzen testen möchte, beginnt am besten mit einer niedrigen Dosis, steigert langsam, dokumentiert Wirkung und Nebenwirkungen und stimmt die Anwendung - besonders bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme - mit dem behandelnden Arzt ab. CBD kann eine ergänzende Option bei Kopfschmerzen und Migräne sein - mit individueller Dosierung, Qualitätsprodukten und ärztlicher Begleitung bei bestehenden Therapien.
Wichtiger Hinweis/Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprechen Sie vor der Anwendung von CBD mit Ihrem Arzt, insbesondere bei bestehenden Erkrankungen, in Schwangerschaft/Stillzeit oder bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme.