Hanf für Hunde bei Epilepsie: Studien und Erfahrungen

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die sowohl Menschen als auch Hunde betrifft. Sie ist gekennzeichnet durch wiederkehrende und unkontrollierte Anfälle. Für Hundebesitzer kann es herzzerreißend sein, ihren geliebten Vierbeiner durch solche Episoden zu sehen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität des Hundes zu verbessern. In den letzten Jahren hat sich eine vielversprechende Alternative zu den konventionellen Behandlungsmethoden für Epilepsie bei Hunden herausgebildet: CBD Öl.

Was ist Epilepsie bei Hunden?

Epilepsie gehört zu den häufigsten neurologischen Störungen beim Hund. Schätzungen zufolge sind rund 0,6-0,75% aller Hunde betroffen. Typisch sind wiederkehrende Anfälle (Krampfanfälle), die wenige Sekunden bis mehrere Minuten dauern können.

Die Auswirkungen der Epilepsie auf einen Hund können unterschiedlich ausfallen, sind aber für Mensch und Tier belastend. Anfälle können in ihrer Schwere von leicht bis schwer variieren und können Zuckungen, unkontrollierte Bewegungen und Bewusstseinsverlust umfassen. Während des Anfalls könnte dein Hund auch die Kontrolle über die Blase oder den Darm verlieren. Die langfristigen Auswirkungen der Epilepsie können erheblich sein, da wiederholte Anfälle das Gehirn schädigen und zu einer Verschlechterung der kognitiven Funktionen führen können. Darüber hinaus sind die epileptischen Anfälle mit einem Verletzungsrisiko für den Hund verbunden.

Rassedisposition

Eine genetische Veranlagung für Epilepsie gibt es bei verschiedenen Hunderassen, darunter Border Collie, Australian Shepherd, Labrador Retriever, Golden Retriever, Beagle, Deutscher Schäferhund, Belgischer Schäferhund und Pudel.

Ursachen von Epilepsie

Die genaue Ursache von Epilepsie bei Hunden ist oft eine komplexe Angelegenheit und kann von Fall zu Fall variieren. Veterinärmediziner und Forscher haben jedoch einige mögliche Faktoren identifiziert, die zur Entstehung von Epilepsie bei Hunden beitragen können. Hier sind einige der häufigsten Ursachen und Risikofaktoren:

Lesen Sie auch: Migräne natürlich lindern

  • Genetische Veranlagung
  • Hirnverletzungen oder Traumata
  • Stoffwechselstörungen
  • Infektionen
  • Vergiftungen
  • Unbekannte Ursachen (idiopathische Epilepsie)

Konventionelle Therapien bei Epilepsie

Die Behandlung zielt darauf ab, die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu verringern. Dies kann durch Medikamente, Veränderungen in der Ernährung und Lebensstil für deinen Hund, und in schweren Fällen, durch chirurgische Eingriffe erreicht werden. Es ist wichtig, dass du mit deinem Tierarzt zusammenarbeitest, um einen individuellen Behandlungsplan für deinen Hund zu entwickeln.

Antiepileptische Medikamente wie Phenobarbital oder Kaliumbromid sind die häufigsten Behandlungsmethoden. Zudem kann eine spezielle Diät, die reich an Fetten und arm an Kohlenhydraten ist, helfen, die Anzahl der Anfälle zu verringern. In ernsteren Fällen, wenn Medikamente und Diätanpassungen nicht ausreichen, können chirurgische Eingriffe in Erwägung gezogen werden, um Tumoren oder andere identifizierbare Ursachen für die Anfälle zu entfernen.

CBD-Öl als Ergänzung zur Epilepsiebehandlung

CBD ist eine von über 100 Verbindungen, die in der Cannabispflanze gefunden werden. Im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol), der psychoaktiven Komponente von Cannabis, hat CBD keine berauschenden Wirkungen. Stattdessen hat es das Potenzial, eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen zu bieten. CBD macht Hunde nicht „high“.

Es gibt einige Forschungen, die darauf hindeuten, dass CBD das Potenzial hat, Anfälle bei Hunden zu reduzieren. Warum wird CBD überhaupt in Erwägung gezogen? Epilepsie ist eine Erkrankung mit vielen beteiligten Signalwegen im Gehirn. CBD interagiert mit Teilen dieses Netzwerks und zeigt in Labor- und Tiermodellen antikonvulsive, neuroprotektive und entzündungsmodulierende Effekte. Es ist wichtig zu beachten, dass CBD kein Allheilmittel ist und nicht bei allen Hunden wirkt.

Das Endocannabinoid-System (ECS)

Eine Übersicht aus der Veterinärpharmakologie ordnet CBD in das Endocannabinoid-System (ECS) ein, das kognitive Prozesse, Entzündung und Immunfunktionen reguliert. Im Gegensatz zu THC hat CBD keine berauschenden Effekte und gilt daher grundsätzlich als sicherer in der Anwendung.

Lesen Sie auch: Cannabis auf Rezept bei MS

Das Endocannabinoid-System kümmert sich um die Koordination vieler Aufgaben. Man kann es als Wächter über die innere Balance bezeichnen. Der amerikanische Forscher Ethan Russo stellt sogar die Vermutung auf, dass chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Fibromyalgie, Migräne oder das Reizdarmsyndrom durch einen von ihm bezeichneten Endocannabinoid Mangel verursacht werden könnten. Ob wir diese Vermutung auch auf ungeklärte chronische Erkrankungen bei unseren Hunden anwenden können, werden zukünftig wissenschaftliche Studien klären müssen. Wir können das ECS durchaus beeinflussen, damit es möglichst ohne Störungen arbeiten und sogar im Krankheitsfall zur Genesung beitragen kann.

Anwendung von CBD in der Veterinärmedizin

In der Veterinärmedizin liegen dokumentierte Anwendungen u. a. bei Arthrose, Verhaltensstörungen und Epilepsie vor.

Studien zu CBD und Epilepsie bei Hunden

Die bislang stärkste veterinärmedizinische Evidenz stammt aus einer 24-wöchigen, randomisierten Crossover-Studie mit 14 Hunden und therapieresistenter Epilepsie. Ein CBD/CBDA-reicher Hanfextrakt (2 mg/kg alle 12 h) senkte die Anfallshäufigkeit von im Mittel 8,0 ± 4,8 (Placebo) auf 5,0 ± 3,6 (p = 0,02). 6 von 14 Hunden erreichten eine ≥50% Reduktion der Anfälle (Placebo: 0/14). Nebenwirkungen waren überwiegend mild (Somnolenz 3/14, vorübergehende Ataxie 4/14). Laborchemisch zeigte sich eine leichte Erhöhung der alkalischen Phosphatase; Spiegel der Begleitmedikationen (Phenobarbital, Zonisamid, Bromid) blieben unverändert.

Eine 8-wöchige Fallserie mit drei Hunden mit vermuteter Epilepsie zeigte bei zwei Tieren verlängerte Anfallsintervalle; ein Hund profitierte nicht. Die Besitzer bewerteten die Wirkung als deutlich besser (1), besser (1) oder unverändert (1).

Ein Fallbericht einer 12,5-jährigen Labradorhündin mit Epilepsie und Arthrose beschreibt unter sublingualem CBD (2,25 mg/kg/Tag) eine rasche Besserung von Schmerz und Mobilität sowie - nach Monaten - das schrittweise Absetzen von Phenytoin und Phenobarbital ohne erneute Anfälle.

Lesen Sie auch: CBD-Öl bei Kopfschmerzen

In vitro hemmte CBD bei Hunden periphere mononukleäre Blutzellen (PBMCs) dosisabhängig proinflammatorische Zytokine (IL‑1β, IL‑6, TNF‑α), zeigte aber ab ca. 16 µg/mL auch Zytotoxizität (IC50 15,54 µg/mL). Eine kleine ergänzende 30‑Tage‑Beobachtung an fünf therapieresistenten Hunden deutet auf immunmodulatorisches Potenzial in Kombination mit Antiepileptika hin. Interpretation: Neuroinflammation spielt bei Epilepsie eine Rolle; CBD könnte hier modulieren.

Eine Studie von 2019 untersuchte, ob CBD Hunden mit Epilepsie helfen kann, bei denen herkömmliche Medikamente nicht wirken. Die Forscher wählten dazu eine Gruppe von Hunden aus, die an schwerer Epilepsie litten und oft Anfälle hatten, obwohl sie bereits andere Medikamente genommen hatten.Die Hunde wurden zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt CBD Öl (2,5mg CBD pro Kilo Körpergewicht), und die andere Gruppe erhielt ein Placebo. Die Besitzer der Hunde wussten nicht, in welcher Gruppe ihre Hunde waren, weil die Studie doppelblind durchgeführt wurde.Die Ergebnisse zeigten, dass die Hunde, die CBD erhielten, eine Verringerung der Anzahl ihrer Anfälle um 33% hatten, während die Hunde in der Placebo-Gruppe keine Veränderung zeigten.Auch in einer neueren klinischen Studie an vierzehn Hunden mit idiopathischer Epilepsie wurden ähnliche positive Effekte beobachtet.

Pharmakokinetik von CBD

In einer Studie mit 32 gesunden Hunden wurden vier orale CBD-Präparate nach Einzeldosis verglichen: Öl-basiert, Nanoemulsion, wasserlöslich (je 5 mg/kg) sowie ein halb-festes Leckerli (50 mg/Leckerli). Alle Formen erreichten Cmax innerhalb von 3 Stunden (Ø 92-314 µg/L). Nanoemulsionen wurden schneller resorbiert, wasserlösliche Formen lagen etwa auf Niveau der Ölform; zwischen flüssigen und halb-festen Formen bestanden signifikante Unterschiede. Schlussfolgerung: Formulierung und Applikationsweg beeinflussen die Effekte erheblich.

Sicherheit und Nebenwirkungen von CBD

Häufig milde Nebenwirkungen (Müdigkeit, Ataxie); Leberenzyme (v. a. alkalische Phosphatase) können ansteigen. Wichtig: Setzen Sie Antiepileptika nie eigenmächtig ab.

In Studien kam es teils zu einem Anstieg der alkalischen Phosphatase (ALP). Wechselwirkungen: CBD kann Enzyme (z. B. CYP3A4/CYP2C19) hemmen und so Spiegel bestimmter Medikamente beeinflussen.

Anwendungsempfehlungen für CBD

  • Tierärztliche Abklärung: Diagnose sichern (Anamnese, Untersuchung, ggf.
  • Produktwahl: Öl-basierte, analytisch geprüfte CBD-Produkte mit bekanntem THC-Gehalt (<0,3%).
  • Start mit niedriger Dosis und langsame Steigerung. Orientierungsrahmen (in Studien häufig 1-2 mg/kg/Tag bis 2 mg/kg alle 12 h genutzt). Individueller Startpunkt: Viele Tierärztinnen/Tierärzte beginnen mit ca.
  • Einnahme-Tipps: Mit einer kleinen Mahlzeit (Fett erhöht die Aufnahme).
  • Integration: Antiepileptika (z. B. Phenobarbital, Imepitoin, Kaliumbromid, Levetiracetam) nicht absetzen.
  • Timing: Gleichbleibende Abstände sind wichtiger als „Bedarfsdosen“.
  • Laborwerte: V. a. alkalische Phosphatase (ALP) kontrollieren.
  • Warnsignale: Starke Sedation, Koordinationsstörungen, Erbrechen/Durchfall, Appetitverlust, Gelbfärbung der Schleimhäute, auffällige Blutwerte.
  • Formulierung: Öl-basierte Produkte sind gut dosierbar.
  • Konstanz schlägt „Bedarf“: Feste Zeiten (z. B.
  • Seizure-Action-Plan: Halten Sie Notfallmedikamente (z. B. Diazepam) bereit.

Was ist bei der Produktwahl zu beachten?

Konsistente, geprüfte Präparate mit klarer Deklaration (CBD-Gehalt, THC <0,3%) und reproduzierbarer Galenik sind wichtig. Einzelberichte sind ermutigend, ersetzen aber keine kontrollierten Studien. Unklar sind weiterhin optimale Dosierungen für unterschiedliche Präparate, die Langzeitsicherheit über Jahre, prädiktive Marker für das Ansprechen sowie die Bedeutung immunologischer Effekte im klinischen Alltag. Außerdem variiert die Produktqualität am Markt, was Wirksamkeit und Sicherheit beeinflusst.

Erwartungen an CBD

CBD kann bei manchen Hunden mit schwer behandelbarer Epilepsie die Zahl der Anfälle senken - meist als Zusatz zu vorhandenen Medikamenten. Nebenwirkungen sind oft mild (z. B. Müdigkeit), Leberwerte sollten kontrolliert werden. Wie gut CBD wirkt, hängt auch vom Produkt und der Form ab. Es hilft nicht jedem Hund, und es gibt noch zu wenige große, klare Studien. Wenn Sie CBD erwägen, gehen Sie strukturiert und tierärztlich begleitet vor.

Erfahrungen von Hundebesitzern mit CBD

Nicht nur in Laboren und klinischen Studien, sondern auch durch die Erfahrungen von Hundeliebhabern auf der ganzen Welt hat sich gezeigt, dass CBD Öl eine bemerkenswerte Auswirkung auf Hunde mit Epilepsie haben kann.

Carmen H. berichtet: „Ich wollte euch erzählen, wie CBD Öl unserem Hund mit Epilepsie geholfen hat. Unser süßer Buddy hatte schon eine Weile lang ziemlich häufige Anfälle, und es brach uns das Herz, ihn so zu sehen. Wir haben mit unserem Tierarzt gesprochen, der uns geraten hat, CBD Öl auszuprobieren. Anfangs war ich skeptisch, aber wir haben es trotzdem versucht.Und wisst ihr was? Es hat wirklich einen Unterschied gemacht! Seitdem Buddy CBD Öl bekommt, sind seine Anfälle viel seltener und weniger intensiv. Er wirkt insgesamt entspannter und glücklicher. Wir können endlich wieder ruhige Nächte genießen, ohne uns Sorgen um nächtliche Anfälle zu machen. Ich bin so dankbar, dass wir diese Option ausprobiert haben. "

Dosierung von CBD für Hunde

Die empfohlene Anfangsdosis liegt bei 0,25-0,5 mg CBD/kg Körpergewicht zweimal täglich. Diese kann unter tierärztlicher Aufsicht langsam auf bis zu 2 mg/kg alle 12 Stunden gesteigert werden. Geeignet sind Öl-basierte Extrakte mit hohem CBD-Gehalt und niedrigem THC-Anteil (<0,3%). Produkte sollten ein Analysezertifikat (COA) enthalten, keine bedenklichen Zusatzstoffe oder Xylit enthalten und speziell für Tiere formuliert sein.

CBD sollte möglichst zu festen Zeiten, zweimal täglich und mit einer kleinen fetthaltigen Mahlzeit gegeben werden. Ein strukturierter Therapiebeginn mit Dosis-Einschleichen, Anfallstagebuch und tierärztlicher Kontrolle ist essenziell.

Was ist der Unterschied zwischen Hanföl und CBD-Öl?

Hanföl (auch Hanfsamenöl genannt) ist ein Nahrungsöl, das durch Samenpressung der Cannabispflanze gewonnen wird. Seine gesunde Wirkung beruht auf den enthaltenen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren begründet. Damit ist Hanföl ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel, beispielsweise bei Hauterkrankungen oder zur innerlichen Gesundhaltung der Gelenke.

Bei CBD-Öl dagegen steht der Wirkstoff Cannabidiol (CBD) im Vordergrund. CBD-Öl gibt es so in seiner reinen Form eigentlich nicht. Es besteht immer aus einem „Trägerstoff“ wie zum Beispiel Oliven- oder Hanföl, dem ein CBD-Isolat oder ein CBD-haltiger Hanfextrakt beigemischt wurde.

Wichtige Hinweise zur Anwendung von CBD

  • CBD sollte nur als ergänzende Maßnahme zur Standardtherapie eingesetzt werden.
  • Ein Absetzen von Antiepileptika ohne tierärztliche Anleitung kann lebensbedrohlich sein.
  • CBD kann Leberenzyme (z. B. CYP3A4, CYP2C19) hemmen, was den Abbau anderer Medikamente verlangsamen und deren Spiegel erhöhen kann.

tags: #hanf #fur #hundebei #epilepsie