Hannes Nordmeyer: Neuroradiologe mit Expertise in Solingen und Wuppertal

Dr. Hannes Nordmeyer ist ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der Neuroradiologie. Er ist Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am Städtischen Klinikum Solingen und Leiter der neurointerventionellen Abteilung der St. Lukas Klinik bei radprax. Seine Expertise umfasst die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen und Veränderungen des zentralen Nervensystems, insbesondere von Gehirn und Rückenmark.

Schwerpunkte und Fachgebiete

Dr. Nordmeyer ist spezialisiert auf interventionelle Radiologie und Neuroradiologie. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Embolisation von Gefäßveränderungen und in der mechanischen Rekanalisation beim akuten Schlaganfall sowie bei Stenosen der Hirnarterien. Er ist Experte für minimal-invasive Verfahren zur Behandlung komplexer vaskulärer Erkrankungen wie Gefäßanomalien oder Aneurysmen sowie anderer akuter Durchblutungsstörungen wie Schlaganfälle oder periphere arterielle Verschlüsse.

Neuroradiologie: Eine junge Disziplin mit großer Bedeutung

Die Neuroradiologie ist eine relativ junge medizinische Disziplin mit einer etwa 100-jährigen Geschichte. Sie unterstützt mit radiologischen Untersuchungstechniken vor allem die Nachbarfächer Neurologie und Neurochirurgie. Die Aufgabenschwerpunkte liegen in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen und Veränderungen des Zentralen Nervensystems.

Kooperationen und Netzwerke

Dr. Nordmeyer pflegt eine enge Kooperation mit seinem Wuppertaler Fachkollegen Dr. Thorsten Schmidt vom Helios Universitätsklinikum Wuppertal. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, Patienten im Bergischen Land von der Expertise der gut eingespielten Teams aus speziell ausgebildeten Fachkräften zu profitieren. Gemeinsam richteten sie die Jahrestagung des Berufsverbandes Deutscher Neuroradiologen (BNDR) aus.

Engagement und Auszeichnungen

Dr. Nordmeyer engagiert sich aktiv in der Ausbildung von Nachwuchsmedizinern. Er hat einen Lehrauftrag mit Schwerpunkt Neuroradiologie über den Lehrstuhl Prof. P. Haage am Helios Universitätsklinikum Wuppertal an der Universität Witten/Herdecke. Die neurointerventionelle Abteilung der St. Lukas Klinik Solingen, die er leitet, ist von der DeGIR als Ausbildungszentrum für gefäßeröffnende und gefäßverschließende Verfahren der interventionellen Neuroradiologie zertifiziert.

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Moderne Technologie für präzise Diagnostik und Therapie

Das Städtische Klinikum Solingen hat unter der Leitung von Dr. Nordmeyer in eine neue Biplane-Angiographieanlage ARTIS icono von Siemens investiert. Dieses hochmoderne Gerät ermöglicht eine außerordentlich präzise Darstellung und Navigation selbst in kleinsten Hirngefäßen. Die Anlage kann die betroffenen Gefäße räumlich in zwei Ebenen und dreidimensional abbilden und hochpräzise CT-Aufnahmen erstellen. Dadurch gewinnen die behandelnden Ärzte Zeit und können früher mit der Behandlung des Patienten beginnen.

Vorteile der Biplane-Angiographieanlage

  • Präzise Darstellung und Navigation: Das Gerät ermöglicht eine detaillierte Darstellung kleinster Hirngefäße.
  • Geringere Strahlenbelastung und weniger Kontrastmittel: Durch die hohe Präzision des Geräts wird die Strahlenbelastung für den Patienten reduziert, und es wird weniger Kontrastmittel benötigt.
  • Umfassendes Behandlungsspektrum: Die Anlage ermöglicht die Behandlung aller Arterien- und Venenerkrankungen an Gehirn, Rückenmark und Hals, insbesondere die Akuttherapie bei Schlaganfall.

Schlaganfallversorgung auf höchstem Niveau

Mit der neuen Biplane-Angiographieanlage und der engen Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen des Klinikums, wie der Neurologie, Neurochirurgie und Anästhesiologie, ist die Stroke Unit im Städtischen Klinikum Solingen auf dem neuesten technischen Stand und komplett ausgestattet.

Kooperation mit dem Evangelischen Krankenhaus Mettmann (EVK)

Das Städtische Klinikum Solingen wird in Zukunft eng mit dem Evangelischen Krankenhaus Mettmann (EVK) in der Schlaganfall- und der neurologischen Versorgung zusammenarbeiten. Das EVK Mettmann hat den Versorgungsauftrag für die Neurologie erhalten und eine Stroke Unit eingerichtet. Patienten mit kleineren Gefäßverschlüssen können im EVK Mettmann mittels Thrombolyse direkt vor Ort behandelt werden. Bei größeren Verschlüssen steht das Städtische Klinikum Solingen mit seiner Expertise in der Thrombektomie zur Verfügung.

Aneurysmen: Eine Herausforderung für die Neurologie

Aneurysmen sind Ausbuchtungen der Hirnarterien, die bei einer Ruptur zu einer Subarachnoidalblutung führen können. Dr. Nordmeyer ist Experte für die endovaskuläre Behandlung von Aneurysmen.

Innovative Techniken zur Aneurysmatherapie

Dr. Nordmeyer und sein Team setzen innovative Techniken wie Ballon-Remodeling oder Stent-assistiertes Coiling ein, um auch schwierige Aneurysmen zu behandeln. Sie verwenden intraaneurysmale Implantate, die den Blutfluss innerhalb des Aneurysmas mithilfe eines gewobenen Körbchens zum Erliegen bringen. Bei fusiformen Aneurysmen kommen Flow Diverter zum Einsatz, die den Blutfluss am Aneurysma vorbeilenken.

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Risiken und Komplikationen der Aneurysmabehandlung

Trotz der großen Fortschritte ist die endovaskuläre Behandlung von Aneurysmen nicht ohne Risiken. Es besteht die Gefahr eines ischämischen Schlaganfalls durch thromboembolische Ereignisse während der Behandlung. In seltenen Fällen kann das Aneurysma während des Eingriffs platzen.

Zufallsbefund Aneurysma: Was tun?

Da nicht rupturierte Aneurysmen in aller Regel keine Beschwerden verursachen, werden sie meist zufällig diagnostiziert. Dr. Nordmeyer betont, wie wichtig es ist, in einem besonnenen Gespräch Nutzen und Risiken eines Eingriffs mit dem Patienten zu erörtern. Er rät dazu, über wichtige Risikofaktoren wie Rauchen oder Bluthochdruck aufzuklären und abzuwägen, ob die Vorteile eines Eingriffs zur Entfernung des Aneurysmas dessen Risiko aufwiegen oder ob eine regelmäßige Verlaufskontrolle die bessere Strategie ist.

Pulsatiler Tinnitus: Ursachen und Behandlung

Dr. Nordmeyer ist auch Experte für die Behandlung von pulsatilen Tinnitus, einem seltenen Tinnitus, der durch Gefäßveränderungen im Schädel verursacht wird.

Ursachen des pulsatilen Tinnitus

  • Durale arteriovenöse Fistel (AV-Fistel): Eine Kurzschlussverbindung zwischen einer Arterie und einem venösen Sinus in der Dura mater.
  • Verengungen der hirnversorgenden Gefäße (Stenosen): Stenosen in der Nähe der Schädelbasis können pulssynchrone Ohrgeräusche hervorrufen.
  • Glomustumore: Tumore im Mittelohr oder an der Schädelbasis können ebenfalls einen pulsatilen Tinnitus auslösen.

Diagnostik und Therapie des pulsatilen Tinnitus

Die Diagnose eines pulsatilen Tinnitus erfordert eine präzise Untersuchung, einschließlich einer MRT-Untersuchung. Die Behandlung hängt von der Ursache ab. AV-Fisteln können operativ, durch Bestrahlung oder endovaskulär mittels Embolisation behandelt werden. Stenosen der Hirnarterien können durch Stent-Angioplastie beseitigt werden.

Transarterielle Embolisation mit venösem Ballonremodelling

Dr. Nordmeyer setzt bei der Behandlung von AV-Fisteln das Verfahren der transarteriellen Embolisation mit venösem Ballonremodelling ein. Dabei wird ein Ballonkatheter in den Sinus vorgebracht, um den Übertritt von Embolisat in die Vene zu verhindern. Anschließend werden alle Fistelzuflüsse mit viskösem Embolisat verschlossen.

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Mechanische Thrombektomie beim Schlaganfall

Die mechanische Thrombektomie ist ein Verfahren zur Entfernung von Blutgerinnseln aus den Hirngefäßen bei einem akuten Schlaganfall. Dr. Nordmeyer ist Experte für diese Methode und setzt sie erfolgreich im Städtischen Klinikum Solingen ein.

Indikation zur mechanischen Thrombektomie

Die mechanische Thrombektomie ist indiziert bei Patienten mit einem akuten Schlaganfall, der durch einen Verschluss eines großen Hirngefäßes verursacht wurde. Die Behandlung sollte möglichst schnell nach Symptombeginn erfolgen, da die Zeit bis zur Rekanalisation eine entscheidende Rolle für das funktionelle Outcome spielt.

Ablauf der mechanischen Thrombektomie

Bei der mechanischen Thrombektomie wird ein Katheter über die Leistenarterie bis zum verschlossenen Hirngefäß vorgeschoben. Anschließend wird ein Stent-Retriever, ein flexibler, selbstexpandierender Stent, in das Gefäß eingebracht und entfaltet. Der Stent umschließt den Thrombus und wird anschließend unter Aspiration zurückgezogen, um den Thrombus zu entfernen.

Ergebnisse der mechanischen Thrombektomie

Studien haben gezeigt, dass die mechanische Thrombektomie in Kombination mit der systemischen Thrombolyse zu einem signifikant besseren Outcome bei Schlaganfallpatienten führt als die alleinige Thrombolyse.

Besonderheiten bei Tandemverschlüssen

Bei einem Tandemverschluss, einem Verschluss der A. carotis interna mit einer zusätzlichen intrakraniellen Embolie, empfiehlt Dr. Nordmeyer die primäre intrakranielle mechanische Thrombektomie und nachfolgende Behandlung der extrakraniellen Stenose mittels Stent-PTA.

Kollateralversorgung als Prognosefaktor

Die Kollateralversorgung spielt eine entscheidende Rolle für das funktionelle Outcome bei Schlaganfallpatienten. Patienten mit einer schlechten oder fehlenden Kollateralisierung haben trotz einer erfolgreichen Rekanalisation eine sehr hohe Mortalität.

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