Neuralgie: Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze nach Robert Franz

Neuralgien, insbesondere die Trigeminusneuralgie, können für Betroffene äußerst schmerzhaft und belastend sein. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und verschiedene Behandlungsansätze von Neuralgien, einschließlich der Perspektive von Robert Franz und homöopathischen Ansätzen.

Was ist Neuralgie?

Zack! Plötzlich schießt er ein, der Schmerz - und reißt friedlich Schlummernde aus dem Schlaf oder zwingt Sportler, die Trainingseinheit zu unterbrechen. Neuralgien sind durch Nervenschmerzen gekennzeichnet, die sich von normalen Schmerzreizen unterscheiden. Diese Schmerzen entstehen durch Reizung oder Schädigung der Nerven selbst und nicht durch äußere Verletzungen. Im Falle eines Muskelkrampfes ziehen sich abrupt und unwillkürlich einzelne Muskeln oder ganze Muskelgruppen maximal zusammen. Muskelkrämpfe sind Zeichen einer myogenen (durch den Muskel bedingten) oder neurogenen (vom Nervensystem ausgehenden) Übererregbarkeit der beteiligten Muskeln. Robert Franz betrachtet Nervenschmerzen als Alarmsignal des Körpers, das auf tieferliegende Ursachen hinweist.

Ursachen von Neuralgien

Nervenschmerzen (Fachbegriff: neuropathischer Schmerz) entstehen durch Fehlfunktionen der Nerven. Tatsächlich gibt es zahlreiche Erkrankungen des peripheren Nervensystems (PNS), im Rahmen derer Muskelkrämpfe auftreten können. Doch Halt! Neben dem peripheren Nervensystem gibt es ja auch noch das Zentralnervensystem (ZNS). Der Begriff umschreibt Nervenstrukturen in Gehirn und Rückenmark. Auch im ZNS kann die Ursache von Muskelkrämpfen begründet sein. Sie treten oft nach Verletzungen, Operationen, bei Bandscheibenproblemen, Diabetes oder Infektionen auf.

Einige spezifische Ursachen und Risikofaktoren für Neuralgien sind:

  • Diabetes: Auf hohe Blutzuckerwerte reagiert der Körper mit verstärktem Harndrang, er weist sozusagen die Nieren an, Zucker mit dem Urin auszuschwemmen. Doch beim Gang auf das stille Örtchen landet nicht nur der Zucker in der Toilette, sondern auch die für Muskeln essenziellen Mineralstoffe. Ein schlecht eingestellter Diabetes kann Nervenschäden verursachen.
  • Mangelerscheinungen: Das Spurenelement Magnesium kann den Körper dabei unterstützen, dass seine Muskeln reibungslos arbeiten. Wichtig für die Stoffwechselvorgänge im Muskel ist auch der Mineralstoff Kalium sowie Vitamine, zum Beispiel der B-Gruppe.
  • Alkohol: Alkohol gilt als „Muskel- und Nervengift“7. Bekannt ist Alkohol als Hemmer des antidiuretischen Hormons, kurz ADH, welches unseren Wasserhaushalt reguliert. Wird weniger ADH freigesetzt, macht sich dies durch vermehrten Harnfluss bemerkbar. Einer Studie der Universität Straßburg nach, konnte zudem ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Wadenkrämpfen in der Nacht bei älteren Personen zwischen 60 und 86 Jahren hergestellt werden.
  • Ungünstige Körperhaltung: Wer beispielsweise lange ungünstig auf einem Bein sitzt, kann die unangenehme Körperhaltung schon einmal in Form eines Krampfes in der Wade zu spüren bekommen.
  • Übersäuerung der Muskulatur: In der Skelettmuskulatur liegen Dehnungsrezeptoren, die sogenannten Muskelspindeln. Ist der Muskel beispielsweise nach intensivem Training übersäuert, reagieren die Muskelspindeln vermutlich schneller auf jegliche Veränderung. Das heißt, die Spindeln sprechen bereits auf kleinste Dehnreize - hervorgerufen durch unbewusste Bewegungen während des Schlafs - an.

Symptome von Neuralgien

Brennende, stechende, ziehende Schmerzen - Nervenschmerzen fühlen sich anders an als normale Schmerzreize. Die Schmerzen einer Gesichts- oder Trigeminusneuralgie können furchtbar sein. Ich bin mir sicher, dass es sich hier um einen Fluch für die Menschheit handelt! Das Ganze kann so schlimm sein, dass viele Betroffene deswegen täglich zu Schmerzmedikamenten greifen, manchmal sogar über Jahre hinweg.

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Die Symptome einer Neuralgie können vielfältig sein und hängen von den betroffenen Nerven ab. Häufige Symptome sind:

  • Plötzlich einschießende, stechende oder brennende Schmerzen
  • Krampfartige Schmerzen
  • Überempfindlichkeit gegenüber Berührung
  • Schmerzen, die sich entlang des Nervenverlaufs ausbreiten

Konventionelle Behandlung von Neuralgien

Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum fortbestehen oder Sie in Ihrem Alltag eingeschränkt sind, sollten Sie ärztlichen Rat einholen3. Auch dann, wenn die Krämpfe an eher ungewöhnlichen Körperstellen auftreten (also nicht am Fuß oder der Wade). Die Schulmedizin bietet verschiedene Ansätze zur Behandlung von Neuralgien, darunter:

  • Schmerzmittel
  • Antikonvulsiva
  • Antidepressiva
  • Injektionen mit Lokalanästhetika oder Kortikosteroiden
  • Operationen (in schweren Fällen)

Die Perspektive von Robert Franz

Robert Franz spricht nicht nur über die Nerven - er denkt sie ganzheitlich. Für ihn sind Nervenleitungen Informationswege des Körpers, die nach Klarheit, Energie und Stabilität verlangen. Er empfiehlt folgende Maßnahmen zur Unterstützung der Nervenfunktion:

  1. Vitamin B12: Ein Schlüsselvitamin für die Regeneration geschädigter Nerven. Robert Franz empfiehlt 2000 µg täglich für mindestens 3-4 Monate - ideal als Lutschtablette.
  2. OPC: Als starkes Antioxidans schützt es die Nerven vor oxidativem Stress und unterstützt die Durchblutung im Gewebe.
  3. Alpha-Liponsäure: Besonders bei diabetisch bedingten Nervenschmerzen hilfreich.
  4. Magnesium: Entspannt die Nerven und reduziert krampfartige Schmerzimpulse.

Homöopathische Behandlung von Neuralgien

Zugegeben, ist die Gesichtsneuralgie schon oft und sehr erfolgreich mit Homöopathie behandelt worden. Die Stelle, an der der Schmerz lokalisiert ist, ist oft wahlanzeigende für die richtige Arznei. Dann müssen wir eruieren, um welche Art von Schmerz es sich handelt. Und wenn Sie denken, dass wir jetzt wohl schon alle Informationen zusammengetragen haben, die wir für die Auswahl des richtigen Mittels benötigen, liegen Sie leider falsch. Ich lege noch ein paar weitere Faktoren in die homöopathische Waagschale: Wann tritt er auf? Ist er ständig da? Schlimmer bei Berührung? Schlimmer durch Hitze? Okay. Nein! Was ist die Ursache? Gibt es bestimmte Auslöser? Kalter Wind vielleicht? Allergien? Nachts oder beim Hinlegen?

Die Homöopathie bietet einen ganzheitlichen Ansatz zur Behandlung von Neuralgien, bei dem die individuellen Symptome und Ursachen berücksichtigt werden. Einige häufig verwendete homöopathische Mittel bei Neuralgien sind:

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  • Spigelia anthelmia: Wir würden Spigelia überwiegend bei LINKSSEITIGEN Gesichtsschmerzen in Betracht ziehen, die sich über die Schläfen, das Auge, die Wange und sogar bis in die Zähne ziehen. Die Schmerzen sind so heftig, dass die gesamte Region sehr berührungsempfindlich wird. Für dieses Beschwerdebild wird Spigelia in der Regel in der 200. Potenzierungsstufe mehrmals am Tag eingenommen, abhängig von der Schwere der Schmerzen.
  • Magnesium phosphoricum: Für RECHTSSEITIGE Gesichtsneuralgie ist Magnesium phosphoricum 30, alle drei bis zwölf Stunden eingenommen, eine gute Option. Wenn die Schmerzen positiv auf warme Kompressen reagieren, ist das eine gute Bestätigung, dass Mag. phos. das angezeigte Mittel ist. Mag. phos. ist eine bemerkenswerte Arznei für Neuralgien und Krämpfe. Im Laufe meiner klinischen Erfahrung habe ich festgestellt, dass die Wirkung besonders beeindruckend ist, wenn die Globuli in heißen Wasser aufgelöst werden!
  • Hypericum: Hypericum ist ein wunderbares Mittel gegen Nervenschmerzen in allen Körperteilen.
  • Tarentula cubensis: Über Tarentula cubensis habe ich auf meinem Blog noch nicht geschrieben, es ist aber eine Arznei, die Sie ebenfalls zur Hand haben sollten.

Zum Schluss will ich Ihnen in punkto Gesichtsneuralgie ein paar Worte der Vorsicht mit auf den Weg geben: Manchmal denken die Betroffenen, dass ihre Schmerzen von einer Zahninfektion herrühren, in Wirklichkeit handelt es sich aber um eine Neuralgie! Oder umgekehrt! Oft ist es schwierig einzuschätzen, weil die Nerven in Gesicht und Mund Schmerzen auch übertragen können. Wir sollten immer mit dem Offensichtlichen beginnen, aber auch anderen Möglichkeiten gegenüber offenbleiben, wenn es uns nicht gelingt, die richtige Lösung zu finden. Und die Homöopathie hat noch viele andere Arzneimittel zu bieten. Dazu gehören Colocynthis, Verbascum, Hecla lava, Plantago, Ranunculus bulbosus etc., etc.

Weitere unterstützende Maßnahmen

Neben den oben genannten Behandlungsmethoden können folgende Maßnahmen zur Linderung von Neuralgien beitragen:

  • Regelmäßige Bewegung: Bevor Sie sich sportlich betätigen, ist es wichtig, sich mit Dehn- und Streckübungen aufzuwärmen.
  • Ausgewogene Ernährung: In die Sporttasche sollten Sie darüber hinaus ein isotonisches Getränk sowie einen kleinen Snack einpacken. Gut geeignet sind beispielsweise getrocknete Aprikosen und Bananen. Beide Obstsorten enthalten reichlich Kalium, womit sich Muskelkrämpfe vorbeugen lassen.
  • Entspannungstechniken: Heiße Duschen und Vollbäder haben sich als geeignete, vorbeugende Maßnahmen bei Muskelkrämpfen herausgestellt, denn die Wärme entspannt die Muskulatur.
  • Dehnübungen: Vorsichtiges Dehnen ist nicht nur im Akutfall, sondern auch vorbeugend nutzbringend. Folgende Übung für beispielsweise die Wadenmuskulatur können Sie auch schnell zwischendurch machen: Füße in Schrittstellung positionieren, das hintere Bein strecken, das vordere Bein beugen. Dabei darauf achten, dass die Ferse des hinteren Beines Bodenkontakt hat. Anders formuliert bedeutet dies: Dehnen Sie den Muskel entgegen der Krampfrichtung. Leiden Sie beispielsweise unter einem Krampf in der Wade, strecken Sie den Fuß in Richtung Schienbein (Dorsalextension).

DMSO und MSM als mögliche Therapieansätze

Dimethylsulfoxid (DMSO) und Methylsulfonylmethan (MSM) sind organische Schwefelverbindungen, die in der alternativen Medizin zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt werden, darunter auch Neuralgien.

DMSO

DMSO fällt unter anderem in grösseren Mengen als Nebenprodukt bei der Holzzellstoffproduktion an. Auch in der pharmazeutischen Industrie wird DMSO gemeinsam mit Wasserstoffperoxid als Lösungsmittel und Auszugsmittel für viele Prozesse verwendet.

Wirkungsweise:

  • Penetrationsfördernde Wirkung: Ziemlich bald nach seiner Entdeckung als Lösungsmittel erkannte man bereits, dass Dimethylsulfoxid in der Lage ist, die Aufnahme von anderen Stoffen durch die Haut und Schleimhäute zu erhöhen - man spricht von einer sogenannten penetrationsfördernden Wirkung. Der penetrationsfördernde Effekt kommt durch die Interaktion mit den Lipiden der Zellmembran zustande.
  • Schwefeldonator: Neben seinen penetrationsfördernden Wirkungen vermittelt DMSO auch eigene pharmakologische Effekte. Viele dieser vorteilhaften Eigenschaften beruhen auf der Tatsache, dass DMSO ein Schwefeldonor ist. Das bedeutet, es versorgt den Körper mit Schwefelatomen. Damit ist dieses Element essentieller Bestandteil von lebenden Zellen.
  • Entzündungshemmende Wirkung: Gleichfalls wird durch Dimethylsulfon, ein Abbauprodukt von DMSO, ein bedeutender entzündungsfördernder Faktor, das NF-κB, in seiner Aktivität gehemmt. In der Folge werden dadurch weniger schmerz- und entzündungsverursachende (2) sowie gefässerweiternde Botenstoffe wie Interleukin-1, Interleukin-6 und Tumor-Nekrose-Faktor-alpha gebildet.

Anwendung:

  • DMSO kann topisch (auf die Haut aufgetragen) oder oral eingenommen werden.
  • Hochwirksame Konzentrationen von bis zu 50 % werden bei neuropathischen Schmerzen oder schwierig zu behandelnden Schmerzerkrankungen (z. B.
  • Die Anwendung am Auge sowie bei offenen Wunden wie Verbrennungen von Gewebe oder starkem Sonnenbrand sollte nur unter ärztlicher Anleitung durchgeführt werden.
  • Für die innere Anwendung erfolgt eine Verdünnung von einem halben Teelöffel (circa 2,5 g) auf ein Glas Wasser zweimal täglich.

Nebenwirkungen:

  • Die perorale Einnahme von DMSO kann Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen.
  • Des Weiteren kann DMSO eine Histaminfreisetzung aus den Mastzellen bewirken (5), die mit lokalen oder generalisierten Allergien verbunden ist.
  • Obwohl DMSO selbst absolut geruchsneutral ist, erzeugt es bei manchen Menschen, selbst nach Auftragen auf die Haut, einen knoblauchartigen Mundgeruch (3). Daran dürften spezielle Rezeptoren auf Nervenzellen beteiligt sein.

Wichtiger Hinweis: Fakt ist, dass die Datenlage stark mangelhaft ist, was den Gebrauch zur peroralen Einnahme angeht, weswegen grundsätzlich von der innerlichen Einnahme abgeraten wird. Hiervon ausgenommen sind der Gebrauch bei geschädigter Hautbarriere (Wunden, starker Sonnenbrand etc.) sowie das Eintropfen ins Auge und andersartige Anwendungsformen die im Internet beworben werden.

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MSM

Schon in den 1970er Jahren kam der Verdacht auf, dass ein Grossteil der Wirkung von DMSO im Körper auf MSM entfällt. Beide Moleküle sind Bestandteil der natürlichen Nahrungskette und kommen in Früchten, Getreide und Gemüse als Schwefelverbindung vor. Je reicher das Nahrungsmittel an Schwefel ist, desto höher ist die Konzentration an DMSO und MSM darin.

Wirkungsweise:

  • MSM wirkt ähnlich wie DMSO, nämlich über die Bereitstellung von Schwefelatomen für antioxidative Stoffe und Enzyme im Körper. Das antioxidative Potential des Körpers steigt, was mit einem TEAC-Test durch eine Blutprobe gemessen werden kann.
  • Da MSM im Prinzip der aktive Metabolit (das Abbauprodukt) von DMSO ist, konnte daneben ebenso eine direkte Hemmung von NF-κB nachgewiesen werden.

Anwendung:

  • MSM eignet sich aufgrund seiner hervorragenden Verträglichkeit sehr gut zur innerlichen Anwendung.
  • MSM verbessert die Beweglichkeit und lindert den Schmerz bei Erkrankungen der Gelenke (7) (8). MSM kann bei Erkrankungen der Gelenke sowohl alleine als auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat eingenommen werden.
  • Wenn Sie MSM anwenden möchten, dann achten sie vor allem auf eine ausreichend lange Einnahmedauer. Bei sämtlichen Erkrankungen der Gelenke sollten es schon drei Monate sein, um einen eindeutigen Effekt feststellen zu können. Eine Ausnahme hiervon stellt der Gebrauch zur Vermeidung von Muskelkater nach dem Training dar.

Nebenwirkungen:

  • MSM-haltige Zubereitungen werden in der Regel sehr gut vertragen, zur Sicherheit sollte es trotzdem zu den Mahlzeiten eingenommen werden (keine Übelkeit oder Erbrechen wie bei DMSO).
  • Als Nebenwirkungen sind Blähungen und Bauchschmerzen zu nennen. Diese sind meistens von kurzer Dauer und kommen insbesondere zu Beginn der Einnahme gehäuft vor.

Fallbeispiele:

  • Eine Dame kommt mit quälenden Arthroseschmerzen zu mir in die Apotheke und würde sich gerne beraten lassen, was sie abseits der gängigen Schmerztabletten noch tun könnte. Nachdem die genaue Lokalisation der Beschwerden bekannt ist, kläre ich die Dame kurz über den Wirkmechanismus von DMSO auf und empfehle ihr MSM in Verbindung mit Glucosaminsulfat und Boswellia-Säuren ( Weihrauchextrakt ). Boswellia-Säuren haben entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften. Nach etwa 2 Monaten kommt die Dame sichtlich zufrieden wieder, um sich für den guten Tipp zu bedanken. Die Schmerzen sind deutlich weniger geworden und bisher anstrengende Bewegungen fallen jetzt leichter.
  • Ein junger Mann kam zu uns in die Apotheke und zeigt sich mit einem schmerzhaften, handtellergrossen Bluterguss. Er war auf der Suche nach einem Mittel, dass beim Abschwellen und der Muskelentspannung hilft. Ich gab ihm ein DMSO-haltiges Gel zum viermal täglichen Auftragen mit nach Hause, mit dem Hinweis bei ausbleibender Besserung nach 10 Tagen einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen.

Alpha-Liponsäure

Alpha Liponsäure gilt als das wichtigste Antioxidans im menschlichen Körper. Da sie die Blut-Hirn-Schranke passieren kann und zudem sowohl fett- als auch wasserlöslich ist, ist Alpha Liponsäure Bestandteil jeder Zelle. Sie macht freie Radikale ungefährlich, schützt die Blutgefäße und das Herz-Kreislaufsystem.

Funktion:

  • Alpha Liponsäure ist ein Coenzym verschiedener Enzymkomplexe und somit in jeder Zelle des menschlichen Körpers vorhanden. Das macht sie für die zelleigene Energieproduktion unersetzlich.
  • Alpha Liponsäure ist eines der wichtigsten Antioxidantien des Körpers.
  • Alpha Liponsäure verbessert die Durchblutung der Nervenenden und gilt als wichtiger Energielieferant, weswegen es therapeutisch als Mittel gegen Nervenschädigungen eingesetzt wird.

Anwendungsgebiete:

  • Diabetes mellitus
  • Lebererkrankungen
  • Demenz
  • Chronische Erschöpfung (Fatigue Syndrom)
  • Krebsleiden
  • Adipositas
  • Herzinfarkt, Schlaganfall und Arteriosklerose
  • Grauer Star

Nebenwirkungen:

  • Hoch und vor allem zu hoch dosierte Alpha Liponsäure kann zu ungewünschten Nebenwirkungen führen, die jedoch eher selten auftreten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Schwindelgefühle und Übelkeit.

ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom)

Zahlreiche Auffälligkeiten belegen eine organische Grundlage von ME/CFS. Dazu zählen Störungen im Gefäßsystem, Energiestoffwechsel, Autonomen Nervensystem und Immunsystem. Der Krankheitsmechanismus hinter ME/CFS ist zwar noch nicht abschließend aufgeklärt, allerdings wurden in den letzten drei Jahrzehnten Forschung viele pathophysiologische Auffälligkeiten für die Krankheit festgestellt, die z. T. Dazu zählen Störungen im Gefäßsystem, dem Energiestoffwechsel, dem Autonomen Nervensystem (ANS) sowie dem Immunsystem.

Auffälligkeiten bei ME/CFS:

  • Reduzierter zerebraler Blutfluss: Einer der am häufigsten reproduzierten und bereits in den 90er-Jahren vielfach belegten Befunde bei ME/CFS ist ein verminderter Blutfluss im Gehirn.
  • Endotheliale Dysfunktion: Ein erstmals 2011 von Newton et al. für ME/CFS gezeigter Befund, der seitdem mehrfach repliziert werden konnte, ist die Endotheliale Dysfunktion: eine eingeschränkte Erweiterung der Blutgefäße.
  • Eingeschränkte Verformbarkeit roter Blutkörperchen: Saha et al. (2019) konnten zeigen, dass die roten Blutkörperchen von ME/CFS-Erkrankten sich in kleinsten Kanälen um den Faktor 7 weniger stark verformen und zudem langsamer fließen als die von gesunden Kontrollen.
  • Verminderte Sauerstoffsättigung: Aus einer gestörten Zirkulation des Blutes resultiert die Annahme, dass dadurch die Sauerstoffversorgung des Gewebes bei ME/CFS reduziert sein könnte.
  • Erhöhter Laktatspiegel: Lien et al. (2019) zeigen, dass ME/CFS-Erkrankte bei der gleichen Leistung während eines kardiopulmonologischen Belastungstests (CPET) höhere Laktatspiegel aufweisen.
  • Störungen des Autonomen Nervensystems (ANS): Ein Großteil der Funktionen menschlicher Körperorgane wird unbewusst über das Autonome Nervensystem (ANS) gesteuert.
  • Autoantikörper (AAK) gegen G-Protein gekoppelte Rezeptoren (GPCR): Einige Studien messen bei einem Teil der ME/CFS-Betroffenen erhöhte Titer von Autoantikörpern (AAK) gegen verschiedene G-Protein gekoppelte Rezeptoren (GPCR), die u. a. an der Blutflussregulation beteiligt sind.

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