Nervenentzündung im Gesicht durch Herpes Zoster: Ursachen, Behandlung und Prävention

Eine Gürtelrose im Gesicht, auch Gesichtsrose genannt, ist eine relativ häufige Erkrankung, die oft mit Komplikationen verbunden ist. In schweren Fällen kann der Krankheitserreger Auge, Ohr und Gesichtsnerven schädigen. Außerdem besteht die Gefahr, dass unschöne Narben zurückbleiben. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlung und Prävention von Gürtelrose im Gesicht.

Einführung

Die Gürtelrose (Herpes zoster) ist eine Viruserkrankung, die durch die Reaktivierung von Varizella-Zoster-Viren (VZV) verursacht wird. Diese Viren sind auch für Windpocken (Varizellen) verantwortlich. Nach einer Windpockeninfektion verbleiben die Viren inaktiv in den Nervenzellen des Körpers und können Jahre später als Gürtelrose wieder aktiv werden. Ein geschwächtes Immunsystem ist oft ein auslösender Faktor für die Reaktivierung der Viren.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursache für Gürtelrose ist eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus (VZV). Nach einer überstandenen Windpocken-Infektion bleiben die Viren im Körper und können nach Jahren oder Jahrzehnten reaktiviert werden.

Risikofaktoren:

  • Geschwächtes Immunsystem: Ein geschwächtes Immunsystem, beispielsweise durch Alter, Krankheit (z. B. HIV, Krebs, chronisch-entzündliche Erkrankungen, Diabetes mellitus) oder Medikamente (Immunsuppressiva), kann die Reaktivierung der Viren begünstigen.
  • Alter: Das Risiko für Gürtelrose steigt mit zunehmendem Alter, da das Immunsystem im Laufe der Zeit schwächer wird (Immunseneszenz). Etwa jeder zweite Mensch, der das 85. Lebensjahr erreicht, hat in seinem Leben bereits eine Gürtelrose gehabt.
  • Stress: Akuter und chronischer Stress können das Immunsystem schwächen und das Risiko für eine Reaktivierung der Viren erhöhen.
  • Weitere Faktoren: Lokale Hautirritationen, zum Beispiel durch hohe UV-Strahlung, können ebenfalls eine Rolle spielen.

Symptome

Die Symptome einer Gürtelrose im Gesicht ähneln denen anderer Zoster-Formen, umfassen jedoch spezifische Risiken aufgrund der Nähe zu sensiblen Strukturen wie Augen und Ohren. Typischerweise treten Schmerzen und ein charakteristischer Hautausschlag auf. Es gibt jedoch auch Verläufe ohne Ausschlag.

Typische Symptome:

  • Schmerzen: Brennende, stechende oder bohrende Schmerzen im betroffenen Bereich, oft einige Tage vor dem Auftreten des Hautausschlags. Die Schmerzen können leicht bis stark sein und schwankender Intensität sein.
  • Hautausschlag: Rötungen mit kleinen Knötchen, die sich innerhalb weniger Stunden zu kleinen, juckenden Bläschen entwickeln. Die Bläschen trocknen innerhalb von zwei bis zehn Tagen aus und bilden gelbliche Krusten. Der Ausschlag tritt typischerweise einseitig auf, meist im Bereich des Rumpfes, kann aber auch im Gesicht, am Kopf oder Hals auftreten.
  • Allgemeine Symptome: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, leichtes Fieber und Kribbeln unter der Haut können im Vorfeld des Ausschlags auftreten.

Besondere Symptome bei Gürtelrose im Gesicht:

  • Gürtelrose am Auge (Zoster ophthalmicus): Betrifft das Auge und kann zu Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Entzündung der Lederhaut (Skleritis), Entzündung der Hornhaut (Keratitis), Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis), Sekundärglaukom oder Schädigung von Netzhaut und Sehnerv führen. In schweren Fällen kann dies zu dauerhafter Erblindung führen.
  • Gürtelrose am Ohr (Zoster oticus): Betrifft das Ohr und kann zu Hörstörungen (bei Beteiligung des Nervus acusticus), Gleichgewichtsstörungen (bei Beteiligung des Nervus vestibularis) oder Gesichtslähmungen (Fazialisparese bei Entzündung des Nervus fazialis) führen.

Diagnostik

Bei Verdacht auf Gürtelrose im Gesicht sollte ein Arzt aufgesucht werden. Ansprechpartner sind der Hausarzt, bei Beteiligung des Auges der Augenarzt und bei Ohrenproblemen der Hals-Nasen-Ohrenarzt.

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Diagnostische Verfahren:

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt erkennt Gürtelrose im Gesicht oft anhand des typischen Erscheinungsbilds mit einseitigem Hautausschlag und Schmerzen.
  • PCR-Test oder Zellkultur: Um Herpes zoster zweifelsfrei zu diagnostizieren, kann ein PCR-Test oder eine Zellkultur auf Basis eines Wundabstrichs durchgeführt werden.
  • Blutuntersuchung: Eine Blutuntersuchung kann durchgeführt werden, um Antikörper gegen das Varizella-Zoster-Virus nachzuweisen.

Behandlung

Die Behandlung von Gürtelrose im Gesicht zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Ausbreitung der Viren zu hemmen und Komplikationen vorzubeugen.

Behandlungsmethoden:

  • Schmerzmittel: Schmerzlindernde Medikamente wie Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (ASS) können bei Schmerzen und Fieber helfen. Bei starken Schmerzen können auch verschreibungspflichtige Schmerzmittel erforderlich sein.
  • Antivirale Medikamente (Virostatika): Antivirale Medikamente wie Aciclovir, Valaciclovir, Famciclovir oder Brivudin hemmen die Vermehrung der Viren und können die Heilung beschleunigen und die Dauer der Schmerzen verkürzen. Die Einnahme sollte möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Hautausschlags beginnen.
  • Salben und Cremes: Salben und Cremes zur Hautpflege können den Hautausschlag beruhigen und Juckreiz lindern. Antiseptische oder juckreizstillende Lotionen, Gele oder Puder mit Gerbstoffen, Zink, Menthol oder Polidocanol können helfen. Kühlende feuchte Umschläge oder Quarkumschläge können ebenfalls lindernd wirken.
  • Kortison: Bei Beteiligung des Ohrs wird oft zusätzlich Kortison eingesetzt.
  • Antibiotika: Bei Komplikationen wie bakteriellen Entzündungen an Ohr und Auge können Antibiotika erforderlich sein.

Wichtige Hinweise:

  • Die Bläschen sollten nicht aufgekratzt werden, da dies das Risiko einer bakteriellen Infektion und Narbenbildung erhöht.
  • Solange die Gürtelrose ansteckend ist (bis die letzten Bläschen komplett ausgeheilt sind), sollte direkter körperlicher Kontakt mit anderen Menschen vermieden werden, insbesondere mit Schwangeren und Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Verlauf und Prognose

In den meisten Fällen heilt die Gürtelrose im Gesicht nach einigen Wochen aus. Es besteht jedoch die Gefahr von Komplikationen und Folgeschäden.

Mögliche Komplikationen:

  • Postzosterische Neuralgie: Anhaltende Schmerzen im betroffenen Bereich auch nach Abklingen des Hautausschlags. Im Gesicht ist oft der Nervus trigeminus betroffen (Trigeminusneuralgie).
  • Narbenbildung: Narben können sich als Folge einer Gürtelrose bilden, insbesondere im Gesicht- und Halsbereich.
  • Augenkomplikationen: Hornhautentzündung, Bindehautentzündung, Uveitis, Glaukom, Schädigung der Netzhaut oder des Sehnervs.
  • Ohrenkomplikationen: Hörstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Gesichtslähmung (Fazialisparese).
  • Weitere Komplikationen: In seltenen Fällen kann es zu einer Entzündung der Hirnhäute oder des Gehirns kommen. Bei Menschen mit stark geschwächter Immunabwehr können sich die Viren unkontrolliert ausbreiten und lebensbedrohliche Verläufe verursachen (z. B. Lungen-, Leber- oder Hirnhautentzündung).

Faktoren, die den Verlauf beeinflussen:

  • Alter: Ältere Menschen haben ein höheres Risiko für Komplikationen und eine längere Krankheitsdauer.
  • Immunsystem: Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein höheres Risiko für schwere Verläufe und Komplikationen.
  • Frühzeitige Behandlung: Eine frühzeitige Behandlung mit antiviralen Medikamenten kann die Heilung beschleunigen und das Risiko für Komplikationen verringern.

Vorbeugung

Es gibt eine Impfung, die den Ausbruch einer Gürtelrose recht zuverlässig verhindern kann.

Impfempfehlungen:

  • Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Gürtelrose für alle Personen ab 60 Jahren mit einem Totimpfstoff.
  • Für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, rheumatoider Arthritis, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Niereninsuffizienz oder einer Immunschwäche wird die Impfung bereits ab 50 Jahren empfohlen.
  • Die Impfung erfolgt zweimalig im Abstand von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten.

Fazialisparese als Komplikation

Eine besondere Komplikation der Gürtelrose im Gesicht ist die Fazialisparese, eine Lähmung des Gesichtsnervs (Nervus facialis).

Ursachen und Risikofaktoren:

  • Die Fazialisparese kann durch eine Entzündung des Nervus facialis verursacht werden, die durch Viren (z. B. Varizella-Zoster-Virus) oder Bakterien ausgelöst werden kann.
  • Weitere Ursachen können Unfälle, Tumore, Mittelohrentzündungen oder psychische Faktoren wie Stress sein.
  • Ein bekannter Risikofaktor ist Diabetes mellitus. Auch Schwangere haben ein erhöhtes Risiko.

Symptome:

  • Einseitige Lähmung der Gesichtsmuskulatur
  • Hängender Mundwinkel
  • Unfähigkeit, das Augenlid vollständig zu schließen
  • Geschmacksstörungen
  • Schmerzen im Gesicht oder hinter dem Ohr

Diagnose:

  • Die Diagnose erfolgt durch eine neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren (MRT oder CT), um andere Ursachen auszuschließen.
  • Eine Blutuntersuchung oder Lumbalpunktion kann durchgeführt werden, um Infektionen oder Entzündungen nachzuweisen.

Behandlung:

  • Die Behandlung umfasst Kortison, um die Entzündung zu reduzieren, und gegebenenfalls antivirale Medikamente.
  • Bei Vitamin-B12-Mangel werden Vitamin-B-Präparate verabreicht.
  • Die Augenpflege ist besonders wichtig, um die Hornhaut vor Austrocknung zu schützen.
  • In einigen Fällen ist eine Physiotherapie erforderlich, um die Gesichtsmuskulatur zu stärken.

Prognose:

  • Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen verschwinden die Symptome nach wenigen Wochen wieder vollständig.
  • In manchen Fällen bleiben Restsymptome zurück, wie unwillkürliche Zuckungen der Gesichtsmuskulatur oder unbeabsichtigte Mitbewegungen der Mimik.
  • In seltenen Fällen sind langfristige Folgen möglich, die eine rekonstruktive plastische Operation erfordern können.

Gürtelrose und Ansteckungsgefahr

Eine Gürtelrose ist ansteckend, aber nur für Personen, die noch keine Windpocken hatten oder nicht dagegen geimpft sind. Die Ansteckung erfolgt durch Kontakt mit der Flüssigkeit in den Bläschen des Hautausschlags. Wer sich infiziert, bekommt jedoch nicht Gürtelrose, sondern Windpocken.

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Schutzmaßnahmen:

  • Die Bläschen sollten nicht aufgekratzt werden, um das Risiko einer Ansteckung und bakteriellen Infektion zu verringern.
  • Die betroffenen Hautstellen sollten abgedeckt werden.
  • Direkter körperlicher Kontakt mit anderen Menschen sollte vermieden werden, insbesondere mit Schwangeren, Neugeborenen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.

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