Muskelkrämpfe in den Händen, Fingern und Unterarmen sind ein weit verbreitetes und ausgesprochen unangenehmes Problem. Diese plötzlichen Muskelkontraktionen können alltägliche Aktivitäten erheblich beeinträchtigen und zu Schmerzen und Frustration führen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Hausmittel und Maßnahmen, die helfen können, Krämpfe zu lindern und vorzubeugen.
Ursachen von Muskelkrämpfen in Händen, Fingern und Unterarmen
Krämpfe in den Händen, Fingern und Unterarmen können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden. Zu den häufigsten Ursachen zählen:
- Überlastung der Muskeln: Intensive Nutzung der Hände über längere Zeit, etwa beim Tippen, Schreiben, Handwerken, Musizieren oder spezifischen sportlichen Tätigkeiten, kann die Muskeln ermüden und zu Krämpfen führen. Dies betrifft besonders Menschen, deren Muskeln tätigkeitsspezifisch intensiv trainiert und überbelastet werden. Man spricht hierbei auch von sogenannten Beschäftigungskrämpfen wie dem Schreibkrampf, Musikerkrampf oder der Golferdystonie.
- Elektrolyt-Ungleichgewicht: Mineralien wie Kalzium, Magnesium und Kalium sind entscheidend für die Muskelfunktion. Ein Mangel oder Ungleichgewicht dieser Elektrolyte kann Krämpfe begünstigen.
- Dehydration: Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr kann zu einer gestörten Muskelkontraktion und -entspannung führen, was Krämpfe in den Händen, Fingern und Unterarmen begünstigt.
- Durchblutungsstörungen: Eine eingeschränkte Durchblutung kann die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Muskeln beeinträchtigen und Krämpfe verursachen. Dies kann beispielsweise durch langes Anwinkeln der Arme bei der Arbeit am Laptop oder Computer entstehen.
- Fehlhaltungen: Gerade bei Menschen, die viel schreiben und tippen, aber auch bei Pianisten oder Sportlern kann eine falsche Handhaltung zu Muskelverspannungen und Krämpfen in den Fingern führen.
- Bewegungsmangel: Ein Bewegungsmangel schwächt die Muskulatur, die wiederum anfälliger für Krämpfe wird.
- Raynaud-Syndrom: Dieses Syndrom kann zu Blutgefäßkrämpfen führen, insbesondere in den Fingern, wodurch die Durchblutung verringert wird und Krämpfe begünstigt werden.
- Neurologische Erkrankungen: Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder das Karpaltunnelsyndrom können ebenfalls Muskelkrämpfe in den Händen verursachen.
- Medikamente: Die Einnahme bestimmter Medikamente, darunter Diuretika (Entwässerungstabletten) oder Betablocker, kann Nebenwirkungen wie Muskelkrämpfe in den Fingern verursachen.
- Calciummangel: Calciummangel im Blut kann zu Muskelkrämpfen führen. Ursache für einen Calciummangel kann u. a. ein Vitamin-D-Mangel sein, z. B. bei Bauspeicheldrüsenentzündung, chronischer Nierenschwäche oder Fehlfunktion der Nebenschilddrüse.
- Hormonelle Erkrankungen: Bei einer Unterfunktion der Nebenschilddrüse kann ein Calciummangel entstehen. Muskelkrämpfe sind dann typische Erscheinungen. Auch während einer Schwangerschaft können vermehrt Muskelkrämpfe auftreten.
- Diabetes mellitus: Begleiterscheinungen von Diabetes mellitus können Krämpfe in den Muskeln sein.
- Entzündliche Muskelerkrankungen: Mögliche Auslöser für entzündliche Muskelerkrankungen können Viren (Grippe), Bakterien (Tetanus), Parasiten und auch Autoimmunerkrankungen (wie Myasthenia gravis) sein. Für nichtentzündliche Muskelerkrankungen, die zu Muskelschmerzen führen können, sind u. a. Muskeldystrophien (Erbkrankheit, bei der sich das Muskelgewebe abbaut), Stoffwechselstörungen (z. B. Schilddrüsenunterfunktion) oder Erkrankungen des Nervensystems (wie Parkinson, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Multiple Sklerose (MS) oder Polio) verantwortlich.
- Alkohol: Muskelschmerzen durch Alkohol (geschätzte 40 bis 60 % aller alkoholkranken Menschen leiden an chronischen Muskelerkrankungen inkl.
- Impfungen: Muskelschmerzen durch Impfungen (lokal an der Einstichstelle oder in anderen Muskelregionen aufgrund einer Nebenwirkung, z. B.
- Virale Infekte: Eine Reihe von Erregern können kurzfristig oder chronisch Muskel- und Gelenkschmerzen verursachen, als Begleitsymptome einer Entzündung oder von Fieber. Viren (z. B. Bakterien (z. B. Parasiten (z. B.
- Muskuläre Funktionsstörungen: Myalgie kann ein Symptom verschiedener Erkrankungen und Störungen des Organismus sein. Diese können sowohl nur die Muskulatur betreffen als auch im Rahmen einer autoimmunbedingten oder neurologischen Erkrankung mit weiteren Begleiterscheinungen auftreten. muskuläre Funktionsstörungen, z. B. Stoffwechselerkrankungen, z. B. Erkrankungen des Nervensystems, z. B.
Was tun bei akuten Muskelkrämpfen?
Wenn ein Muskelkrampf im Unterarm, in der Hand oder in den Fingern auftritt, gibt es verschiedene Sofortmaßnahmen, die helfen können, den Krampf zu lösen:
- Dehnen: Dehnen Sie die betroffene Muskulatur vorsichtig. Wenn sich beispielsweise der Zeigefinger verkrampft und zur Handinnenfläche krümmt, dehnen Sie ihn leicht nach oben - also von der Handinnenfläche weg. Achten Sie dabei darauf, dass Sie Ihre Schmerzgrenze nicht überschreiten. Am effektivsten ist es, den Muskel sofort zu dehnen.
- Entlasten: Entlasten Sie die betroffene Muskulatur. Machen Sie eine kurze Pause und geben Sie der Muskulatur die Möglichkeit, zu entspannen und die Durchblutung zu verbessern.
- Bewegen: Der betroffene verkrampfte Muskel kann z. B. durch leichtes Schütteln der Hand oder des Unterarms gelockert werden. Regelmäßige Bewegungen und Dehnen können helfen, Krämpfen vorzubeugen oder diese im akuten Fall zu lindern.
- Massage: Eine sanfte Massage der betroffenen Hand oder des Unterarms kann die Muskeln lockern und Krämpfe lindern.
- Wärme: Wärme kann helfen, die Verkrampfung effektiv zu lockern. Eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen können helfen. Schon eine warme Tasse Tee, die sie in den Händen halten, kann helfen, die Durchblutung der Hände zu steigern und diese zu entkrampfen. Warme Bäder oder Heizkissen können die Durchblutung fördern und die Muskeln entspannen.
- Kälte: Kältepackungen können wiederum Entzündungen lindern.
- Gurkenwasser: Um einen Krampf zu stoppen, schwören manche Athletinnen und Athleten auf Gurkenwasser: jene salzige und essighaltige Flüssigkeit, in der Gurken eingelegt sind. Laut einer kleinen US-amerikanischen Studie könnte da etwas daran sein. Das Gebräu verkürzte die Krampfdauer bei Männern mit Flüssigkeitsmangel. Da die Wirkung nahezu sofort einsetzte, sei sie nicht dadurch erklärbar, dass Flüssigkeit oder Elektrolyte aufgefüllt werden, folgern die Autoren. Stattdessen müsse es etwas mit den Nerven zu tun haben. Vermutlich stimuliert die Essigsäure bestimmte Rezeptoren im Mund-Rachenraum. Dieses Signal unterbricht offenbar den Krampf.
- Elektrostimulation: Setzt man solche von außen, kann man absichtlich einen Krampf auslösen. Laut Behringer gibt es hierfür eine minimale Frequenz, eine „Krampfschwelle", wie er es nennt. In einer Studie, bei der sein Team die Elektrostimulation bei Testpersonen (eigentlich mit einem anderen Ziel) anwandte, stellte es Überraschendes fest: Die übliche Frequenz reichte nicht mehr, um einen Krampf auszulösen. „Offenbar haben wir ihre Krampfschwelle erhöht."
Vorbeugende Maßnahmen gegen Muskelkrämpfe
Um Muskelkrämpfen in Händen, Fingern und Unterarmen vorzubeugen, können folgende Maßnahmen hilfreich sein:
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Achten Sie darauf, genügend Wasser zu trinken, um eine Dehydration zu vermeiden. Zur Vorbeugung ist es sinnvoll, genügend zu trinken und gegebenenfalls auf sogenannte isotonische Getränke zurückzugreifen. So lohnt sich bei Mineralwasser durchaus der Blick aufs Etikett: Gute Sportlerwasser enthalten mehr als 100 Milligramm Magnesium pro Liter. Im Prinzip reichen Saftschorlen und Mineralwasser beim Sport aus, da sie ebenfalls Mineralien enthalten.
- Ausgewogene Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Kalzium, Magnesium und Kalium. Reichlich Magnesium ist außerdem in Vollkornbrot, Hülsenfrüchten und Nüssen enthalten.
- Regelmäßige Pausen: Wenn Sie viel mit Ihren Händen arbeiten, sei es im Job oder bei bestimmten Sportarten, sollten Sie regelmäßig Pausen einlegen und Ihre Handmuskeln dehnen. Regelmäßige Pausen können genutzt werden, um die Muskulatur zu entspannen und die Durchblutung der Hände und Finger zu fördern.
- Dehnübungen: Durch gezielte Dehnübungen und Massagen können Sie die Muskeln entspannen und die Krampfanfälle in Finger und Hand reduzieren. Dehnübungen sind nützlich, um die Armmuskulatur, insbesondere die Muskeln der Handgelenke und Finger, zu lockern, Verspannungen zu lösen und Krämpfen vorzubeugen.
- Ergonomischer Arbeitsplatz: Gerade an einem Bildschirmarbeitsplatz ist Ihre Unterarmmuskulatur und Ihr Handgelenk stark gefordert. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch oder ein Mauspad mit integrierter Abstützung des Handgelenks können dabei helfen, dass Ihre Hand- und Fingermuskulatur entlastet wird. Eine ergonomische Arbeitsumgebung wie ein höhenverstellbarer Computertisch kann helfen, einseitige Belastungen zu vermeiden. Hilfsmittel, wie ein Mauspad mit integrierter Abstützung des Handgelenks, eine ergonomische Tastatur oder Handgelenkstützen können die Belastung der Hände und Finger reduzieren.
- Hand- und Fingertraining: Ein spezielles Hand- und Fingertraining kann Ihnen dabei helfen, die betroffenen Muskeln zu stärken und deren Flexibilität aufzubauen. Ein spezielles Hand- und Fingertraining kann helfen, Muskeln aufzubauen und diese leistungsfähiger zu machen.
- Vermeiden Sie zu enges Schuhwerk: Vermeiden Sie zu enges Schuhwerk, in denen Ihre Füße gequetscht werden. Auch Schuhe mit hohen Absätzen sollten Sie seltener tragen, wenn Sie zu Krämpfen neigen, denn sie belasten die Wadenmuskulatur zusätzlich. Bei einer Fußfehlstellung können entsprechenden Einlagen die Füße entlasten und helfen, Krämpfen vorzubeugen.
- Regelmäßiger Ausdauersport: Regelmäßiger Ausdauersport, wie Joggen, Schwimmen, Walken oder Radfahren, regt die Durchblutung in den Beinen an und beugt Krämpfen in Waden und Oberschenkel vor. Wichtig ist dabei jedoch darauf zu achten, den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen.
- Wechselduschen: Auch regelmäßige Wechselduschen mit warmem und kaltem Wasser können Wadenkrämpfen vorbeugen. Sie wirken entkrampfend und trainieren gleichzeitig die Venen.
- Wärme: Um nächtlichen Wadenkrämpfen vorzubeugen, kann es helfen, die Beine warm zu halten, indem Sie warme Socken anziehen oder die Beine auf eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen legen.
Spezielle Übungen zur Vorbeugung von Krämpfen in Händen und Fingern
Ein spezielles Finger- und Handtraining kann Ihnen dabei helfen, die betroffenen Muskeln zu stärken und deren Flexibilität aufzubauen. Hier sind einige einfache Übungen, um dem Krampf in Finger und Hand vorzubeugen:
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- Fingerstrecken: Strecke deine Finger weit auseinander und halte die Position für 10 Sekunden.
- Handballen-Pressen: Drücke deine Handflächen gegeneinander und halte den Druck für 10 Sekunden.
- Greifübungen: Halte einen kleinen Ball, einen Handtrainer oder ein zusammengerolltes Handtuch und drücke es zusammen, so fest du kannst. Halte den Druck für einige Sekunden und lasse dann los.
- Daumendehnung: Dehne deinen Daumen, indem du ihn mit der anderen Hand vorsichtig nach hinten drückst.
- Fingerabklopfen: Tippe mit den Fingern abwechselnd auf eine Tischplatte oder eine andere harte Oberfläche.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
In den meisten Fällen sind Muskelkrämpfe harmlos und lassen sich mit einfachen Maßnahmen selbst behandeln. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Arzt aufgesucht werden sollte:
- Häufige oder langanhaltende Krämpfe: Treten Krämpfe immer wieder auf und dauern sie länger an, sollte die Ursache abgeklärt werden.
- Starke Schmerzen: Bei sehr starken Schmerzen, die sich nicht durch Dehnen oder Massieren lindern lassen.
- Begleitende Symptome: Treten neben den Krämpfen noch andere Symptome wie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Schwäche auf.
- Unklare Ursache: Wenn die Ursache der Krämpfe unklar ist oder die Krämpfe ohne erkennbaren Auslöser auftreten.
- Krämpfe als Nebenwirkung von Medikamenten: Wenn der Verdacht besteht, dass Medikamente die Krämpfe verursachen, sollte der Arzt konsultiert werden.
Der Arzt kann durch eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere Tests (z. B. Blutuntersuchung, neurologische Untersuchung) die Ursache der Krämpfe feststellen und eine geeignete Behandlung einleiten.
Muskelaufbau und Massage bei Schmerzen im Unterarm
Im Folgenden wirst du lesen, wie und welche Muskeln du bei Schmerzen im Unterarm untersuchen und ggf. massieren solltest. Führe die Massage präzise und ohne Hast aus. Meist ist die Massage recht schmerzhaft. Es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen. Im nächsten Abschnitt behandeln wir die Schmerzen an der Außenseite deines Unterarms. Beginnen wir mit dem Pectoralis major, deinem großen Brustmuskel. Platziere hierzu einen Ball auf deiner Brust und lehne dich dann gegen eine Wand. Massiere jedes empfindliche Gebiet, indem du max. Massiere diese mit max. Beginnen wir mit deinem Serratus posterior superior. Dieser Muskel liegt unter deinem Schulterblatt und um an seine Fasern zu gelangen, musst du den Arm der betroffenen Seite vor deinem Körper kreuzen und dort halten. Achtung! Zu guter Letzt widmen wir uns noch dem Latissimus dorsi. Der Serratus anterior verbindet deine Rippen mit deinem Schulterblatt. Dazu platzierst du deine Finger oder den Ball auf dem Muskel und suchst dort nach schmerzlichen Punkten und massierst jeden, den du findest, mit max. Massiere den Muskel mit der Fingertechnik und führe die Massagestriche parallel zum Faserverlauf des Muskels aus - d.h. Abschließend wenden wir uns noch deiner Schulter und den zwei oben genannten Muskeln zu. Sobald du einen findest, bleibe dort und führe dann ca. Drücke nun in das Muskelgewebe und hebe deinen Arm. Alternative: Massagefee. Alternative: Massagefee. Nun bleibt nur noch der Infraspinatus übrig.
Wärme und Kälte richtig anwenden
Beide Formen der Thermotherapie erfüllen einen wichtigen Zweck bei Verletzungen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, wann Sie die betroffene Körperregion kühlen und wann Sie diese wärmen sollten.
- Nackenschmerzen: Wärme hilft: Wenn der Orthopäde Verletzungen an der Wirbelsäule ausschließen kann, sind in der Regel Verspannungen die Ursache für Nackenschmerzen. Typischerweise treten diese bei einseitiger oder langer Belastung auf, zum Beispiel bei einer sitzenden Tätigkeit. Sie lassen sich wie alle Verspannungen am besten mit Wärme behandeln. Da es schwierig ist, Wärmekissen in diesem Bereich zu platzieren, sind Infrarotlampen eine gute Wahl. Bei Wärmepflastern sollten Sie darauf achten, diese nicht zu lange zu tragen, damit sie die Haut nicht reizen. Wärmekompressen aus feuchten Handtüchern lassen sich zu Hause ebenfalls gut auflegen. Wer eine Badewanne hat, kann auch ein heißes Bad nehmen. Physiotherapeuten wenden eventuell Heilschlamm an oder massieren den Nacken sanft mit einer heißen Rolle.
- Zerrungen und Prellungen: kühlen oder wärmen?: Bei typischen Sportverletzungen oder einem umgeknickten Fuß sind Kältebehandlungen die richtige Maßnahme. Sie lindern Schmerzen und führen dazu, dass eine eventuelle Schwellung nicht ganz so intensiv ausfällt. Mediziner diskutieren allerdings, ob die Kältetherapie nicht auch die Heilungsprozesse des Körpers zu stark hemmt. Eine Alternative zur Thermotherapie können leichte Druckverbände sein.
- Gelenkentzündungen: Wärme oder Kälte?: Kälte verringert die Durchblutung und hemmt auf diese Weise die Entzündungsprozesse. Bei akuten Entzündungen ist Kälte daher oft eine gute Entscheidung. Bei chronischen Entzündungen ist es sinnvoll, zunächst Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten. Oftmals ist Kälte durchaus empfehlenswert. Beispielsweise kann bei rheumatoider Arthritis eine Kältetherapie (Kryotherapie) die Behandlung ergänzen. Bei chronischen Gelenkerkrankungen kann die Wahl der Thermotherapie auch vom jeweiligen Zustand des Gelenks abhängen. Kälte wirkt besser bei überwärmten Gelenken. Fühlen sich die Körperregionen normal an, können Patienten auch testen, ob ihnen bei Schmerzen Wärme guttut. Im Zweifel sollten Sie die Behandlung mit ihrem Arzt oder Physiotherapeuten besprechen.
- Rückenschmerzen: Kälte und Wärme kombinieren: Bei starken Rückenschmerzen gehen Verspannungen und entzündliche Prozesse oft Hand in Hand. In solchen Fällen wird gegebenenfalls zunächst eine Kältetherapie eingesetzt, um die Entzündung zu hemmen. Ist sie abgeklungen, kann Wärme dabei helfen, die Muskeln zu entspannen. Aber auch hier gilt - besprechen Sie die Maßnahmen mit Ihrem Arzt, denn er kann entscheiden, ob sie auch wirklich passend ist oder nicht doch andere Therapien durchgeführt werden sollten.
Was kann man bei Wärme- und Kälteanwendungen falsch machen?
Weniger ist oft mehr: Der größte Fehler bei Wärme- und Kältetherapien besteht darin, Temperatur und Dauer der Anwendung zu übertreiben. Das kann zu Gewebeschäden führen und Heilungsprozesse stören oder andere Verletzungen herbeiführen. Darauf sollten Sie achten:
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- Legen Sie Kühlpacks und Wärmekissen niemals direkt auf die Haut auf. Wickeln Sie sie stattdessen beispielsweise in ein Küchentuch oder Baumwollshirt ein.
- Vermeiden Sie extreme Temperaturen bei einer Thermotherapie. Es kann sonst zu Verbrennungen oder zu Gewebeschäden durch Unterkühlung kommen.
- Setzen Sie Wärme oder Kälte jeweils nur wenige Minuten ein.
Die Rolle von Magnesium
Wer beim Sport zu Muskelkrämpfen neigt, hört oft den Tipp, Magnesium einzunehmen. "Man geht davon aus, dass Magnesium einen gewissen Schutz gegen Muskelkrämpfe bietet", sagt Professor Herbert Löllgen vom Deutschen Sportärztebund. Absolute Sicherheit gegen die Muskelschmerzen bringt der Mineralstoff aber nicht. Sportler und Menschen, die unter nächtlichen Wadenkrämpfen leiden, sollten generell ausreichend Mineralstoffe zu sich nehmen, um Muskelkrämpfen vorzubeugen. Dabei helfen zum Beispiel Magnesiumtabletten. Besprechen Sie sich also besser mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin, statt einfach zu einem Magnesium-Präparat zu greifen. Denn diese können auch Nebenwirkungen, zum Beispiel Durchfall, haben. Wer Medikamente schluckt oder bekannte Erkrankungen hat, sollte sich vor der Einnahme von Magnesium zumindest in der Apotheke beraten lassen. Es gibt Gründe, die gegen die Anwendung sprechen können, auch Wechselwirkungen sind möglich!
Michael Behringer, Professor für Sportmedizin und Leistungsphysiologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main meint: „Es gibt momentan so gut wie keine Evidenz dafür, dass Magnesium bei Muskelkrämpfen hilft. Trotzdem ist das fest in unseren Köpfen verankert - es ist ganz schwer rauszubekommen."
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