Die Haut ist ein komplexes Organ, dessen Gesundheit durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird. Verletzungen, Erkrankungen und altersbedingte Veränderungen können die Hautbarriere beeinträchtigen und zu Problemen wie chronischen Wunden, Hautkrebs oder Venenleiden führen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Aspekte der Hautgesundheit, von der Wundheilung über die Behandlung von Nagelpilz bis hin zu den Möglichkeiten der Lasertherapie.
Wundheilung: Ein komplexer Prozess
Die Wiederherstellung der Barrierefunktion der Haut nach einer Verletzung ist ein grundlegender Prozess für jeden Organismus. Die Natur nutzt molekulare und zelluläre Mechanismen, die auch bei anderen physiologischen und pathologischen Prozessen eine Rolle spielen.
Phasen der Wundheilung
Der physiologische Wundheilungsprozess wird vereinfacht in drei sich zeitlich überlappende Phasen unterteilt:
- Entzündung: Nach einer Verletzung wird die Gerinnungskaskade aktiviert und eine entzündliche Reaktion ausgelöst, um defektes Gewebe und Keime zu eliminieren.
- Gewebewachstum: Es erfolgt die Neubildung von dermalem Gewebe (Granulationsgewebe) durch Einsprossung von Gefäßen, Aktivierung und Vermehrung von Fibroblasten sowie die Synthese extrazellulärer Matrix.
- Narbenbildung: Keratinozyten wandern über das Granulationsgewebe und stellen die epitheliale Barriere wieder her.
Chronische Wunden
Eine Wunde wird in der Regel als chronisch bezeichnet, wenn ein Wundschluss innerhalb von 8 Wochen ausbleibt. Die Prävalenz chronischer Wunden wird in Deutschland auf 1-3 % geschätzt und ist stark altersabhängig. Dies liegt an der abnehmenden biologischen Regenerationsfähigkeit der Haut im Alter und dem Auftreten von Wundheilungsstörungen als Symptom altersassoziierter Grunderkrankungen wie venösen oder arteriellen Gefäßerkrankungen oder Diabetes mellitus.
Ursachen für Wundheilungsstörungen
Zahlreiche Faktoren können den physiologischen Ablauf der Wundheilung stören. Überschießendes Gewebe führt zur Entstehung einer hypertrophen Narbe oder eines Keloids. Eine pathologische Verzögerung der Vermehrung des Granulationsgewebes und des Wundschlusses kennzeichnet eine chronische Wunde. In den meisten Fällen liegt bei chronischen Wundheilungsstörungen eine Grunderkrankung vor, häufig Gefäß- oder Stoffwechselerkrankungen.
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Diagnostik und Therapie von Wundheilungsstörungen
Eine frühzeitige Diagnose der zugrunde liegenden Ursachen ist entscheidend für einen nachhaltigen Therapieerfolg. Je länger eine chronische Wunde besteht, desto unwahrscheinlicher wird ihre Abheilung. Eine kausaltherapeutische Versorgung der Grunderkrankung in Kombination mit einer effizienten Lokalbehandlung ist wichtig für einen Wundschluss.
Die Anamnese, klinische Inspektion und gegebenenfalls apparative und laborchemische Diagnostik sind wichtige Schritte zur Erkennung der ätiologischen Faktoren der Wundheilungsstörung.
Die Therapie umfasst:
- Behandlung der Grunderkrankung
- Beseitigung lokaler Störfaktoren
- Wundsäuberung und Débridement
- Stimulation des Wachstums von Granulationsgewebe
- Förderung der Epithelisierung
Hautkrebs: Zunehmendes Risiko durch UV-Strahlung
Hautkrebserkrankungen nehmen aufgrund verstärkter Sonnen-Einstrahlung zu, ein Trend, der durch den Klimawandel noch verstärkt wird. Besonders gefährdet sind Personen, die sich berufsbedingt viel im Freien aufhalten.
Aktinische Keratose
Die aktinische Keratose (AK) ist eine Vorstufe von Hautkrebs, die sich unbehandelt zu hellem Hautkrebs, dem kutanen Plattenepithelzell-Karzinom (cSCC), entwickeln kann.
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Forschungsprojekt zur Früherkennung von Hautkrebs
Ein Forschungsprojekt der Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie im St. Josef-Hospital Bochum widmet sich der Frage, wie heller Hautkrebs aus der aktinischen Keratose entsteht. Ziel ist es, ein Bewertungssystem zu entwickeln, welches das Progressionsrisiko anzeigt, um medizinisch nicht notwendige Therapien zu reduzieren und das Gesundheitssystem zu entlasten.
Venenerkrankungen: Ursachen, Symptome und Behandlung
Venenerkrankungen sind weit verbreitet und können verschiedene Beschwerden verursachen, von Müdigkeit und Stauungsbeschwerden bis hin zu Hautveränderungen und Geschwüren am Unterschenkel.
Ursachen und Symptome
Krampfadern entstehen durch ein geschwächtes Bindegewebe, überdehnte Gefäße und Ablagerungen an den Innenwänden der Blut führenden Gefäße. Symptome sind unter anderem:
- Müdigkeit
- Stauungsbeschwerden
- Wadenkrämpfe
- Hautveränderungen
- Geschwüre am Unterschenkel
Diagnostik und Therapie
Im Anfangsstadium der Venenerkrankung kann versucht werden, die Venen zu veröden. Bei ausgeprägter Varicosis sind Behandlungsmaßnahmen wie das Tragen eines Gummistrumpfes und die Gabe von Medikamenten möglich. Zur Operation kann nur geraten werden, wenn das tiefe Venesystem intakt ist. Dazu Bedarf es eingehender Untersuchungen wie Plethysmografie, sonographischer (Duplex) oder röntgenologischer (Phlebographie) Darstellung des Venesystems.
Venenübungen und Verhaltensmaßnahmen
- Meiden Sie Wärme über 28°C.
- Duschen Sie die Beine 2mal täglich ab.
- Meiden Sie stehende und sitzende Tätigkeiten von mehr als eine Stunde.
- Lagern Sie bei Schwellungen die Beine nachts hoch.
- Vermeiden Sie Übergewicht und schweres Heben.
- Achten Sie auf weichen Stuhlgang und trinken Sie ausreichend.
- Tragen Sie geeignetes Schuhwerk mit flachem Absatz.
- Nehmen Sie die Pille nur nach Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt.
Dermatologische Ambulanz: Spezialsprechstunden für verschiedene Hauterkrankungen
Die dermatologische Ambulanz betreut Patienten mit einem breiten Spektrum dermatologischer Krankheitsbilder. Neben den allgemeinen Sprechstunden gibt es diverse Spezialsprechstunden, die die Möglichkeit bieten, Patienten mit bestimmten Erkrankungen oder schwierigen Krankheitsverläufen durch spezialisierte Ärzte zu behandeln.
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Spezialsprechstunden
- Zentrum für Hidradenitis suppurativa / Acne inversa: Behandlung der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung Acne inversa.
- Sprechstunde für Autoimmunerkrankungen: Diagnostik und Therapie von Autoimmunerkrankungen der Haut wie Kollagenosen.
- Tumorsprechstunde: Diagnostik und Therapie von Hauttumoren.
- Proktologische Sprechstunde: Diagnostik und Therapie anogenitaler Dysplasien, die durch Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) verursacht werden.
Lasertherapie: Vielseitige Anwendungsmöglichkeiten in der Dermatologie
Die Lasertherapie verspricht heutzutage Erfolge in nahezu allen medizinischen Teilbereichen, wie der Dermatologie, Sportmedizin und Wundbehandlung. Auch in der Schmerztherapie sind Laser-Verfahren längst etabliert und erfreuen sich bester Resultate.
Low-Level-Laser-Therapie (Softlasertherapie)
Die Low-Level-Laser-Therapie ist eine Regulationstherapie und gehört zu den alternativmedizinischen Therapiemethoden. Ziel der Therapie ist es, durch die gebündelte Energie des Laserstrahls, den Zellstoffwechsel zu beeinflussen und biochemische Prozesse zur Zellerneuerung anzustoßen, was wiederum eine schmerzstillende Wirkung mit sich bringen kann.
Indikationen
- Neuralgien (Nervenschmerz)
- Stumpfschmerzen
- Phantomschmerzen
- Arthrose
- Arthritis
- Herpes zoster (Gürtelrose)
- Herpes labialis (Fieberblasen)
Vorteile der Laser-Therapie
- Entzündungshemmende und schmerzstillende Effekte durch die Regeneration der Zellen
- Stimulierung des Immunsystems
- Förderung der Wundheilung
- Verbesserte Gewebedurchblutung durch die Neubildung von Blutgefäßen
- Schmerzfreiheit der Behandlung
- Erfolge sind oft schon nach der ersten Anwendung zu verzeichnen
Lasertherapie gegen Nagelpilz
Die Lasertherapie ist eine mögliche Alternative zur systemischen Therapie mit Tabletten bei Nagelpilz. Die Lasertechnik kann auf zwei verschiedene Arten zum Einsatz kommen:
- Der Hautarzt oder die Hautärztin trägt mit einem Laser Nagelsubstanz ab, um die Nagelplatte zu verdünnen und das Eindringen von Wirkstoffen aus Lack oder Creme zu erleichtern.
- Der Nagel wird durch den Laser erhitzt, um den Pilz abzutöten. Ergänzend kommen Lack oder Creme zur Anwendung.
Nagelpilz: Ursachen, Symptome und Behandlung
Nagelpilz ist eine hartnäckige Infektion, die mehrere Monate Behandlungszeit erfordert.
Ursachen und Symptome
Nagelpilz, medizinisch Onychomykose, wird meist durch Hautpilze (Dermatophyten) verursacht, seltener durch Hefe- oder Schimmelpilze. Die betroffenen Nägel sind weißlich-gelblich bis bräunlich verfärbt, verdickt und brüchig.
Behandlung
- Antimykotika in Form von Lacken und Cremes
- Systemische Therapie mit Tabletten (Terbinafin, Itraconazol, Fluconazol)
- Lasertherapie
Hautpilz: Formen, Ursachen und Symptome
Dermatomykose bezeichnet die Infektionen von Haut, Haaren oder Nägeln durch Pilze wie Fadenpilze, Hefepilze oder Schimmelpilze.
Formen
- Oberflächliche Infektionen (Körper-, Fuß- oder Nagelpilz, Infektion in Hautfalten, des Genitals)
- Tiefe Pilzinfektionen (im Bart- und Kopfhaarbereich)
Symptome
- Aufweichung der Haut
- Rötung, Hauteinrisse, Juckreiz
- Feine trockene Schuppung, Bläschen, Spannungsgefühl
- Scharf begrenzte Rötungen mit einer randständigen Schuppung
- Pusteln und Furunkel am Haarbalg
Ursachen
- Übertragung von Mensch zu Mensch (gemeinsame Benutzung von Handtüchern, Schuhen, Strümpfen)
- Trichophyten (Trichophyton rubrum, T. interdigitale)
- Zoophile Dermatophyten (Übertragung durch Haustiere)
- Schimmelpilze und Hefen (insbesondere bei Vorschädigung der Haut oder des Nagels)
Begünstigende Faktoren
- Genetische Belastungen
- Verhaltensbedingte Ursachen (Benutzung öffentlicher Badeeinrichtungen, Gemeinschaftsduschen)
- Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, Fußfehlstellungen, Periphere Neuropathie, Verletzungen des Fußes
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