Hautbrennen: Ursachen, Symptome und Linderung

Hautbrennen ist ein unangenehmes Gefühl, das viele Menschen betrifft. Es kann sich als stechendes, brennendes oder hitzeartiges Empfinden auf der Haut äußern und von verschiedenen Faktoren ausgelöst werden. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Ursachen von Hautbrennen, insbesondere im Zusammenhang mit Sonnenbrand und Nerven, und bietet einen umfassenden Überblick über Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

Ursachen von Hautbrennen

Die Ursachen für Hautbrennen sind vielfältig und reichen von harmlosen Reizungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Trockene Haut: Eine geschwächte Hautbarriere kann Feuchtigkeit nicht ausreichend speichern, was zu Trockenheit, Spannungsgefühlen und Brennen führt.
  • Sonnenbrand: UV-Strahlung schädigt die Hautzellen und verursacht Rötungen, Schmerzen und ein intensives Brennen.
  • Allergische Reaktionen: Kontaktallergien können durch verschiedene Substanzen wie Kosmetika, Reinigungsmittel oder Metalle ausgelöst werden.
  • Hauterkrankungen: Neurodermitis, Psoriasis und andere Hauterkrankungen können mit Entzündungen, Juckreiz und Brennen einhergehen.
  • Nervenschädigungen (Polyneuropathie): Schädigungen der peripheren Nerven können zu Missempfindungen wie Brennen, Kribbeln und Taubheit führen.
  • Infektionen: Herpes Zoster (Gürtelrose) und Borreliose können ebenfalls Hautbrennen verursachen.
  • Psychische Faktoren: Stress und emotionale Belastungen können Hautsymptome verstärken oder auslösen.

Sonnenbrand als Ursache

Ein Sonnenbrand entsteht durch übermäßige UV-Strahlung, die die Hautzellen schädigt. Dies führt zu einer Entzündungsreaktion, die sich durch Rötung, Schmerzen und ein brennendes Gefühl äußert. In schweren Fällen können sich Blasen bilden.

Nerven als Ursache

Nervenschädigungen, insbesondere Polyneuropathie, können eine wichtige Ursache für Hautbrennen sein. Polyneuropathie ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, also der Nervenbahnen außerhalb von Gehirn und Rückenmark, die Muskeln, Haut und innere Organe versorgen.

Ursachen von Polyneuropathie

Die Ursachen von Polyneuropathie sind vielfältig:

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  • Diabetes mellitus: Ein zu hoher Blutzuckerspiegel kann die Nerven schädigen.
  • Alkoholmissbrauch: Übermäßiger Alkoholkonsum ist ein häufiger Auslöser.
  • Entzündliche Erkrankungen: Rheumatoide Arthritis, Grippe oder HIV-Infektion können eine Polyneuropathie auslösen.
  • Chemotherapie: Einige Krebsmedikamente können Nervenschäden verursachen.
  • Autoimmunerkrankungen: In manchen Fällen richtet sich das Immunsystem gegen die eigenen Nerven.
  • Infektionen: Dem Guillain-Barré-Syndrom geht typischerweise ein Infekt voraus, der zu aufsteigenden Lähmungen führen kann.
  • Angeborene Formen: Seltenere, genetisch bedingte Polyneuropathien.

Symptome von Polyneuropathie

Typische Symptome einer Polyneuropathie sind:

  • Kribbeln und Brennen
  • Gestörtes Temperaturempfinden
  • Taubheitsgefühle
  • Schmerzen
  • Muskelschwäche
  • Lähmungserscheinungen (in schweren Fällen)

Die Symptome beginnen oft in den Füßen und breiten sich dann "strumpfförmig" nach oben aus. Später können auch die Hände betroffen sein ("handschuhförmiges Muster").

Symptome von Hautbrennen

Hautbrennen kann sich auf verschiedene Weise äußern:

  • Brennendes, stechendes oder hitzeartiges Gefühl: Dies ist das Hauptsymptom.
  • Rötung: Die Haut kann gerötet und entzündet sein.
  • Juckreiz: Juckreiz kann begleitend auftreten.
  • Kribbeln: Ein Kribbeln oder Ameisenlaufen auf der Haut ist möglich.
  • Spannungsgefühl: Die Haut kann sich angespannt und trocken anfühlen.
  • Schwellung: In manchen Fällen kann die Haut anschwellen.
  • Bläschenbildung: Bei Sonnenbrand oder allergischen Reaktionen können sich Bläschen bilden.

Diagnose von Hautbrennen

Die Diagnose von Hautbrennen erfordert eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung. Der Arzt wird nach den genauen Symptomen, dem Zeitpunkt des Auftretens und möglichen Auslösern fragen.

Diagnostische Maßnahmen

  • Anamnese: Detailliertes Gespräch über die Krankengeschichte und aktuelle Beschwerden.
  • Körperliche Untersuchung: Inspektion der Haut auf Rötungen, Schwellungen, Bläschen oder andere Veränderungen.
  • Allergietests: Epikutantest (Pflastertest) zur Identifizierung von Kontaktallergenen.
  • Neurologische Untersuchung: Überprüfung der Sensibilität, Reflexe und Nervenleitgeschwindigkeit bei Verdacht auf Polyneuropathie.
  • Blutuntersuchungen: Überprüfung von Entzündungswerten, Blutzucker, Vitamin-B12-Spiegel und anderen relevanten Parametern.
  • Hautbiopsie: Entnahme einer Hautprobe zur mikroskopischen Untersuchung.

Behandlung von Hautbrennen

Die Behandlung von Hautbrennen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.

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Allgemeine Maßnahmen

  • Kühlen: Kühlende Umschläge oder Duschen können bei Entzündungen und Sonnenbrand Linderung verschaffen.
  • Feuchtigkeitspflege: Regelmäßiges Eincremen mit feuchtigkeitsspendenden Lotionen oder Cremes ist wichtig, um die Hautbarriere zu stärken.
  • Vermeidung von Reizstoffen: Meiden Sie Substanzen, die das Brennen auslösen oder verstärken, wie z.B. bestimmte Kosmetika, Reinigungsmittel oder Kleidung.
  • Stressreduktion: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen und Hautsymptome zu lindern.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren kann die Hautgesundheit unterstützen.

Spezifische Behandlungen

  • Sonnenbrand: Kühlende Umschläge, feuchtigkeitsspendende Lotionen, eventuell kortisonhaltige Cremes.
  • Allergische Reaktionen: Vermeidung des Allergens, Antihistaminika, kortisonhaltige Cremes.
  • Neurodermitis: Intensive Basispflege mit rückfettenden Cremes, Kortisoncremes bei Bedarf, Vermeidung von Auslösern.
  • Polyneuropathie: Behandlung der Grunderkrankung (z.B. Diabetes), Schmerzmittel, Physiotherapie, alternative Therapien.
  • Gürtelrose: Virustatika zur Bekämpfung der Viren, Schmerzmittel.

Behandlung von Polyneuropathie

  • Behandlung der Grunderkrankung: Bei Diabetes ist eine gute Blutzuckereinstellung entscheidend. Bei Alkoholmissbrauch ist ein Verzicht auf Alkohol notwendig.
  • Medikamentöse Therapie: Schmerzmittel, Antidepressiva oder Antiepileptika können zur Linderung neuropathischer Schmerzen eingesetzt werden.
  • Physiotherapie: Gezielte Übungen können die Muskelkraft und Koordination verbessern.
  • Alternative Therapien: Akupunktur, Elektrotherapie und Hydrotherapie können zur Linderung der Symptome beitragen.

Naturheilkundliche Ansätze

  • Elektrotherapie: Stangerbäder mit leichten elektrischen Strömen können die Nerven stimulieren.
  • Hydrotherapie: Wechselgüsse und Bäder können die Hautnervenrezeptoren reizen und stimulieren.
  • Akupunktur: Kann bei Empfindungsstörungen und Schmerzen helfen.
  • Capsaicin-Creme: Salbe aus spanischem Pfeffer kann Schmerzsensoren betäuben.

Vorbeugung von Hautbrennen

  • Sonnenschutz: Vermeiden Sie übermäßige Sonneneinstrahlung und verwenden Sie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor.
  • Hautpflege: Verwenden Sie milde, feuchtigkeitsspendende Hautpflegeprodukte, die frei von Duft- und Konservierungsstoffen sind.
  • Vermeidung von Allergenen: Identifizieren und meiden Sie Substanzen, auf die Sie allergisch reagieren.
  • Stressmanagement: Üben Sie Entspannungstechniken, um Stress abzubauen.
  • Gesunde Lebensweise: Ernähren Sie sich ausgewogen, treiben Sie regelmäßig Sport und vermeiden Sie Alkohol und Nikotin.
  • Blutzuckerkontrolle: Bei Diabetes ist eine gute Blutzuckereinstellung wichtig, um Nervenschäden vorzubeugen.

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