Das WALA Aconit Schmerzöl ist ein anthroposophisches Arzneimittel, das traditionell zur Linderung von Schmerzen und zur Förderung der Selbstheilungskräfte des Körpers eingesetzt wird. Es findet Anwendung bei verschiedenen Beschwerden, insbesondere im Zusammenhang mit Nervenschmerzen (Neuralgien), Nervenentzündungen (Neuritiden), Gürtelrose (Herpes zoster) und rheumatischen Gelenkerkrankungen.
Was ist Polyneuropathie?
Polyneuropathie ist eine Erkrankung, bei der mehrere periphere Nerven gleichzeitig geschädigt sind. Dies kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter Schmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln und Muskelschwäche, meist beginnend in den Füßen. Diabetes mellitus ist eine häufige Ursache für Polyneuropathie, bei der hohe Blutzuckerwerte die Nerven schädigen.
Anwendungsgebiete von WALA Aconit Schmerzöl
Gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis wird WALA Aconit Schmerzöl zur Anregung des Wärmeorganismus und zur Integration von Stoffwechselprozessen bei schmerzhaften entzündlichen Erkrankungen, die vom Nerven-Sinnes-System ausgehen, eingesetzt. Zu den spezifischen Anwendungsgebieten gehören:
- Nervenschmerzen (Neuralgien): Schmerzen, die durch eine Schädigung oder Reizung von Nerven verursacht werden. Diese Schmerzen können brennend, bohrend oder stechend sein und plötzlich auftreten.
- Nervenentzündungen (Neuritiden): Entzündungen der Nerven, die zu Schmerzen und Funktionsstörungen führen können.
- Gürtelrose (Herpes zoster): Eine Viruserkrankung, die durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht wird und sich durch schmerzhafte Hautbläschen äußert, die in Streifen angeordnet sind.
- Rheumatische Gelenkerkrankungen: Entzündliche Erkrankungen der Gelenke, die mit Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen einhergehen.
Auch bei Muskel- und Gelenkbeschwerden und Verspannungen, z. B. im Rücken, im Nacken oder in den Schultern kann Aconit Schmerzöl lindernd wirken.
Die Inhaltsstoffe und ihre Wirkung
Das WALA Aconit Schmerzöl enthält eine Kombination natürlicher Inhaltsstoffe, die synergistisch wirken, um Schmerzen zu lindern und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Zu den Hauptbestandteilen gehören:
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- Aconitum napellus (Eisenhut): In potenzierter Form wirkt Aconitum napellus der Auskühlung entgegen und lindert Muskel- und Nervenschmerzen.
- D-Campher: Regt die periphere Durchblutung an und wirkt wärmend.
- Lavandulae aetheroleum (Ätherisches Lavendelöl): Beruhigt, entspannt und duftet angenehm. Lavendelöl schenkt körperliche und seelische Entspannung.
- Quarz: Unterstützt die Integration von Stoffwechselprozessen.
Die WALA wählt für diese vielschichtige Komposition ganz bewusst ein pflanzliches Öl als Grundlage. Denn Öle sind konzentrierte Sonnenkraft. Sie können Wärme besonders gut vermitteln und zeigen durch ihre flüssige Konsistenz ihre natürliche Beweglichkeit. Im Zusammenspiel mit den Bewegungen, die Sie beim Auftragen ausführen, regen sie den Körper an, selbst Wärme zu bilden, zu verteilen und Erstarrungen zu lösen.
Anwendung und Dosierung
Das WALA Aconit Schmerzöl wird 1- bis 3-mal täglich auf die schmerzhaften Stellen aufgetragen und leicht einmassiert. Verwenden Sie pro Anwendung je nach Größe des betroffenen Bereichs ca. 1 bis 3 ml Öl. Die Behandlung einer akuten Erkrankung sollte nach 2 Wochen abgeschlossen sein. Tritt innerhalb von 2-5 Tagen keine Besserung ein, ist ein Arzt aufzusuchen.
Es wird empfohlen, das Öl behutsam und achtsam aufzutragen, um den Körper mit einer wärmenden Schutzhülle zu umgeben.
Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Gegenanzeigen: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe und bei Kindern unter 6 Jahren.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte vor der Anwendung ein Arzt konsultiert werden.
- Wechselwirkungen: Bisher sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt.
- Nebenwirkungen: Bei einer Überdosierung kann es zu Hautreizungen kommen.
- Warnhinweise: Aconit Schmerzöl enthält Erdnussöl. Bitte beachten Sie dies, wenn Sie eine Erdnussallergie haben.
Was sind Nervenschmerzen?
Nervenschmerzen, medizinisch als Neuralgie oder neuropathische Schmerzen bezeichnet, entstehen, wenn ein Nerv selbst gereizt oder geschädigt ist. Im Gegensatz zu "normalen" Schmerzen, etwa nach einer Verletzung, liegt hier eine Reizung oder Schädigung der Nervenstruktur vor. Jeder Nerv versorgt je nach seiner Lage und Aufgabe eine bestimmte Körperregion. Ist ein Nerv geschädigt, aktiviert das die Schmerzbahn zum Gehirn und es treten Schmerzen entlang des Versorgungsgebiets dieses Nerven auf. Je nach Ursache kann das Zentrale oder periphere Nervensystem betroffen sein. Die Schmerzen können vielfältig sein, ohne erkennbaren Auslöser auftreten und nahezu jedes Körperteil wie Gesicht, Brustkorb, Rücken, Arme oder Beine, betreffen.
Symptome von Nervenschmerzen
Neuralgien machen sich oft durch plötzliche, stechende, brennende, bohrende oder reißende Schmerzen bemerkbar, die in das Versorgungsgebiet eines bestimmten Nerven ausstrahlen. Sie können auch mit Kribbeln oder Taubheit einhergehen. Die Beschwerden können sehr intensiv sein, treten oft anfallsartig auf und dauern wenige Sekunden bis Minuten - wiederholen sich aber häufig. Manchmal können die Schmerzen schon durch eine leichte Berührung oder sogar durch einen Luftzug ausgelöst werden (Allodynie).
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Je nach betroffenem Nerv zeigen sich Schmerzen an ganz unterschiedlichen Köperstellen. Bei einer Trigeminusneuralgie ist der Trigeminusnerv im Kopfbereich betroffen. Der Schmerz schießt dann in eine Gesichtshälfte. Schon Sprechen, Kauen, eine Berührung oder Zähneputzen kann diesen Schmerz auslösen. Bei einer Ischialgie ist der Ischiasnerv gereizt. Die Schmerzen strahlen dann oft vom unteren Rücken über das Gesäß bis in den Oberschenkel oder die Kniekehle aus. Bei einer Interkostalneuralgie sind die Nerven, die zwischen den Rippen liegen, gereizt. Die Schmerzen strahlen vom Rücken nach vorne in die Brustregion aus. Sie treten bei Bewegung, manchmal schon beim einfachen Atmen auf.
Ursachen von Nervenschmerzen
Die Ursachen von Nervenschmerzen sind vielfältig. Krankheiten, Infektionen, Entzündungen, Druck oder Verletzungen können dazu führen. Auch falsche Bewegungen oder Stress können Nerven reizen.
Einige Beispiele für Ursachen von Nervenschmerzen sind:
- Gürtelrose/ Post-Zoster-Neuralgie: Eine Infektion mit Varizella-Zoster-Viren führt zu einer Entzündung von Nerven, auch bekannt als Gürtelrose. Sie betreffen meist den Rumpf, die Arme oder das Gesicht. Die Schmerzen halten oft noch lange nach Abklingen der Erkrankung an.
- Diabetes/ diabetische Neuropathie: Hier werden Nerven durch zu hohe Blutzuckerwerte geschädigt, was zu Schmerzen führen kann. Da meist nicht nur ein, sondern viele Nerven betroffen sind, nennt man dies auch Polyneuropathie. Oft sind die Füße betroffen.
- Trigeminusneuralgie: Sie wird häufig durch benachbarte Blutgefäße ausgelöst, die auf den Nerv drücken. Es gibt aber auch andere Ursachen.
- Nervenquetschung: Müssen Nerven eine Engstelle passieren, kann es zu einer Quetschung kommen. Es gibt das Impingement-Syndrom (Engpass-Syndrom) zum Beispiel an der Schulter oder das Karpaltunnel-Syndrom am Handgelenk. Auch bei Unfällen kann es zur Quetschung oder sogar zur Durchtrennung von Nerven kommen.
- Morton Neurom: Diese Erkrankung wird auch Morton Neuralgie genannt und geht auf eine Überlastung im Fuß zurück.
- Ischiasschmerzen: Sie entstehen oft durch falsche Bewegungen oder das Heben von schweren Gegenständen in ungünstiger Körperhaltung.
- Phantomschmerzen: Ein Spezialfall sind Phantomschmerzen, die nach einer Amputation auftreten.
- Zentral neuropathische Schmerzen: Hier gehen die Schmerzen vom Rückenmark und Gehirn aus. Ursachen können ein Schlaganfall, eine Schädigung des Rückenmarks durch einen Bandscheibenvorfall, Tumoren oder neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose sein.
Was ist Gürtelrose?
Herpes zoster wird durch das Varizellen-Zoster-Virus ausgelöst. Der zu den Herpesviren zählende Erreger verursacht bei der ersten Infektion, die fast immer im Kindesalter erfolgt, Windpocken (Varizellen). Nach der Erkrankung verbleibt das Virus lebenslang in den Nervenzellen der Patienten. In fortgeschrittenem Alter, meist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, oder bei einem geschwächten Immunsystem kann es zu einer Reaktivierung des Erregers kommen. Diese Reaktivierung äußert sich als Herpes zoster. Auch Sonneneinwirkung und Stress können die Reaktivierung des Virus begünstigen.
Uncharakteristische Symptome wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit sind oft Vorboten der Erkrankung. Auf begrenzten geröteten Hautbereichen entwickeln sich windpockenartige Bläschen, die in Streifen angeordnet sind. Oft ist der Gürtelbereich des Rumpfes betroffen, doch können auch Arme und Beine sowie das Gesicht befallen sein. Starke Nervenschmerzen (Neuralgien) stellen sich häufig ein. Bei manchen Patienten schwellen zudem die Lymphknoten an.
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Weitere unterstützende Maßnahmen bei Nervenschmerzen
Neben der Anwendung von WALA Aconit Schmerzöl können folgende Maßnahmen zur Linderung von Nervenschmerzen beitragen:
- Kühlkompresse, Bad oder Wärmekissen: Manchen Menschen hilft Wärme, anderen hilft Kälte bei Nervenschmerzen.
- Stufenlagerung und moderate Bewegung: Bei Ischiasschmerzen können diese Maßnahmen hilfreich sein.
- Physiotherapie, Entspannungsverfahren oder Verhaltenstherapie: Diese können begleitend sinnvoll sein, vor allem, wenn die Schmerzen den Alltag stark beeinträchtigen.
- Transkutane Nervenstimulation (TENS) oder Akupunktur: Diese nicht-medikamentösen Verfahren werden unterstützend eingesetzt.
- Das Immunsystem stärken: Durch eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, ausreichend Bewegung an der frischen Luft und eventuell durch die zusätzliche Einnahme von immunstimulierenden Pflanzenpräparaten aus der Apotheke.
- Zur Linderung der Schmerzen: Die Bläschen örtlich mit Cremes und Salben behandeln, die Hautreizstoffe (Capsicain) oder ätherische Öle enthalten.
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